Neue Kieferorthopäden ziehen ins Martini Karree: Das tut sich gerade in der Mindener Innenstadt Minden. Die Innenstadt bleibt in Bewegung: Dort, wo ein Laden schließt, öffnet an anderer Stelle ein neues Geschäft. Trotzdem gehören Leerstände zum Stadtbild. Martini Karree Im neuen Martini Karree tut sich etwas: Die Mietverhandlungen, von denen Inhaber Alexander Lange Anfang des Jahres im MT-Gespräch berichtete, sind abgeschlossen. „Die dritte Etage geht ab Oktober ans Netz", so der Geschäftsmann. Dort würden zwei junge Kieferorthopäden, die nicht aus Minden kommen, auf den knapp 600 Quadratmetern eine große kieferorthopädische Gemeinschaftspraxis eröffnen. Mit einer Arztpraxis hat sich Langes Wunsch-Mieter für das Geschäftshaus an der Martinitreppe gefunden. Ungenutzt sind im Martini Karree dann noch die erste und zweite Etage mit jeweils etwa 600 Quadratmetern – die aber auch geteilt werden könnten. „Es gibt Interessenten, Corona hat da aber einiges durcheinandergewirbelt." Mit Woolworth, dem Hörakustik- und Augenoptik-Fachgeschäft Kind im Erdgeschoss und der neuen Praxis in der dritten Etage, sei die Situation wirtschaftlich aber aushaltbar. „Wir sind da nicht so unter Zeitdruck."Für das erste Geschoss kann sich Lange – allein schon wegen des Zugangs über die Martinitreppe – Einzelhandel oder auch eine Ausstellung vorstellen, für die zweite Etage wünscht er sich Büros, Dienstleister oder weitere Praxen. Marktplatz Weiterhin leer steht das ehemalige Kaffeehaus am Markt 14. Und seit Juwelier Döring in das Gebäude Markt 4 ein paar Häuser weiter gezogen ist, ist auch das Ladengeschäft nebenan verwaist. Zu den Plänen war die Eigentümerin der Immobilien, Familie Herrlinger, nicht erreichbar. Anfang des Jahres äußerte sie sich im MT so, dass man für die erste Etage des Gebäudes Markt 14 neue Mieter suche – am liebsten aus dem gastronomischen Bereich. Da in Minden aber alles totgesagt werde, sei das nicht so einfach. Aber man habe Zeit und würde warten, bis man etwas Passendes finde.In das Erdgeschoss des Hauses ist nach dem Auszug des Hörakustik-Fachgeschäftes Kind ein Friseurbedarfsladen gezogen, der zuvor in der Obermarktstraße angesiedelt war. Wesertor „Die Corona-Krise ist auch an Minden nicht vorbeigegangen", sagt Walter Hellmich, geschäftsführender Gesellschafter der Hellmich Unternehmensgruppe, der das sanierte Geschäftshaus am Wesertor gehört. Obwohl der Geschäftsmann in laufenden Verhandlungen in Sachen Vermietung stecke, sei man dort noch lange nicht am Ziel. Noch zwei große Mieter fehlen, um die hundertprozentige Vermietung zu erreichen. „Daran arbeiten wir." Da es seinem Unternehmen gut gehe, könne man das aber mit einer gewissen Gelassenheit angehen. Trotzdem hätte er „am liebsten morgen" neue Mieter in dem großen Geschäftshaus. Dort sind bereits H&M, ein Fitnessstudio und Tedi beheimatet. Wichtig ist Hellmich, neue Firmen in die Stadt zu holen und nicht Unternehmen von ihrem aktuellen Standort weg zu werben. Große Vorteile in seiner Immobilie sieht der Geschäftsmann in dem Gebäudeschnitt. Der sei, im Gegensatz zu vielen umgebauten Geschäftshäusern in der Innenstadt, sehr vorteilhaft. Obermarktstraße Zum 31. Juli schließt Mindens einziges Hutgeschäft. 20 Jahre hat Elke Schulz den Laden „Hutmoden" in der Obermarktstraße 21 betrieben. Zu den Gründen möchte sich die Inhaberin nicht äußern. „So geht einer nach dem anderen", lautet ihr knapper Kommentar. In der Tat prägen besonders im Umfeld der Obermarktpassage Leerstände das Straßenbild.Eins der leerstehenden Ladenlokale gehört Bärbel Renzel. Bis Ende März befand sich ein Friseurbedarfsladen in den Räumen in der Obermarktstraße 17. Einen neuen Interessenten für das Objekt gebe es bereits, doch der möchte erst im Januar einziehen. Andreas Niemann, Vorsitzender der Immobilien-Standortgemeinschaft Obermarktquartier, einem Zusammenschluss von in der Straße ansässigen Geschäftsleuten, sieht die Lage dennoch positiv: „Wir haben momentan eine recht gute Belegung." Leerstände versuche man möglichst schnell zu beseitigen. Zudem verweist er auf Neueröffnungen wie die Weinbar „Classico", die vom Alten Domhof in die Obermarktstraße 1 gezogen ist, wo zuletzt das Restaurant „Castelnuovo" war. Der Kiosk „das Lädchen" und ein asiatischer Supermarkt haben sich zum Beispiel in den vergangenen Monaten in der Straße angesiedelt. „Lädchen"-Betreiberin Kathleen Irmler ist zufrieden. „Ich habe mich hier gut eingelebt und viele nette Stammkunden gewonnen." Das Miteinander in der Straße sei sehr entspannt. Ein Stimmungsbild der Geschäftsinhaber zu zeichnen, fällt Andreas Niemann derzeit schwer. „Die Stimmung kann nur schwer von Corona getrennt werden", erklärt er. Die Pandemie habe besonders den Gastronomen zugesetzt. Zudem hätten kleinere Events den Charme der Straße mitgetragen. Diese könnten nun nicht mehr durchgeführt werden. Über den Verkauf der Obermarktpassage freut er sich und hofft auf deren Wiederbelebung. Dann könnte auch die Obermarktstraße wieder Bedeutung als Durchgangsstraße bekommen.

