Mindener Reitverein saniert Asbestdächer seiner Hallen Stefan Koch Minden. Der Mindener Pferdezucht-, Reit- und Fahrverein soll aus dem Sportstättenförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen 80.000 Euro bekommen, wie die heimische Landtagsabgeordnete Kirstin Korte (CDU) im Juli mitteilte. Das Geld setzt der rund 200 Mitglieder zählende Verein für die Asbestsanierung seiner zwei Hallen ein, die weit mehr als 40 Jahre alt sind. Da auch das Herunterfahren von Aktivitäten in der Coronakrise die Aktivitäten des Vereins stark einschränkte zu finanziellen Defiziten führte, erhielten die Pferdefreunde weitere 9.000 Euro an Soforthilfe. Insgesamt vergibt das Land in diesem Jahr 268.000 Euro für sechs Sportvereine in Minden (siehe Kasten) aus dem Programm „Moderne Sportstätten 2022“, für das rund 300 Millionen Euro landesweit zur Verfügung standen. Im vergangenen Jahr hatte sich auch der Mindener Pferdezucht-, Reit und Fahrverein über den Stadtsportbund um die Mittel beworben, um eine längst fällige Asbestsanierung an seinen zwei Reithallen vorzunehmen. Wie Udo Stahl, kaufmännischer Geschäftsführer des Vereins, erklärt, seien beide Hallen mit Asbestdächern versehen. Zudem bestehe bei einer Halle auch die Seitenverkleidung aus dem Material. Der Zuschuss für den Austausch der asbesthaltigen Bauteile in Höhe von 80.000 Euro mache 60 Prozent des Kostenvolumens aus. Für den Rest müsse der Verein selbst aufkommen. Dies werde durch Eigenleistung und einen Kredit geschehen. Stahl hofft, dass es dem Verein gelingt, mit dem Betreiber von Fotovoltaikanlagen einen Nutzungsvertrag der Hallendächer abschließen zu können. Mit den daraus gewonnen Mieteinnahmen ließen sich die Kosten der Asbestsanierung decken. Zu klären sei allerdings noch, ob sich die Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie rechne wenn die umgebende Infrastruktur zur Abnahme der gewonnenen Elektrizität nachgerüstet werden müsse. Möglichst noch in diesem Jahr will der Verein die Hallendächer gegen Fotovoltaik austauschen, weil die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Zukunft vermindert wird und damit die Perspektiven für das Vorhaben schwinden. Eine weitere Herausforderung für den Mindener Pferdezucht-, Reit- und Fahrverein waren in den vergangenen Monaten die Auswirkungen der Coronakrise. In den Hallen sind neben 30 Pensionspferden vier vereinseigene Schulpferde untergebracht, deren Zahl um zwei weitere erhöht werden soll. Weil ab Mitte März der komplette Reitunterricht ausfallen musste, ging Betriebsleiterin Ivonne Nagel zusammen mit einer weiteren Vollzeitkraft in Kurzarbeit. Für die Besitzer der Pensionspferde gab es ein strenges Zeitkonzept. Drei Vereinspferde wurden vorübergehend an Schüler vermietet, die sich ausschließlich selbst um die Tiere kümmerten. Besucher mussten sich in Anwesenheitslisten eintragen. So stellte der Verein sicher, dass nicht mehr als vier Reiter gleichzeitig in der Halle waren. „Das hat gut geklappt und wurde akzeptiert“, sagt Stahl. Nicht nur der Stopp der Reitstunden, sondern auch der Ausfall des Reitturniers im Juni sorgte für Ebbe in der Vereinskasse. Vorsorglich hatte Stahl über die Bezirksregierung Detmold 9.000 Euro an Soforthilfe vom Land angefordert, die innerhalb von wenigen Tagen ausgezahlt wurde. „Wir warten jetzt darauf, wie das Land letztendlich unseren Liquiditätsengpass bewertet, so dass wir mit der Rückzahlung von Geldern rechnen müssen.“ 60 Prozent der Mitglieder des Vereins sind Minderjährige. Mit den zunehmenden Lockerungen im Mai begann der Verein zunächst, die Aktivitäten ausschließlich mit Erwachsenen fortzusetzen, weil sie selbstständig in der Lage sind, die Pferdepflege und das Satteln vorzunehmen. Als dann die Ferienzeit kamen, konnte der Verein wieder seine Kinderfreizeiten anbieten. Allerdings mit einem veränderten Konzept. War dies bislang nur in der ersten und der letzten Woche der Sommerferien vorgesehen, so gab es jetzt das Vormittagsangebot in kleineren Gruppen über die ganze Ferienzeit hinweg. Durch ein Wegekonzept wurden die Teilnehmer vom übrigen Reitbetrieb getrennt, so dass die Infektionsgefahr vermindert war. „Die Coronakrise hat damit auch bei uns zu Veränderungen geführt“, sagt Stahl. Denn die Erfahrungen mit den kleinen, über eine längeren Zeitraum verteilten Gruppen sei derart positiv gewesen, so dass dies in den kommenden Jahren fortgesetzt werde. Stahl: „Die Aktivitäten sind einfach intensiver, wenn nur wenige mit den Pferden umgehen.“ Ansonsten sei schon ab Ende August geplant, den Betrieb in der gewohnten Form fortzusetzen. NRW-Programm "Moderne Sportstätte 2022" Die Kanusportgemeinschaft Kurt-Tucholsky-Gesamtschule Minden erhält 50.000 Euro für die energetische Modernisierung des Bootshauses. Der Familiensportbund Minden erhält 38.000 Euro für energetische Modernisierung. Der Bessel-Ruder-Club erhält 80.000 Euro für bauliche und energetische Modernisierung des Bootshauses. Der Schützenverein Minderheide erhält 10.000 Euro für digitale Modernisierung der Schießstände. Der ESV Minden 1923 erhält 10.000 Euro für bauliche und energetische Modernisierung des Vereinsheims. Der Mindener Pferdezucht-, Reit- und Fahrverein erhält 80.000 Euro für den Austausch des asbesthaltigen Hallendachs und der Außenwände der Reithalle.

