Mehr Dankersen geht nicht: Mit 90 erhält Siegfried Nolte das Bundesverdienstkreuz Anja Peper Minden. Eigentlich, meint Siegfried Nolte, hätte er doch den dunklen Anzug von seiner Silberhochzeit mal wieder tragen können. Die Feier war 1973 und der Anzug passt noch. Aber weil auch die festliche Mode für Herren sich gewandelt hat über die Jahrzehnte, hat ihm seine Frau Helga für diesen Anlass ein neueres Modell ans Herz gelegt. Heute macht sich die Familie schick, es ist ein besonderer Tag: Mit 90 Jahren bekommt Siegfried Nolte das Bundesverdienstkreuz. Für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im Handball, für die Kirche und den Heimatverein Dankersen. „Das ist schon eine besondere Ehre“, sagt er. „Es gibt ja Hunderttausende, die ehrenamtlich tätig sind.“ Das stimmt zwar, aber die Wenigsten verfolgen ihre Projekte mit so viel Fleiß und Ausdauer über Jahrzehnte hinweg. Der Anruf aus der Kreisverwaltung kam am Tag vor Heiligabend, am 23. Dezember. Zuerst sei er etwas ratlos gewesen, erinnert sich Siegfried Nolte. „Ich hatte die Vorzimmerdame nicht richtig verstanden.“ Dann war schon Landrätin Anna Katharina Bölling selbst am Apparat, fragte nach, ob er sich vielleicht erstmal setzen wolle. Dann berichtete sie vom Verdienstkreuz am Bande, das offiziell vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier auf formellen Vorschlag des Ministerpräsidenten Hendrik Wüst verliehen wird. „Zuerst habe ich gedacht, ich wäre vielleicht bei ,Verstehen Sie Spaß?’ gelandet“, sagt er. Im weiteren Verlauf des Gespräches wurde aber klar, dass es sich nicht um einen Scherz handelte. Sie besprachen den Termin für die offizielle Verleihung im Kreishaus und einigten sich auf den 14. Januar. Dieser Mann gab den Anstoß fürs BundesverdienstkreuzSpäter sollte sich herausstellen, wer das Verfahren schon im Februar angestoßen hatte. Formell können Privatleute nämlich niemanden für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen, das obliegt den Regierungschefs der 16 Länder. Allerdings gibt es die Möglichkeit, formlos Vorschläge bei den jeweiligen Staatskanzleien zu unterbreiten. Dazu muss man einige Details über die Person und deren Engagement wissen. Siegfried Nolte spekulierte in die richtige Richtung. Der Anstoß kam tatsächlich vom ehemaligen GWD-Spieler Gerhard Buddenbohm. Er wurde mit dem TSV Grün-Weiß Dankersen 1977 Deutscher Meister. Von 2002 bis 2015 war er ehrenamtlicher Geschäftsführer des Sponsorenpools. Außerdem ist er eine Art Archivar des Vereins. Beim Erstellen der Vereinschronik – GWD wird 2024 hundert Jahre alt – hat er viel mit Nolte zusammengearbeitet dabei die Idee zum Bundesverdienstkreuz entwickelt. Buddenbohm hat sich im Internet über die Voraussetzungen informiert, GWD als Antragssteller geworben, eine Begründung verfasst und sich die Unterstützung von Referenzpersonen wie Horst Bredemeier, vom ehemaligen Landrat Heinrich Borcherding oder Bürgermeister Michael Jäcke geholt. Im Februar hat er dann den Antrag verschickt, aber rechtzeitig zu Noltes 90. Geburtstag im September 2021 hat es nicht funktioniert. Nun aber. „Wunderschön, dass es geklappt hat“, sagt Gerhard Buddenbohm.Auch in der Kirche hat sich Siegfried Nolte engagiert, zum Beispiel hat er sonntags die Kollekte gezählt. Durch seine vielen Ehrenämter kennt er viele Leute, doch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes findet wegen Corona nur im kleinsten Rahmen statt. Außer der Familie kommen die Vorsitzenden Horst Bredemeier (GWD Minden) und Heinrich Borcherding, (Heimatverein Dankersen). Der Heimatverein wurde im Jahr 2000 gegründet, 48 Teilnehmer kamen zur Gründungsversammlung. Siegfried Nolte war dabei, der gebürtige Dankerser ist Gründungsmitglied. „Schon als Kind habe ich haufenweise Zeitungsausschnitte gesammelt.“ Seine letzte berufliche Position vor dem Ruhestand war Oberamtsrat bei der Deutschen Bundesbahn. Es gibt nicht viele Leute, die so vielseitig interessiert sind wie der gebürtige Dankerser. „Schon als Kind habe ich haufenweise Zeitungsausschnitte gesammelt.“ Die wurden zwar eines Tages von einer engagierten Hausfrau entsorgt, aber das übergreifende Interesse an den verschiedensten Themen ist geblieben. In all’den Jahren hat er diverse Fotoausstellungen konzipiert und mehr als 80 Vorträge zu historischen Themen gehalten. Einen Spickzettel hat er nie gebraucht. Zahlen, Daten, Fakten und ein Roter Faden, alles im Kopf. Andere Schätze hat er sicher aufbewahrt. Rund 300 Dias passen in einen speziellen Koffer, darin sind sie übersichtlich sortiert. Allerdings hat Siegfried Nolte nicht nur einen Koffer, sondern 26. Man darf also getrost davon ausgehen, dass seine Sammlung rund 7.800 Motive umfasst, viele davon zeigen Alt-Dankersen. Die meisten Geschichten dazu kennt er aus dem Kopf. Auch in Kleinigkeiten präzise zu sein und das Wichtigste im Kopf zu haben: Eine Fähigkeit, um die ihn viele Menschen beneiden dürften. Obwohl er in seinem Job bei der Eisenbahn immer mal wieder prominente Menschen und bekannte Politiker von A nach B begleitet hat, sind ihm die wichtigsten Anekdoten glasklar vor Augen. Zum Beispiel die Geschichte mit dem ehemaligen SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt. Ihn hatte er 1982 im Zug begleitet, als Schmidt ihn fragte? „Können Sie mir einen Kinderwunsch erfüllen? Ich möchte einmal vorne mit auf der Lok mitfahren.“ So ohne Weiteres geht das zwar nicht, es mussten bestimmte Regularien erfüllt sein. Aber Siegfried Nolte macht es möglich und Schmidt konnte für die knapp 30 Kilometer vorne mitfahren. Dafür durfte er selbst mal bei einer Japan-Reise im Cockpit Richtung Osaka reisen, direkt am Fujiyama vorbei. Das hatten ihm japanische Kollegen ermöglicht. Ein Zug als mobiles Fotolabor Als Eisenbahner konnte Siegried Nolte die erste Klasse nutzen, wann immer er wollte. Das kam ihm bei den Auswärtsspielen von GWD zugute. Denn zwischen 1964 und 1983 war er – mit einer dreijährigen Unterbrechung – als Pressereferent, Fotograf, Berichterstatter und Chronist für den Verein tätig. Der Anspruch, schnell aktuelle Fotos vom Spiel abliefern zu können, war damals deutlich schwerer zu erfüllen als heute. Das Entwickeln der Filme im Fotolabor kostete zu viel Zeit. So griff Nolte in die Trickkiste. Für die Reisen mit GWD packte er nicht nur die Schreibmaschine ein, sondern auch Chemikalien. Mit Hilfe einer so genannten Tagesentwicklungsdose habe er die Filme während der Fahrt entwickelt, anschließend in der Zugtoilette abgespült und die Filmstreifen im Abteil zum Trocknen aufgehängt. Ein Zug als mobiles Fotolabor – ernsthaft? „Ja, das ging“, kommentiert Nolte die Geschichte. „Als Eisenbahner konnte ich ja erste Klasse fahren.“ Seitdem ist viel Wasser die Weser heruntergeflossen. Die Liebe zu GWD wurde über die Jahrzehnte mehrfach auf die Probe gestellt. Seit einigen Jahren geht Siegfried Nolte nicht mehr zu den Spielen. „Auf der Tribüne würde ich mich zu sehr aufregen.“ Stattdessen sieht er sich die Übertragungen im Internet an. „Und selbst dabei werde ich ziemlich nervös.“ Am vergangenen Wochenende hat er das MT-Interview mit GWD-Trainer Frank Carstens gelesen, in dem er über den größten Rückschlag der Hinserie und grundsätzliche Probleme am Standort Minden spricht. „Will man uns hier überhaupt?“, ist die Frage, die mit dem Interview im Raum steht. Für die Zweifel des Trainers hat Nolte Verständnis und findet ebenfalls deutliche Worte. „Dieses ganze Theater um die Kampa-Halle, das ständige Hü und Hott nervt. Da ist keine klare Linie drin.“ Die Trainingsvoraussetzungen seien schon zu lange schlecht, was sich natürlich auch auf die Gewinnung neuer Spieler auswirkt. „Früher haben wir uns die Leute aussuchen können. Heute ist das anders. Man braucht festen Platz, sonst kommen die jungen Spieler gar nicht erst hierher.“Siegfried Nolte ist am 1. Januar 1947 dem Verein TSV Grün-Weiß Dankersen“, wie er damals hieß, beigetreten. 1980 erhielt er die Goldene Ehrennadel, Ehrenmitglied wurde er 2014. Eine Auswahl seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten bei GWD: Betreuer der Handball-Damenmannschaft (1949 bis 1953), Handballschiedsrichter (1949 bis 1972), Stadionsprecher im Mindener Weserstadion beim Bundesliga-Feldhandball (1962 bis 1972) sowie Hallensprecher in Mindener Hallen beim Bundesliga-Hallenhandball (1962 bis 1983). Darüber hinaus hatte er mehrere Ämter im Vorstand inne und trainierte Turnen und Volleyball.

