Nachbarskind missbraucht: Vorbestrafter Mindener zu mehrjähriger Jugendstrafe verurteilt Nils Middelhauve Minden/Bielefeld. Im Gefängnis hatte sich der wegen sexueller Übergriffe verurteilte Shkodran S. (Namen aller Betroffenen geändert) einem dortigen Mitarbeiter anvertraut: Er habe, so berichtete der heute 23 Jahre alte Mann aus Minden seinerzeit, noch ein weiteres Kind missbraucht. Ein Verfahren wurde eingeleitet, das nun vor der XX. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts einen Abschluss fand: Das Gericht verurteilte S. wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung eines Kindes zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Die Familien von Shkodran S. und dem zu Beginn der Tatenserie neun Jahre alten Arturo lebten als Nachbarn in einem Mehrfamilienhaus in Minden. Die Mutter des Angeklagten war mit Arturos Mutter befreundet, auf diese Weise lernte auch Shkodran S. das Kind kennen. Der kognitiv deutlich eingeschränkte S. freundete sich mit Arturo an – beide verbrachten nicht selten ihre Freizeit gemeinsam, gingen schwimmen, spielten Playstation. Im April 2018 schließlich lockte S. das Kind beim gemeinsamen Fußballspiel unter einem Vorwand in ein Waldstück in der Nähe der Musikschule. Dort vergewaltigte er den Jungen. Im Anschluss drohte er diesem, er werde mit einem Messer zurückkehren, wenn Arturo irgendetwas seiner Mutter berichten würde. Ähnliche Vorfälle ereigneten sich bis zum August 2018 noch bei fünf Gelegenheiten in dem genannten Waldstück, in einem Feld und im Zimmer der Schwester des Angeklagten, wenn dieser dort alleine mit Arturo war. Die Übergriffe nahmen ein Ende, als Shkodran S. schließlich in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Herford einrücken musste. Das Amtsgericht Minden hatte ihn zuvor wegen anderer Missbrauchstaten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, die Bewährung schließlich jedoch widerrufen. In der Haft vertraute sich S. einem Mitarbeiter der JVA an und berichtete von den Übergriffen auf Arturo, das Verfahren kam ins Rollen. Die XX. Große Strafkammer des Bielefelder Landgerichts unter dem Vorsitz von Richterin Verena Willeke verurteilte S. nun zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Zwar würdigte die Kammer das Geständnis, das S. vor Gericht nach anfänglichen Relativierungsversuchen abgelegt hatte, doch wirke sich strafschärfend aus, dass er die Taten unter laufender Bewährung begangen habe, sagte die Richterin. Darüber hinaus habe es eine hohe Rückfallgeschwindigkeit gegeben: „Der erste Übergriff auf Arturo ereignete sich nur zwei Monate nach der letzten Verurteilung“, sagte Willeke in der Urteilsbegründung.

Nachbarskind missbraucht: Vorbestrafter Mindener zu mehrjähriger Jugendstrafe verurteilt

Am Landgericht Bielefeld wurde der Fall verhandelt. Foto: MT-Archiv © MT-Archiv

Minden/Bielefeld. Im Gefängnis hatte sich der wegen sexueller Übergriffe verurteilte Shkodran S. (Namen aller Betroffenen geändert) einem dortigen Mitarbeiter anvertraut: Er habe, so berichtete der heute 23 Jahre alte Mann aus Minden seinerzeit, noch ein weiteres Kind missbraucht. Ein Verfahren wurde eingeleitet, das nun vor der XX. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts einen Abschluss fand: Das Gericht verurteilte S. wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Vergewaltigung eines Kindes zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und neun Monaten.

Die Familien von Shkodran S. und dem zu Beginn der Tatenserie neun Jahre alten Arturo lebten als Nachbarn in einem Mehrfamilienhaus in Minden. Die Mutter des Angeklagten war mit Arturos Mutter befreundet, auf diese Weise lernte auch Shkodran S. das Kind kennen.

Der kognitiv deutlich eingeschränkte S. freundete sich mit Arturo an – beide verbrachten nicht selten ihre Freizeit gemeinsam, gingen schwimmen, spielten Playstation. Im April 2018 schließlich lockte S. das Kind beim gemeinsamen Fußballspiel unter einem Vorwand in ein Waldstück in der Nähe der Musikschule. Dort vergewaltigte er den Jungen. Im Anschluss drohte er diesem, er werde mit einem Messer zurückkehren, wenn Arturo irgendetwas seiner Mutter berichten würde.


Ähnliche Vorfälle ereigneten sich bis zum August 2018 noch bei fünf Gelegenheiten in dem genannten Waldstück, in einem Feld und im Zimmer der Schwester des Angeklagten, wenn dieser dort alleine mit Arturo war.

Die Übergriffe nahmen ein Ende, als Shkodran S. schließlich in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Herford einrücken musste. Das Amtsgericht Minden hatte ihn zuvor wegen anderer Missbrauchstaten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, die Bewährung schließlich jedoch widerrufen. In der Haft vertraute sich S. einem Mitarbeiter der JVA an und berichtete von den Übergriffen auf Arturo, das Verfahren kam ins Rollen.

Die XX. Große Strafkammer des Bielefelder Landgerichts unter dem Vorsitz von Richterin Verena Willeke verurteilte S. nun zu einer Jugendstrafe von drei Jahren und neun Monaten. Zwar würdigte die Kammer das Geständnis, das S. vor Gericht nach anfänglichen Relativierungsversuchen abgelegt hatte, doch wirke sich strafschärfend aus, dass er die Taten unter laufender Bewährung begangen habe, sagte die Richterin. Darüber hinaus habe es eine hohe Rückfallgeschwindigkeit gegeben: „Der erste Übergriff auf Arturo ereignete sich nur zwei Monate nach der letzten Verurteilung“, sagte Willeke in der Urteilsbegründung.

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