Mindener Bauausschuss empfiehlt Rat positiven Beschluss über Klinikumsbrache Ein Schritt näher an Entwicklung Von Monika Jäger Minden (mt). Das Gelände des ehemaligen Klinikums I soll mit einem Einkaufszentrum und Wohnbebauung entwickelt werden. Einen wichtigen Schritt zur Konkretisierung machte der Bauausschuss jetzt mit der mehrheitlichen Zustimmung von CDU und SPD. Endgültig entscheiden muss nun noch der Rat am 20. März.Friedlich vonstatten ging es dabei im Ausschuss jedoch nicht. Peter Düster (BBM) warf an Einwänden alles in die Runde, was Verfahren und Inhalte aus seiner Sicht hergaben - von semantischen Analysen des Wortes "Hinweis" über die Betonung der aus seiner Sicht wichtigen "Grünschneise" bis zur Mahnung, um Schaden von der Stadt abzuwenden, müsse die Gerichtsbarkeit angerufen werden. Auch den Petitionsausschuss des Landtages will er einschalten.Horst Idelberger (Bündnis90/Die Grünen) kritisierte einmal mehr die Größe des geplanten Einkaufsmarktes - eine Haltung, die auch die Mindener Initiative (Sierig) gegen das Gesamtprojekt einnimmt. Hendrik Mucke (CDU) erinnerte an die Konkurrenz hinter der Stadtgrenze: "Bei Baumärkten sehen wir da die Konkurrenz - und bei Einkaufszentren nicht?" Die Linke (Schröder) betonte, ein großer Markt sei dort nicht nötig, weil andere fußläufig in kürzester Zeit erreicht werden könnten.Zu wenig Grün auf dem Areal - auch das stört die Grünen und das BBM, das sogar ein "Lex Volksbank" und ein "Lex Wez" sieht. Unter anderem wird in diesem Zusammenhang die Flächenverteilung für Grün, Verkehr, Wohnen kritisiert. Idelberger schlug zudem vor, lieber bestehende Baulücken zu aktivieren, als ein neues Baugebiet zu entwickeln.Gibt es für die Volksbank Mindener Land, die das Gebiet entwickeln will, angesichts all der Einwände und weiterer möglicher Verzögerungen Überlegungen, aus dem Projekt auszusteigen? André Blankenagel gegenüber dem MT: "Wir sind schon sechs Jahre dabei, da kommt es auf einen oder zwei Monate nicht mehr an." Zur Zeit wird der städtebauliche Vertrag mit der Stadt Minden erarbeitet; er soll bis zur Ratssitzung fertig sein.In diesem wird dann übrigens auch der Umfang des geplanten Grünzugs beschrieben sein.

Mindener Bauausschuss empfiehlt Rat positiven Beschluss über Klinikumsbrache

Minden (mt). Das Gelände des ehemaligen Klinikums I soll mit einem Einkaufszentrum und Wohnbebauung entwickelt werden. Einen wichtigen Schritt zur Konkretisierung machte der Bauausschuss jetzt mit der mehrheitlichen Zustimmung von CDU und SPD.

Das ehemalige Klinikumsgelände. - © Foto: Alex Lehn
Das ehemalige Klinikumsgelände. - © Foto: Alex Lehn

Endgültig entscheiden muss nun noch der Rat am 20. März.

Friedlich vonstatten ging es dabei im Ausschuss jedoch nicht. Peter Düster (BBM) warf an Einwänden alles in die Runde, was Verfahren und Inhalte aus seiner Sicht hergaben - von semantischen Analysen des Wortes "Hinweis" über die Betonung der aus seiner Sicht wichtigen "Grünschneise" bis zur Mahnung, um Schaden von der Stadt abzuwenden, müsse die Gerichtsbarkeit angerufen werden. Auch den Petitionsausschuss des Landtages will er einschalten.

Horst Idelberger (Bündnis90/Die Grünen) kritisierte einmal mehr die Größe des geplanten Einkaufsmarktes - eine Haltung, die auch die Mindener Initiative (Sierig) gegen das Gesamtprojekt einnimmt. Hendrik Mucke (CDU) erinnerte an die Konkurrenz hinter der Stadtgrenze: "Bei Baumärkten sehen wir da die Konkurrenz - und bei Einkaufszentren nicht?" Die Linke (Schröder) betonte, ein großer Markt sei dort nicht nötig, weil andere fußläufig in kürzester Zeit erreicht werden könnten.

Zu wenig Grün auf dem Areal - auch das stört die Grünen und das BBM, das sogar ein "Lex Volksbank" und ein "Lex Wez" sieht. Unter anderem wird in diesem Zusammenhang die Flächenverteilung für Grün, Verkehr, Wohnen kritisiert. Idelberger schlug zudem vor, lieber bestehende Baulücken zu aktivieren, als ein neues Baugebiet zu entwickeln.

Gibt es für die Volksbank Mindener Land, die das Gebiet entwickeln will, angesichts all der Einwände und weiterer möglicher Verzögerungen Überlegungen, aus dem Projekt auszusteigen? André Blankenagel gegenüber dem MT: "Wir sind schon sechs Jahre dabei, da kommt es auf einen oder zwei Monate nicht mehr an." Zur Zeit wird der städtebauliche Vertrag mit der Stadt Minden erarbeitet; er soll bis zur Ratssitzung fertig sein.

In diesem wird dann übrigens auch der Umfang des geplanten Grünzugs beschrieben sein.

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