Mindens erste Comic-Ausstellung: Im Fort A treffen zartes Papier und Farbe auf raues Mauerwerk Ursula Koch Minden. Das Genre Comic kam in Ausstellungen in Minden bislang nicht vor. Das ändert sich jetzt mit der Ausstellung „Comic – die neunte Kunst“, die am Sonntag, 1. August, im Fort A eröffnet wird. Dann erobern die künstlerischen Freigeister ausgerechnet preußische Festungsmauern. Die Idee dazu hat Eduard Schynol mit dem Comic-Kollektiv ausgeheckt. Der Essener Nikolas Milchers, langjähriges Mitglied des Bielefelder Comic-Stammtisches, hat die Organisation übernommen. Das Ergebnis ist eine breit angelegte Ausstellung, die viele Stile und noch mehr Talente aus der Region vereint. Darunter sind viele Teilnehmer des Comic-Stammtisches in Bielefeld. Der existiert bereits seit zwölf Jahren, berichtet Milchers. Dem Kreis gehörten mal rund 30 Zeichnerinnen und Zeichner an. Aktuell treffen sich einmal im Monat etwa 15 Künstler zwischen 21 und 60 Jahren, um sich über ihre Werke „unverblümt die Meinung zu sagen“. Für die meisten von ihnen sind Comics nicht die Hauptbeschäftigung, sondern Hobby. Eingebettet in die Präsentation sind die Ergebnisse eines Workshops mit Mindener Jugendlichen, den Milchers im Juni angeboten hatte. So ist das Themenfeld für Katrin Wolters aus Barntrup neu. Die künstlerische Autodidaktin und Illustratorin hat schon an anderen Kunstausstellungen im Fort A teilgenommen, realisierte dort 2018 Mindens größtes Straßenbild. Die Neugierde hat sie jetzt zum Comic gelockt. Ihre Giraffe aus der Vogelperspektive und der Schlittschuh laufenden Flamingo in Pastellkreide verraten, dass sie die Vereinfachung beherrscht. Der Bielefelder Marco Klomfas malt Comics, seit er schreiben kann. Er arbeitet seit drei Jahren als Medienassistent beim Kanal 21, liefert für den freien Fernsehsender Illustrationen und Animationsfilme. Daraus entstanden auch zwei Blätter zu einer Fluchtgeschichte. Daneben entwickelt er Rollenspiel-Charaktere. Kristian Polloschek bevorzugt den Kontrast von Schwarz-Weiß, kombiniert das mit maximal einer Farbe. Er studiert Politikwissenschaften und sagt über das Zeichnen: „Zehn Prozent sind Talent, 90 Prozent stumpfes üben.“ Dass er schon lange übt, ist seinen Werken, die auf die Popart verweisen, anzusehen. Nikolas Milchers studiert eigentlich Chemie auf Lehramt und betreibt eine Nachhilfeschule. Das Comiczeichnen ist für ihn Ausgleich. „Ich wollte immer Geschichten erzählen“, sagt er. Im nächsten Jahr soll seine Fantasy-Geschichte „Lilienburg“ erscheinen. Franziska Wenzel aus Bochum arbeitet als Illustratorin. Ihre semi-realistischen Charakter-Designs erinnern an japanische Mangas. Mit einem digitalen Skizzenbuch ist der Bielefeld Daniel Hanswillemenke vertreten. Darin enthalten sind viele Charakter-Skizzen. Seine ausgearbeiteten Blätter erzählen surreale Geschichten, wie die von einem Jungen, der einem Krokodil in der Badewanne die Zähne putzt. Minden ist vertreten durch Joachim Guhde, Herausgeber des Comics „Sprühende Phantasie“, der einige Zeit auch einen Comicladen betrieb. Neben eigenen Covern präsentiert er auch die von Gastkünstlern. Alyssa Zmugg aus Mülheim gestaltet in Kohle Fantasy-Charaktere. Ralph Bittner, Ingenieur aus Bielefeld, stattet seine Pinguin-Bande mit Waffen und Sanitätsrucksäcken aus. Robert Ciurca aus Barntrup verwendet als Basis für seine Comics häufiger Fotografien. Hans-Christoph Beermann aus Blomberg zeichnet Cartoons, die die Lippische Landeszeitung gelegentlich veröffentlicht. Aus der Präsentation stechen die Aquarell-Blätter von Ursus Haaben aus Oelde heraus. Er hat Design studiert und zeigt im Fort A detailreiche Zeichnungen, die während einer Israel-Reise entstanden sind. Auch das Fort hat er in einem Blatt „porträtiert“. Die Ausstellung wird am Sonntag, 1. August, im Fort A eröffnet. Sie ist bis zum 29. August, jeweils samstags 14-19 Uhr und sonntags 12-17 Uhr, zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

Mindens erste Comic-Ausstellung: Im Fort A treffen zartes Papier und Farbe auf raues Mauerwerk

Zartes Papier vor rauen Festungsmauern: Im Fort A ist Mindens erste Comic-Ausstellung zu sehen, darunter diese Zeichnungen von Marco Klomfas. MT-Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Minden. Das Genre Comic kam in Ausstellungen in Minden bislang nicht vor. Das ändert sich jetzt mit der Ausstellung „Comic – die neunte Kunst“, die am Sonntag, 1. August, im Fort A eröffnet wird. Dann erobern die künstlerischen Freigeister ausgerechnet preußische Festungsmauern.

