Neues Dach für das mehr als 300 Jahre alte Stadtpalais Anja Peper Minden. In diesen Tagen verschwindet das Baugerüst. Dann zeigt sich das 1719 erbaute Stadtpalais an der Pöttcherstraße wieder in voller Schönheit. Das historische Walmdach wurde neu eingedeckt mit schiefergrauen Ziegeln, die das Familienunternehmen Meyer-Holsen speziell für die Anforderungen des Denkmalschutzes herstellt. Das Projekt sei mit 34.000 Euro aus dem Denkmalförderprogramm unterstützt worden, schreibt Pressesprecher Robert Vornholt vom NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung. Eigentümerin des Stadtpalais ist die Johannisloge „Wittekind zur Westfälischen Pforte“, die den größten Anteil der Investition für das neue Dach aufgebracht hat. Dieses Haus ist das einzige, was innerhalb der Mindener Stadtmauern im Stil eines Stadtpalais erbaut wurde. Bei dem Walmdach handelt es sich um eine der ältesten Dachformen der Architektur, die früher oft bei herrschaftlichen Bauten umgesetzt wurde. Es verfügt nicht nur auf den Traufseiten, sondern auch auf den Giebelseiten über geneigte Dachflächen. So kommt beim Logenhaus eine Gesamtfläche von 520 Quadratmetern zusammen. Was das Eindecken nicht einfach macht: Das Dach des Logenhauses ist mit einer Neigung von 57 Grad ziemlich steil und daher nur für schwindelfreie Handwerker zu empfehlen. Das Haus hat eine wechselvolle Geschichte. Laut eigener Homepage hat es die Freimaurerloge „Wittekind zur Westfälischen Pforte“ 1858 gekauft. Mit der Machtübernahme der NSDAP wurde es 1943 beschlagnahmt und diente als Luftschutzhauptschule. 1953 fiel es dann in einem verfallenen Zustand an die Freimaurerloge zurück, wurde aber aus wirtschaftlichen Gründen an die Stadt Minden verkauft. Nach der Sanierung zog die Stadtbibliothek ein, danach das Kulturamt und schließlich die Verwaltung des Preußenmuseums. 2004 konnte die Freimaurerloge das Haus zurückerwerben.

Neues Dach für das mehr als 300 Jahre alte Stadtpalais

Für das 300 Jahre alte Stadtpalais haben die Dachdecker spezielle Ziegel verwendet, die den Vorgaben des Denkmalschutzes entsprechen. MT-Foto: Alex Lehn

Minden. In diesen Tagen verschwindet das Baugerüst. Dann zeigt sich das 1719 erbaute Stadtpalais an der Pöttcherstraße wieder in voller Schönheit. Das historische Walmdach wurde neu eingedeckt mit schiefergrauen Ziegeln, die das Familienunternehmen Meyer-Holsen speziell für die Anforderungen des Denkmalschutzes herstellt. Das Projekt sei mit 34.000 Euro aus dem Denkmalförderprogramm unterstützt worden, schreibt Pressesprecher Robert Vornholt vom NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung. Eigentümerin des Stadtpalais ist die Johannisloge „Wittekind zur Westfälischen Pforte“, die den größten Anteil der Investition für das neue Dach aufgebracht hat.

Dieses Haus ist das einzige, was innerhalb der Mindener Stadtmauern im Stil eines Stadtpalais erbaut wurde. Bei dem Walmdach handelt es sich um eine der ältesten Dachformen der Architektur, die früher oft bei herrschaftlichen Bauten umgesetzt wurde. Es verfügt nicht nur auf den Traufseiten, sondern auch auf den Giebelseiten über geneigte Dachflächen. So kommt beim Logenhaus eine Gesamtfläche von 520 Quadratmetern zusammen. Was das Eindecken nicht einfach macht: Das Dach des Logenhauses ist mit einer Neigung von 57 Grad ziemlich steil und daher nur für schwindelfreie Handwerker zu empfehlen.

Das Haus hat eine wechselvolle Geschichte. Laut eigener Homepage hat es die Freimaurerloge „Wittekind zur Westfälischen Pforte“ 1858 gekauft. Mit der Machtübernahme der NSDAP wurde es 1943 beschlagnahmt und diente als Luftschutzhauptschule. 1953 fiel es dann in einem verfallenen Zustand an die Freimaurerloge zurück, wurde aber aus wirtschaftlichen Gründen an die Stadt Minden verkauft.


Nach der Sanierung zog die Stadtbibliothek ein, danach das Kulturamt und schließlich die Verwaltung des Preußenmuseums. 2004 konnte die Freimaurerloge das Haus zurückerwerben.

Copyright © Mindener Tageblatt 2021
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden