Mindener Fotograf Klaus von Kassel setzt die Babyboomer ins Rampenlicht Ursula Koch Minden. „Photogenic Babyboomer“ ist nicht das erste Buch des Mindener Fotografen Klaus von Kassel, aber wohl das außergewöhnlichste: Ein Bildband mit Models, die alle die 50 überschritten haben. Sie gehören, wie der Fotograf selbst, zur Generation der Babyboomer an, wurden also zwischen 1950 und 1969 geboren. Auf die Idee kam er, als er Aufnahmen mit der Hannoveranerin Maggie Menges für deren Bewerbungsmappe machte. Aus diesem Termin entstand auch schon das Foto, das den Titel des Buches ziert. Das Projekt habe gut in die Zeit gepasst, erzählt Klaus von Kassel, der mit bürgerlichem Namen Klaus Wittich heißt, sich als Fotograf aber nach seiner Geburtsstadt benannt hat. Im Februar hat er sich nach vielen Jahren Tätigkeit für Agenturen gerade selbstständig gemacht. Dann kam Corona, die Aufträge wurden weniger, dafür hatte er mehr Zeit für das Buch. Im Oktober 2019 hatte er damit angefangen, die letzten Aufnahmen entstanden im Oktober 2020. „Uns sieht ja keiner mehr.“ Das ist eine Aussage, die der Fotograf häufig von Gleichaltrigen hört. In seinem Berufsleben hat er viel mit Models zu tun, die sind in der Regel aber zwischen 25 und 40 Jahren alt. Die älteren fassen in der Branche erst in den letzten Jahren Fuß. Das habe dazu geführt, dass viele Männer überhaupt erst mit 50 in den Job eingestiegen sind, erzählt von Kassel. Die Frauen dagegen sind überwiegend schon in jungen Jahren in die Branche eingestiegen und – oft zumindest nebenberuflich – dabei geblieben. Über Menges und eine Freundin in Köln hat der Mindener die notwendigen Kontakte geknüpft. So hat er das erste Dutzend Kandidaten für sein Buch gefunden. Als Voraussetzung legte von Kassel fest, dass bei den Models ein „professioneller Ansatz“ erkennbar sein muss oder es sich um Influencer handelt. Am Ende sind es 30 Models geworden, die zwischen Flensburg und dem Allgäu leben. Das Verhältnis von zwei Dritteln Frauen zu einem Drittel Männern entspricht in etwa dem der Branche, sagt Klaus von Kassel. Jedes Model ist mit drei Fotos vertreten, einem in Schwarz-Weiß und zwei Aufnahmen, bei denen sie selber Regie führen durften und sich auch selbst einkleideten. Die Ergebnisse erzählen häufig kleine Geschichten von Hobbys und Träumen. Klaus von Kassel hat seine Models aufgefordert, einen persönlichen Text zu den Fotos zu liefern. So erfährt der Leser auch einige ungewöhnliche Lebensgeschichten. Zum Beispiel die des Bielefelders Andreas Schröder, der 24 Jahre lang als Polizist gearbeitet hat. Er war das erste Model, das es im Alter von 40 Jahren auf das Cover des Magazins „Men’s Health“ geschafft hat. Geboren wurde er 1960 in Thüringen, wuchs aber nach der Flucht seiner Eltern in Lippe auf. Eine Freundin hatte für ihn 1999 ein erstes Foto-Shooting organisiert. Er wurde von zwei Modelagenturen angenommen und schied vier Jahre später aus dem Polizeidienst aus. Maggie Menges übrigens wollte eigentlich Lehrerin werden, landete beim Modeln, um damit ihr Studium zu finanzieren. Mittlerweile ist sie seit vier Jahrzehnten erfolgreich, war in der RTL-Serie „Berlin Models“ die Hauptfigur und als Moderatorin bei Verkaufssendern tätig. Der Fotograf selber ist ebenfalls Quereinsteiger. Er wurde 1961 in Kassel geboren. Er studierte an der Universität der Bundeswehr in München Nachrichtentechnik und war 15 Jahre lang Offizier und Hubschrauberpilot am Standort Bückeburg, bevor er 1990 zum NDR ging und dort in der Studiotechnik arbeitete. Mit seiner Frau, die am Bessel-Gymnasium Kunst und Religion unterrichtet, lebt er schon seit vielen Jahren in Minden. Vom NDR wechselte er zu einem Studio in Bielefeld, das Beiträge für das Privatfernsehen produzierte, um schließlich unter dem Dach einer Softwarefirma eine Agentur für Industriefilme und Multimediaproduktionen zu gründen. Danach leitete er den Bereich Artwork bei einer Agentur und zuletzt realisierte er 3D-Animationen für zwei international erfolgreiche Unternehmen in Bielefeld und Gütersloh. Mit Digitalfotografie beschäftigt er sich seit knapp 20 Jahren. Viel Erfahrung, die sich in der sorgfältigen Gestaltung des Buches zeigt. Das trifft einen Nerv, denn durch ein Shooting wurde auch die Henkell-Sektkellerei auf das Projekt aufmerksam. Das Unternehmen hat nicht nur einige Exemplare des Buches in seinem Weihnachtsgewinnspiel verlost, sondern mit Klaus von Kassel eine Wanderausstellung konzipiert, die allerdings wegen Corona auf Eis gelegt werden musste, wie der Fotograf berichtet. „Die hätte ich niemals alleine finanzieren können“, ist Klaus von Kassel trotzdem dankbar. Er hofft, dass sich die vielen neue geknüpften Kontakte in Zukunft auszahlen werden. Das Buch kann per E-Mail an mail@klaus-von-kassel.de bestellt werden. Es kostet 49,50 Euro inklusive Versand.

