Mindenerin will Kinderbuch „Minna“ per Crowdfunding finanzieren Jan Henning Rogge Minden (mt). Wenn aus etwas kleinem etwas großes werden soll, ist es manchmal nötig, ungewöhnliche Wege zu beschreiten. Diese Erfahrung macht Minna, Heldin des Kinderbuches „Kleine Minna“, geschrieben von Philomena Höltkemeier, bebildert von der japanisch-amerikanischen Illustratorin Anna Takahashi. Etwas großes soll auch aus dem Buch selbst werden - denn bislang gibt es das Märchen nur in wenigen Einzelexemplaren. Über die Internetplattform „Kickstart“ soll das Buch nun auf ungewöhnlichem Weg zu etwas ganz besonderem werden. Die Geschichte hinter dem Buch ist dabei ebenso von Begegnungen geprägt, wie die Handlung selbst.Denn eigentlich ist Philomena Höltkemeier, aufgewachsen in Minden und Bad Oeynhausen und Tochter des frisch pensionierten Herder-Lehreres Heinz-Walter Höltkemeier, keine Kinderbuchautorin. Zwar kümmert sie sich auch beruflich ums Geschichten erzählen - doch das sind meist Geschichten für Erwachsene. Als Story-Beraterin hilft sie Autoren auf dem Weg zum besseren Drehbuch. Erfahrung in diesem Bereich sammelte sie zuvor in der Filmindustrie in Hollywood, lebte eine Weile in Los Angeles. In Darmstadt gründete sie ihre eigene Firma und wurde 2014 mit dem Preis „Kultur- und Kreativpiloten“ der Bundesregierung ausgezeichnet.Nun also eine Geschichte für Kinder. „Ich habe mich in den letzten Jahren immer dann, wenn ich mir in Buchläden Kinderbücher angeschaut habe, gefragt, wo eigentlich diese ganzen richtig tollen Kinderbücher meiner Kindheit hingekommen sind“, erzählt sie. Und meint damit aufwendig hergestellte Bücher mit schönem, schweren Einband, dickem Papier und ebenso spannenden wie märchenhaften Geschichten. Doch diese Frage alleine genügte nicht, um die kleine Minna in ihrer jetzigen Form auf den Weg zu bringen - da musste noch der Zufall eine Rolle spielen.„Das Buch „Die kleine Minna“ habe ich schon vor mehreren Jahren geschrieben“, erzählt sie. Als sie dann nach Los Angeles zog, lernte sie bald ihre Nachbarin kennen - die aus Japan stammende Zeichnerin Anna Takahashi. „Irgendwann hat sie mir dann erzählt, dass sie gerne mal ein Kinderbuch illustrieren würde und da habe ich ihr von „Small Minna“ erzählt.Die Illustratorin war begeistert und begann, Minna und ihrer Geschichte Leben einzuhauchen. Herausgekommen ist nicht nur die kleine rothaarige Minna sondern viele starke Bilder, die den Betrachter fast in das Buch hineinsaugen. Mit Grafik-Designerin Anna Ranches aus Frankfurt wurde aus Bildern und Text dann ein Buch, dass nun nicht nur auf Deutsch sondern auch auf Englisch erscheinen soll - wenn der nächste Teil des Märchens wahr wird.Denn damit das Buch etwas wirklich besonderes wird, haben sich die Minna-Schöpferinnen entschieden, nicht den regulären Weg zu gehen. „Wir möchten einfach nicht, dass es ein gewöhnliches Bilderbuch wird.“ Das Buch soll unbedingt in Deutschland auf umweltfreundlich hergestelltem Papier gedruckt werden. Mit einem besonderen Einband und viel Handarbeit.„Es soll einfach von vorne bis hinten mit Liebe gemacht sein.“ Ein Sammlerstück - aber eines, dass von Kindern auch benutzt wird. „Es wäre doch komisch, wenn man am Anfang so viel in so ein Projekt investiert und es am Ende dann lässt“, sagt Philomena Höltkemeier.Über die Plattform „Kickstart“ soll das Buch deshalb finanziert werden, 8000 Euro müssen erwirtschaftet werden, damit eine erste kleine Auflage hergestellt werden kann. Knapp 3700 Euro waren gestern dafür bereits zusammengekommen - doch nur, wenn die volle Summe erreicht wird, wird das Buch zur Realität.Wer sich beteiligt, bekommt ab einer bestimmten Summe das Buch selbst, für kleinere Beträge schreibt Minna eine Postkarte, Firmen können Lesungen buchen und zum Beispiel an eine Grundschule verschenken.- Die amerikanische Internetseite www.kickstarter.com ist eine sogenannte Crowdfunding-Seite.- Crowdfunding ist ein Kunstwort aus den englischen Begriffen „Crowd“ für (Menschen)-Menge und „Funding“ für „Finanzierung“: Viele Menschen sollen gemeinsam ein Projekt finanzieren, damit es zur Marktreife gelangt.- Über Kickstarter werden technische Neuheiten ebenso finanziert, wie Expeditionsreisen von Dokumentarfilmern oder kreative Projekte. Der Fokus liegt jedoch auf kreativen Projekten, die nicht unbedingt gewinnorientiert sind.- Kickstarter selbst finanziert sich mit einem Gebühr in Höhe von fünf Prozent über die Projekte, die verwirklicht werden. Das Unternehmen macht jedoch als „Benefit Company“ keine Gewinne.- Die Finanziers geben kleine Beträge, die dann als komplette Finanzierung oder Anschubfinanzierung für die Projekte dienen.- Das Buch „Die kleine Minna“ soll komplett über Kickstarter finanziert werden. Ab einem gewissen Betrag gibt es dafür zum Beispiel das Buch als Gegenleistung. Auch Buchspenden sind möglich. Zu erreichen ist die Seite unter diesem Link.- Aktueller Stand des Projekts: 63 Unterstützer, 3687 Euro (8000 Euro ist das Finanzierungsziel), 13 Tage Laufzeit