Neue Kieferorthopäden ziehen ins Martini Karree: Das tut sich gerade in der Mindener Innenstadt

Minden. Die Innenstadt bleibt in Bewegung: Dort, wo ein Laden schließt, öffnet an anderer Stelle ein neues Geschäft. Trotzdem gehören Leerstände zum Stadtbild.

Martini Karree

Im neuen Martini Karree tut sich etwas.
Im neuen Martini Karree tut sich etwas.

Im neuen Martini Karree tut sich etwas: Die Mietverhandlungen, von denen Inhaber Alexander Lange Anfang des Jahres im MT-Gespräch berichtete, sind abgeschlossen. „Die dritte Etage geht ab Oktober ans Netz", so der Geschäftsmann. Dort würden zwei junge Kieferorthopäden, die nicht aus Minden kommen, auf den knapp 600 Quadratmetern eine große kieferorthopädische Gemeinschaftspraxis eröffnen. Mit einer Arztpraxis hat sich Langes Wunsch-Mieter für das Geschäftshaus an der Martinitreppe gefunden.

Der Verkauf der Obermarktpassage macht Hoffnung.
Der Verkauf der Obermarktpassage macht Hoffnung.

Ungenutzt sind im Martini Karree dann noch die erste und zweite Etage mit jeweils etwa 600 Quadratmetern – die aber auch geteilt werden könnten. „Es gibt Interessenten, Corona hat da aber einiges durcheinandergewirbelt." Mit Woolworth, dem Hörakustik- und Augenoptik-Fachgeschäft Kind im Erdgeschoss und der neuen Praxis in der dritten Etage, sei die Situation wirtschaftlich aber aushaltbar. „Wir sind da nicht so unter Zeitdruck."Für das erste Geschoss kann sich Lange – allein schon wegen des Zugangs über die Martinitreppe – Einzelhandel oder auch eine Ausstellung vorstellen, für die zweite Etage wünscht er sich Büros, Dienstleister oder weitere Praxen.

Marktplatz

Am Wesertor.
Am Wesertor.