Mindener Fotograf Klaus von Kassel setzt die Babyboomer ins Rampenlicht

Der Mindener Fotograf Klaus von Kassel erzählt mit seinem Bildband „Photogenic Babyboomer“ viele spannende Lebensgeschichten. MT-Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Minden. „Photogenic Babyboomer“ ist nicht das erste Buch des Mindener Fotografen Klaus von Kassel, aber wohl das außergewöhnlichste: Ein Bildband mit Models, die alle die 50 überschritten haben. Sie gehören, wie der Fotograf selbst, zur Generation der Babyboomer an, wurden also zwischen 1950 und 1969 geboren. Auf die Idee kam er, als er Aufnahmen mit der Hannoveranerin Maggie Menges für deren Bewerbungsmappe machte.

Aus diesem Termin entstand auch schon das Foto, das den Titel des Buches ziert. Das Projekt habe gut in die Zeit gepasst, erzählt Klaus von Kassel, der mit bürgerlichem Namen Klaus Wittich heißt, sich als Fotograf aber nach seiner Geburtsstadt benannt hat. Im Februar hat er sich nach vielen Jahren Tätigkeit für Agenturen gerade selbstständig gemacht. Dann kam Corona, die Aufträge wurden weniger, dafür hatte er mehr Zeit für das Buch. Im Oktober 2019 hatte er damit angefangen, die letzten Aufnahmen entstanden im Oktober 2020.

„Uns sieht ja keiner mehr.“ Das ist eine Aussage, die der Fotograf häufig von Gleichaltrigen hört. In seinem Berufsleben hat er viel mit Models zu tun, die sind in der Regel aber zwischen 25 und 40 Jahren alt. Die älteren fassen in der Branche erst in den letzten Jahren Fuß. Das habe dazu geführt, dass viele Männer überhaupt erst mit 50 in den Job eingestiegen sind, erzählt von Kassel. Die Frauen dagegen sind überwiegend schon in jungen Jahren in die Branche eingestiegen und – oft zumindest nebenberuflich – dabei geblieben.