Mehr Dankersen geht nicht: Mit 90 erhält Siegfried Nolte das Bundesverdienstkreuz

In Begleitung seiner Familie – hier Ehefrau Helga – bekommt Siegfried Nolte (90) heute im Kreishaus das Bundesverdienstkreuz für sein langjähriges Engagement. MT-Foto: Anja Peper

Minden. Eigentlich, meint Siegfried Nolte, hätte er doch den dunklen Anzug von seiner Silberhochzeit mal wieder tragen können. Die Feier war 1973 und der Anzug passt noch. Aber weil auch die festliche Mode für Herren sich gewandelt hat über die Jahrzehnte, hat ihm seine Frau Helga für diesen Anlass ein neueres Modell ans Herz gelegt. Heute macht sich die Familie schick, es ist ein besonderer Tag: Mit 90 Jahren bekommt Siegfried Nolte das Bundesverdienstkreuz. Für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im Handball, für die Kirche und den Heimatverein Dankersen. „Das ist schon eine besondere Ehre“, sagt er. „Es gibt ja Hunderttausende, die ehrenamtlich tätig sind.“ Das stimmt zwar, aber die Wenigsten verfolgen ihre Projekte mit so viel Fleiß und Ausdauer über Jahrzehnte hinweg.

Der Anruf aus der Kreisverwaltung kam am Tag vor Heiligabend, am 23. Dezember. Zuerst sei er etwas ratlos gewesen, erinnert sich Siegfried Nolte. „Ich hatte die Vorzimmerdame nicht richtig verstanden.“ Dann war schon Landrätin Anna Katharina Bölling selbst am Apparat, fragte nach, ob er sich vielleicht erstmal setzen wolle. Dann berichtete sie vom Verdienstkreuz am Bande, das offiziell vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier auf formellen Vorschlag des Ministerpräsidenten Hendrik Wüst verliehen wird. „Zuerst habe ich gedacht, ich wäre vielleicht bei ,Verstehen Sie Spaß?’ gelandet“, sagt er. Im weiteren Verlauf des Gespräches wurde aber klar, dass es sich nicht um einen Scherz handelte. Sie besprachen den Termin für die offizielle Verleihung im Kreishaus und einigten sich auf den 14. Januar.

