Moderne Simulation: So üben Rettungssanitäter-Azubis unter Druck Minden (mt). Es ist ein Notruf, den sich kein Rettungsdienst wünscht: Ein Säugling fiebert stark und krampft. Die Rettungssanitäter in Ausbildung Tim Nahrwold und Anneke Strunk betreten das Kinderzimmer. Eine aufgeregte Mutter mit dem phlegmatischen Kind im Arm rennt ihnen entgegen. Anneke Strunk nimmt ihr den Säugling ab, um ihn auf dem Wickeltisch zu untersuchen, während Tim Nahrwold beruhigend auf die Mutter einwirkt und ihr erklärt, was jetzt passiert. Fieber und Vitalzeichen werden gemessen. Schnell wird klar, dass der Säugling ärztliche Hilfe in einer Kinderklinik braucht. Die Vitalwerte sind aber stabil genug, um den Kleinen ohne Notarzt in die nächste Kinderklinik zu bringen. „Sehr gut gemacht“, schallt es plötzlich aus einem Lautsprecher. Die Stimme gehört Olaf Kailuweit der die Rettungssanitäter-Anwärter während der gesamten Zeit über verschiedene Kameras beobachtet hat. Jederzeit hätte er über den Regieraum in die Szene eingreifen können, die Vitalwerte beispielsweise drastisch verändern oder durch lautes Hundegebell das Stresslevel für die beiden Auszubildenden erhöhen können. Der Säugling ist hier nur eine computergesteuerte Ausbildungspuppe – mit Puls, Herzschlag und Blutdruck. Und nicht nur Olaf Kailuweit hat während der gesamten Zeit zugeschaut und jeden Schritt von Nahrwold und Strunk beobachtet. In einem Klassenraum ein paar Räume entfernt sitzen 15 weitere Auszubildende, die das Geschehen beobachtet und sich Notizen gemacht haben. Im Anschluss wird die gesamte Simulation anhand der Aufzeichnung nach besprochen. Neben dem Kinderzimmer gibt es noch viele weitere Simulationsbereiche: ein Wohnzimmer, ein Esszimmer, ein Schlafzimmer mit einem Pflegebett, außerdem einen Schockraum in einer Notaufnahme sowie Krankenzimmer und Intensivzimmer. Alles so realistisch wie möglich. „Wir können in unseren Simulationsräumen den gesamten Ablauf vom Eintreffen des Rettungsdienstes bis hin zur pflegerischen Versorgung im Krankenzimmer oder auf der Intensivstation detailgetreu nachstellen “, erklärt der Direktor der Akademie für Gesundheitsberufe Oliver Neuhaus. Die eigentlichen Simulationen dauern meist nicht länger als 15 Minuten. Im Anschluss werden die Situationen oft doppelt so lange im Auditorium nach besprochen. „Der Lernfortschritt ist durch diese Art des Lernens sehr, sehr groß. Es ist ein Unterschied, ob man Sachen nur theoretisch lernt oder auch praktisch durchführt und dann bespricht“, so Jörg Nahrwold, stellvertretender Schulleiter der Akademie für Gesundheitsberufe. Die Simulationsräume werden sowohl von den Rettungssanitätern, den Notfallsanitätern, den Hebammen, den Gesundheits- und Krankenpflegeassistenten, den Pflegefachfrauen und -männern sowie den Intensiv- und Anästhesiepflegefachkräften genutzt. Auch der Fortbildungsbereich der Mitarbeiter aller MKK-Standorte sowie der Bediensteten des Rettungsdienstes im gesamten Kreis Minden-Lübbecke wird im Simulationsbereich abgebildet. Ein Großteil der Lehrkräfte verfügt bereits über eine Zusatzausbildung zum Simulationstrainer. Zudem sind die Simulationsräume mit den modernsten medizinischen Geräten wie zum Beispiel einer originalgetreuen Intensiveinheit mit Beatmungsgerät, Perfusoren, Monitor sowie Sauerstoff- und Druckluftanschlüssen ausgestattet. Die Akademie für Gesundheitsberufe in Minden ist mit 650 Auszubildenden die größte Bildungseinrichtung nach den allgemeinbildenden Schulen und den Berufsschulen im Kreis Minden-Lübbecke.

