Nicht alle Freikirchen gegen Testpflicht: Diese Mindener Gemeinden setzen aus Fürsorge aufs Digitale Fabian Terwey Minden. „Die Kirche ist aktuell ein kleines Fernsehstudio“, erklärt Olaf Mohring. Der Pastor verzichtet in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Minden im Marienglacis derzeit und seit Beginn des Lockdowns bewusst auf mögliche Präsenzgottesdienste. Stattdessen setzt der 52-Jährige seit Dezember auf Video- sowie Telefonkonferenzen und beabsichtigt, auch zukünftig daran festzuhalten – als Schutzmaßnahme für die Gemeindemitglieder. Von der umstrittenen Klage anderer Freikirchen gegen eine Corona-Schutzmaßnahme des Kreises distanziert sich der Pastor ebenso wie weitere Vertreter. 16 Freikirchen und zwei Privatpersonen hatten Klage gegen die Corona-Testpflicht vor Gottesdiensten im Kreis Minden-Lübbecke eingereicht. Das Verwaltungsgericht Minden entschied jedoch im Eilbeschluss, dass diese eine verhältnismäßige Schutzmaßnahme darstelle. Am heutigen Samstag endet die Testpflicht vor Gottesdiensten trotzdem. Denn sie war in der Allgemeinverfügung verankert, die der Kreis nun wegen der zuletzt deutlich gesunkenen Zahl an Corona-Neuinfektionen auslaufen lässt. Olaf Mohring hatte den Gerichtsbeschluss befürwortet: „Auch wenn die Testpflicht nun entfällt, dürfen an unseren ab Pfingsten startenden kleinen Präsenzgottesdiensten nur vollständig Geimpfte, Genesene und negativ Getestete teilnehmen. Warum sollten wir unsere Gemeindemitglieder einem Risiko aussetzen?“ Bislang habe es in seiner Freikirche keine Corona-Fälle gegeben. Anders als beispielsweise in der freikirchlichen Baptistengemeinde in Lage im Kreis Lippe. Dort waren im März nach einem Corona-Ausbruch mehr als 300 Personen positiv getestet worden. Auch Helga Pollheide, 67-jährige Gemeindevertreterin der Evangelisch-methodistischen Gemeinde Minden in der Marienstraße, sieht eine grundsätzliche Fürsorgepflicht der Gemeinde und der Gesellschaft gegenüber: „Gott sei Dank sind wir bisher von Corona-Fällen verschont geblieben.“ Sowohl sie als auch Olaf Mohring beobachteten in der Diskussion Schwierigkeiten für Außenstehende, Freikirchen nicht als einheitliche Gruppe zu begreifen. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Minden sei in der emotional aufgeladenen Debatte gar aus zwei Richtungen kritisiert worden, teilt Olaf Mohring mit: „Es gab Leute, die uns gefragt haben, warum wir denn bei der Klage nicht mitmachen.“ Auf der anderen Seite sei seine Gemeinde fälschlicherweise für einen der Kläger gegen die Testpflicht gehalten worden. „Freikirchen sind aber alle selbstständig und treffen individuelle Entscheidungen“, erklärt der Pastor: „Grundsätzlich hat man an der Diskussion gemerkt, dass der Ton in der Pandemie rauer geworden ist. Ich würde mir mehr Sachlichkeit und Kommunikation wünschen.“ „Im christlichen Glauben geht es ja auch um Rücksicht auf andere“, sagt Jotti Foukis. Der Pastor der Freien Christengemeinde Minden habe die Klage ebenso wenig befürwortet: „Ich möchte über die Entscheidungen anderer Gemeinden aber auch nicht urteilen. Wir fühlen uns jedoch vor den Kopf gestoßen, wenn die Freikirchen alle in einen Topf geworfen werden und wir als Freie Christengemeinde Minden unter den Generalverdacht fallen, auf Biegen und Brechen und ohne Rücksicht auf Verluste Gottesdienste abhalten zu wollen.“ Unter Einhaltung der Vorgaben werde Jotti Foukis an diesem Sonntag nun erstmals nach langer Zeit wieder für eine begrenzte Anzahl von rund 20 Besuchern einen Präsenzgottesdienst abhalten: „Wir konnten die Einhaltung der Testpflicht zuvor nicht garantieren.“ In 14 der vergangenen 15 Monate hatte seine Freikirche auf jegliche Wochenveranstaltung verzichtet und insgesamt auch fünf Monate den Sonntagsgottesdienst ruhen lassen. Die Predigten hatte Jotti Foukis seiner Gemeinde deshalb zuletzt als Podcast zur Verfügung gestellt. Die neueste Audio-Datei auf Abruf gab es an jedem Sonntag auf der Internetseite und auf dem Facebook-Kanal der Freikirche. „Wir haben Weihnachten und Ostern mit unseren Gemeindemitgliedern am Telefonhörer und bei Zoom gefeiert“, berichtet Olaf Mohring. Auch alle weiteren Gottesdienste laufen seit dem dritten Advent live über das Videokonferenz-Portal. Um die Umsetzung des digitalen Konzepts in der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde kümmert sich eine ehrenamtliche Videogruppe. „Die gibt es bereits seit 37 Jahren. Dadurch hatten wir in