Mit Dr. Konrad Winckler setzt die CDU auf einen digitalen Kandidaten Monika Jäger Minden. Eine Pressemitteilung, ein leicht wackeliges Youtube-Video, in dem er sich und sein Projekt in vier Sätzen kurz vorstellt, eine Fotomontage mit Portrait vor dem Schwanenteich und die Erklärung für ein spezielles Graffiti: So präsentierte sich gestern Vormittag der Bürgermeisterkandidat der Mindener CDU der Öffentlichkeit: ausschließlich digital. Dr. Konrad Winckler werde bei der Kommunalwahl am 13. September voraussichtlich gegen den Amtsinhaber Michael Jäcke antreten, schreibt Stadtverbandsvorsitzender Lennart Ulrich. Zu vermuten ist, dass sich das „voraussichtlich“ in diesem Satz auf das Datum der Wahl bezieht, die noch wegen Corona verschoben werden könnte, und nicht darauf, dass einer der beiden Bewerber dann nicht dabei ist. Der Stadtverbandsvorstand habe Winckler am vergangenen Montag nominiert, die Aufstellungsversammlung soll im Juni sein, so die Mindener CDU weiter. Winckler ist 38 Jahre alt und wuchs in Minden auf. Er besuchte Hafenschule und Ratsgymnasium, leistete zwei Jahre Wehrdienst und ließ sich zum Reserveoffizier ausbilden. Dann studierte er Politik und Verwaltungswissenschaften in Göttingen, Paris und Potsdam, so heißt es in seinem Lebenslauf. Nach der Promotion in 2016 arbeitete er in Politik und Wirtschaft in Berlin, Magdeburg und München. Seit dem vergangenen Jahr leitet er eine Agentur „für soziale und kulturelle Projekte“ und arbeitet in Minden und Berlin. In Minden ist er außer bei einem Engagement als Produktions- und Presseassistent während der Wagner-Inszenierungen im Stadttheater 2002 und 2005 kaum öffentlich aufgetreten. Auf die öffentliche Bühne tritt er nun mit einem sehr langfristigen Projekt. Ein gesprühtes „#minden2050“ ist seit einiger Zeit als Graffiti in der Stadt zu lesen. Wer das anfangs gegoogelt hat, fand etwas über eine Veranstaltungsreihe, die heimische Unternehmen unter diesem Titel im Jahr 2012 aufgelegt hatten und vielleicht auch etwas zum Klimaschutz in Minden bis zum Jahr 2050. Mit beidem hat Winckler allerdings nichts zu tun. Seit gestern kann man ein wenig klarer sehen: Für die CDU und ihren Kandidaten steht das selbstgewählte Motto „Minden 2050“ für etwas, das sie gemeinsam mit den Bürgern entwickeln wollen. „Ich freue mich auf die kommenden Wochen und die Erarbeitung eines spannenden Programms“, schreibt Kandidat Winckler in der Pressemitteilung. Mit dem Hashtag fordere er dazu auf, Ideen und Visionen für Minden im Jahr 2050 zu teilen, und zwar auf Facebook, Instagram oder Twitter. „Wir wollen die besten Ideen in unser Wahlprogramm aufnehmen, damit schon vorher klar wird, was hinten raus kommt“, formuliert er sein inhaltliches Ziel. Mit Blick auf die Corona-Pandemie erklärt er, das Potenzial der Stadt müsse ausgeschöpft werden. Sein Programm macht er in Ansätzen deutlich: Nun gelte es, die Wirtschaft „zu fördern und zu fordern.“ Nur so könnten Bildung, Infrastruktur, Gesundheit, Kultur und soziale Sicherung geleistet werden. Wie die Ideen der Bürgerinnen und Bürger in seine Arbeit einfließen werden, blieb gestern offen. Ob die ausschließlich digitale Präsentation des Kandidaten und der deutliche Schwerpunkt auf Soziale Medien Grundsatzprogramm oder eine Folge der aktuellen Distanzempfehlungen ist, wird sich sicherlich im weiteren Verlauf des Wahlkampfes zeigen.