Moderne Simulation: So üben Rettungssanitäter-Azubis unter Druck

So realitätsnah wie möglich sind die Simulationsräume an der Akademie für Gesundheitsberufe eingerichtet. Hier trainieren Tim Nahrwold und Anneke Strunk den Ernstfall im Kinderzimmer. © Foto: MKK

Minden (mt). Es ist ein Notruf, den sich kein Rettungsdienst wünscht: Ein Säugling fiebert stark und krampft. Die Rettungssanitäter in Ausbildung Tim Nahrwold und Anneke Strunk betreten das Kinderzimmer. Eine aufgeregte Mutter mit dem phlegmatischen Kind im Arm rennt ihnen entgegen. Anneke Strunk nimmt ihr den Säugling ab, um ihn auf dem Wickeltisch zu untersuchen, während Tim Nahrwold beruhigend auf die Mutter einwirkt und ihr erklärt, was jetzt passiert. Fieber und Vitalzeichen werden gemessen. Schnell wird klar, dass der Säugling ärztliche Hilfe in einer Kinderklinik braucht. Die Vitalwerte sind aber stabil genug, um den Kleinen ohne Notarzt in die nächste Kinderklinik zu bringen.

„Sehr gut gemacht“, schallt es plötzlich aus einem Lautsprecher. Die Stimme gehört Olaf Kailuweit der die Rettungssanitäter-Anwärter während der gesamten Zeit über verschiedene Kameras beobachtet hat. Jederzeit hätte er über den Regieraum in die Szene eingreifen können, die Vitalwerte beispielsweise drastisch verändern oder durch lautes Hundegebell das Stresslevel für die beiden Auszubildenden erhöhen können. Der Säugling ist hier nur eine computergesteuerte Ausbildungspuppe – mit Puls, Herzschlag und Blutdruck.

Und nicht nur Olaf Kailuweit hat während der gesamten Zeit zugeschaut und jeden Schritt von Nahrwold und Strunk beobachtet. In einem Klassenraum ein paar Räume entfernt sitzen 15 weitere Auszubildende, die das Geschehen beobachtet und sich Notizen gemacht haben. Im Anschluss wird die gesamte Simulation anhand der Aufzeichnung nach besprochen.

Neben dem Kinderzimmer gibt es noch viele weitere Simulationsbereiche: ein Wohnzimmer, ein Esszimmer, ein Schlafzimmer mit einem Pflegebett, außerdem einen Schockraum in einer Notaufnahme sowie Krankenzimmer und Intensivzimmer. Alles so realistisch wie möglich. „Wir können in unseren Simulationsräumen den gesamten Ablauf vom Eintreffen des Rettungsdienstes bis hin zur pflegerischen Versorgung im Krankenzimmer oder auf der Intensivstation detailgetreu nachstellen “, erklärt der Direktor der Akademie für Gesundheitsberufe Oliver Neuhaus.

Die eigentlichen Simulationen dauern meist nicht länger als 15 Minuten. Im Anschluss werden die Situationen oft doppelt so lange im Auditorium nach besprochen. „Der Lernfortschritt ist durch diese Art des Lernens sehr, sehr groß. Es ist ein Unterschied, ob man Sachen nur theoretisch lernt oder auch praktisch durchführt und dann bespricht“, so Jörg Nahrwold, stellvertretender Schulleiter der Akademie für Gesundheitsberufe.

Die Simulationsräume werden sowohl von den Rettungssanitätern, den Notfallsanitätern, den Hebammen, den Gesundheits- und Krankenpflegeassistenten, den Pflegefachfrauen und -männern sowie den Intensiv- und Anästhesiepflegefachkräften genutzt. Auch der Fortbildungsbereich der Mitarbeiter aller MKK-Standorte sowie der Bediensteten des Rettungsdienstes im gesamten Kreis Minden-Lübbecke wird im Simulationsbereich abgebildet. Ein Großteil der Lehrkräfte verfügt bereits über eine Zusatzausbildung zum Simulationstrainer. Zudem sind die Simulationsräume mit den modernsten medizinischen Geräten wie zum Beispiel einer originalgetreuen Intensiveinheit mit Beatmungsgerät, Perfusoren, Monitor sowie Sauerstoff- und Druckluftanschlüssen ausgestattet.

Die Akademie für Gesundheitsberufe in Minden ist mit 650 Auszubildenden die größte Bildungseinrichtung nach den allgemeinbildenden Schulen und den Berufsschulen im Kreis Minden-Lübbecke.

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