technischer Hinsicht einen kleinen Vorsprung. Vorher haben sie kleinere Aufnahmen gemacht, in der Corona-Pandemie trumpfen sie jetzt so richtig auf“, sagt der Pastor lächelnd und verweist auf die installierten Kameras, Scheinwerfer, Mikrofone und den Studio-Monitor, auf dem er sich auf der Kanzel während der Aufnahme selbst sehen kann. Sechs Gemeindemitglieder kümmern sich um den Schnitt, die Vertonung und die Live-Musik. Der Gottesdienst steht neben dem Livestream auch auf Abruf auf der Gemeindehomepage bereit. Von den rund 270 Gemeindemitgliedern seien in der Vor-Coronazeit im Durchschnitt 230 sonntags in die Kirche gegangen. Der jetzige Livestream erreiche in der Regel 130 Mitglieder. „Neue oder bisher inaktive Mitglieder sind dazugekommen“, sagt Mohring. So nähmen gerade Ältere, die es aus körperlichen Gründen vorher nicht in den Gottesdienst geschafft hätten, nun die Chance wahr, online am Gemeindeleben teilzunehmen: „Die Enkel oder Kinder stellen es ihnen am Computer ein. Vorm Bildschirm können sie essen und trinken.“ Auch die Evangelisch-methodistische Gemeinde biete laut Helga Pollheide seit vergangenem Sommer Gottesdienste im Livestream auf der Internetseite und auf Youtube an: „Gemeindemitglieder können sich die Predigt aber auch in Briefform nach Hause schicken lassen.“ Der Gottesdienst der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde lässt sich zudem live am Telefon verfolgen. Dazu ist lediglich eine entsprechende Rufnummer zu wählen und ein von der Gemeinde zur Verfügung gestellter PIN einzugeben. „Auch das hat sich als Segen erwiesen. Denn gerade Ältere sind echte Telefonprofis“, sagt Mohring. Der Theologe bietet deshalb auch einmal in der Woche einen Sammelanruf an: „Selbst bei 20 Leuten redet niemand gleichzeitig. Nur das gemeinsame Singen hat nicht funktioniert. Dafür gibt es zu viele zeitliche Verzögerungen in der Leitung. Das klang dann etwas schief.“ Die Evangelisch-methodistische Gemeinde hielt an Christi Himmelfahrt nun auch den ersten Freiluftgottesdienst des Jahres ab. Pastorin Nicole Bernardy habe für die Veranstaltung in ihrem Garten mit Klavier und Mikro auf der Terrasse ein abgesegnetes Hygienekonzept erstellt. 30 der insgesamt 75 Gemeindemitglieder kamen laut Helga Pollheide. Präsenzgottesdienste in der Kirche werde es bis auf Weiteres aber nicht geben. Der Livestream und der Gottesdienst auf Abruf bei Youtube bleiben aber erhalten. Ähnlich wie in der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde. Denn Olaf Mohring hält auch zukünftig an seinem kleinen Fernsehstudio in der Freikirche fest. Das gilt für Gottesdienste im Kreis Minden-Lübbecke - Gottesdienste sind von der Bundesnotbremse nicht erfasst. Das bedeutet, dass die Regelungen für religiöse Zusammenkünfte auch bei einer Kreis-Inzidenz von über 100 durch die Corona-Schutzverordnung des Landes NRW bestimmt sind. - Das Land NRW schreibt für Versammlungen zur Religionsausübung vor, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften unter Berücksichtigung des lokalen Infektionsgeschehens eigenverantwortlich entscheiden, inwieweit Versammlungen in Präsenz durchgeführt werden können. Sie informieren die vor Ort zuständigen Behörden. „Erster Ansprechpartner für die Vorlage der Hygienekonzepte sind die örtlichen Ordnungsbehörden. Auch das Gesundheitsamt prüft eingehende Hygienekonzepte im Rahmen seiner Kapazitäten“, teilt der Kreis auf MT-Anfrage mit. - Einzuhalten ist bei Präsenzgottesdiensten ein Mindestabstand von 1,5 Metern. Medizinische Masken sind Pflicht – auch am Sitzplatz. Teilnehmer müssen Kontaktdaten hinterlassen und sich anmelden, wenn eine hohe Auslastung zu erwarten ist. Auf gemeinsamen Gesang ist zu verzichten. Die Teilnehmerzahl ist zu begrenzen. Weil die Allgemeinverfügung des Kreises gestern ausgelaufen ist, entfällt die Obergrenze von 100 Personen. Die mögliche Besucheranzahl richtet sich nun danach, wie sich die einzuhaltenden Regelungen in den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten umsetzen lassen. „Als absolute Obergrenze gelten derzeit in Anlehnung an die Corona-Schutzverordnung in geschlossenen 250 und unter freiem Himmel 500 Personen“, heißt es von Seiten des Kreises. - Kirchen und Religionsgemeinschaften, die keine den Regelungen der Coronaschutzverordnung entsprechenden Schutzkonzepte vorgelegt haben, müssen ihre Zusammenkünfte bei mehr als zehn Teilnehmern beim zuständigen Ordnungsamt vorab anzeigen.

