Minden bleibt beim Nein zur Neubautrasse Johannes Pietsch Minden (jp). Schert die Stadt Minden aus der Front der Kommunen und Kreise gegen eine mögliche Neubautrasse der Bahn von Hannover nach Porta Westfalica aus? Diese Frage werde zu Unrecht gestellt, unterstrichen Bürgermeister Michael Jäcke und Mindens Pressesprecherin Susann Lewerenz: Minden bleibe unverändert bei seiner bereits im Frühjahr 2016 formulierten und einstimmig beschlossenen Ablehnung eines Trassenneubaus und setze sich weiterhin für einen vierspurigen Ausbau des bislang zweispurigen Streckenabschnitts Minden-Wunstorf ein. Anlass ist zum einen die Diskussion um den Umbau des Mindener Bahnhofs, zum anderen der Beitritt vieler umliegender Städte zur „Bad Nenndorfer Erklärung“. Diese hatte die Samtgemeinde Nenndorf initiiert, bislang sind ihr sieben Kommunen von Porta Westfalica bis nach Seelze beigetreten. Sie setzt sich beim Ausbau der Bahnstrecke Hannover-Bielefeld gezielt gegen eine Neubautrasse und für den vierspurigen Ausbau der Bestandsstrecke ein. Dabei sollen die Interessen der Unterzeichner nötigenfalls auch durch eine gemeinsame juristische Vertretung gegenüber dem Bund gebündelt werden. Minden ist jedoch vorerst nicht mit dabei. Minden plane zur Zeit nicht, sich an der „Bad Nenndorfer Erklärung“ zu beteiligen, da sich diese Initiative nicht gegen die Tunneltrasse aus dem Bundesverkehrswegeplan richte, sondern „gegen eine neue Planung weiter östlich“, zitierte Mindens Pressesprecherin Susann Lewerenz im Dezember den Bau-Beigeordneten Lars Bursian. Ein Irrtum: Denn die bereits im Sommer des vergangenen Jahres formulierte „Bad Nenndorfer Erklärung“ zielt ganz explizit auf die Neubautrasse aus dem Bundesverkehrswegeplan ab. Zu diesem Zeitpunkt war von der Option einer weiter östlich, möglicherweise nahe der Autobahn A2 verlaufenden Schnellbahntrasse noch überhaupt nichts bekannt. Die Überlegung einer solchen Variante geriet erst nach Veröffentlichung des Gutachter-Enwurfs zum Zielfahrplan Deutschland-Takt am 9. Oktober 2018 an die Öffentlichkeit. Minden bleibe konsequent bei der Ablehnung der Neubau-Variante, betonten daher jetzt Mindens Bürgermeister Michael Jäcke und Pressesprecherin Susann Lewerenz. „Für uns ist der trassennahe Ausbau der bestehenden Strecke die einzig sinnvolle Lösung“, so Jäcke. Die Position Mindens bleibe die bereits im Frühjahr 2016 einstimmig beschlossene Resolution zum Bundesverkehrswegeplan, so Lewerenz. In dieser gemeinsam mit den Städten Bückeburg und Porta Westfalica formulierten Stellungnahme wird die Neubautrasse auf Grund ihrer massiven Auswirkungen auf die Ökologie und das Landschaftsbild der Region sowie die historischen Gedenkstätten des Konzentrationslagers Porta Westfalica im Jakobsberg abgelehnt und stattdessen der zügige vierspurige Ausbau der Bahnstrecke Minden-Haste mit umfangreichen Lärmschutzmaßnahmen gefordert. Mit der „Bad Nenndorfer Erklärung“ habe sich die Stadt Minden hingegen noch nicht ausreichend beschäftigt und daher bislang über einen Beitritt nicht entscheiden können, so die Pressesprecherin weiter. Auch der von Minden befürwortete Umbau des Bahnhofs habe auf diese Haltung keine Auswirkung. Ende vergangenen Jahres hatte der Bauausschuss der Stadt einen Antrag zur Erhöhung der Bahnsteigkanten auf einheitlich 76 Zentimeter verabschiedet, um so die technischen Voraussetzungen zur Doppelbelegungen von Bahnsteiggleisen zu schaffen.