Dieser Mann gab den Anstoß fürs Bundesverdienstkreuz

Später sollte sich herausstellen, wer das Verfahren schon im Februar angestoßen hatte. Formell können Privatleute nämlich niemanden für das Bundesverdienstkreuz vorschlagen, das obliegt den Regierungschefs der 16 Länder. Allerdings gibt es die Möglichkeit, formlos Vorschläge bei den jeweiligen Staatskanzleien zu unterbreiten. Dazu muss man einige Details über die Person und deren Engagement wissen. Siegfried Nolte spekulierte in die richtige Richtung. Der Anstoß kam tatsächlich vom ehemaligen GWD-Spieler Gerhard Buddenbohm. Er wurde mit dem TSV Grün-Weiß Dankersen 1977 Deutscher Meister. Von 2002 bis 2015 war er ehrenamtlicher Geschäftsführer des Sponsorenpools. Außerdem ist er eine Art Archivar des Vereins. Beim Erstellen der Vereinschronik – GWD wird 2024 hundert Jahre alt – hat er viel mit Nolte zusammengearbeitet dabei die Idee zum Bundesverdienstkreuz entwickelt. Buddenbohm hat sich im Internet über die Voraussetzungen informiert, GWD als Antragssteller geworben, eine Begründung verfasst und sich die Unterstützung von Referenzpersonen wie Horst Bredemeier, vom ehemaligen Landrat Heinrich Borcherding oder Bürgermeister Michael Jäcke geholt. Im Februar hat er dann den Antrag verschickt, aber rechtzeitig zu Noltes 90. Geburtstag im September 2021 hat es nicht funktioniert. Nun aber. „Wunderschön, dass es geklappt hat“, sagt Gerhard Buddenbohm.

Auch in der Kirche hat sich Siegfried Nolte engagiert, zum Beispiel hat er sonntags die Kollekte gezählt. Durch seine vielen Ehrenämter kennt er viele Leute, doch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes findet wegen Corona nur im kleinsten Rahmen statt. Außer der Familie kommen die Vorsitzenden Horst Bredemeier (GWD Minden) und Heinrich Borcherding, (Heimatverein Dankersen). Der Heimatverein wurde im Jahr 2000 gegründet, 48 Teilnehmer kamen zur Gründungsversammlung. Siegfried Nolte war dabei, der gebürtige Dankerser ist Gründungsmitglied.

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Patrick Schwemmling

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„Schon als Kind habe ich haufenweise Zeitungsausschnitte gesammelt.“

Seine letzte berufliche Position vor dem Ruhestand war Oberamtsrat bei der Deutschen Bundesbahn. Es gibt nicht viele Leute, die so vielseitig interessiert sind wie der gebürtige Dankerser. „Schon als Kind habe ich haufenweise Zeitungsausschnitte gesammelt.“ Die wurden zwar eines Tages von einer engagierten Hausfrau entsorgt, aber das übergreifende Interesse an den verschiedensten Themen ist geblieben.

In all’den Jahren hat er diverse Fotoausstellungen konzipiert und mehr als 80 Vorträge zu historischen Themen gehalten. Einen Spickzettel hat er nie gebraucht. Zahlen, Daten, Fakten und ein Roter Faden, alles im Kopf. Andere Schätze hat er sicher aufbewahrt. Rund 300 Dias passen in einen speziellen Koffer, darin sind sie übersichtlich sortiert. Allerdings hat Siegfried Nolte nicht nur einen Koffer, sondern 26. Man darf also getrost davon ausgehen, dass seine Sammlung rund 7.800 Motive umfasst, viele davon zeigen Alt-Dankersen. Die meisten Geschichten dazu kennt er aus dem Kopf.