Mindener Reitverein saniert Asbestdächer seiner Hallen

In diesem Jahr organisierte der Reitverein erstmal seine Freizeiten in kleinen Gruppen über die Sommerferien verteilt. Das Konzept will er in Zukunft fortsetzen. MT- © Foto: Stefan Koch

Minden. Der Mindener Pferdezucht-, Reit- und Fahrverein soll aus dem Sportstättenförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen 80.000 Euro bekommen, wie die heimische Landtagsabgeordnete Kirstin Korte (CDU) im Juli mitteilte. Das Geld setzt der rund 200 Mitglieder zählende Verein für die Asbestsanierung seiner zwei Hallen ein, die weit mehr als 40 Jahre alt sind. Da auch das Herunterfahren von Aktivitäten in der Coronakrise die Aktivitäten des Vereins stark einschränkte zu finanziellen Defiziten führte, erhielten die Pferdefreunde weitere 9.000 Euro an Soforthilfe.

Insgesamt vergibt das Land in diesem Jahr 268.000 Euro für sechs Sportvereine in Minden (siehe Kasten) aus dem Programm „Moderne Sportstätten 2022“, für das rund 300 Millionen Euro landesweit zur Verfügung standen. Im vergangenen Jahr hatte sich auch der Mindener Pferdezucht-, Reit und Fahrverein über den Stadtsportbund um die Mittel beworben, um eine längst fällige Asbestsanierung an seinen zwei Reithallen vorzunehmen.

Wie Udo Stahl, kaufmännischer Geschäftsführer des Vereins, erklärt, seien beide Hallen mit Asbestdächern versehen. Zudem bestehe bei einer Halle auch die Seitenverkleidung aus dem Material. Der Zuschuss für den Austausch der asbesthaltigen Bauteile in Höhe von 80.000 Euro mache 60 Prozent des Kostenvolumens aus. Für den Rest müsse der Verein selbst aufkommen. Dies werde durch Eigenleistung und einen Kredit geschehen.

