Nach Unglück in den Alpen: Campus Minden trauert um FH-Professor Schiermeyer Minden (mt/ps).Volker Schiermeyer, Professor für Konstruktiven Ingenieurbau am Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld, ist durch einen tragischen Unfall beim Bergwandern in den Alpen im Alter von 57 Jahren verstorben. Wie bereits berichtet, verlor der aus Bad Oeynhausen stammende Schiermeyer Anfang September sein Leben in den österreichischen Bergen. Der Professor stieg gemeinsam mit seiner Frau auf das Karhorn in Vorarlberg in der Nähe der deutschen Grenze auf, wie die Polizei berichtete. Am Gipfel traf sich das Paar mit seiner Tochter und ihrer Begleitung, die einen anderen Weg gegangen waren. Gemeinsam wollten sie wieder in das Tal absteigen, als es zum Unfall kam. Schiermeyer rutschte auf losem Geröll aus und stürzte daraufhin etwa 100 Meter über eine steil abfallende Felswand. Für ihn kam jede Hilfe zu spät, der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen. Die FH veröffentliche nun einen Nachruf, in dem sie Trauer und Anteilnahme zum Ausdruck bringt. Schiermeyer wurde 1963 in Bad Oeynhausen geboren. Nach einer Berufsausbildung zum Bauzeichner erlangte er 1985 die Allgemeine Hochschulreife und begann 1985 sein Studium des Bauingenieurwesens an der Leibniz Universität Hannover, das er 1991 als Diplom-Ingenieur abschloss. Anschließend arbeitete er im Ingenieurbüro von Dr.-Ing. Franz-Josef Hinkes, dem damaligen Professor für Tragwerkslehre sowie Stahl- und Holzbau am Campus Minden. Schiermeyer gefiel das Berufsbild des Professors, er hatte Spaß daran, sein Wissen weiterzugeben. Und so bewarb er sich 1997 nach einigen Jahren Praxiserfahrung und diversen Lehraufträgen erfolgreich auf eine Professur für Holzbau an der Fachhochschule Rosenheim. Parallel gründete er sein eigenes Ingenieurbüro mit Partner Prof. Dr.-Ing. Jörg Härtel (heute HSW-Ingenieure, Bad Oeynhausen). Aus diesem und familiären Gründen zog es ihn zurück nach Ostwestfalen und er bewarb sich an der Fachhochschule Bielefeld: 1999 trat er am Campus Minden die Professur für das Lehrgebiet Konstruktiver Ingenieurbau/Darstellende Geometrie/CAD an. Neben der Lehre setzte sich der begeisterte Bauingenieur für die akademische Selbstverwaltung ein. So war er als Prüfungsausschussvorsitzender aktiv, ab dem Wintersemester 2005/2006 war er zudem drei Jahre Prodekan des damaligen Fachbereichs Architektur und Bauingenieurwesen. Die Förderung der Studierenden lag ihm besonders am Herzen: Er legte großen Wert darauf, seine Absolventinnen und Absolventen auf die Berufspraxis vorzubereiten – ungeachtet von Regelstudienzeit oder den Umstellungen im Rahmen des Bologna-Prozesses. Auch bei der Kinder-Uni am Campus Minden beteiligte sich Professor Schiermeyer und erklärte Kindern im Grundschulalter altersgerecht sein Lehrgebiet. Schiermeyer war Bauingenieur mit Leib und Seele und hat viele eindrucksvolle Holzbrücken gebaut, die er auf Exkursionen auch den Studierenden erläuterte. Im Kollegenkreis war er bekannt dafür, die Statik dazu mit großer Begeisterung zu rechnen. Der begeisterte Fußballer beschäftigte sich privat neben der Freude am Motorradfahren mit der Zucht von Vögeln, die auch bei offener Voliere immer wieder zu ihm zurückkehrten. Die Fachhochschule Bielefeld und insbesondere die Kolleginnen und Kollegen am Campus Minden trauern um einen geschätzten Kollegen und Freund. Das aufrichtige Mitgefühl gelte in dieser Zeit seiner Familie und seinen Angehörigen, schreibt die FH in ihrem Nachruf.