Minden bleibt beim Nein zur Neubautrasse

Am Bahnhof Minden sollen die Bahnsteigkanten auf einheitlich 76 Zentimeter Höhe angehoben werden, damit sich Züge des Fern- und Nahverkehrs zukünftig nicht mehr blockieren. © Foto: Pietsch

Minden (jp). Schert die Stadt Minden aus der Front der Kommunen und Kreise gegen eine mögliche Neubautrasse der Bahn von Hannover nach Porta Westfalica aus? Diese Frage werde zu Unrecht gestellt, unterstrichen Bürgermeister Michael Jäcke und Mindens Pressesprecherin Susann Lewerenz: Minden bleibe unverändert bei seiner bereits im Frühjahr 2016 formulierten und einstimmig beschlossenen Ablehnung eines Trassenneubaus und setze sich weiterhin für einen vierspurigen Ausbau des bislang zweispurigen Streckenabschnitts Minden-Wunstorf ein.

Anlass ist zum einen die Diskussion um den Umbau des Mindener Bahnhofs, zum anderen der Beitritt vieler umliegender Städte zur „Bad Nenndorfer Erklärung“. Diese hatte die Samtgemeinde Nenndorf initiiert, bislang sind ihr sieben Kommunen von Porta Westfalica bis nach Seelze beigetreten. Sie setzt sich beim Ausbau der Bahnstrecke Hannover-Bielefeld gezielt gegen eine Neubautrasse und für den vierspurigen Ausbau der Bestandsstrecke ein. Dabei sollen die Interessen der Unterzeichner nötigenfalls auch durch eine gemeinsame juristische Vertretung gegenüber dem Bund gebündelt werden. Minden ist jedoch vorerst nicht mit dabei.

Vorbei statt darunter durch: Die Stadt Minden bleibt bei ihrer Ablehnung einer Neubautrasse der Bahn mit Tunnel durch den Jakobsberg. - © Foto: JP
Vorbei statt darunter durch: Die Stadt Minden bleibt bei ihrer Ablehnung einer Neubautrasse der Bahn mit Tunnel durch den Jakobsberg. - © Foto: JP

Minden plane zur Zeit nicht, sich an der „Bad Nenndorfer Erklärung“ zu beteiligen, da sich diese Initiative nicht gegen die Tunneltrasse aus dem Bundesverkehrswegeplan richte, sondern „gegen eine neue Planung weiter östlich“, zitierte Mindens Pressesprecherin Susann Lewerenz im Dezember den Bau-Beigeordneten Lars Bursian. Ein Irrtum: Denn die bereits im Sommer des vergangenen Jahres formulierte „Bad Nenndorfer Erklärung“ zielt ganz explizit auf die Neubautrasse aus dem Bundesverkehrswegeplan ab. Zu diesem Zeitpunkt war von der Option einer weiter östlich, möglicherweise nahe der Autobahn A2 verlaufenden Schnellbahntrasse noch überhaupt nichts bekannt. Die Überlegung einer solchen Variante geriet erst nach Veröffentlichung des Gutachter-Enwurfs zum Zielfahrplan Deutschland-Takt am 9. Oktober 2018 an die Öffentlichkeit.

Minden bleibe konsequent bei der Ablehnung der Neubau-Variante, betonten daher jetzt Mindens Bürgermeister Michael Jäcke und Pressesprecherin Susann Lewerenz. „Für uns ist der trassennahe Ausbau der bestehenden Strecke die einzig sinnvolle Lösung“, so Jäcke. Die Position Mindens bleibe die bereits im Frühjahr 2016 einstimmig beschlossene Resolution zum Bundesverkehrswegeplan, so Lewerenz. In dieser gemeinsam mit den Städten Bückeburg und Porta Westfalica formulierten Stellungnahme wird die Neubautrasse auf Grund ihrer massiven Auswirkungen auf die Ökologie und das Landschaftsbild der Region sowie die historischen Gedenkstätten des Konzentrationslagers Porta Westfalica im Jakobsberg abgelehnt und stattdessen der zügige vierspurige Ausbau der Bahnstrecke Minden-Haste mit umfangreichen Lärmschutzmaßnahmen gefordert. Mit der „Bad Nenndorfer Erklärung“ habe sich die Stadt Minden hingegen noch nicht ausreichend beschäftigt und daher bislang über einen Beitritt nicht entscheiden können, so die Pressesprecherin weiter.

Auch der von Minden befürwortete Umbau des Bahnhofs habe auf diese Haltung keine Auswirkung. Ende vergangenen Jahres hatte der Bauausschuss der Stadt einen Antrag zur Erhöhung der Bahnsteigkanten auf einheitlich 76 Zentimeter verabschiedet, um so die technischen Voraussetzungen zur Doppelbelegungen von Bahnsteiggleisen zu schaffen.

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