Mindenerin will Kinderbuch „Minna“ per Crowdfunding finanzieren

Autorin Philomena Höltkemeier, ihr Vater und Lektor des Buches Heinz-Walter Höltkemeier mit der Hauptfigur des Buches: Die kleine Minna. © MT-Foto: Jan Henning Rogge

Minden (mt). Wenn aus etwas kleinem etwas großes werden soll, ist es manchmal nötig, ungewöhnliche Wege zu beschreiten. Diese Erfahrung macht Minna, Heldin des Kinderbuches „Kleine Minna“, geschrieben von Philomena Höltkemeier, bebildert von der japanisch-amerikanischen Illustratorin Anna Takahashi. Etwas großes soll auch aus dem Buch selbst werden - denn bislang gibt es das Märchen nur in wenigen Einzelexemplaren. Über die Internetplattform „Kickstart“ soll das Buch nun auf ungewöhnlichem Weg zu etwas ganz besonderem werden. Die Geschichte hinter dem Buch ist dabei ebenso von Begegnungen geprägt, wie die Handlung selbst.

Denn eigentlich ist Philomena Höltkemeier, aufgewachsen in Minden und Bad Oeynhausen und Tochter des frisch pensionierten Herder-Lehreres Heinz-Walter Höltkemeier, keine Kinderbuchautorin. Zwar kümmert sie sich auch beruflich ums Geschichten erzählen - doch das sind meist Geschichten für Erwachsene. Als Story-Beraterin hilft sie Autoren auf dem Weg zum besseren Drehbuch. Erfahrung in diesem Bereich sammelte sie zuvor in der Filmindustrie in Hollywood, lebte eine Weile in Los Angeles. In Darmstadt gründete sie ihre eigene Firma und wurde 2014 mit dem Preis „Kultur- und Kreativpiloten“ der Bundesregierung ausgezeichnet.