Nicht alle Freikirchen gegen Testpflicht: Diese Mindener Gemeinden setzen aus Fürsorge aufs Digitale

Hier sitzt sonst die Regie: Pastor Olaf Mohring von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Minden zeigt, wo die Fäden zusammenlaufen, wenn sein Gottesdienst via Livestream übertragen wird. MT-Foto: Fabian Terwey © Fabian Terwey

Minden. „Die Kirche ist aktuell ein kleines Fernsehstudio“, erklärt Olaf Mohring. Der Pastor verzichtet in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Minden im Marienglacis derzeit und seit Beginn des Lockdowns bewusst auf mögliche Präsenzgottesdienste. Stattdessen setzt der 52-Jährige seit Dezember auf Video- sowie Telefonkonferenzen und beabsichtigt, auch zukünftig daran festzuhalten – als Schutzmaßnahme für die Gemeindemitglieder. Von der umstrittenen Klage anderer Freikirchen gegen eine Corona-Schutzmaßnahme des Kreises distanziert sich der Pastor ebenso wie weitere Vertreter.

16 Freikirchen und zwei Privatpersonen hatten Klage gegen die Corona-Testpflicht vor Gottesdiensten im Kreis Minden-Lübbecke eingereicht. Das Verwaltungsgericht Minden entschied jedoch im Eilbeschluss, dass diese eine verhältnismäßige Schutzmaßnahme darstelle. Am heutigen Samstag endet die Testpflicht vor Gottesdiensten trotzdem. Denn sie war in der Allgemeinverfügung verankert, die der Kreis nun wegen der zuletzt deutlich gesunkenen Zahl an Corona-Neuinfektionen auslaufen lässt.

Olaf Mohring hatte den Gerichtsbeschluss befürwortet: „Auch wenn die Testpflicht nun entfällt, dürfen an unseren ab Pfingsten startenden kleinen Präsenzgottesdiensten nur vollständig Geimpfte, Genesene und negativ Getestete teilnehmen. Warum sollten wir unsere Gemeindemitglieder einem Risiko aussetzen?“ Bislang habe es in seiner Freikirche keine Corona-Fälle gegeben. Anders als beispielsweise in der freikirchlichen Baptistengemeinde in Lage im Kreis Lippe. Dort waren im März nach einem Corona-Ausbruch mehr als 300 Personen positiv getestet worden.


