Neonazi im Fokus von Spiegel TV Polizei muss Marcus Winter bei Hausbesuch eines Kamera-Teams besänftigen Minden (mt). Rabiate Szenen beim Hausbesuch "im westfälischen Minden": Die regionale Neonazi-Größe Marcus Winter machte bei einer Interviewanfrage von Spiegel TV durch Krawall und Tritte auf sich aufmerksam. Ausgestrahlt wurde der Beitrag über die gewaltbereite Neonazi-Szene in Schaumburg am Sonntagabend auf RTL. "Wir wussten um die Vorkommnisse", bestätigte Polizeisprecher Ralf Steinmeyer auf MT-Anfrage. Die Kameraleute hatten am Donnerstagabend die Ordnungshüter gerufen, nachdem Winter ihnen in dem Wohnhaus in Bärenkämpen nachgesetzt hatte.Tags darauf, als Winter dann doch zu einem Gespräch vor laufender Kamera bereit war - dieses Mal für Ortskundige leicht erkennbar an der Martinitreppe -, sollen sich Polizisten dezent im Hintergrund gehalten haben, um eine erneute Eskalation zu verhindern. Die Antworten Winters zu seiner Rolle in der Neonazi-Szene waren eher ausweichend. Jedoch schien er sich, wie ein hämisches Lächeln verriet, in der Rolle eines Inspirators junger rechter Schläger in Bückeburg zu gefallen, die ihm Spiegel TV beimaß.Das Schaumburger Land, das wohl auch durch die Festnahme des aus Thüringen stammenden Terrorhelfers Holger G. in Lauenau in den Fokus des Politmagazins geraten war, galt den Spiegel-TV-Reportern als Beispiel für die auch im Westen aggressiv sich gebärdende rechtsextreme Szene. Die von den Kameraleuten angesprochenen Neonazis, darunter Arwid S., in dessen Haus in Lindhorst auch Marcus Winter vor seinem Umzug nach Minden gewohnt hatte, trugen durch aggressive Wortwahl und Gewaltandrohung das Ihre dazu bei, den Eindruck zu erhärten.Dass Winter auch von Minden aus weiterhin Kontakte zu rechtsgerichteten Kreisen in Schaumburg unterhält, davon gehen die Staatsschützer jenseits der Landesgrenze aus. "Mit Ausnahme des jährlich wiederkehrenden Trauermarsches in Bad Nenndorf und der Teilnahme an einem Konzert der Hooligan-Band ,Kategorie C - Hungrige Wölfe am 30. April in Stadthagen wurde Winter 2011 im Landkreis Schaumburg nicht bei polizeilichen Einsatzanlässen festgestellt", teilte die Pressesprecherin der Polizeiinspektion in Nienburg, Gabriela Mielke, gegenüber dem MT mit. Bekannt ist dort auch, dass "ein weiteres Führungsmitglied der damaligen ,Nationalen Offensive Schaumburg nach NRW verzogen" ist. Dabei dürfte es sich um den mehrfach wegen Körperverletzung verurteilten Marco S. handeln, der bereits eine mehrjährige Jugendhaftstrafe wegen Totschlags verbüßt hat. Der inzwischen 30-jährige, der zuletzt in Hille gewohnt hatte, verbüßt aktuell wieder eine Haftstrafe.Darüber, dass Marcus Winter versuchen könnte, nach seinem Zuzug in Bärenkämpen in dem eher multikulturell geprägten Stadtteil ein neues rechtsextremes Zentrum aufzubauen, hat der Staatsschutz in Bielefeld "keine Erkenntnis", wie der Leiter Rechtsextremismus, Rudolf Frühling, sagte. Ebenso wenig sei bekannt, ob bei Rechtsrockkonzerten, mit deren Organisation Winter einen Teil seines Lebenswandels finanziert, mit so genannten "Kampfkassen" für Gesinnungsgenossen gesammelt würde. Von derartiger Unterstützung des NS-Untergrundes hatte Spiegel TV in einem weiteren Beitrag über die NPD in Thüringen berichtet. Beim Staatsschutz in Bielefeld tritt Winter in erster Linie als Anmelder von Demonstrationen in Erscheinung.In dem Spiegel-TV-Bericht kam auch der Überfall rechtsgerichteter Jugendlicher auf das alternative Szenelokal "Hamburger Hof" am Königswall vor genau einem Jahr, am 28. November 2010, zur Sprache. Dazu teilte die Staatsanwaltschaft Bielefeld mit, das Verfahren laufe noch. Derzeit seien die Akten zur Einsicht bei den Verteidigern, so Staatsanwalt Christoph Mackel.

