Neonazis erobern Bahnhof Jagdszenen und Flaschenwürfe auf Polizeibeamte nach Kundgebung Von Stefan Koch Minden (mt). Rechtsradikale Kundgebungspendler lieferten sich am Samstag am Mindener Bahnhof eine gewaltsame Auseinandersetzung mit der Polizei. Dabei flogen Steine und Flaschen. Erst nach der Weiterreise der Neonazis gelang es der Bundespolizei in Hamm, die Identität der Randalierer festzustellen. Weder die Bundespolizei in Münster noch die Polizei in Minden war gestern zu einer Stellungnahme zu dem Vorfall bereit, der sich am Mindener Bahnhof zugetragen hat. So hatte es am Samstag eine Kundgebung mit 600 Neonazis in Peine und Braunschweig gegeben. Etliche waren mit dem Zug aus dem Ruhrgebiet und Teilen Niedersachsens über den Mindener Bahnhof angereist. Insgesamt 200 Neonazis sollen sich am Abend auf dem Rückweg befunden haben. Während ein kleiner Teil im Zug Richtung Osnabrück zur Weiterfahrt blieb, stiegen rund 100 bis 120 Personen in Minden gegen 20 Uhr aus, um rund eine Stunde auf den Anschlusszug Richtung Hamm zu warten.Dabei eskalierte die Situation. Wie der Staatsschutz in Bielefeld gestern auf MT-Anfrage bestätigte, nutzte ein Teil der Rechtsradikalen den Aufenthalt in Minden zu weiteren Demonstrationen, die in Ausschreitungen endeten. Laut Dirk Sander vom Staatsschutz Bielefeld habe dabei eine Gruppe von 40 bis 60 Neonazis das Bahnhofsgelände verlassen und stieß auf eine Handvoll Gegendemonstranten, sodass es zu einer Auseinandersetzung kam. Zum Schutz des Bahnhofs seien dann rund 20 Kräfte der Mindener Polizei abgestellt worden. Dort hätten die Rechtsradikalen ihrer Aggression gegenüber den Polizeikräften freien Lauf gelassen und mit Steinen und Flaschen geworfen.Die Ordnungskräfte hätten sich mit Schlagstöcken und Pfefferspray zur Wehr gesetzt. Ohne dass es zu Festnahmen kommen konnte, sei dann der Zug Richtung Hamm mit den Rechtsradikalen an Bord abgefahren. Erst dort hätten Kräfte der Bundespolizei Personenkontrollen durchgeführt."Es ist Strafanzeige gegen Tatverdächtige gestellt worden", erklärt Sander. Ermittelt werde jetzt unter anderem wegen Landfriedensbruchs. Auch nach der Weiterfahrt der Osnabrücker Gruppe soll es in deren Zielbahnhof zu Auseinandersetzungen gekommen sein.Sicherheitskräfte in geringer ZahlZeugen berichteten gegenüber dem MT, dass Rechtsradikale am Mindener Bahnhof gegen jene gewaltsam vorgingen, die angesichts ihres Krawalls eine Gegenmeinung bekundet hatten. So sollen Personen über die Gleisanlagen verfolgt worden sein. Andere mussten über die Bunte Brücke Richtung Innenstadt vor rechtsradikalen Gewalttätern flüchten. Zunächst sollen sich am Mindener Bahnhof Polizeikräfte nur in geringer Zahl befunden haben.Die Genehmigung der Kundgebung in Braunschweig hatten die Rechtsradikalen durch eine Klage beim Bundesverfassungsgericht erstritten. 5000 Polizisten waren dort im Einsatz.

Neonazis erobern Bahnhof

Minden (mt). Rechtsradikale Kundgebungspendler lieferten sich am Samstag am Mindener Bahnhof eine gewaltsame Auseinandersetzung mit der Polizei. Dabei flogen Steine und Flaschen. Erst nach der Weiterreise der Neonazis gelang es der Bundespolizei in Hamm, die Identität der Randalierer festzustellen.

Weder die Bundespolizei in Münster noch die Polizei in Minden war gestern zu einer Stellungnahme zu dem Vorfall bereit, der sich am Mindener Bahnhof zugetragen hat. So hatte es am Samstag eine Kundgebung mit 600 Neonazis in Peine und Braunschweig gegeben. Etliche waren mit dem Zug aus dem Ruhrgebiet und Teilen Niedersachsens über den Mindener Bahnhof angereist. Insgesamt 200 Neonazis sollen sich am Abend auf dem Rückweg befunden haben. Während ein kleiner Teil im Zug Richtung Osnabrück zur Weiterfahrt blieb, stiegen rund 100 bis 120 Personen in Minden gegen 20 Uhr aus, um rund eine Stunde auf den Anschlusszug Richtung Hamm zu warten.

Dabei eskalierte die Situation. Wie der Staatsschutz in Bielefeld gestern auf MT-Anfrage bestätigte, nutzte ein Teil der Rechtsradikalen den Aufenthalt in Minden zu weiteren Demonstrationen, die in Ausschreitungen endeten. Laut Dirk Sander vom Staatsschutz Bielefeld habe dabei eine Gruppe von 40 bis 60 Neonazis das Bahnhofsgelände verlassen und stieß auf eine Handvoll Gegendemonstranten, sodass es zu einer Auseinandersetzung kam. Zum Schutz des Bahnhofs seien dann rund 20 Kräfte der Mindener Polizei abgestellt worden. Dort hätten die Rechtsradikalen ihrer Aggression gegenüber den Polizeikräften freien Lauf gelassen und mit Steinen und Flaschen geworfen.

Die Ordnungskräfte hätten sich mit Schlagstöcken und Pfefferspray zur Wehr gesetzt. Ohne dass es zu Festnahmen kommen konnte, sei dann der Zug Richtung Hamm mit den Rechtsradikalen an Bord abgefahren. Erst dort hätten Kräfte der Bundespolizei Personenkontrollen durchgeführt.

"Es ist Strafanzeige gegen Tatverdächtige gestellt worden", erklärt Sander. Ermittelt werde jetzt unter anderem wegen Landfriedensbruchs. Auch nach der Weiterfahrt der Osnabrücker Gruppe soll es in deren Zielbahnhof zu Auseinandersetzungen gekommen sein.

Sicherheitskräfte in geringer Zahl

Zeugen berichteten gegenüber dem MT, dass Rechtsradikale am Mindener Bahnhof gegen jene gewaltsam vorgingen, die angesichts ihres Krawalls eine Gegenmeinung bekundet hatten. So sollen Personen über die Gleisanlagen verfolgt worden sein. Andere mussten über die Bunte Brücke Richtung Innenstadt vor rechtsradikalen Gewalttätern flüchten. Zunächst sollen sich am Mindener Bahnhof Polizeikräfte nur in geringer Zahl befunden haben.

Die Genehmigung der Kundgebung in Braunschweig hatten die Rechtsradikalen durch eine Klage beim Bundesverfassungsgericht erstritten. 5000 Polizisten waren dort im Einsatz.

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