Mindener Grüne wollen auf Bastaubrücke verzichten Fußgänger- und Radfahrverbindung ins Glacis nach 30 Jahren marode / Idelberger: " Alternative liegt 50 Meter entfernt" Von Oliver Plöger Minden (mt). Vom Neubau der Bastaubrücke im Glacis halten die Mindener Grünen nicht besonders viel. Mehr noch: Auf die Brücke könne ganz verzichtet werden. Satte 170 000 Euro seien für das Bauprojekt im Haushalt 2014 vorgesehen, Minden müsste nach Abzug der möglichen Förderung noch 60 000 Euro bezahlen. "Es ist somit dringend Zeit, über Alternativen nachzudenken", sagt Fraktionssprecher Horst Idelberger. Und blickt gemeinsam mit seinem Stellvertreter Wolfgang Thienelt auf die bestehende Fahrzeug-Brücke knapp 50 Meter weiter.Die könne mit relativ geringem Aufwand zu einer reinen Fußgänger- und Fahrradbrücke umfunktioniert werden. Die "Alternativ-Brücke", erst vor kurzer Zeit saniert, müsste allerdings ("vielleicht durch eine Schlüssel-Lösung") für die Feuerwehr passierbar sein.Simeonsglacis häufig als Abkürzung missbrauchtFür den fließenden Verkehr hingegen gebe es durch die umliegenden Straßenverbindungen Ausweichmöglichkeiten - und ohnehin: Oft würde die Straße Simeonsglacis als Abkürzung benutzt.Ein Meinungsbild der Anlieger gibt es noch nicht, jedoch sei Idelberger in ersten Gesprächen auf eine positive Resonanz gestoßen.Die bisherige Bastaubrücke, auf die die Grünen am liebsten verzichten würden, ist in der heutigen Bauform vor 30 Jahren entstanden. "Wir haben das damals schon sehr kritisch gesehen", erinnert sich Idelberger.Dass ausgerechnet tropisches Hartholz für den Brückenbelag verwendet wurde, sei ein Fehler gewesen. "Damals hat man gesagt: Das hält ewig", und Thienelt ergänzt schmunzelnd: "Eine Ewigkeit sind in Minden 30 Jahre." Kiefer hätte man damals nehmen sollen oder sogar Stahlbeton, sagen die beiden gelernten Bau-Ingenieure.Mittlerweile ist der Brücke das "Stückwerk" deutlich anzusehen, Idelberger spricht von "Murks". Die Hartholz-Kanten mussten durch Bleche verstärkt werden, grüne Gitternetze ersetzten teilweise die gebrochenen Geländer-Hölzer. "Ein Neubau wäre in unserer Situation nicht sinnvoll", sagt Idelberger. Städte, die Geld haben, könnten viele Brücken bauen, Minden jedoch nicht."Uns ist es wichtig, die mögliche Alternative jetzt erst einmal zu prüfen", sagt Wolfgang Thienelt. Er hält den Aufwand für eine Umgestaltung des Bereichs an der Einmündung ins Simeonsglacis für gering, es müssten nicht einmal Bäume gefällt werden.Brückenrückbau kommt Renaturierung entgegenRadler, Fußgänger und Jogger könnten weiter ins Glacis kommen. Auch komme ein Rückbau der Glacis-Brücke der geforderten Renaturierung der Bastau entgegen.Nach Vorstellungen der Verwaltung soll die Fahrrad- und Fußgängerbrücke im kommenden Jahr abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die reinen Kosten würden sich tatsächlich auf 170 000 Euro belaufen, bestätigte Pressesprecherin Susann Lewerenz aus der Stadtverwaltung Minden. Ein kompletter Verzicht könne sicherlich geprüft werden, die Brücke aber sei ein wichtiger Bestandteil des Schulweges.Die Fahrzeugstrecke - also die von den Grünen vorgeschlagene Alternative 50 Meter weiter - zu sperren, sei indes nicht ohne Weiteres möglich.

Mindener Grüne wollen auf Bastaubrücke verzichten

Minden (mt). Vom Neubau der Bastaubrücke im Glacis halten die Mindener Grünen nicht besonders viel. Mehr noch: Auf die Brücke könne ganz verzichtet werden.

