Mindens Geschichte auf Schienen begann vor 200 Jahren Jürgen Langenkämper Minden. Die Anfänge des Schienenverkehrs in der Region reichen fast 200 Jahre zurück. Bereits 1825 gab es die Vision einer Eisenbahn zwischen Weser und Rhein. 1836 gründete ein Komitee in Minden die Aktiengesellschaft „Rhein-Weser-Bahn“. Im Folgejahr gingen Überlegungen sogar so weit, die Bahnstrecke in Richtung Osten fortzusetzen. Doch weil die Kosten unterschätzt wurden und die Zahlungsmoral der Aktienzeichner schlecht war, wurde die AG bereits 1839 aufgelöst. Mit größerem Erfolg wurden Anfang 1843 die Hannoversche Staatsbahn und kurz darauf die Aktiengesellschaft Cöln-Mindener Eisenbahn gegründet. 1844 begann der Bau zunächst in Preußen, 1845/46 in Hannover und Schaumburg-Lippe. Am 15. Oktober 1847, dem Geburtstag König Friedrich-Wilhelms IV., wurde die Strecke von Köln-Deutz nach Hannover eröffnet. Im Doppelbahnhof in Minden mussten Passagiere für die Passkontrolle aus- und umsteigen. 1848 folgte die Verlängerung über Magdeburg nach Berlin. Aufgrund des wirtschaftlichen Erfolges wurde schnell auch das bereits mit geplante zweite Gleis verlegt. Mehr als zehn Jahre dauerten jedoch Planung und Bau einer Hafeneisenbahn in der Stadt zur Weser, um den Güterumschlag zu beschleunigen. Die Eisenbahn entwickelte sich in ihren ersten Jahrzehnten zum wichtigsten Arbeitgeber in der Stadt und zu einem Motor für die Bauwirtschaft. Viele der Bauten und Institutionen verschwanden allerdings später wieder. 1892 gründeten 48 Bürger aus Minden und Umgebung eine Straßenbahn von Minden nach Barkhausen, wo das Kaiser-Wilhelm-Denkmal gebaut wurde. Sie sollte die erste ihrer Art nach dem gerade erst erlassenen Kleinbahngesetz in Preußen sein. Ein Jahr später startete der Betrieb mit zwei Zügen. Der Erste Weltkrieg verzögerte die Modernisierung und Ausweitung des Streckennetzes. 1920 erfolgte der längst beabsichtigte Ausbau über die 1915 in Betrieb genommene neue Weserbrücke bis zum Staatsbahnhof, 1925 vom Solbad Minden über die Lübbecker Straße nach Dützen und 1928 vom Poos über die Marienstraße zum Nordfriedhof. 1929 wurde die Strecke zum Bahnhof über die Viktoriastraße und die Grille bis Notthorn verlängert und im Folgejahr bis ins Dorf Meißen. Damit erreichte das Netz eine Länge von 16,1 Kilometern, auf denen elf Triebwagen mit ebenso vielen Beiwagen verkehrten.Der Rückbau des Straßenbahnnetzes begann im Herbst 1956 mit Einstellung der Linie vom Bahnhof nach Meißen, dem im Jahr darauf der Abschnitt zum Poos folgte. Im Mai 1957 wurde die Strecke nach Dützen eingestellt und zum Jahresende der gesamte Betrieb. Von den Hochbauten der Straßenbahn steht nur noch die zuletzt, 1939 errichtete Wartehalle in Porta.Etwas später als die Straßenbahn hatte 1897 der Bau der im Vorjahr gegründeten Mindener Kreisbahn (MKB) zur Erschließung des linken Weserufers begonnen. 1898 wurde die so genannte „Stammstrecke“ über Petershagen (Einstellung: 1974) nach Uchte (bis 1967) in Betrieb genommen. 1903 ging die Strecke nach Eickhorst (bis 1974 Personenverkehr bis Hille) in Betrieb, 1907 bis Lübbecke verlängert (bis 1967). Von 1915 bis 1959 gab es geringen Personenverkehr auf einer ursprünglich bis Rahden projektierten Strecke von Kutenhausen nach Wegholm. Ab 1918 fuhr die MKB nach Bad Nammen, ab 1921 bis Kleinenbremen (Personenverkehr bis 1963).