Neonazi im Fokus von Spiegel TV

Minden (mt). Rabiate Szenen beim Hausbesuch "im westfälischen Minden": Die regionale Neonazi-Größe Marcus Winter machte bei einer Interviewanfrage von Spiegel TV durch Krawall und Tritte auf sich aufmerksam. Ausgestrahlt wurde der Beitrag über die gewaltbereite Neonazi-Szene in Schaumburg am Sonntagabend auf RTL.

Bis über die Halskrause tätowiert: Marcus Winter meldet auch nach seinem Umzug nach Minden unentwegt Demonstrationen an. - © Foto: MT-Archiv/pr
Bis über die Halskrause tätowiert: Marcus Winter meldet auch nach seinem Umzug nach Minden unentwegt Demonstrationen an. - © Foto: MT-Archiv/pr

"Wir wussten um die Vorkommnisse", bestätigte Polizeisprecher Ralf Steinmeyer auf MT-Anfrage. Die Kameraleute hatten am Donnerstagabend die Ordnungshüter gerufen, nachdem Winter ihnen in dem Wohnhaus in Bärenkämpen nachgesetzt hatte.

Tags darauf, als Winter dann doch zu einem Gespräch vor laufender Kamera bereit war - dieses Mal für Ortskundige leicht erkennbar an der Martinitreppe -, sollen sich Polizisten dezent im Hintergrund gehalten haben, um eine erneute Eskalation zu verhindern. Die Antworten Winters zu seiner Rolle in der Neonazi-Szene waren eher ausweichend. Jedoch schien er sich, wie ein hämisches Lächeln verriet, in der Rolle eines Inspirators junger rechter Schläger in Bückeburg zu gefallen, die ihm Spiegel TV beimaß.


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Das Schaumburger Land, das wohl auch durch die Festnahme des aus Thüringen stammenden Terrorhelfers Holger G. in Lauenau in den Fokus des Politmagazins geraten war, galt den Spiegel-TV-Reportern als Beispiel für die auch im Westen aggressiv sich gebärdende rechtsextreme Szene. Die von den Kameraleuten angesprochenen Neonazis, darunter Arwid S., in dessen Haus in Lindhorst auch Marcus Winter vor seinem Umzug nach Minden gewohnt hatte, trugen durch aggressive Wortwahl und Gewaltandrohung das Ihre dazu bei, den Eindruck zu erhärten.

Dass Winter auch von Minden aus weiterhin Kontakte zu rechtsgerichteten Kreisen in Schaumburg unterhält, davon gehen die Staatsschützer jenseits der Landesgrenze aus. "Mit Ausnahme des jährlich wiederkehrenden Trauermarsches in Bad Nenndorf und der Teilnahme an einem Konzert der Hooligan-Band ,Kategorie C - Hungrige Wölfe am 30. April in Stadthagen wurde Winter 2011 im Landkreis Schaumburg nicht bei polizeilichen Einsatzanlässen festgestellt", teilte die Pressesprecherin der Polizeiinspektion in Nienburg, Gabriela Mielke, gegenüber dem MT mit. Bekannt ist dort auch, dass "ein weiteres Führungsmitglied der damaligen ,Nationalen Offensive Schaumburg nach NRW verzogen" ist. Dabei dürfte es sich um den mehrfach wegen Körperverletzung verurteilten Marco S. handeln, der bereits eine mehrjährige Jugendhaftstrafe wegen Totschlags verbüßt hat. Der inzwischen 30-jährige, der zuletzt in Hille gewohnt hatte, verbüßt aktuell wieder eine Haftstrafe.

Darüber, dass Marcus Winter versuchen könnte, nach seinem Zuzug in Bärenkämpen in dem eher multikulturell geprägten Stadtteil ein neues rechtsextremes Zentrum aufzubauen, hat der Staatsschutz in Bielefeld "keine Erkenntnis", wie der Leiter Rechtsextremismus, Rudolf Frühling, sagte. Ebenso wenig sei bekannt, ob bei Rechtsrockkonzerten, mit deren Organisation Winter einen Teil seines Lebenswandels finanziert, mit so genannten "Kampfkassen" für Gesinnungsgenossen gesammelt würde. Von derartiger Unterstützung des NS-Untergrundes hatte Spiegel TV in einem weiteren Beitrag über die NPD in Thüringen berichtet. Beim Staatsschutz in Bielefeld tritt Winter in erster Linie als Anmelder von Demonstrationen in Erscheinung.

In dem Spiegel-TV-Bericht kam auch der Überfall rechtsgerichteter Jugendlicher auf das alternative Szenelokal "Hamburger Hof" am Königswall vor genau einem Jahr, am 28. November 2010, zur Sprache. Dazu teilte die Staatsanwaltschaft Bielefeld mit, das Verfahren laufe noch. Derzeit seien die Akten zur Einsicht bei den Verteidigern, so Staatsanwalt Christoph Mackel.

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