Noch stehen Horst Idelberger und Wolfgang Thienelt (r.) auf der Bastaubrücke für Fußgänger und Radler. Auf diese Brücke aber könne verzichtet werden, die Alternative sei die bisherige Fahrzeugbrücke (hier im Hintergrund). - © MT-Foto: Oliver Plöger
Noch stehen Horst Idelberger und Wolfgang Thienelt (r.) auf der Bastaubrücke für Fußgänger und Radler. Auf diese Brücke aber könne verzichtet werden, die Alternative sei die bisherige Fahrzeugbrücke (hier im Hintergrund). - © MT-Foto: Oliver Plöger

Satte 170 000 Euro seien für das Bauprojekt im Haushalt 2014 vorgesehen, Minden müsste nach Abzug der möglichen Förderung noch 60 000 Euro bezahlen. "Es ist somit dringend Zeit, über Alternativen nachzudenken", sagt Fraktionssprecher Horst Idelberger. Und blickt gemeinsam mit seinem Stellvertreter Wolfgang Thienelt auf die bestehende Fahrzeug-Brücke knapp 50 Meter weiter.

Grüne wollen auf Bastaubrücke verzichten - © MINDEN
Grüne wollen auf Bastaubrücke verzichten - © MINDEN

Die könne mit relativ geringem Aufwand zu einer reinen Fußgänger- und Fahrradbrücke umfunktioniert werden. Die "Alternativ-Brücke", erst vor kurzer Zeit saniert, müsste allerdings ("vielleicht durch eine Schlüssel-Lösung") für die Feuerwehr passierbar sein.

Simeonsglacis häufig als Abkürzung missbraucht

Für den fließenden Verkehr hingegen gebe es durch die umliegenden Straßenverbindungen Ausweichmöglichkeiten - und ohnehin: Oft würde die Straße Simeonsglacis als Abkürzung benutzt.

Ein Meinungsbild der Anlieger gibt es noch nicht, jedoch sei Idelberger in ersten Gesprächen auf eine positive Resonanz gestoßen.

Die bisherige Bastaubrücke, auf die die Grünen am liebsten verzichten würden, ist in der heutigen Bauform vor 30 Jahren entstanden. "Wir haben das damals schon sehr kritisch gesehen", erinnert sich Idelberger.

Dass ausgerechnet tropisches Hartholz für den Brückenbelag verwendet wurde, sei ein Fehler gewesen. "Damals hat man gesagt: Das hält ewig", und Thienelt ergänzt schmunzelnd: "Eine Ewigkeit sind in Minden 30 Jahre." Kiefer hätte man damals nehmen sollen oder sogar Stahlbeton, sagen die beiden gelernten Bau-Ingenieure.

Mittlerweile ist der Brücke das "Stückwerk" deutlich anzusehen, Idelberger spricht von "Murks". Die Hartholz-Kanten mussten durch Bleche verstärkt werden, grüne Gitternetze ersetzten teilweise die gebrochenen Geländer-Hölzer. "Ein Neubau wäre in unserer Situation nicht sinnvoll", sagt Idelberger. Städte, die Geld haben, könnten viele Brücken bauen, Minden jedoch nicht.

"Uns ist es wichtig, die mögliche Alternative jetzt erst einmal zu prüfen", sagt Wolfgang Thienelt. Er hält den Aufwand für eine Umgestaltung des Bereichs an der Einmündung ins Simeonsglacis für gering, es müssten nicht einmal Bäume gefällt werden.

Brückenrückbau kommt Renaturierung entgegen

Radler, Fußgänger und Jogger könnten weiter ins Glacis kommen. Auch komme ein Rückbau der Glacis-Brücke der geforderten Renaturierung der Bastau entgegen.

Nach Vorstellungen der Verwaltung soll die Fahrrad- und Fußgängerbrücke im kommenden Jahr abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Die reinen Kosten würden sich tatsächlich auf 170 000 Euro belaufen, bestätigte Pressesprecherin Susann Lewerenz aus der Stadtverwaltung Minden. Ein kompletter Verzicht könne sicherlich geprüft werden, die Brücke aber sei ein wichtiger Bestandteil des Schulweges.

Die Fahrzeugstrecke - also die von den Grünen vorgeschlagene Alternative 50 Meter weiter - zu sperren, sei indes nicht ohne Weiteres möglich.

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