Mindener Joachim Anlauf erhält beim Wettbewerb für Kriminalromane in Leipzig Publikumspreis "Völkers Schlacht" ums Ratshaus Stefan Koch Minden (mt). Viele schreiben gerne Bücher - doch der Erfolg kommt nur zu wenigen. Eher zufällig hatte sich daher der Mindener Joachim Anlauf an den Laptop gesetzt und einen Roman für einen Krimi-Wettbewerb verfasst. Damit erhielt er auf Anhieb den Publikumspreis. Nun sucht der 45-Jährige einen Verlag - auch wie so viele. "Völkers Schlacht" heißt das Werk, das im Jahr 2013 spielt. Es geht trotz des Titels 200 Jahre nach der Völkerschlacht um die Wahl des Oberbürgermeisters, die aktuell und im wirklichen Leben in den vergangenen Tagen in der Sachsenmetropole ohne Blutvergießen über die Bühne lief. Im Kriminalroman indes kämpft der fiktive Oberbürgermeister Clemens Völker mit eigenen Mitteln ums politische Überleben. Mittels einer Intrige soll er sein Amt verlieren - und dazu wird ein Doppelgänger auf ihn angesetzt. Es kommt schließlich zu einem Kampf auf Leben und Tod ... Der Autor Joachim Anlauf hatte eigentlich nie vor, sein Geld als Schriftsteller zu verdienen. Nach seinem Abitur am Besselgymnasium in Minden legte er eine respektable Karriere hin. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Osnabrück. Danach war er unter anderem als Pressesprecher der Polizei in Sachsen, in der Sächsischen Staatskanzlei und der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag. Derzeit ist er Referent für Raumordnung und Stadtentwicklung an der Dienststelle Leipzig der Landesdirektion Sachsen. Wie es zu dem Buch kam? "Ich fand zufällig den Flyer zum Wettbewerb", erklärt Anlauf. Es handelte sich um den 1. Leipziger Krimipreis, den der fhl-Verlag Leipzig und die Buchhandlung Hugendubel gestiftet hatten. In nur vier Monaten hatte der Autor dann das Buch geschrieben und Ende Juli vergangenen Jahres vorgelegt. Ende September teilte ihm die Jury mit, dass er unter 15 Bewerbern zur engeren Auswahl vorgeschlagen wurde. Am 16. November fiel dann in der Finalrunde die Entscheidung. Fünf Teilnehmer hatten je 20 Minuten Zeit, aus ihren Werken vorzulesen. Die Jury entschied zwar für eine Autorin - doch das Publikum stimmte für Anlauf. Der 45-Jährige hatte nach eigenen Angaben schon früh mit dem Schreiben begonnen. Auf dem Besselgymnasium setzte er seine Leidenschaften in der Schülerzeitung "WIR" fort, publizierte an der Uni Studentenzeitschriften und schrieb Reden und andere Texte während seiner beruflichen Laufbahn. Mit dem für sein Prosawerk erforderlichen Wissen vom Verbrechen wurde Anlauf übrigens auch schon früh konfrontiert. Sein Vater Walter Anlauf war Kriminalbeamter. Er wurde 1972 von Bielefeld-Brackwede nach Minden versetzt, wo er heute den Ruhestand genießt. "Von Vorteil waren für mich natürlich auch die Erfahrungen des Zusammenspiels von Politik und Medien in meinem Beruf", so der Autor. Etliche Figuren des Romans wie der fiktive Wahlkampfmanager Michael Lenk, der CDU-Fraktionsvorsitzende Nikolaus Boes oder der finstere PR-Tycoon "Capitano" zählen dazu. Wann der Leser das Buch im Laden kaufen kann? "Derzeit bin ich noch auf der Suche nach einem Verlag", bekennt Anlauf. Aber er plane bereits, einen Fortsetzungsroman zu "Völkers Schlacht" zu schreiben. Und möglicherweise sei auch ein Minden-Krimi drin. "Dazu kann ich auf das umfangreiche Zeitungsartikel-Archiv meines Vaters zurückgreifen."