Auch Helga Pollheide, 67-jährige Gemeindevertreterin der Evangelisch-methodistischen Gemeinde Minden in der Marienstraße, sieht eine grundsätzliche Fürsorgepflicht der Gemeinde und der Gesellschaft gegenüber: „Gott sei Dank sind wir bisher von Corona-Fällen verschont geblieben.“ Sowohl sie als auch Olaf Mohring beobachteten in der Diskussion Schwierigkeiten für Außenstehende, Freikirchen nicht als einheitliche Gruppe zu begreifen.

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Minden sei in der emotional aufgeladenen Debatte gar aus zwei Richtungen kritisiert worden, teilt Olaf Mohring mit: „Es gab Leute, die uns gefragt haben, warum wir denn bei der Klage nicht mitmachen.“ Auf der anderen Seite sei seine Gemeinde fälschlicherweise für einen der Kläger gegen die Testpflicht gehalten worden. „Freikirchen sind aber alle selbstständig und treffen individuelle Entscheidungen“, erklärt der Pastor: „Grundsätzlich hat man an der Diskussion gemerkt, dass der Ton in der Pandemie rauer geworden ist. Ich würde mir mehr Sachlichkeit und Kommunikation wünschen.“

„Im christlichen Glauben geht es ja auch um Rücksicht auf andere“, sagt Jotti Foukis. Der Pastor der Freien Christengemeinde Minden habe die Klage ebenso wenig befürwortet: „Ich möchte über die Entscheidungen anderer Gemeinden aber auch nicht urteilen. Wir fühlen uns jedoch vor den Kopf gestoßen, wenn die Freikirchen alle in einen Topf geworfen werden und wir als Freie Christengemeinde Minden unter den Generalverdacht fallen, auf Biegen und Brechen und ohne Rücksicht auf Verluste Gottesdienste abhalten zu wollen.“

Unter Einhaltung der Vorgaben werde Jotti Foukis an diesem Sonntag nun erstmals nach langer Zeit wieder für eine begrenzte Anzahl von rund 20 Besuchern einen Präsenzgottesdienst abhalten: „Wir konnten die Einhaltung der Testpflicht zuvor nicht garantieren.“ In 14 der vergangenen 15 Monate hatte seine Freikirche auf jegliche Wochenveranstaltung verzichtet und insgesamt auch fünf Monate den Sonntagsgottesdienst ruhen lassen. Die Predigten hatte Jotti Foukis seiner Gemeinde deshalb zuletzt als Podcast zur Verfügung gestellt. Die neueste Audio-Datei auf Abruf gab es an jedem Sonntag auf der Internetseite und auf dem Facebook-Kanal der Freikirche.

„Wir haben Weihnachten und Ostern mit unseren Gemeindemitgliedern am Telefonhörer und bei Zoom gefeiert“, berichtet Olaf Mohring. Auch alle weiteren Gottesdienste laufen seit dem dritten Advent live über das Videokonferenz-Portal. Um die Umsetzung des digitalen Konzepts in der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde kümmert sich eine ehrenamtliche Videogruppe. „Die gibt es bereits seit 37 Jahren. Dadurch hatten wir in technischer Hinsicht einen kleinen Vorsprung. Vorher haben sie kleinere Aufnahmen gemacht, in der Corona-Pandemie trumpfen sie jetzt so richtig auf“, sagt der Pastor lächelnd und verweist auf die installierten Kameras, Scheinwerfer, Mikrofone und den Studio-Monitor, auf dem er sich auf der Kanzel während der Aufnahme selbst sehen kann. Sechs Gemeindemitglieder kümmern sich um den Schnitt, die Vertonung und die Live-Musik. Der Gottesdienst steht neben dem Livestream auch auf Abruf auf der Gemeindehomepage bereit.

Von den rund 270 Gemeindemitgliedern seien in der Vor-Coronazeit im Durchschnitt 230 sonntags in die Kirche gegangen. Der jetzige Livestream erreiche in der Regel 130 Mitglieder.