Die Idee dazu hat Eduard Schynol mit dem Comic-Kollektiv ausgeheckt. Der Essener Nikolas Milchers, langjähriges Mitglied des Bielefelder Comic-Stammtisches, hat die Organisation übernommen. Das Ergebnis ist eine breit angelegte Ausstellung, die viele Stile und noch mehr Talente aus der Region vereint.

Darunter sind viele Teilnehmer des Comic-Stammtisches in Bielefeld. Der existiert bereits seit zwölf Jahren, berichtet Milchers. Dem Kreis gehörten mal rund 30 Zeichnerinnen und Zeichner an. Aktuell treffen sich einmal im Monat etwa 15 Künstler zwischen 21 und 60 Jahren, um sich über ihre Werke „unverblümt die Meinung zu sagen“. Für die meisten von ihnen sind Comics nicht die Hauptbeschäftigung, sondern Hobby. Eingebettet in die Präsentation sind die Ergebnisse eines Workshops mit Mindener Jugendlichen, den Milchers im Juni angeboten hatte.


So ist das Themenfeld für Katrin Wolters aus Barntrup neu. Die künstlerische Autodidaktin und Illustratorin hat schon an anderen Kunstausstellungen im Fort A teilgenommen, realisierte dort 2018 Mindens größtes Straßenbild. Die Neugierde hat sie jetzt zum Comic gelockt. Ihre Giraffe aus der Vogelperspektive und der Schlittschuh laufenden Flamingo in Pastellkreide verraten, dass sie die Vereinfachung beherrscht.

Der Bielefelder Marco Klomfas malt Comics, seit er schreiben kann. Er arbeitet seit drei Jahren als Medienassistent beim Kanal 21, liefert für den freien Fernsehsender Illustrationen und Animationsfilme. Daraus entstanden auch zwei Blätter zu einer Fluchtgeschichte. Daneben entwickelt er Rollenspiel-Charaktere.

Kristian Polloschek bevorzugt den Kontrast von Schwarz-Weiß, kombiniert das mit maximal einer Farbe. Er studiert Politikwissenschaften und sagt über das Zeichnen: „Zehn Prozent sind Talent, 90 Prozent stumpfes üben.“ Dass er schon lange übt, ist seinen Werken, die auf die Popart verweisen, anzusehen. Nikolas Milchers studiert eigentlich Chemie auf Lehramt und betreibt eine Nachhilfeschule. Das Comiczeichnen ist für ihn Ausgleich. „Ich wollte immer Geschichten erzählen“, sagt er. Im nächsten Jahr soll seine Fantasy-Geschichte „Lilienburg“ erscheinen.

Franziska Wenzel aus Bochum arbeitet als Illustratorin. Ihre semi-realistischen Charakter-Designs erinnern an japanische Mangas. Mit einem digitalen Skizzenbuch ist der Bielefeld Daniel Hanswillemenke vertreten. Darin enthalten sind viele Charakter-Skizzen. Seine ausgearbeiteten Blätter erzählen surreale Geschichten, wie die von einem Jungen, der einem Krokodil in der Badewanne die Zähne putzt.

Minden ist vertreten durch Joachim Guhde, Herausgeber des Comics „Sprühende Phantasie“, der einige Zeit auch einen Comicladen betrieb. Neben eigenen Covern präsentiert er auch die von Gastkünstlern.

Alyssa Zmugg aus Mülheim gestaltet in Kohle Fantasy-Charaktere. Ralph Bittner, Ingenieur aus Bielefeld, stattet seine Pinguin-Bande mit Waffen und Sanitätsrucksäcken aus. Robert Ciurca aus Barntrup verwendet als Basis für seine Comics häufiger Fotografien. Hans-Christoph Beermann aus Blomberg zeichnet Cartoons, die die Lippische Landeszeitung gelegentlich veröffentlicht.

Aus der Präsentation stechen die Aquarell-Blätter von Ursus Haaben aus Oelde heraus. Er hat Design studiert und zeigt im Fort A detailreiche Zeichnungen, die während einer Israel-Reise entstanden sind. Auch das Fort hat er in einem Blatt „porträtiert“.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 1. August, im Fort A eröffnet. Sie ist bis zum 29. August, jeweils samstags 14-19 Uhr und sonntags 12-17 Uhr, zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.

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