Auch in Kleinigkeiten präzise zu sein und das Wichtigste im Kopf zu haben: Eine Fähigkeit, um die ihn viele Menschen beneiden dürften. Obwohl er in seinem Job bei der Eisenbahn immer mal wieder prominente Menschen und bekannte Politiker von A nach B begleitet hat, sind ihm die wichtigsten Anekdoten glasklar vor Augen. Zum Beispiel die Geschichte mit dem ehemaligen SPD-Bundeskanzler Helmut Schmidt. Ihn hatte er 1982 im Zug begleitet, als Schmidt ihn fragte? „Können Sie mir einen Kinderwunsch erfüllen? Ich möchte einmal vorne mit auf der Lok mitfahren.“ So ohne Weiteres geht das zwar nicht, es mussten bestimmte Regularien erfüllt sein. Aber Siegfried Nolte macht es möglich und Schmidt konnte für die knapp 30 Kilometer vorne mitfahren. Dafür durfte er selbst mal bei einer Japan-Reise im Cockpit Richtung Osaka reisen, direkt am Fujiyama vorbei. Das hatten ihm japanische Kollegen ermöglicht.

Ein Zug als mobiles Fotolabor

Als Eisenbahner konnte Siegried Nolte die erste Klasse nutzen, wann immer er wollte. Das kam ihm bei den Auswärtsspielen von GWD zugute. Denn zwischen 1964 und 1983 war er – mit einer dreijährigen Unterbrechung – als Pressereferent, Fotograf, Berichterstatter und Chronist für den Verein tätig. Der Anspruch, schnell aktuelle Fotos vom Spiel abliefern zu können, war damals deutlich schwerer zu erfüllen als heute. Das Entwickeln der Filme im Fotolabor kostete zu viel Zeit. So griff Nolte in die Trickkiste. Für die Reisen mit GWD packte er nicht nur die Schreibmaschine ein, sondern auch Chemikalien. Mit Hilfe einer so genannten Tagesentwicklungsdose habe er die Filme während der Fahrt entwickelt, anschließend in der Zugtoilette abgespült und die Filmstreifen im Abteil zum Trocknen aufgehängt. Ein Zug als mobiles Fotolabor – ernsthaft? „Ja, das ging“, kommentiert Nolte die Geschichte. „Als Eisenbahner konnte ich ja erste Klasse fahren.“

Seitdem ist viel Wasser die Weser heruntergeflossen. Die Liebe zu GWD wurde über die Jahrzehnte mehrfach auf die Probe gestellt. Seit einigen Jahren geht Siegfried Nolte nicht mehr zu den Spielen. „Auf der Tribüne würde ich mich zu sehr aufregen.“ Stattdessen sieht er sich die Übertragungen im Internet an. „Und selbst dabei werde ich ziemlich nervös.“ Am vergangenen Wochenende hat er das MT-Interview mit GWD-Trainer Frank Carstens gelesen, in dem er über den größten Rückschlag der Hinserie und grundsätzliche Probleme am Standort Minden spricht. „Will man uns hier überhaupt?“, ist die Frage, die mit dem Interview im Raum steht. Für die Zweifel des Trainers hat Nolte Verständnis und findet ebenfalls deutliche Worte. „Dieses ganze Theater um die Kampa-Halle, das ständige Hü und Hott nervt. Da ist keine klare Linie drin.“ Die Trainingsvoraussetzungen seien schon zu lange schlecht, was sich natürlich auch auf die Gewinnung neuer Spieler auswirkt. „Früher haben wir uns die Leute aussuchen können. Heute ist das anders. Man braucht festen Platz, sonst kommen die jungen Spieler gar nicht erst hierher.“

Siegfried Nolte ist am 1. Januar 1947 dem Verein TSV Grün-Weiß Dankersen“, wie er damals hieß, beigetreten. 1980 erhielt er die Goldene Ehrennadel, Ehrenmitglied wurde er 2014. Eine Auswahl seiner ehrenamtlichen Tätigkeiten bei GWD: Betreuer der Handball-Damenmannschaft (1949 bis 1953), Handballschiedsrichter (1949 bis 1972), Stadionsprecher im Mindener Weserstadion beim Bundesliga-Feldhandball (1962 bis 1972) sowie Hallensprecher in Mindener Hallen beim Bundesliga-Hallenhandball (1962 bis 1983). Darüber hinaus hatte er mehrere Ämter im Vorstand inne und trainierte Turnen und Volleyball.

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