Minden als Hochburg für Wohnungseinbrecher bewertet Die Täter wohnen oft nur um die Ecke / Osteuropäische Banden suchen selten die Stadt heim Von Stefan Koch Minden (mt). Was hat Minden mit Bremen, Hannover und Bielefeld gemeinsam? Alle Städte gelten im Ranking eines Internetportals als Hochburgen für Wohnungseinbrecher. Während in den Metropolen an Hauptverkehrswegen vorwiegend mobile Kriminelle tätig sind, machen in der Buttjerstadt eher ortstreue Straftäter die Stuben unsicher. Besorgniserregendes hat das Verbraucherportal Preisvergleich.de aus Leipzig festgestellt. Mehr als 144.000 Wohnungseinbrüche ereigneten sich 2012 bundesweit, was eine Steigerung um 9,3 Prozent ausmachte. Dabei nutzte das Portal Zahlen der Kriminalitätsstatistiken, wertete geografische Daten der Logiball GmbH sowie TomTom International und des Mikrozensus` aus und stellte ein Ranking einzelner Städte auf. Recklinghausen steht danach mit 596 Einbrüchen bei nur 52287 Wohnungen auf Platz 1 der Einbrecherhochburgen. Am sichersten ist dagegen Coburg. Es hat die 120. Stelle der untersuchten Städte.Minden liegt im Verhältnis von Einbrüchen und vorhandenen Wohnungen ebenfalls im Feld der Hochburgen. Hier wurde bei 276 Fällen in 2012 jede 139. Wohnung heimgesucht. Damit waren die Täter in jeder vierten Straße in der Stadt aktiv.Vor allem osteuropäische Banden, die raubritterartig durch deutsche Städte ziehen, werden für den Zuwachs an Wohnungseinbrüchen verantwortlich gemacht. "Grundsätzlich haben wir es kreisweit mit durchreisenden, aber auch heimischen Straftätern zu tun", meint Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Bei Wohnungseinbrüchen in Minden sei aber vorwiegend die heimische Szene maßgeblich. Viele Täter seien polizeibekannt, finanzierten ihren Lebensstil durch Eigentumsdelikte und wechselten den Wohnort lediglich im Stadtgebiet. Komme es zu Verhaftungen oder dem Antritt von Haftstrafen, brächen die Einbruchsserien mitunter abrupt ab.Steinmeyer verweist darauf, dass die Polizei seit Langem ein umfassendes Konzept gegen den Wohnungseinbruch habe. Dazu zählten Maßnahmen wie die Tatortaufnahme einschließlich der Spurensuche bis hin zur Vorbeugung. "Nicht zuletzt dank aufmerksamer Zeugen gelingt uns der Zugriff auf Tatverdächtige."Verwüstete Wohnungen, fehlendes Inventar und Verunsicherung sind nach einem Einbruch die Folgen, mit denen Opfer zu kämpfen haben. Auch den Weißen Ring erreichen dann die Bitten um Hilfe. "Bei Problemen wegen des materiellen Schadens können wir aber keine Hausratversicherung ersetzen", sagt Friedhelm Tegeler, Außenstellenleiter in Minden-Lübbecke.Dem Geschäftsführer von Haus und Grund Minden, Thorsten Post, fiel bereits im April vergangenen Jahres ein Vergleich auf Spiegel-Online auf, wonach im Kreisgebiet die Zahl der Wohnungseinbrüche um fast 40 Prozent gestiegen war. Verglichen wurde dabei das erste Halbjahr 2012 mit dem Vorjahreshalbjahr. Da sich unter den 3250 Mitgliedern von Haus und Grund auch Opfer befinden, wenden sich diese an den Verein. "Vor allem ältere Leute sind nach einem Einbruch mit der Situation überfordert und brauchen Tipps zu Versicherungsfragen und Dienstleistern", so Post.Nachdem Ende des vergangenen Jahres eine Bande von Kellereinbrechern in Minden aufgeflogen war (das MT berichtete), stieg auch das Interesse von Mindener Geschäftsleuten an einem privaten Sicherheitsdienst in der Innenstadt. Der Mindener Juwelier Olrik Laufer hatte zuvor im Herbst ein Sicherheitsunternehmen mit dieser Aufgabe beauftragt und hofft seitdem auf eine weitere Beteiligung anderer Gewerbetreibender.Hintergrund: Seit Jahren sind Laufers Filialen in der Innenstadt Ziel von Einbrechern. Nur einmal wurde eins dieser Delikte aufgeklärt. Und das war vor mehr als zehn Jahren, als eine Bande in Polen verurteilt wurde.Studie zu den Wohnungseinbrüchen von Preisvergleich.de

Minden als Hochburg für Wohnungseinbrecher bewertet

Minden (mt). Was hat Minden mit Bremen, Hannover und Bielefeld gemeinsam? Alle Städte gelten im Ranking eines Internetportals als Hochburgen für Wohnungseinbrecher. Während in den Metropolen an Hauptverkehrswegen vorwiegend mobile Kriminelle tätig sind, machen in der Buttjerstadt eher ortstreue Straftäter die Stuben unsicher.

