Nicht als Lieblingssongs: Ansgar Specht mit dem „Hammond Jazz Collective“ im Jazz Club Kerstin Rickert Minden (kr). Die Bühne des Jazz Club Minden ist für Ansgar Specht wie ein zweites Zuhause. Einmal im Monat leitet der Gitarrist aus Harsewinkel dort die Jam Sessions. Immer mal wieder gibt er mit seinen eigenen Bands Konzerte, gerade erst drei Wochen zuvor war er mit „Bossa Café“ zu Gast. An diesem Abend aber wirkt er gelöst wie selten. Immer wieder huscht ihm ein Lächeln übers Gesicht. Die Musik, die er diesmal mitgebracht hat, mit genau dieser Band zu spielen, macht Ansgar Specht ganz offensichtlich großen Spaß. Und das wiederum überträgt sich ohne Umschweife aufs Publikum.Es sind persönliche Lieblingssongs wie der „Road Song“ von Wes Montgomery - „einer meiner Helden“, wie er sagt -, die Ansgar Specht zusammen mit dem Hammondorganisten John Hondorp und dem Schlagzeuger Markus Strothmann für sein jüngstes Album eingespielt hat. „Some Favourite Songs“ heißt es, und Lieblingssongs stehen auch im Mittelpunkt des Konzertes mit dem Tenorsaxofonisten Volker Wink als viertem im Bunde. Der „Road Song“ wurde umarrangiert und auf die „Hammond Jazz Collective“ - so nennt sich Ansgar Spechts neue Band - zugeschnitten. Ansgar Specht eifert seinem Helden nicht nach und auch genauso wenig dem Gitarristen Pat Martino, dessen temporeiche Komposition „Lean Years“ den Fingern des Harsewinklers einiges abverlangt. Er hat seinen eigenen Sound und den scheint er in eben dieser Band-Besetzung und mit einem Programm aus dem Standardrepertoire des Jazz besonders entfalten zu können.John Hondorp und Markus Strothmann sorgen für die groovende Basis, druckvoll, akzentuiert, souverän. Volker Wink am Tenorsaxofon entpuppt sich als perfekter Partner. Keine Tonfolge ist ihm zu schnell, keine noch so vertrackten Improvisationslinien, die er nicht bravourös meistern würde. Die Band wirkt wie aus einem Guss. Ob das knackig nach vorne treibende „Let the cat out“ von John Scofield oder das gefühlvolle „Estate“, ein Bossa Nova von 1960 aus der Feder des Italieners Bruno Martino: Der Hamburger Markus Strothmann sorgt am Drumset immer für den richtigen Drive. Meist vorzüglich kraftvoll und energiegeladen kann er sich im richtigen Moment aber auch zurücknehmen und mit sanfter Besenarbeit begleiten. Von ihm stammt auch eine der wenigen Eigenkompositionen an diesem Abend. „Leave“ kommt mit wuchtigen Orgelklängen daher, die Ansgar Specht mit seinem warmen und weichen Gitarrensound auflöst.Mit schönen Grooves unterlegt entwickelt sich Roy Hargroves „Straßbourg/ St. Denis“ zu einem Fest für Liebhaber funkiger Töne dank eingängig rhythmischer Gitarre und des herrlich druckvoll nach vorne gespielten Tenorsaxofons. Auf welch hochklassigem Niveau sich das Quartett bewegt, wird den begeisterten Zuhörern am Ende eines mit Spielfreude und Spielwitz gespickten Konzertes besonders eindrucksvoll vor Ohren geführt. „Es geht um Fußball“, sagt Markus Strothmann, „da muss ich schneller spielen.“ Und dann legt er ein Tempo vor, das es in sich hat. In schwindelerregendem Tempo rasen die vier Musiker durch „Futebol“, eine moderne und anspruchsvolle Komposition des belgischen Jazz-Gitarristen Jeanfrancois Prins. Großartig - denkt wohl auch das Publikum und ruft begeistert applaudierend nach einer Zugabe, die es mit einer eigenen Version von „Sunny“ auch erhält.