Weiterhin leer steht das ehemalige Kaffeehaus am Markt 14. Und seit Juwelier Döring in das Gebäude Markt 4 ein paar Häuser weiter gezogen ist, ist auch das Ladengeschäft nebenan verwaist. Zu den Plänen war die Eigentümerin der Immobilien, Familie Herrlinger, nicht erreichbar. Anfang des Jahres äußerte sie sich im MT so, dass man für die erste Etage des Gebäudes Markt 14 neue Mieter suche – am liebsten aus dem gastronomischen Bereich. Da in Minden aber alles totgesagt werde, sei das nicht so einfach. Aber man habe Zeit und würde warten, bis man etwas Passendes finde.In das Erdgeschoss des Hauses ist nach dem Auszug des Hörakustik-Fachgeschäftes Kind ein Friseurbedarfsladen gezogen, der zuvor in der Obermarktstraße angesiedelt war.

Wesertor

„Die Corona-Krise ist auch an Minden nicht vorbeigegangen", sagt Walter Hellmich, geschäftsführender Gesellschafter der Hellmich Unternehmensgruppe, der das sanierte Geschäftshaus am Wesertor gehört. Obwohl der Geschäftsmann in laufenden Verhandlungen in Sachen Vermietung stecke, sei man dort noch lange nicht am Ziel. Noch zwei große Mieter fehlen, um die hundertprozentige Vermietung zu erreichen. „Daran arbeiten wir." Da es seinem Unternehmen gut gehe, könne man das aber mit einer gewissen Gelassenheit angehen. Trotzdem hätte er „am liebsten morgen" neue Mieter in dem großen Geschäftshaus. Dort sind bereits H&M, ein Fitnessstudio und Tedi beheimatet.

Wichtig ist Hellmich, neue Firmen in die Stadt zu holen und nicht Unternehmen von ihrem aktuellen Standort weg zu werben. Große Vorteile in seiner Immobilie sieht der Geschäftsmann in dem Gebäudeschnitt. Der sei, im Gegensatz zu vielen umgebauten Geschäftshäusern in der Innenstadt, sehr vorteilhaft.

Obermarktstraße

Zum 31. Juli schließt Mindens einziges Hutgeschäft. 20 Jahre hat Elke Schulz den Laden „Hutmoden" in der Obermarktstraße 21 betrieben. Zu den Gründen möchte sich die Inhaberin nicht äußern. „So geht einer nach dem anderen", lautet ihr knapper Kommentar.

In der Tat prägen besonders im Umfeld der Obermarktpassage Leerstände das Straßenbild.Eins der leerstehenden Ladenlokale gehört Bärbel Renzel. Bis Ende März befand sich ein Friseurbedarfsladen in den Räumen in der Obermarktstraße 17. Einen neuen Interessenten für das Objekt gebe es bereits, doch der möchte erst im Januar einziehen.

Andreas Niemann, Vorsitzender der Immobilien-Standortgemeinschaft Obermarktquartier, einem Zusammenschluss von in der Straße ansässigen Geschäftsleuten, sieht die Lage dennoch positiv: „Wir haben momentan eine recht gute Belegung." Leerstände versuche man möglichst schnell zu beseitigen. Zudem verweist er auf Neueröffnungen wie die Weinbar „Classico", die vom Alten Domhof in die Obermarktstraße 1 gezogen ist, wo zuletzt das Restaurant „Castelnuovo" war. Der Kiosk „das Lädchen" und ein asiatischer Supermarkt haben sich zum Beispiel in den vergangenen Monaten in der Straße angesiedelt. „Lädchen"-Betreiberin Kathleen Irmler ist zufrieden. „Ich habe mich hier gut eingelebt und viele nette Stammkunden gewonnen." Das Miteinander in der Straße sei sehr entspannt.

Ein Stimmungsbild der Geschäftsinhaber zu zeichnen, fällt Andreas Niemann derzeit schwer. „Die Stimmung kann nur schwer von Corona getrennt werden", erklärt er. Die Pandemie habe besonders den Gastronomen zugesetzt. Zudem hätten kleinere Events den Charme der Straße mitgetragen. Diese könnten nun nicht mehr durchgeführt werden. Über den Verkauf der Obermarktpassage freut er sich und hofft auf deren Wiederbelebung. Dann könnte auch die Obermarktstraße wieder Bedeutung als Durchgangsstraße bekommen.

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