Besorgniserregendes hat das Verbraucherportal Preisvergleich.de aus Leipzig festgestellt. Mehr als 144.000 Wohnungseinbrüche ereigneten sich 2012 bundesweit, was eine Steigerung um 9,3 Prozent ausmachte. Dabei nutzte das Portal Zahlen der Kriminalitätsstatistiken, wertete geografische Daten der Logiball GmbH sowie TomTom International und des Mikrozensus` aus und stellte ein Ranking einzelner Städte auf. Recklinghausen steht danach mit 596 Einbrüchen bei nur 52287 Wohnungen auf Platz 1 der Einbrecherhochburgen. Am sichersten ist dagegen Coburg. Es hat die 120. Stelle der untersuchten Städte.

Minden ist eine Einbrecherhochburg - © MINDEN
Minden ist eine Einbrecherhochburg - © MINDEN

Minden liegt im Verhältnis von Einbrüchen und vorhandenen Wohnungen ebenfalls im Feld der Hochburgen. Hier wurde bei 276 Fällen in 2012 jede 139. Wohnung heimgesucht. Damit waren die Täter in jeder vierten Straße in der Stadt aktiv.

Vor allem osteuropäische Banden, die raubritterartig durch deutsche Städte ziehen, werden für den Zuwachs an Wohnungseinbrüchen verantwortlich gemacht. "Grundsätzlich haben wir es kreisweit mit durchreisenden, aber auch heimischen Straftätern zu tun", meint Ralf Steinmeyer, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde. Bei Wohnungseinbrüchen in Minden sei aber vorwiegend die heimische Szene maßgeblich. Viele Täter seien polizeibekannt, finanzierten ihren Lebensstil durch Eigentumsdelikte und wechselten den Wohnort lediglich im Stadtgebiet. Komme es zu Verhaftungen oder dem Antritt von Haftstrafen, brächen die Einbruchsserien mitunter abrupt ab.

Steinmeyer verweist darauf, dass die Polizei seit Langem ein umfassendes Konzept gegen den Wohnungseinbruch habe. Dazu zählten Maßnahmen wie die Tatortaufnahme einschließlich der Spurensuche bis hin zur Vorbeugung. "Nicht zuletzt dank aufmerksamer Zeugen gelingt uns der Zugriff auf Tatverdächtige."

Verwüstete Wohnungen, fehlendes Inventar und Verunsicherung sind nach einem Einbruch die Folgen, mit denen Opfer zu kämpfen haben. Auch den Weißen Ring erreichen dann die Bitten um Hilfe. "Bei Problemen wegen des materiellen Schadens können wir aber keine Hausratversicherung ersetzen", sagt Friedhelm Tegeler, Außenstellenleiter in Minden-Lübbecke.

Dem Geschäftsführer von Haus und Grund Minden, Thorsten Post, fiel bereits im April vergangenen Jahres ein Vergleich auf Spiegel-Online auf, wonach im Kreisgebiet die Zahl der Wohnungseinbrüche um fast 40 Prozent gestiegen war. Verglichen wurde dabei das erste Halbjahr 2012 mit dem Vorjahreshalbjahr. Da sich unter den 3250 Mitgliedern von Haus und Grund auch Opfer befinden, wenden sich diese an den Verein. "Vor allem ältere Leute sind nach einem Einbruch mit der Situation überfordert und brauchen Tipps zu Versicherungsfragen und Dienstleistern", so Post.

Nachdem Ende des vergangenen Jahres eine Bande von Kellereinbrechern in Minden aufgeflogen war (das MT berichtete), stieg auch das Interesse von Mindener Geschäftsleuten an einem privaten Sicherheitsdienst in der Innenstadt. Der Mindener Juwelier Olrik Laufer hatte zuvor im Herbst ein Sicherheitsunternehmen mit dieser Aufgabe beauftragt und hofft seitdem auf eine weitere Beteiligung anderer Gewerbetreibender.

Hintergrund: Seit Jahren sind Laufers Filialen in der Innenstadt Ziel von Einbrechern. Nur einmal wurde eins dieser Delikte aufgeklärt. Und das war vor mehr als zehn Jahren, als eine Bande in Polen verurteilt wurde.

Studie zu den Wohnungseinbrüchen von Preisvergleich.de

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