Nachschubprobleme bei Großbrand: Ausnahmesituation für die Feuerwehr und Wasserbeschaffungsverband Anja Peper Minden. Neben dem Großbrand in Päpinghausen (Anfang Mai) war der Brand an der Lübbecker Straße am Montagabend der größte auf Mindener Stadtgebiet in diesem Jahr. Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte die Halle der Dachdeckerei schon lichterloh. Mehr als hundert Feuerwehrleute pumpten immense Wassermassen in den mehrteiligen Gebäudekomplex an der B 65. Mehrmals wurde die Zufuhr unterbrochen. Warum war das so? Feuerwehrchef Heino Nordmeyer sagt: „In dem Bereich liegt eine ganz normale Hauswasserleitung, die im Normalfall auch völlig ausreichend ist. Aber bei der Intensität dieses Brandes sind wir schnell an die Grenzen gekommen." Die Helfer standen vor einer Flammenwand. Es war eine Ausnahmesituation. Das unterstreicht auch Katja Tölle vom zuständigen Wasserbeschaffungsverband Wiehengebirge (WBV). Um 20.22 Uhr habe der WBV-Bereitschaftsdienst einen Anruf von der Feuerwehrleitstelle erhalten mit der Bitte, mehr Wasser zur Verfügung gestellt zu bekommen. „Unser Wasserwart informierte sofort, dass am Überflurhydrant vor dem Wasserwerk Haddenhausen, das sich gut 300 Meter Luftlinie befindet, ausreichend Wasser zur Verfügung steht." Die Leitstelle bat demnach den Wasserwart, dort am Hydranten zu warten, um die Feuerwehr einweisen zu können. Das sei – wenige Minuten nach diesem Anruf – auch so passiert. Weiter schreibt der Wasserbeschaffungsverband: „Einige Zeit später kam die Feuerwehr. Bis 21.40 Uhr wurden Schläuche verlegt, erst dann kam das Wasser am Brandort an. Dies kann jedoch nicht der öffentlichen Wasserversorgung angelastet werden." Der Bereitschaftsdienst habe sich vorbildlich verhalten und umsichtig gehandelt, so Katja Tölle. Der WBV fördert und verteilt aus eigenen Betriebsanlagen rund 800.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr. Etwa 700.000 Kubikmeter werden laut Homepage aus Grundwasser der Bastauniederung gewonnen. „Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen ergeben sich verschiedene Wasserdruckzonen im Versorgungsgebiet." In ausgewiesenen Industriegebieten – wie zum Beispiel im Umkreis von Follmann und Siegfried (Karlstraße) – haben die zur Verfügung stehenden Rohrleitungen oft einen größeren Durchmesser. Welche Verhältnisse und welchen Wasserdruck sie jeweils vorfinden, erfahren die Feuerwehren aus den Hydrantenplänen. Warum der Brand in der Halle des Betriebes ausgebrochen war, stand bis gestern noch nicht fest. Nachdem die Kriminalpolizei den Unglücksort bereits am Montagvormittag beschlagnahmt hatte, sollen am heutigen Donnerstag die Brandermittler ihre Arbeit aufnehmen. Dies kündigte Polizei-Pressesprecher Ralf Steinmeyer nach einer MT-Anfrage an. Auch die Schadenssumme ist noch nicht beziffert. Aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung schätzt Feuerwehrchef Heino Nordmeyer, dass der Schaden „siebenstellig ausfallen dürfte. Alle Unterlagen, Werkzeug, Maschinen und Material des Dachdeckerbetriebs da Silva wurden zerstört.

Nachschubprobleme bei Großbrand: Ausnahmesituation für die Feuerwehr und Wasserbeschaffungsverband

An der Brandstelle an der B 65 beginnen heute die Ermittler mit der Arbeit. © MT-Foto: Alex Lehn

Minden. Neben dem Großbrand in Päpinghausen (Anfang Mai) war der Brand an der Lübbecker Straße am Montagabend der größte auf Mindener Stadtgebiet in diesem Jahr. Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte die Halle der Dachdeckerei schon lichterloh. Mehr als hundert Feuerwehrleute pumpten immense Wassermassen in den mehrteiligen Gebäudekomplex an der B 65. Mehrmals wurde die Zufuhr unterbrochen. Warum war das so? Feuerwehrchef Heino Nordmeyer sagt: „In dem Bereich liegt eine ganz normale Hauswasserleitung, die im Normalfall auch völlig ausreichend ist. Aber bei der Intensität dieses Brandes sind wir schnell an die Grenzen gekommen." Die Helfer standen vor einer Flammenwand. Es war eine Ausnahmesituation.

Das unterstreicht auch Katja Tölle vom zuständigen Wasserbeschaffungsverband Wiehengebirge (WBV). Um 20.22 Uhr habe der WBV-Bereitschaftsdienst einen Anruf von der Feuerwehrleitstelle erhalten mit der Bitte, mehr Wasser zur Verfügung gestellt zu bekommen. „Unser Wasserwart informierte sofort, dass am Überflurhydrant vor dem Wasserwerk Haddenhausen, das sich gut 300 Meter Luftlinie befindet, ausreichend Wasser zur Verfügung steht." Die Leitstelle bat demnach den Wasserwart, dort am Hydranten zu warten, um die Feuerwehr einweisen zu können. Das sei – wenige Minuten nach diesem Anruf – auch so passiert.

Weiter schreibt der Wasserbeschaffungsverband: „Einige Zeit später kam die Feuerwehr. Bis 21.40 Uhr wurden Schläuche verlegt, erst dann kam das Wasser am Brandort an. Dies kann jedoch nicht der öffentlichen Wasserversorgung angelastet werden." Der Bereitschaftsdienst habe sich vorbildlich verhalten und umsichtig gehandelt, so Katja Tölle. Der WBV fördert und verteilt aus eigenen Betriebsanlagen rund 800.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr. Etwa 700.000 Kubikmeter werden laut Homepage aus Grundwasser der Bastauniederung gewonnen. „Aufgrund der unterschiedlichen Höhenlagen ergeben sich verschiedene Wasserdruckzonen im Versorgungsgebiet."

In ausgewiesenen Industriegebieten – wie zum Beispiel im Umkreis von Follmann und Siegfried (Karlstraße) – haben die zur Verfügung stehenden Rohrleitungen oft einen größeren Durchmesser. Welche Verhältnisse und welchen Wasserdruck sie jeweils vorfinden, erfahren die Feuerwehren aus den Hydrantenplänen.

Warum der Brand in der Halle des Betriebes ausgebrochen war, stand bis gestern noch nicht fest. Nachdem die Kriminalpolizei den Unglücksort bereits am Montagvormittag beschlagnahmt hatte, sollen am heutigen Donnerstag die Brandermittler ihre Arbeit aufnehmen. Dies kündigte Polizei-Pressesprecher Ralf Steinmeyer nach einer MT-Anfrage an. Auch die Schadenssumme ist noch nicht beziffert. Aufgrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung schätzt Feuerwehrchef Heino Nordmeyer, dass der Schaden „siebenstellig ausfallen dürfte. Alle Unterlagen, Werkzeug, Maschinen und Material des Dachdeckerbetriebs da Silva wurden zerstört.

Copyright © Mindener Tageblatt 2020
Texte und Fotos von MT.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.
Weiterlesen in Minden