Mit Kuhsprache zum Show-Erfolg Unterrichtsstunde mit einem Wiederkäuer: "Frau Müller" trainiert in der Showreitschule Von Nadine Schwan Minden-Todtenhausen (nas). Frau Müller liegt entspannt auf der Weide. Langsam schiebt sie das saftige Gras in ihrem großen Maul hin und her. Gleich muss die Schwarzbunte in die Reithalle zum Unterricht. Milch geben - das war noch nie ihr Ding. Showkuh "Frau Müller" hat den Euter eingezogen und turnt stattdessen lieber durch die Lande. Mit ihrer Besitzerin trainiert sie ein Wochenende lang in der Showreitschule von Rabea Schmale.Die Kuhbesitzerin heißt Ines Wackwitz und kommt aus Nümbrecht bei Gummersbach. Zu ihrem 40. Geburtstag erfüllte sie sich einen Traum und kaufte sich eine Kuh. Seit vier Jahren lebt die Kuh Frau Müller bei Wackwitz. Dort steht sie, wenn sie nicht gerade für einen Auftritt unterwegs ist, mit zwei Pferden auf der Weide. Reiten kann man den Wiederkäuer übrigens auch.Doch Wackwitz will mehr: "Wir haben gedacht, die hat noch viele Talente - und da haben wir uns erst mal Profihilfe geholt." In der Showreitschule in Todtenhausen soll die Kuhdame eine Lektion in Sachen Gang und Gehorsam bekommen. Etwas störrisch ist die schwarz-weiße Diva schon. Nur widerwillig erhebt sie ihren 700 Kilogramm schweren Körper aus der Sonne. Mit ein bisschen Hilfe von der Trainerin klappt es nach einigen Versuchen schließlich doch.Zuerst zeigt Schmale der Kuhbesitzerin am Pferd "Prof. Arnold", was Frau Müller alles lernen soll. Den spanischen Schritt kann Friese bestens. Dabei hebt das Tier seine Vorderbeine beim Gehen fast waagerecht an und stampft beim Absetzen wieder auf. Auch Frau Müller soll die Gangart irgendwann beherrschen.Jobs wie Shoppen gehen und bei Sportfesten auftreten, erledigt die Kuh bereits ohne zu murren. "Da finden die Leute es immer ganz witzig, wenn man ein lebendes Stück Braten präsentiert", scherzt ihre 44-jährige Besitzerin. Geschlachtet werden soll Frau Müller selbstverständlich nicht. Auch für das Milch geben ist sie nicht gedacht. "Sie hat einfach kein Kälbchen. Keine Kinder, keine Milch", so Wackwitz. Außerdem würde ein dicker Euter bei den Übungen nur stören.Um sich auf die Unterrichtsstunde mit der Showkuh vorzubereiten, beobachtete die Mindener Pferdetrainerin Schmale zunächst das Verhalten des Wiederkäuers. "Ich muss herausfinden, wie die Kuhsprache ist", sagt sie. Mit Pferden kennt sich die Todtenhauserin aus, Kühe ticken jedoch anders. Weil die Kuh kein Fluchttier ist, musste sie die Reaktionen des Tieres in einem "Kuhcheck" überprüfen.Dabei testet die Trainerin, in welchen Situationen das Tier geht oder anhält. "Zum Beispiel wackeln sie mit den Ohren oder gehen mit der Zunge in die Nase. Diese ganzen Sachen haben eine Bedeutung", erklärt sie. Ob die Verständigung zwischen Trainerin und Tier geklappt hat, wird sich beim nächsten Auftritt zeigen.

Mit Kuhsprache zum Show-Erfolg

Minden-Todtenhausen (nas). Frau Müller liegt entspannt auf der Weide. Langsam schiebt sie das saftige Gras in ihrem großen Maul hin und her. Gleich muss die Schwarzbunte in die Reithalle zum Unterricht.

Rabea Schmale (re.) zeigt Ines Wackwitz die richtigen Griffe.
Rabea Schmale (re.) zeigt Ines Wackwitz die richtigen Griffe.

Milch geben - das war noch nie ihr Ding. Showkuh "Frau Müller" hat den Euter eingezogen und turnt stattdessen lieber durch die Lande. Mit ihrer Besitzerin trainiert sie ein Wochenende lang in der Showreitschule von Rabea Schmale.

Die Kuhbesitzerin heißt Ines Wackwitz und kommt aus Nümbrecht bei Gummersbach. Zu ihrem 40. Geburtstag erfüllte sie sich einen Traum und kaufte sich eine Kuh. Seit vier Jahren lebt die Kuh Frau Müller bei Wackwitz. Dort steht sie, wenn sie nicht gerade für einen Auftritt unterwegs ist, mit zwei Pferden auf der Weide. Reiten kann man den Wiederkäuer übrigens auch.

Doch Wackwitz will mehr: "Wir haben gedacht, die hat noch viele Talente - und da haben wir uns erst mal Profihilfe geholt." In der Showreitschule in Todtenhausen soll die Kuhdame eine Lektion in Sachen Gang und Gehorsam bekommen. Etwas störrisch ist die schwarz-weiße Diva schon. Nur widerwillig erhebt sie ihren 700 Kilogramm schweren Körper aus der Sonne. Mit ein bisschen Hilfe von der Trainerin klappt es nach einigen Versuchen schließlich doch.

Zuerst zeigt Schmale der Kuhbesitzerin am Pferd "Prof. Arnold", was Frau Müller alles lernen soll. Den spanischen Schritt kann Friese bestens. Dabei hebt das Tier seine Vorderbeine beim Gehen fast waagerecht an und stampft beim Absetzen wieder auf. Auch Frau Müller soll die Gangart irgendwann beherrschen.

Jobs wie Shoppen gehen und bei Sportfesten auftreten, erledigt die Kuh bereits ohne zu murren. "Da finden die Leute es immer ganz witzig, wenn man ein lebendes Stück Braten präsentiert", scherzt ihre 44-jährige Besitzerin. Geschlachtet werden soll Frau Müller selbstverständlich nicht. Auch für das Milch geben ist sie nicht gedacht. "Sie hat einfach kein Kälbchen. Keine Kinder, keine Milch", so Wackwitz. Außerdem würde ein dicker Euter bei den Übungen nur stören.

Um sich auf die Unterrichtsstunde mit der Showkuh vorzubereiten, beobachtete die Mindener Pferdetrainerin Schmale zunächst das Verhalten des Wiederkäuers. "Ich muss herausfinden, wie die Kuhsprache ist", sagt sie. Mit Pferden kennt sich die Todtenhauserin aus, Kühe ticken jedoch anders. Weil die Kuh kein Fluchttier ist, musste sie die Reaktionen des Tieres in einem "Kuhcheck" überprüfen.

Dabei testet die Trainerin, in welchen Situationen das Tier geht oder anhält. "Zum Beispiel wackeln sie mit den Ohren oder gehen mit der Zunge in die Nase. Diese ganzen Sachen haben eine Bedeutung", erklärt sie. Ob die Verständigung zwischen Trainerin und Tier geklappt hat, wird sich beim nächsten Auftritt zeigen.

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