- © Foto: pr
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Nun also eine Geschichte für Kinder. „Ich habe mich in den letzten Jahren immer dann, wenn ich mir in Buchläden Kinderbücher angeschaut habe, gefragt, wo eigentlich diese ganzen richtig tollen Kinderbücher meiner Kindheit hingekommen sind“, erzählt sie. Und meint damit aufwendig hergestellte Bücher mit schönem, schweren Einband, dickem Papier und ebenso spannenden wie märchenhaften Geschichten. Doch diese Frage alleine genügte nicht, um die kleine Minna in ihrer jetzigen Form auf den Weg zu bringen - da musste noch der Zufall eine Rolle spielen.

„Das Buch „Die kleine Minna“ habe ich schon vor mehreren Jahren geschrieben“, erzählt sie. Als sie dann nach Los Angeles zog, lernte sie bald ihre Nachbarin kennen - die aus Japan stammende Zeichnerin Anna Takahashi. „Irgendwann hat sie mir dann erzählt, dass sie gerne mal ein Kinderbuch illustrieren würde und da habe ich ihr von „Small Minna“ erzählt.

Die Illustratorin war begeistert und begann, Minna und ihrer Geschichte Leben einzuhauchen. Herausgekommen ist nicht nur die kleine rothaarige Minna sondern viele starke Bilder, die den Betrachter fast in das Buch hineinsaugen. Mit Grafik-Designerin Anna Ranches aus Frankfurt wurde aus Bildern und Text dann ein Buch, dass nun nicht nur auf Deutsch sondern auch auf Englisch erscheinen soll - wenn der nächste Teil des Märchens wahr wird.

Denn damit das Buch etwas wirklich besonderes wird, haben sich die Minna-Schöpferinnen entschieden, nicht den regulären Weg zu gehen. „Wir möchten einfach nicht, dass es ein gewöhnliches Bilderbuch wird.“ Das Buch soll unbedingt in Deutschland auf umweltfreundlich hergestelltem Papier gedruckt werden. Mit einem besonderen Einband und viel Handarbeit.„Es soll einfach von vorne bis hinten mit Liebe gemacht sein.“ Ein Sammlerstück - aber eines, dass von Kindern auch benutzt wird. „Es wäre doch komisch, wenn man am Anfang so viel in so ein Projekt investiert und es am Ende dann lässt“, sagt Philomena Höltkemeier.

Über die Plattform „Kickstart“ soll das Buch deshalb finanziert werden, 8000 Euro müssen erwirtschaftet werden, damit eine erste kleine Auflage hergestellt werden kann. Knapp 3700 Euro waren gestern dafür bereits zusammengekommen - doch nur, wenn die volle Summe erreicht wird, wird das Buch zur Realität.

Wer sich beteiligt, bekommt ab einer bestimmten Summe das Buch selbst, für kleinere Beträge schreibt Minna eine Postkarte, Firmen können Lesungen buchen und zum Beispiel an eine Grundschule verschenken.

- Die amerikanische Internetseite www.kickstarter.com ist eine sogenannte Crowdfunding-Seite.

- Crowdfunding ist ein Kunstwort aus den englischen Begriffen „Crowd“ für (Menschen)-Menge und „Funding“ für „Finanzierung“: Viele Menschen sollen gemeinsam ein Projekt finanzieren, damit es zur Marktreife gelangt.

- Über Kickstarter werden technische Neuheiten ebenso finanziert, wie Expeditionsreisen von Dokumentarfilmern oder kreative Projekte. Der Fokus liegt jedoch auf kreativen Projekten, die nicht unbedingt gewinnorientiert sind.

- Kickstarter selbst finanziert sich mit einem Gebühr in Höhe von fünf Prozent über die Projekte, die verwirklicht werden. Das Unternehmen macht jedoch als „Benefit Company“ keine Gewinne.

- Die Finanziers geben kleine Beträge, die dann als komplette Finanzierung oder Anschubfinanzierung für die Projekte dienen.

- Das Buch „Die kleine Minna“ soll komplett über Kickstarter finanziert werden. Ab einem gewissen Betrag gibt es dafür zum Beispiel das Buch als Gegenleistung. Auch Buchspenden sind möglich. Zu erreichen ist die Seite unter diesem Link.

- Aktueller Stand des Projekts: 63 Unterstützer, 3687 Euro (8000 Euro ist das Finanzierungsziel), 13 Tage Laufzeit

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