Musikalische Zeitsprünge: So lief der Start von „Kultur im Hof" Ursula Koch Minden. Die Inzidenz-Werte sind niedrig, schönstes Sommerwetter – das sind ideale Bedingungen für den Start der Reihe „Kultur im Hof“. Mit der Green Cabbage Jazz Combo aus Minden und der Band Still Collins aus Bonn bot die Minden Marketing dem Publikum eine Zeitreise. Vervollständigt wurde das Programm am Samstagmittag von Liedermacher Ben Schafmeister und dem Pianisten Lion Lauer. Mit Green Cabbage (Grünkohl, weil sich die Band nach einem Grünkohlessen mit spontaner Session gegründet hat) geht es für gut 100 Zuhörer zurück in die Zeit von Swing und Bebop. Beim ersten Auftritt nach acht Monaten lassen sich Matze Lehmann (Keyboard), Robert Lepsien (Bass), Marc Stanesby (Gitarre und Gesang), Uwe Pacewitsch (Schlagzeug) und Uli Hempen (Posaune) von dem Hannoveraner Daniel Zeinoun (Trompete und Flügelhorn) unterstützen. Von Songs wie „All of me“ oder Duke Ellingtons „It don’t mean a thing“, in dem sich Trompete und Posaune einen wunderbaren Dialog liefern, aus den 30er Jahren arbeiten sie sich in der Zeitebene Richtung Gegenwart. Mit Charlie Parkers „Yardbird Suite“ führen sie in einer Passage vor, dass sie auch das Bebop-Tempo drauf haben. Die vorher gelieferte Einschränkung „wir sind alle über 50“ ist da eher Koketterie als Entschuldigung. Über Neil Hefti’s „Cute“ landen sie bei Stevie Wonder’s „I wish“. Über „Papa was a rolling stone“ von den Temptations bauen sie Stimmung auf, die in der Bossa-Nova-Nummer „Sweet Lucy“ von Raoul de Souza ihren temperamentvollen Höhepunkt findet. Das kann die Zugabe „Just a gigolo“ nicht mehr toppen. Mit der Bonner Band Still Collins leben vor allem die 80er Jahre wieder auf. Für den überwiegenden Teil der mehr als 150 Zuhörer dürfte das Erinnerungen an die eigene Jugend wach gerufen haben. Für Martin Littfinski (Schlagzeug), Markus Bender (Bass), Wolfgang Braun und Christoph Wüllner (Keyboards), Sven Komp (Gesang und Gitarre), Uli Opfergelt (Gitarre) und Katja Symannek (Background-Gesang) ist der Auftritt in Minden erst der zweite nach langer Pause. Die schlägt sich im Sound der Band aber kein bisschen nieder, ganz im Gegenteil, sie strahlen pure Spielfreude aus. Ihr Sound ist nah an den Vorbildern. Sven Komps Stimme ist von der von Phil Collins kaum zu unterscheiden. Lediglich bei Titeln aus der Genesis-Ära mit Peter Gabriel, „Solsbury hill“ und „Sledgehammer“, sind Unterschiede auszumachen. Einige wenige Zuschauer trauen sich, die Hygiene-Regel zu durchbrechen und ziehen es vor, das Konzert nicht auf ihren Stühlen zu verfolgen, sondern hinter der letzten Reihe tanzend. Das hätte in den 80ern wohl ganz anders ausgesehen. An mangelnder Begeisterung kann es nicht gelegen haben, denn die Zuhörer verlangen Zugaben und bekommen sie mit „Against all odds“, „Carpet crawlers“ und „Invisible touch“. Da hält es niemanden mehr auf den Stühlen.

