Mitten in Minden: Glas trifft Op-Art Ursula Koch Minden. Der Glaskünstler Wilfried Grootens und der Maler Jurek Zajaczkowski sind sich noch nie begegnet – aber die Galerie Spiegel zeigt in ihrer neuen Ausstellung „Die Tiefe im Objekt“ bis zum 15. Januar, dass beide ähnlich arbeiten, allerdings in völlig verschiedenen Techniken und mit ganz unterschiedlicher Aussage. Die Glasobjekte von Wilfried Grootens sind bereits seit März in der Galerie ausgestellt. Der Künstler vom Niederrhein, der gerade auch in Toronto ausstellt, will in den kommenden Wochen einige Werke austauschen. Corona hatte auch seine Ausstellungsplanungen durcheinander gewirbelt. Obwohl es sich bei seinen Werken um dreidimensionale Objekte handelt, sieht sich der 67-Jährige dennoch als Glasmaler. Das liegt an seiner Arbeitsweise. Er malt seine Motive auf flache Glasscheiben. Dadurch, dass mehrere Scheiben hintereinander montiert werden, entsteht ein dreidimensionaler Eindruck. Was er auf die Scheiben aufbringt, sind Punkte und Linien. Erst in ihrer Gesamtheit wachsen sie zu fabelhaften Meeresbewohnern oder vegetabilen Strukturen heran, die in den auf Hochglanz polierten Glaskörpern eingeschlossen zu sein scheinen. Grootens betreibt sein eigenes Atelier in Kleve seit 1989. Er ist mit seinen Arbeiten in renommierten Museen wie dem Deutschen Glasmalerei-Museum in Linnick und dem Glasmuseum Frauenau vertreten. Für seine Arbeiten wurde er unter anderem mit dem Staatspreis NRW (2011) ausgezeichnet. Vor mehr als zehn Jahren hatte die Galerie Malerei des aus Polen stammenden Künstlers Jurek Zajaczkowski präsentiert. Der hatte an der Akademie in Breslau zunächst Malerei studiert, bevor er ab 2002 in München bei Sean Scully die Malerei für sich entdeckte. Der heute 49-Jährige hat die Mischung aus Op-Art und Pointillismus, die in der Galerie 2010 erstmals zu sehen war, weiterentwickelt. Er nutzt nicht mehr Leinwand als Malgrund, sondern verformte Bleche. Mittels exakt ausgeformter Punkte schafft er Strukturen und Linienmuster. Der Malprozess sei spontan, sagt der Künstler in einem Interview, im Ergebnis gehe es ihm aber darum, Ordnung zu schaffen. Auch bei ihm sind Punkt und Linie die Grundlage. Auch er verlässt mit seiner Malerei die Zweidimensionalität. Beide Künstler seien mit dieser Begegnung, nachdem sie die Arbeiten des jeweils anderen im Internet angesehen hatten, sehr einverstanden gewesen, berichtet Galeristin Barbara Warcholek. Jetzt seien sie gespannt darauf, einander zu begegnen. Die Ausstellung ist bis zum 15. Januar in der Galerie Spiegel, Hahler Straße 129, nach Vereinbarung (auch sonntags) zu besichtigen, Telefon (05 71) 2 93 82, oder kontakt@galerie-spiegel.de.

Mitten in Minden: Glas trifft Op-Art

Punkte und Linien: Galeristin Barbara Warcholek bringt in der neuen Ausstellung Arbeiten von Jurek Zajaczkowski und Wilfried Grootens (Glas) zusammen. MT-Foto: Ursula Koch

Minden. Der Glaskünstler Wilfried Grootens und der Maler Jurek Zajaczkowski sind sich noch nie begegnet – aber die Galerie Spiegel zeigt in ihrer neuen Ausstellung „Die Tiefe im Objekt“ bis zum 15. Januar, dass beide ähnlich arbeiten, allerdings in völlig verschiedenen Techniken und mit ganz unterschiedlicher Aussage.

Die Glasobjekte von Wilfried Grootens sind bereits seit März in der Galerie ausgestellt. Der Künstler vom Niederrhein, der gerade auch in Toronto ausstellt, will in den kommenden Wochen einige Werke austauschen. Corona hatte auch seine Ausstellungsplanungen durcheinander gewirbelt. Obwohl es sich bei seinen Werken um dreidimensionale Objekte handelt, sieht sich der 67-Jährige dennoch als Glasmaler. Das liegt an seiner Arbeitsweise. Er malt seine Motive auf flache Glasscheiben. Dadurch, dass mehrere Scheiben hintereinander montiert werden, entsteht ein dreidimensionaler Eindruck. Was er auf die Scheiben aufbringt, sind Punkte und Linien. Erst in ihrer Gesamtheit wachsen sie zu fabelhaften Meeresbewohnern oder vegetabilen Strukturen heran, die in den auf Hochglanz polierten Glaskörpern eingeschlossen zu sein scheinen. Grootens betreibt sein eigenes Atelier in Kleve seit 1989. Er ist mit seinen Arbeiten in renommierten Museen wie dem Deutschen Glasmalerei-Museum in Linnick und dem Glasmuseum Frauenau vertreten. Für seine Arbeiten wurde er unter anderem mit dem Staatspreis NRW (2011) ausgezeichnet.

Vor mehr als zehn Jahren hatte die Galerie Malerei des aus Polen stammenden Künstlers Jurek Zajaczkowski präsentiert. Der hatte an der Akademie in Breslau zunächst Malerei studiert, bevor er ab 2002 in München bei Sean Scully die Malerei für sich entdeckte. Der heute 49-Jährige hat die Mischung aus Op-Art und Pointillismus, die in der Galerie 2010 erstmals zu sehen war, weiterentwickelt. Er nutzt nicht mehr Leinwand als Malgrund, sondern verformte Bleche. Mittels exakt ausgeformter Punkte schafft er Strukturen und Linienmuster. Der Malprozess sei spontan, sagt der Künstler in einem Interview, im Ergebnis gehe es ihm aber darum, Ordnung zu schaffen. Auch bei ihm sind Punkt und Linie die Grundlage. Auch er verlässt mit seiner Malerei die Zweidimensionalität. Beide Künstler seien mit dieser Begegnung, nachdem sie die Arbeiten des jeweils anderen im Internet angesehen hatten, sehr einverstanden gewesen, berichtet Galeristin Barbara Warcholek. Jetzt seien sie gespannt darauf, einander zu begegnen.

Malina Reckordt

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Die Ausstellung ist bis zum 15. Januar in der Galerie Spiegel, Hahler Straße 129, nach Vereinbarung (auch sonntags) zu besichtigen, Telefon (05 71) 2 93 82, oder kontakt@galerie-spiegel.de.

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