„Neue oder bisher inaktive Mitglieder sind dazugekommen“, sagt Mohring. So nähmen gerade Ältere, die es aus körperlichen Gründen vorher nicht in den Gottesdienst geschafft hätten, nun die Chance wahr, online am Gemeindeleben teilzunehmen: „Die Enkel oder Kinder stellen es ihnen am Computer ein. Vorm Bildschirm können sie essen und trinken.“

Auch die Evangelisch-methodistische Gemeinde biete laut Helga Pollheide seit vergangenem Sommer Gottesdienste im Livestream auf der Internetseite und auf Youtube an: „Gemeindemitglieder können sich die Predigt aber auch in Briefform nach Hause schicken lassen.“

Der Gottesdienst der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde lässt sich zudem live am Telefon verfolgen. Dazu ist lediglich eine entsprechende Rufnummer zu wählen und ein von der Gemeinde zur Verfügung gestellter PIN einzugeben. „Auch das hat sich als Segen erwiesen. Denn gerade Ältere sind echte Telefonprofis“, sagt Mohring. Der Theologe bietet deshalb auch einmal in der Woche einen Sammelanruf an: „Selbst bei 20 Leuten redet niemand gleichzeitig. Nur das gemeinsame Singen hat nicht funktioniert. Dafür gibt es zu viele zeitliche Verzögerungen in der Leitung. Das klang dann etwas schief.“

Die Evangelisch-methodistische Gemeinde hielt an Christi Himmelfahrt nun auch den ersten Freiluftgottesdienst des Jahres ab. Pastorin Nicole Bernardy habe für die Veranstaltung in ihrem Garten mit Klavier und Mikro auf der Terrasse ein abgesegnetes Hygienekonzept erstellt. 30 der insgesamt 75 Gemeindemitglieder kamen laut Helga Pollheide. Präsenzgottesdienste in der Kirche werde es bis auf Weiteres aber nicht geben. Der Livestream und der Gottesdienst auf Abruf bei Youtube bleiben aber erhalten. Ähnlich wie in der Evangelisch Freikirchlichen Gemeinde. Denn Olaf Mohring hält auch zukünftig an seinem kleinen Fernsehstudio in der Freikirche fest.

Das gilt für Gottesdienste im Kreis Minden-Lübbecke

- Gottesdienste sind von der Bundesnotbremse nicht erfasst. Das bedeutet, dass die Regelungen für religiöse Zusammenkünfte auch bei einer Kreis-Inzidenz von über 100 durch die Corona-Schutzverordnung des Landes NRW bestimmt sind.

- Das Land NRW schreibt für Versammlungen zur Religionsausübung vor, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften unter Berücksichtigung des lokalen Infektionsgeschehens eigenverantwortlich entscheiden, inwieweit Versammlungen in Präsenz durchgeführt werden können. Sie informieren die vor Ort zuständigen Behörden. „Erster Ansprechpartner für die Vorlage der Hygienekonzepte sind die örtlichen Ordnungsbehörden. Auch das Gesundheitsamt prüft eingehende Hygienekonzepte im Rahmen seiner Kapazitäten“, teilt der Kreis auf MT-Anfrage mit.

- Einzuhalten ist bei Präsenzgottesdiensten ein Mindestabstand von 1,5 Metern. Medizinische Masken sind Pflicht – auch am Sitzplatz. Teilnehmer müssen Kontaktdaten hinterlassen und sich anmelden, wenn eine hohe Auslastung zu erwarten ist. Auf gemeinsamen Gesang ist zu verzichten. Die Teilnehmerzahl ist zu begrenzen. Weil die Allgemeinverfügung des Kreises gestern ausgelaufen ist, entfällt die Obergrenze von 100 Personen. Die mögliche Besucheranzahl richtet sich nun danach, wie sich die einzuhaltenden Regelungen in den zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten umsetzen lassen. „Als absolute Obergrenze gelten derzeit in Anlehnung an die Corona-Schutzverordnung in geschlossenen 250 und unter freiem Himmel 500 Personen“, heißt es von Seiten des Kreises.

- Kirchen und Religionsgemeinschaften, die keine den Regelungen der Coronaschutzverordnung entsprechenden Schutzkonzepte vorgelegt haben, müssen ihre Zusammenkünfte bei mehr als zehn Teilnehmern beim zuständigen Ordnungsamt vorab anzeigen.

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