Musikalische Zeitsprünge: So lief der Start von „Kultur im Hof"

Klingt schon sehr nach Phil Collins: Sven Komp hebt die Arme und lässt mit seiner Band die Atmosphäre der 80er Jahre aufleben. MT-Fotos: Ursula Koch © Ursula Koch

Minden. Die Inzidenz-Werte sind niedrig, schönstes Sommerwetter – das sind ideale Bedingungen für den Start der Reihe „Kultur im Hof“. Mit der Green Cabbage Jazz Combo aus Minden und der Band Still Collins aus Bonn bot die Minden Marketing dem Publikum eine Zeitreise. Vervollständigt wurde das Programm am Samstagmittag von Liedermacher Ben Schafmeister und dem Pianisten Lion Lauer.

Mit Green Cabbage (Grünkohl, weil sich die Band nach einem Grünkohlessen mit spontaner Session gegründet hat) geht es für gut 100 Zuhörer zurück in die Zeit von Swing und Bebop. Beim ersten Auftritt nach acht Monaten lassen sich Matze Lehmann (Keyboard), Robert Lepsien (Bass), Marc Stanesby (Gitarre und Gesang), Uwe Pacewitsch (Schlagzeug) und Uli Hempen (Posaune) von dem Hannoveraner Daniel Zeinoun (Trompete und Flügelhorn) unterstützen.

Von Songs wie „All of me“ oder Duke Ellingtons „It don’t mean a thing“, in dem sich Trompete und Posaune einen wunderbaren Dialog liefern, aus den 30er Jahren arbeiten sie sich in der Zeitebene Richtung Gegenwart. Mit Charlie Parkers „Yardbird Suite“ führen sie in einer Passage vor, dass sie auch das Bebop-Tempo drauf haben. Die vorher gelieferte Einschränkung „wir sind alle über 50“ ist da eher Koketterie als Entschuldigung. Über Neil Hefti’s „Cute“ landen sie bei Stevie Wonder’s „I wish“. Über „Papa was a rolling stone“ von den Temptations bauen sie Stimmung auf, die in der Bossa-Nova-Nummer „Sweet Lucy“ von Raoul de Souza ihren temperamentvollen Höhepunkt findet. Das kann die Zugabe „Just a gigolo“ nicht mehr toppen.


Mit der Bonner Band Still Collins leben vor allem die 80er Jahre wieder auf. Für den überwiegenden Teil der mehr als 150 Zuhörer dürfte das Erinnerungen an die eigene Jugend wach gerufen haben. Für Martin Littfinski (Schlagzeug), Markus Bender (Bass), Wolfgang Braun und Christoph Wüllner (Keyboards), Sven Komp (Gesang und Gitarre), Uli Opfergelt (Gitarre) und Katja Symannek (Background-Gesang) ist der Auftritt in Minden erst der zweite nach langer Pause. Die schlägt sich im Sound der Band aber kein bisschen nieder, ganz im Gegenteil, sie strahlen pure Spielfreude aus.

Swing und Bepop machen Laune, hier mit Mark Stanesby und Bassmann Robert Lepsien von der Green Cabbage Jazz Combo. - © Ursula Koch
Swing und Bepop machen Laune, hier mit Mark Stanesby und Bassmann Robert Lepsien von der Green Cabbage Jazz Combo. - © Ursula Koch

Ihr Sound ist nah an den Vorbildern. Sven Komps Stimme ist von der von Phil Collins kaum zu unterscheiden. Lediglich bei Titeln aus der Genesis-Ära mit Peter Gabriel, „Solsbury hill“ und „Sledgehammer“, sind Unterschiede auszumachen. Einige wenige Zuschauer trauen sich, die Hygiene-Regel zu durchbrechen und ziehen es vor, das Konzert nicht auf ihren Stühlen zu verfolgen, sondern hinter der letzten Reihe tanzend. Das hätte in den 80ern wohl ganz anders ausgesehen. An mangelnder Begeisterung kann es nicht gelegen haben, denn die Zuhörer verlangen Zugaben und bekommen sie mit „Against all odds“, „Carpet crawlers“ und „Invisible touch“. Da hält es niemanden mehr auf den Stühlen.

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