Nach Unglück in den Alpen: Campus Minden trauert um FH-Professor Schiermeyer

Minden (mt/ps).Volker Schiermeyer, Professor für Konstruktiven Ingenieurbau am Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld, ist durch einen tragischen Unfall beim Bergwandern in den Alpen im Alter von 57 Jahren verstorben. Wie bereits berichtet, verlor der aus Bad Oeynhausen stammende Schiermeyer Anfang September sein Leben in den österreichischen Bergen.

FH-Professor Volker Schiermeyer verstarb mit nur 57 Jahren nach einem Unglück in den Alpen. - © Foto: MT-Archiv
FH-Professor Volker Schiermeyer verstarb mit nur 57 Jahren nach einem Unglück in den Alpen. - © Foto: MT-Archiv

Der Professor stieg gemeinsam mit seiner Frau auf das Karhorn in Vorarlberg in der Nähe der deutschen Grenze auf, wie die Polizei berichtete. Am Gipfel traf sich das Paar mit seiner Tochter und ihrer Begleitung, die einen anderen Weg gegangen waren. Gemeinsam wollten sie wieder in das Tal absteigen, als es zum Unfall kam. Schiermeyer rutschte auf losem Geröll aus und stürzte daraufhin etwa 100 Meter über eine steil abfallende Felswand. Für ihn kam jede Hilfe zu spät, der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.

Die FH veröffentliche nun einen Nachruf, in dem sie Trauer und Anteilnahme zum Ausdruck bringt. Schiermeyer wurde 1963 in Bad Oeynhausen geboren. Nach einer Berufsausbildung zum Bauzeichner erlangte er 1985 die Allgemeine Hochschulreife und begann 1985 sein Studium des Bauingenieurwesens an der Leibniz Universität Hannover, das er 1991 als Diplom-Ingenieur abschloss. Anschließend arbeitete er im Ingenieurbüro von Dr.-Ing. Franz-Josef Hinkes, dem damaligen Professor für Tragwerkslehre sowie Stahl- und Holzbau am Campus Minden. Schiermeyer gefiel das Berufsbild des Professors, er hatte Spaß daran, sein Wissen weiterzugeben.

Und so bewarb er sich 1997 nach einigen Jahren Praxiserfahrung und diversen Lehraufträgen erfolgreich auf eine Professur für Holzbau an der Fachhochschule Rosenheim. Parallel gründete er sein eigenes Ingenieurbüro mit Partner Prof. Dr.-Ing. Jörg Härtel (heute HSW-Ingenieure, Bad Oeynhausen). Aus diesem und familiären Gründen zog es ihn zurück nach Ostwestfalen und er bewarb sich an der Fachhochschule Bielefeld: 1999 trat er am Campus Minden die Professur für das Lehrgebiet Konstruktiver Ingenieurbau/Darstellende Geometrie/CAD an.

Neben der Lehre setzte sich der begeisterte Bauingenieur für die akademische Selbstverwaltung ein. So war er als Prüfungsausschussvorsitzender aktiv, ab dem Wintersemester 2005/2006 war er zudem drei Jahre Prodekan des damaligen Fachbereichs Architektur und Bauingenieurwesen. Die Förderung der Studierenden lag ihm besonders am Herzen: Er legte großen Wert darauf, seine Absolventinnen und Absolventen auf die Berufspraxis vorzubereiten – ungeachtet von Regelstudienzeit oder den Umstellungen im Rahmen des Bologna-Prozesses.

Auch bei der Kinder-Uni am Campus Minden beteiligte sich Professor Schiermeyer und erklärte Kindern im Grundschulalter altersgerecht sein Lehrgebiet. Schiermeyer war Bauingenieur mit Leib und Seele und hat viele eindrucksvolle Holzbrücken gebaut, die er auf Exkursionen auch den Studierenden erläuterte. Im Kollegenkreis war er bekannt dafür, die Statik dazu mit großer Begeisterung zu rechnen.

Der begeisterte Fußballer beschäftigte sich privat neben der Freude am Motorradfahren mit der Zucht von Vögeln, die auch bei offener Voliere immer wieder zu ihm zurückkehrten.

Die Fachhochschule Bielefeld und insbesondere die Kolleginnen und Kollegen am Campus Minden trauern um einen geschätzten Kollegen und Freund. Das aufrichtige Mitgefühl gelte in dieser Zeit seiner Familie und seinen Angehörigen, schreibt die FH in ihrem Nachruf.

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