Mindener Joachim Anlauf erhält beim Wettbewerb für Kriminalromane in Leipzig Publikumspreis

Minden (mt). Viele schreiben gerne Bücher - doch der Erfolg kommt nur zu wenigen. Eher zufällig hatte sich daher der Mindener Joachim Anlauf an den Laptop gesetzt und einen Roman für einen Krimi-Wettbewerb verfasst. Damit erhielt er auf Anhieb den Publikumspreis. Nun sucht der 45-Jährige einen Verlag - auch wie so viele.

"Völkers Schlacht" heißt das Werk, das im Jahr 2013 spielt. Es geht trotz des Titels 200 Jahre nach der Völkerschlacht um die Wahl des Oberbürgermeisters, die aktuell und im wirklichen Leben in den vergangenen Tagen in der Sachsenmetropole ohne Blutvergießen über die Bühne lief. Im Kriminalroman indes kämpft der fiktive Oberbürgermeister Clemens Völker mit eigenen Mitteln ums politische Überleben. Mittels einer Intrige soll er sein Amt verlieren - und dazu wird ein Doppelgänger auf ihn angesetzt. Es kommt schließlich zu einem Kampf auf Leben und Tod ...

Mindener erhält

Krimi-Preis - © MINDEN
Mindener erhält
Krimi-Preis - © MINDEN

Der Autor Joachim Anlauf hatte eigentlich nie vor, sein Geld als Schriftsteller zu verdienen. Nach seinem Abitur am Besselgymnasium in Minden legte er eine respektable Karriere hin. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Osnabrück. Danach war er unter anderem als Pressesprecher der Polizei in Sachsen, in der Sächsischen Staatskanzlei und der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag. Derzeit ist er Referent für Raumordnung und Stadtentwicklung an der Dienststelle Leipzig der Landesdirektion Sachsen.

Wie es zu dem Buch kam? "Ich fand zufällig den Flyer zum Wettbewerb", erklärt Anlauf. Es handelte sich um den 1. Leipziger Krimipreis, den der fhl-Verlag Leipzig und die Buchhandlung Hugendubel gestiftet hatten. In nur vier Monaten hatte der Autor dann das Buch geschrieben und Ende Juli vergangenen Jahres vorgelegt. Ende September teilte ihm die Jury mit, dass er unter 15 Bewerbern zur engeren Auswahl vorgeschlagen wurde. Am 16. November fiel dann in der Finalrunde die Entscheidung. Fünf Teilnehmer hatten je 20 Minuten Zeit, aus ihren Werken vorzulesen. Die Jury entschied zwar für eine Autorin - doch das Publikum stimmte für Anlauf.

Der 45-Jährige hatte nach eigenen Angaben schon früh mit dem Schreiben begonnen. Auf dem Besselgymnasium setzte er seine Leidenschaften in der Schülerzeitung "WIR" fort, publizierte an der Uni Studentenzeitschriften und schrieb Reden und andere Texte während seiner beruflichen Laufbahn.

Mit dem für sein Prosawerk erforderlichen Wissen vom Verbrechen wurde Anlauf übrigens auch schon früh konfrontiert. Sein Vater Walter Anlauf war Kriminalbeamter. Er wurde 1972 von Bielefeld-Brackwede nach Minden versetzt, wo er heute den Ruhestand genießt. "Von Vorteil waren für mich natürlich auch die Erfahrungen des Zusammenspiels von Politik und Medien in meinem Beruf", so der Autor. Etliche Figuren des Romans wie der fiktive Wahlkampfmanager Michael Lenk, der CDU-Fraktionsvorsitzende Nikolaus Boes oder der finstere PR-Tycoon "Capitano" zählen dazu.

Wann der Leser das Buch im Laden kaufen kann? "Derzeit bin ich noch auf der Suche nach einem Verlag", bekennt Anlauf. Aber er plane bereits, einen Fortsetzungsroman zu "Völkers Schlacht" zu schreiben. Und möglicherweise sei auch ein Minden-Krimi drin. "Dazu kann ich auf das umfangreiche Zeitungsartikel-Archiv meines Vaters zurückgreifen."

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