Nicht als Lieblingssongs: Ansgar Specht mit dem „Hammond Jazz Collective“ im Jazz Club

Ansgar Specht im Jazzclub: Das Lächeln auf seinem Gesicht verschwindet auch dann nicht, wenn er sich mit seiner Gitarre durch rasend schnelle Läufe und Akkordwechsel bewegt. © Foto: Kerstin Rickert

Minden (kr). Die Bühne des Jazz Club Minden ist für Ansgar Specht wie ein zweites Zuhause. Einmal im Monat leitet der Gitarrist aus Harsewinkel dort die Jam Sessions. Immer mal wieder gibt er mit seinen eigenen Bands Konzerte, gerade erst drei Wochen zuvor war er mit „Bossa Café“ zu Gast. An diesem Abend aber wirkt er gelöst wie selten. Immer wieder huscht ihm ein Lächeln übers Gesicht. Die Musik, die er diesmal mitgebracht hat, mit genau dieser Band zu spielen, macht Ansgar Specht ganz offensichtlich großen Spaß. Und das wiederum überträgt sich ohne Umschweife aufs Publikum.

Es sind persönliche Lieblingssongs wie der „Road Song“ von Wes Montgomery - „einer meiner Helden“, wie er sagt -, die Ansgar Specht zusammen mit dem Hammondorganisten John Hondorp und dem Schlagzeuger Markus Strothmann für sein jüngstes Album eingespielt hat. „Some Favourite Songs“ heißt es, und Lieblingssongs stehen auch im Mittelpunkt des Konzertes mit dem Tenorsaxofonisten Volker Wink als viertem im Bunde. Der „Road Song“ wurde umarrangiert und auf die „Hammond Jazz Collective“ - so nennt sich Ansgar Spechts neue Band - zugeschnitten. Ansgar Specht eifert seinem Helden nicht nach und auch genauso wenig dem Gitarristen Pat Martino, dessen temporeiche Komposition „Lean Years“ den Fingern des Harsewinklers einiges abverlangt. Er hat seinen eigenen Sound und den scheint er in eben dieser Band-Besetzung und mit einem Programm aus dem Standardrepertoire des Jazz besonders entfalten zu können.

John Hondorp und Markus Strothmann sorgen für die groovende Basis, druckvoll, akzentuiert, souverän. Volker Wink am Tenorsaxofon entpuppt sich als perfekter Partner. Keine Tonfolge ist ihm zu schnell, keine noch so vertrackten Improvisationslinien, die er nicht bravourös meistern würde. Die Band wirkt wie aus einem Guss. Ob das knackig nach vorne treibende „Let the cat out“ von John Scofield oder das gefühlvolle „Estate“, ein Bossa Nova von 1960 aus der Feder des Italieners Bruno Martino: Der Hamburger Markus Strothmann sorgt am Drumset immer für den richtigen Drive. Meist vorzüglich kraftvoll und energiegeladen kann er sich im richtigen Moment aber auch zurücknehmen und mit sanfter Besenarbeit begleiten. Von ihm stammt auch eine der wenigen Eigenkompositionen an diesem Abend. „Leave“ kommt mit wuchtigen Orgelklängen daher, die Ansgar Specht mit seinem warmen und weichen Gitarrensound auflöst.

Mit schönen Grooves unterlegt entwickelt sich Roy Hargroves „Straßbourg/ St. Denis“ zu einem Fest für Liebhaber funkiger Töne dank eingängig rhythmischer Gitarre und des herrlich druckvoll nach vorne gespielten Tenorsaxofons. Auf welch hochklassigem Niveau sich das Quartett bewegt, wird den begeisterten Zuhörern am Ende eines mit Spielfreude und Spielwitz gespickten Konzertes besonders eindrucksvoll vor Ohren geführt. „Es geht um Fußball“, sagt Markus Strothmann, „da muss ich schneller spielen.“ Und dann legt er ein Tempo vor, das es in sich hat. In schwindelerregendem Tempo rasen die vier Musiker durch „Futebol“, eine moderne und anspruchsvolle Komposition des belgischen Jazz-Gitarristen Jeanfrancois Prins. Großartig - denkt wohl auch das Publikum und ruft begeistert applaudierend nach einer Zugabe, die es mit einer eigenen Version von „Sunny“ auch erhält.

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