Mit Dr. Konrad Winckler setzt die CDU auf einen digitalen Kandidaten

Im Grünen präsentiert sich Dr. Konrad Winckler mit seinem ersten offiziellen Pressefoto. © Foto: privat

Minden. Eine Pressemitteilung, ein leicht wackeliges Youtube-Video, in dem er sich und sein Projekt in vier Sätzen kurz vorstellt, eine Fotomontage mit Portrait vor dem Schwanenteich und die Erklärung für ein spezielles Graffiti: So präsentierte sich gestern Vormittag der Bürgermeisterkandidat der Mindener CDU der Öffentlichkeit: ausschließlich digital.

Dr. Konrad Winckler werde bei der Kommunalwahl am 13. September voraussichtlich gegen den Amtsinhaber Michael Jäcke antreten, schreibt Stadtverbandsvorsitzender Lennart Ulrich. Zu vermuten ist, dass sich das „voraussichtlich“ in diesem Satz auf das Datum der Wahl bezieht, die noch wegen Corona verschoben werden könnte, und nicht darauf, dass einer der beiden Bewerber dann nicht dabei ist.

Der Stadtverbandsvorstand habe Winckler am vergangenen Montag nominiert, die Aufstellungsversammlung soll im Juni sein, so die Mindener CDU weiter. Winckler ist 38 Jahre alt und wuchs in Minden auf. Er besuchte Hafenschule und Ratsgymnasium, leistete zwei Jahre Wehrdienst und ließ sich zum Reserveoffizier ausbilden. Dann studierte er Politik und Verwaltungswissenschaften in Göttingen, Paris und Potsdam, so heißt es in seinem Lebenslauf.

Nach der Promotion in 2016 arbeitete er in Politik und Wirtschaft in Berlin, Magdeburg und München. Seit dem vergangenen Jahr leitet er eine Agentur „für soziale und kulturelle Projekte“ und arbeitet in Minden und Berlin. In Minden ist er außer bei einem Engagement als Produktions- und Presseassistent während der Wagner-Inszenierungen im Stadttheater 2002 und 2005 kaum öffentlich aufgetreten.

Auf die öffentliche Bühne tritt er nun mit einem sehr langfristigen Projekt. Ein gesprühtes „#minden2050“ ist seit einiger Zeit als Graffiti in der Stadt zu lesen. Wer das anfangs gegoogelt hat, fand etwas über eine Veranstaltungsreihe, die heimische Unternehmen unter diesem Titel im Jahr 2012 aufgelegt hatten und vielleicht auch etwas zum Klimaschutz in Minden bis zum Jahr 2050. Mit beidem hat Winckler allerdings nichts zu tun.

Seit gestern kann man ein wenig klarer sehen: Für die CDU und ihren Kandidaten steht das selbstgewählte Motto „Minden 2050“ für etwas, das sie gemeinsam mit den Bürgern entwickeln wollen. „Ich freue mich auf die kommenden Wochen und die Erarbeitung eines spannenden Programms“, schreibt Kandidat Winckler in der Pressemitteilung. Mit dem Hashtag fordere er dazu auf, Ideen und Visionen für Minden im Jahr 2050 zu teilen, und zwar auf Facebook, Instagram oder Twitter. „Wir wollen die besten Ideen in unser Wahlprogramm aufnehmen, damit schon vorher klar wird, was hinten raus kommt“, formuliert er sein inhaltliches Ziel.

Mit Blick auf die Corona-Pandemie erklärt er, das Potenzial der Stadt müsse ausgeschöpft werden. Sein Programm macht er in Ansätzen deutlich: Nun gelte es, die Wirtschaft „zu fördern und zu fordern.“ Nur so könnten Bildung, Infrastruktur, Gesundheit, Kultur und soziale Sicherung geleistet werden. Wie die Ideen der Bürgerinnen und Bürger in seine Arbeit einfließen werden, blieb gestern offen.

Ob die ausschließlich digitale Präsentation des Kandidaten und der deutliche Schwerpunkt auf Soziale Medien Grundsatzprogramm oder eine Folge der aktuellen Distanzempfehlungen ist, wird sich sicherlich im weiteren Verlauf des Wahlkampfes zeigen.

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