Mindens Geschichte auf Schienen begann vor 200 Jahren

Straßenbahn: Auch in der Obermarktstraße gab es Schienenverkehr. Foto: MT-Archiv

Minden. Die Anfänge des Schienenverkehrs in der Region reichen fast 200 Jahre zurück. Bereits 1825 gab es die Vision einer Eisenbahn zwischen Weser und Rhein. 1836 gründete ein Komitee in Minden die Aktiengesellschaft „Rhein-Weser-Bahn“. Im Folgejahr gingen Überlegungen sogar so weit, die Bahnstrecke in Richtung Osten fortzusetzen. Doch weil die Kosten unterschätzt wurden und die Zahlungsmoral der Aktienzeichner schlecht war, wurde die AG bereits 1839 aufgelöst.

Mit größerem Erfolg wurden Anfang 1843 die Hannoversche Staatsbahn und kurz darauf die Aktiengesellschaft Cöln-Mindener Eisenbahn gegründet. 1844 begann der Bau zunächst in Preußen, 1845/46 in Hannover und Schaumburg-Lippe. Am 15. Oktober 1847, dem Geburtstag König Friedrich-Wilhelms IV., wurde die Strecke von Köln-Deutz nach Hannover eröffnet. Im Doppelbahnhof in Minden mussten Passagiere für die Passkontrolle aus- und umsteigen. 1848 folgte die Verlängerung über Magdeburg nach Berlin.

Aufgrund des wirtschaftlichen Erfolges wurde schnell auch das bereits mit geplante zweite Gleis verlegt. Mehr als zehn Jahre dauerten jedoch Planung und Bau einer Hafeneisenbahn in der Stadt zur Weser, um den Güterumschlag zu beschleunigen.

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Patrick Schwemmling

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Die Eisenbahn entwickelte sich in ihren ersten Jahrzehnten zum wichtigsten Arbeitgeber in der Stadt und zu einem Motor für die Bauwirtschaft. Viele der Bauten und Institutionen verschwanden allerdings später wieder.

1892 gründeten 48 Bürger aus Minden und Umgebung eine Straßenbahn von Minden nach Barkhausen, wo das Kaiser-Wilhelm-Denkmal gebaut wurde. Sie sollte die erste ihrer Art nach dem gerade erst erlassenen Kleinbahngesetz in Preußen sein. Ein Jahr später startete der Betrieb mit zwei Zügen. Der Erste Weltkrieg verzögerte die Modernisierung und Ausweitung des Streckennetzes. 1920 erfolgte der längst beabsichtigte Ausbau über die 1915 in Betrieb genommene neue Weserbrücke bis zum Staatsbahnhof, 1925 vom Solbad Minden über die Lübbecker Straße nach Dützen und 1928 vom Poos über die Marienstraße zum Nordfriedhof. 1929 wurde die Strecke zum Bahnhof über die Viktoriastraße und die Grille bis Notthorn verlängert und im Folgejahr bis ins Dorf Meißen. Damit erreichte das Netz eine Länge von 16,1 Kilometern, auf denen elf Triebwagen mit ebenso vielen Beiwagen verkehrten.

Der Rückbau des Straßenbahnnetzes begann im Herbst 1956 mit Einstellung der Linie vom Bahnhof nach Meißen, dem im Jahr darauf der Abschnitt zum Poos folgte. Im Mai 1957 wurde die Strecke nach Dützen eingestellt und zum Jahresende der gesamte Betrieb. Von den Hochbauten der Straßenbahn steht nur noch die zuletzt, 1939 errichtete Wartehalle in Porta.

Etwas später als die Straßenbahn hatte 1897 der Bau der im Vorjahr gegründeten Mindener Kreisbahn (MKB) zur Erschließung des linken Weserufers begonnen. 1898 wurde die so genannte „Stammstrecke“ über Petershagen (Einstellung: 1974) nach Uchte (bis 1967) in Betrieb genommen. 1903 ging die Strecke nach Eickhorst (bis 1974 Personenverkehr bis Hille) in Betrieb, 1907 bis Lübbecke verlängert (bis 1967). Von 1915 bis 1959 gab es geringen Personenverkehr auf einer ursprünglich bis Rahden projektierten Strecke von Kutenhausen nach Wegholm. Ab 1918 fuhr die MKB nach Bad Nammen, ab 1921 bis Kleinenbremen (Personenverkehr bis 1963).

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