Über Menges und eine Freundin in Köln hat der Mindener die notwendigen Kontakte geknüpft. So hat er das erste Dutzend Kandidaten für sein Buch gefunden. Als Voraussetzung legte von Kassel fest, dass bei den Models ein „professioneller Ansatz“ erkennbar sein muss oder es sich um Influencer handelt. Am Ende sind es 30 Models geworden, die zwischen Flensburg und dem Allgäu leben. Das Verhältnis von zwei Dritteln Frauen zu einem Drittel Männern entspricht in etwa dem der Branche, sagt Klaus von Kassel. Jedes Model ist mit drei Fotos vertreten, einem in Schwarz-Weiß und zwei Aufnahmen, bei denen sie selber Regie führen durften und sich auch selbst einkleideten. Die Ergebnisse erzählen häufig kleine Geschichten von Hobbys und Träumen.

Klaus von Kassel hat seine Models aufgefordert, einen persönlichen Text zu den Fotos zu liefern. So erfährt der Leser auch einige ungewöhnliche Lebensgeschichten. Zum Beispiel die des Bielefelders Andreas Schröder, der 24 Jahre lang als Polizist gearbeitet hat. Er war das erste Model, das es im Alter von 40 Jahren auf das Cover des Magazins „Men’s Health“ geschafft hat. Geboren wurde er 1960 in Thüringen, wuchs aber nach der Flucht seiner Eltern in Lippe auf. Eine Freundin hatte für ihn 1999 ein erstes Foto-Shooting organisiert. Er wurde von zwei Modelagenturen angenommen und schied vier Jahre später aus dem Polizeidienst aus. Maggie Menges übrigens wollte eigentlich Lehrerin werden, landete beim Modeln, um damit ihr Studium zu finanzieren. Mittlerweile ist sie seit vier Jahrzehnten erfolgreich, war in der RTL-Serie „Berlin Models“ die Hauptfigur und als Moderatorin bei Verkaufssendern tätig.

Der Fotograf selber ist ebenfalls Quereinsteiger. Er wurde 1961 in Kassel geboren. Er studierte an der Universität der Bundeswehr in München Nachrichtentechnik und war 15 Jahre lang Offizier und Hubschrauberpilot am Standort Bückeburg, bevor er 1990 zum NDR ging und dort in der Studiotechnik arbeitete. Mit seiner Frau, die am Bessel-Gymnasium Kunst und Religion unterrichtet, lebt er schon seit vielen Jahren in Minden. Vom NDR wechselte er zu einem Studio in Bielefeld, das Beiträge für das Privatfernsehen produzierte, um schließlich unter dem Dach einer Softwarefirma eine Agentur für Industriefilme und Multimediaproduktionen zu gründen. Danach leitete er den Bereich Artwork bei einer Agentur und zuletzt realisierte er 3D-Animationen für zwei international erfolgreiche Unternehmen in Bielefeld und Gütersloh. Mit Digitalfotografie beschäftigt er sich seit knapp 20 Jahren.

Viel Erfahrung, die sich in der sorgfältigen Gestaltung des Buches zeigt. Das trifft einen Nerv, denn durch ein Shooting wurde auch die Henkell-Sektkellerei auf das Projekt aufmerksam. Das Unternehmen hat nicht nur einige Exemplare des Buches in seinem Weihnachtsgewinnspiel verlost, sondern mit Klaus von Kassel eine Wanderausstellung konzipiert, die allerdings wegen Corona auf Eis gelegt werden musste, wie der Fotograf berichtet. „Die hätte ich niemals alleine finanzieren können“, ist Klaus von Kassel trotzdem dankbar. Er hofft, dass sich die vielen neue geknüpften Kontakte in Zukunft auszahlen werden.

Das Buch kann per E-Mail an mail@klaus-von-kassel.de bestellt werden. Es kostet 49,50 Euro inklusive Versand.

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