Mindens Schul-Verantwortlicher zu Luftfiltern: "Auf Lüften zu verzichten, ist ein gefährlicher Trugschluss" Monika Jäger Minden. Wie ist das denn nun mit den Luftfiltern: Sind sie nützlich? Sind sie sinnvoll? Am Dienstag wird sich der Mindener Bildungsausschuss mit dem Thema befassen. Beschlossen werden soll, bestimmte Schulräume mit mobilen Geräten auszustatten. Und wenn neue Schulen geplant werden, soll geprüft werden, ob raumlufttechnische Anlagen sinnvoll sind. Nicht für alle Räume gibt es Fördergelder – das ist ein weiterer Aspekt, der die Politik beschäftigt. Norbert Kresse ist Mindens Kämmerer und zurzeit auch kommissarisch für den Bereich Schulen zuständig. Im MT-Kurzinterview spricht er über den Einsatz von Luftfiltern. Am Rande der Ratssitzung warnten Sie vor Irrtümern dazu, wie Luftfilter den Alltag in den Schulen verbessern können. Was ändert sich, wenn diese aufgestellt sind? Nach den übereinstimmenden Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Umweltbundesamtes wird die Aufstellung mobiler Luftreinigungsgeräte als reine Ergänzungsmaßnahme für Räume empfohlen, die nur eingeschränkt gelüftet werden können. Was heißt eingeschränkt? Zum Beispiel, wenn Fenster nur kippbar sind. Der Einsatz von Luftreinigungsgeräten ersetzt aber keinesfalls die übrigen infektionspräventiven Maßnahmen in Schulen (AHA-Regeln, regelmäßiges Lüften, regelmäßiges Testen). Im Übrigen reduzieren derartige Geräte natürlich nicht die CO2-Belastung im Raum. Bekommt jede Klasse Luftfilter? Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des RKI und des Umweltbundesamtes ist die flächendeckende Ausstattung der Klassenräume mit mobilen Geräten nicht sinnvoll. Sie ist auch nicht notwendig, da regelmäßiges Lüften weiterhin zum Gesundheitsschutz der Schülerinnen und Schüler erforderlich ist. Wie ist es mit Masken? Nach der aktuellen Rechtslage besteht die Maskenpflicht unabhängig davon, ob mobile oder festverbaute Lüftungsanlagen vorhanden sind. Viele Eltern erwarten, dass ihre Kinder im Winter nicht mit Jacken im Unterricht sitzen müssen und die Fenster zu bleiben können. Das ist verständlich. Dass man bei mobilen Luftfiltergeräten auf regelmäßiges Lüften in der kalten Jahreszeit verzichten kann, ist allerdings ein gefährlicher Trugschluss.

Mindens Schul-Verantwortlicher zu Luftfiltern: "Auf Lüften zu verzichten, ist ein gefährlicher Trugschluss"

Mobile Luftfilteranlagen sollen in Zeiten der Corona-Pandemie für zusätzliche Sicherheit sorgen. MT-Foto: © Alex Lehn

Minden. Wie ist das denn nun mit den Luftfiltern: Sind sie nützlich? Sind sie sinnvoll? Am Dienstag wird sich der Mindener Bildungsausschuss mit dem Thema befassen. Beschlossen werden soll, bestimmte Schulräume mit mobilen Geräten auszustatten. Und wenn neue Schulen geplant werden, soll geprüft werden, ob raumlufttechnische Anlagen sinnvoll sind. Nicht für alle Räume gibt es Fördergelder – das ist ein weiterer Aspekt, der die Politik beschäftigt.

Norbert Kresse ist Mindens Kämmerer und zurzeit auch kommissarisch für den Bereich Schulen zuständig. Im MT-Kurzinterview spricht er über den Einsatz von Luftfiltern.

Am Rande der Ratssitzung warnten Sie vor Irrtümern dazu, wie Luftfilter den Alltag in den Schulen verbessern können. Was ändert sich, wenn diese aufgestellt sind?


Nach den übereinstimmenden Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des Umweltbundesamtes wird die Aufstellung mobiler Luftreinigungsgeräte als reine Ergänzungsmaßnahme für Räume empfohlen, die nur eingeschränkt gelüftet werden können.

Was heißt eingeschränkt?

Zum Beispiel, wenn Fenster nur kippbar sind. Der Einsatz von Luftreinigungsgeräten ersetzt aber keinesfalls die übrigen infektionspräventiven Maßnahmen in Schulen (AHA-Regeln, regelmäßiges Lüften, regelmäßiges Testen). Im Übrigen reduzieren derartige Geräte natürlich nicht die CO2-Belastung im Raum.

Mindens Kämmerer und aktueller Schul-Verantwortlicher Norbert Kresse mahnt, dass Luftfilter nur eine Ergänzung seien. MT-Archivfoto: - © Patrick Schwemling
Mindens Kämmerer und aktueller Schul-Verantwortlicher Norbert Kresse mahnt, dass Luftfilter nur eine Ergänzung seien. MT-Archivfoto: - © Patrick Schwemling

Bekommt jede Klasse Luftfilter?

Unter Berücksichtigung der Empfehlungen des RKI und des Umweltbundesamtes ist die flächendeckende Ausstattung der Klassenräume mit mobilen Geräten nicht sinnvoll. Sie ist auch nicht notwendig, da regelmäßiges Lüften weiterhin zum Gesundheitsschutz der Schülerinnen und Schüler erforderlich ist.

Wie ist es mit Masken?

Nach der aktuellen Rechtslage besteht die Maskenpflicht unabhängig davon, ob mobile oder festverbaute Lüftungsanlagen vorhanden sind.

Viele Eltern erwarten, dass ihre Kinder im Winter nicht mit Jacken im Unterricht sitzen müssen und die Fenster zu bleiben können.

Das ist verständlich. Dass man bei mobilen Luftfiltergeräten auf regelmäßiges Lüften in der kalten Jahreszeit verzichten kann, ist allerdings ein gefährlicher Trugschluss.

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