Stahl hofft, dass es dem Verein gelingt, mit dem Betreiber von Fotovoltaikanlagen einen Nutzungsvertrag der Hallendächer abschließen zu können. Mit den daraus gewonnen Mieteinnahmen ließen sich die Kosten der Asbestsanierung decken. Zu klären sei allerdings noch, ob sich die Gewinnung von Strom aus Sonnenenergie rechne wenn die umgebende Infrastruktur zur Abnahme der gewonnenen Elektrizität nachgerüstet werden müsse. Möglichst noch in diesem Jahr will der Verein die Hallendächer gegen Fotovoltaik austauschen, weil die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz in Zukunft vermindert wird und damit die Perspektiven für das Vorhaben schwinden.

Eine weitere Herausforderung für den Mindener Pferdezucht-, Reit- und Fahrverein waren in den vergangenen Monaten die Auswirkungen der Coronakrise. In den Hallen sind neben 30 Pensionspferden vier vereinseigene Schulpferde untergebracht, deren Zahl um zwei weitere erhöht werden soll. Weil ab Mitte März der komplette Reitunterricht ausfallen musste, ging Betriebsleiterin Ivonne Nagel zusammen mit einer weiteren Vollzeitkraft in Kurzarbeit. Für die Besitzer der Pensionspferde gab es ein strenges Zeitkonzept. Drei Vereinspferde wurden vorübergehend an Schüler vermietet, die sich ausschließlich selbst um die Tiere kümmerten. Besucher mussten sich in Anwesenheitslisten eintragen. So stellte der Verein sicher, dass nicht mehr als vier Reiter gleichzeitig in der Halle waren. „Das hat gut geklappt und wurde akzeptiert“, sagt Stahl.

Nicht nur der Stopp der Reitstunden, sondern auch der Ausfall des Reitturniers im Juni sorgte für Ebbe in der Vereinskasse. Vorsorglich hatte Stahl über die Bezirksregierung Detmold 9.000 Euro an Soforthilfe vom Land angefordert, die innerhalb von wenigen Tagen ausgezahlt wurde. „Wir warten jetzt darauf, wie das Land letztendlich unseren Liquiditätsengpass bewertet, so dass wir mit der Rückzahlung von Geldern rechnen müssen.“

60 Prozent der Mitglieder des Vereins sind Minderjährige. Mit den zunehmenden Lockerungen im Mai begann der Verein zunächst, die Aktivitäten ausschließlich mit Erwachsenen fortzusetzen, weil sie selbstständig in der Lage sind, die Pferdepflege und das Satteln vorzunehmen. Als dann die Ferienzeit kamen, konnte der Verein wieder seine Kinderfreizeiten anbieten. Allerdings mit einem veränderten Konzept. War dies bislang nur in der ersten und der letzten Woche der Sommerferien vorgesehen, so gab es jetzt das Vormittagsangebot in kleineren Gruppen über die ganze Ferienzeit hinweg. Durch ein Wegekonzept wurden die Teilnehmer vom übrigen Reitbetrieb getrennt, so dass die Infektionsgefahr vermindert war.

„Die Coronakrise hat damit auch bei uns zu Veränderungen geführt“, sagt Stahl. Denn die Erfahrungen mit den kleinen, über eine längeren Zeitraum verteilten Gruppen sei derart positiv gewesen, so dass dies in den kommenden Jahren fortgesetzt werde. Stahl: „Die Aktivitäten sind einfach intensiver, wenn nur wenige mit den Pferden umgehen.“ Ansonsten sei schon ab Ende August geplant, den Betrieb in der gewohnten Form fortzusetzen.

NRW-Programm "Moderne Sportstätte 2022"

  • Die Kanusportgemeinschaft Kurt-Tucholsky-Gesamtschule Minden erhält 50.000 Euro für die energetische Modernisierung des Bootshauses.
  • Der Familiensportbund Minden erhält 38.000 Euro für energetische Modernisierung.
  • Der Bessel-Ruder-Club erhält 80.000 Euro für bauliche und energetische Modernisierung des Bootshauses.
  • Der Schützenverein Minderheide erhält 10.000 Euro für digitale Modernisierung der Schießstände.
  • Der ESV Minden 1923 erhält 10.000 Euro für bauliche und energetische Modernisierung des Vereinsheims.
  • Der Mindener Pferdezucht-, Reit- und Fahrverein erhält 80.000 Euro für den Austausch des asbesthaltigen Hallendachs und der Außenwände der Reithalle.

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