Mittellandkanal und Weser: Millionen schwimmen an Minden vorbei IHK-Zweigstelle legt eigene Studie zum Mittellandkanal und der Weser als Wirtschaftsfaktoren im Kreis vor Von Stefan Koch Minden (mt). Millionenbeträge ließen sich mit Mittellandkanal und Weser noch zusätzlich erwirtschaften. Das jedenfalls legt eine aktuelle Studie der Mindener Zweigstelle der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) nahe. Der Oberweser einen höheren Stellenwert zu geben ist dabei nur eine von vielen Anregungen des 190-Seiten-Werkes. "Der Gütertransport wird zunehmen, Kapazitäten auf der Straße werden knapp und die Schiene kann zusätzliche Mengen nicht aufnehmen - da sind die Wasserstraßen gefordert", erklärte gestern IHK-Vizepräsident Fritz Drabert in Minden anlässlich der Vorstellung der Studie zu den Gründen ihrer Entstehung. Zusammen mit einem Team hatte Zweigstellenleiter Karl-Ernst Hunting Daten im Zeitraum von Mai 2011 bis Oktober 2012 erhoben. Herausgekommen ist eine umfangreiche Darstellung der Bedeutung von Weser und Mittellandkanal für die Region unter etlichen Aspekten - angefangen vom Gütertransport über den Tourismus bis hin zu Fragen der Energiewirtschaft. Auch aktuelle und zukünftige Projekte wie der Schleusenneubau oder der Regioport werden dargestellt."Mit Weser und Mittellandkanal im Kreis Minden-Lübbecke sind jährliche Umsätze in Höhe von geschätzt 430 Millionen Euro verbunden", erklärt Hunting. Die Wirtschaftspotenziale dieser beiden Gewässer seien aber noch längst nicht ausgeschöpft.Vor diesem Hintergrund fordert die Kammer, dass die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung die Einstufung der Weser als Transportweg überdenkt. So müsse die Mittelweser ab Minden Richtung Norden in die höchste Kategorie eingestuft werden, um entsprechende Ausbaumaßnahmen für größere Schiffe zu gewährleisten. Auch die Oberweser müsse aufgewertet und schrittweise für Gütertransporte ausgebaut werden.Klare Kritik am VerkehrsministeriumVor allem übten gestern Hunting und auch Sebastian Jezek, Projektkoordinator des Hafenbandes am Mittellandkanal, Kritik am Bundesverkehrsministerium. Dessen Einstufung des Weserabschnitts von Minden bis Hann. Münden als "sonstige Wasserstraße" durch das Bundesverkehrsministerium beruhe auf veralteten Daten aus dem Jahr 2004. Außer Acht sei die Bedeutung für den Kiesabbau sowie den Maschinenbau in Nordhessen gelassen worden."Der Bezug aller Städte und Gemeinden zu Weser und Mittellandkanal ist nur schwach ausgeprägt", hat Hunting festgestellt. Ein kreisweites Entwicklungskonzept sei daher wünschenswert, um über mehr als nur den Weserradweg, Gewerbeflächen oder Anlegestellen nachzudenken. Bedeutsam sei auch die Ansiedlung von Produktionsunternehmen mit eigenen Anlegestellen oder Umschlagsunternehmen, die Ergänzung von touristischen Aktivitäten bis hin zur Abstimmung von Veranstaltungen auf der Weser.Und die Liste der Vorschläge in der Studie ist noch viel länger: Ein kreisweites Verzeichnis von freien Industrie- und Gewerbeflächen mit Wasserwegeanschluss soll es geben. Zusätzliche Flächen dieser Art am Mittellandkanal müssen her. Die Gastronomie in Verbindung mit dem Weserradweg ist zu verbessern. Der Wassersport von Schulen und Betrieben soll ausgebaut werden.Öffnung des MTV-GeländesFür Minden und andere Kommunen schlägt die Studie zudem eine auf das Gewässer bezogene Stadtentwicklung vor, wobei Sommerbad und wassersportliche Veranstaltungen einbezogen werden. Die Entwicklung am alten Weserhafen muss auf ihre Verträglichkeit gegenüber dem Gewerbe auf dem rechten Weserufer geprüft werden. Und: Eine Öffnung des MTV-Vereinsgeländes mit Reaktivierung der angrenzenden Bastaubrücke wird begrüßt.Laut Drabert wird die Studie mit dem Titel "Wirtschaftsfaktor Mittellandkanal und Weser in Minden-Lübbecke" unter anderem an lokale Politiker sowie die Fachministerien auf Landes- und Bundesebene verschickt. Für Interessierte ist sie im Internet unter ostwestfalen.ihk.de abrufbar.

Mittellandkanal und Weser: Millionen schwimmen an Minden vorbei

Minden (mt). Millionenbeträge ließen sich mit Mittellandkanal und Weser noch zusätzlich erwirtschaften. Das jedenfalls legt eine aktuelle Studie der Mindener Zweigstelle der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) nahe. Der Oberweser einen höheren Stellenwert zu geben ist dabei nur eine von vielen Anregungen des 190-Seiten-Werkes.

Millionen schwimmen an Minden vorbei - © MINDEN
Millionen schwimmen an Minden vorbei - © MINDEN

"Der Gütertransport wird zunehmen, Kapazitäten auf der Straße werden knapp und die Schiene kann zusätzliche Mengen nicht aufnehmen - da sind die Wasserstraßen gefordert", erklärte gestern IHK-Vizepräsident Fritz Drabert in Minden anlässlich der Vorstellung der Studie zu den Gründen ihrer Entstehung. Zusammen mit einem Team hatte Zweigstellenleiter Karl-Ernst Hunting Daten im Zeitraum von Mai 2011 bis Oktober 2012 erhoben. Herausgekommen ist eine umfangreiche Darstellung der Bedeutung von Weser und Mittellandkanal für die Region unter etlichen Aspekten - angefangen vom Gütertransport über den Tourismus bis hin zu Fragen der Energiewirtschaft. Auch aktuelle und zukünftige Projekte wie der Schleusenneubau oder der Regioport werden dargestellt.

"Mit Weser und Mittellandkanal im Kreis Minden-Lübbecke sind jährliche Umsätze in Höhe von geschätzt 430 Millionen Euro verbunden", erklärt Hunting. Die Wirtschaftspotenziale dieser beiden Gewässer seien aber noch längst nicht ausgeschöpft.

Vor diesem Hintergrund fordert die Kammer, dass die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung die Einstufung der Weser als Transportweg überdenkt. So müsse die Mittelweser ab Minden Richtung Norden in die höchste Kategorie eingestuft werden, um entsprechende Ausbaumaßnahmen für größere Schiffe zu gewährleisten. Auch die Oberweser müsse aufgewertet und schrittweise für Gütertransporte ausgebaut werden.

Klare Kritik am Verkehrsministerium

Die Bedeutung des Schiffsverkehrs wird auf dem Mittellandkanal zunehmen. Die IHK sieht in der Region ungenutzte Potenziale. - © Foto: Alex Lehn
Die Bedeutung des Schiffsverkehrs wird auf dem Mittellandkanal zunehmen. Die IHK sieht in der Region ungenutzte Potenziale. - © Foto: Alex Lehn

Vor allem übten gestern Hunting und auch Sebastian Jezek, Projektkoordinator des Hafenbandes am Mittellandkanal, Kritik am Bundesverkehrsministerium. Dessen Einstufung des Weserabschnitts von Minden bis Hann. Münden als "sonstige Wasserstraße" durch das Bundesverkehrsministerium beruhe auf veralteten Daten aus dem Jahr 2004. Außer Acht sei die Bedeutung für den Kiesabbau sowie den Maschinenbau in Nordhessen gelassen worden.

Unter anderem ging die Studie der Kammer auch jenen Warenmengen auf den Grund, die die Schachtschleuse in Minden passieren. MT-Grafik: Detlev Stoll
Unter anderem ging die Studie der Kammer auch jenen Warenmengen auf den Grund, die die Schachtschleuse in Minden passieren. MT-Grafik: Detlev Stoll

"Der Bezug aller Städte und Gemeinden zu Weser und Mittellandkanal ist nur schwach ausgeprägt", hat Hunting festgestellt. Ein kreisweites Entwicklungskonzept sei daher wünschenswert, um über mehr als nur den Weserradweg, Gewerbeflächen oder Anlegestellen nachzudenken. Bedeutsam sei auch die Ansiedlung von Produktionsunternehmen mit eigenen Anlegestellen oder Umschlagsunternehmen, die Ergänzung von touristischen Aktivitäten bis hin zur Abstimmung von Veranstaltungen auf der Weser.

Und die Liste der Vorschläge in der Studie ist noch viel länger: Ein kreisweites Verzeichnis von freien Industrie- und Gewerbeflächen mit Wasserwegeanschluss soll es geben. Zusätzliche Flächen dieser Art am Mittellandkanal müssen her. Die Gastronomie in Verbindung mit dem Weserradweg ist zu verbessern. Der Wassersport von Schulen und Betrieben soll ausgebaut werden.

Öffnung des MTV-Geländes

Für Minden und andere Kommunen schlägt die Studie zudem eine auf das Gewässer bezogene Stadtentwicklung vor, wobei Sommerbad und wassersportliche Veranstaltungen einbezogen werden. Die Entwicklung am alten Weserhafen muss auf ihre Verträglichkeit gegenüber dem Gewerbe auf dem rechten Weserufer geprüft werden. Und: Eine Öffnung des MTV-Vereinsgeländes mit Reaktivierung der angrenzenden Bastaubrücke wird begrüßt.

Laut Drabert wird die Studie mit dem Titel "Wirtschaftsfaktor Mittellandkanal und Weser in Minden-Lübbecke" unter anderem an lokale Politiker sowie die Fachministerien auf Landes- und Bundesebene verschickt. Für Interessierte ist sie im Internet unter ostwestfalen.ihk.de abrufbar.

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