Matti Klein Soul Trio begeistert 200 Zuhörer bei „Kultur im Hof“ Kerstin Rickert Minden (kr). Wie sehr er sich freut, ist Matthias Niemann deutlich anzusehen. Und der Jazz-Club-Vorsitzende sagt es auch, als er zum ersten Mal nach fast fünf Monaten wieder auf einer Bühne steht und ein Publikum begrüßt: „Was soll ich sagen? Dieses Konzert ist für mich ein ganz besonderes und ich bin begeistert, dass ihr alle hier seid.“ Hier, das ist der Innenhof der Neuen Regierung. Alle, das sind fast 200 Menschen, die „Kultur im Hof“ die erste ausverkaufte Veranstaltung bescheren. Und das sind das Matti Klein Soul Trio und der Trompeter Christoph Titz, die Niemann kurzfristig engagiert hatte. „Das war schon sportlich“, sagt Matthias Niemann. Überraschend und erst vor drei Wochen kam das Angebot von der Minden Marketing an ihn als Vertreter des Jazz Club Minden, zwei Abende in Rahmen der Veranstaltungs-Reihe „Kultur im Hof“ zu gestalten. „Ich habe sofort gesagt, das machen wir und mich mit meinen Vorstandskollegen abgestimmt“, so Niemann gegenüber dem MT. Der kleine Haken an der Sache: Das Programm musste innerhalb von drei Tagen stehen. Niemann machte sich an die Arbeit, telefonierte sich die Finger wund – und bekam Absagen, weil irgendein Musiker doch nicht konnte. Mit Matti Klein ging alles ganz schnell. Der Musiker aus Berlin klärte den Termin mit seinen Bandkollegen, fragte bei Christoph Titz als Gastmusiker an und sagte zu. Nach den Worten des Bandleaders verbindet ihn mit dem ebenfalls in Berlin lebenden Trompeter ein langjährige Freundschaft. Auf dessen neuem Album ist Matti Klein als Gastmusiker vertreten. Zusammen für ein Konzert auf einer Bühne gestanden hätten sie allerdings noch nie. „Das ist heute also eine Weltpremiere“, ruft Klein in die Menge. Schon mit den ersten Tönen, die er seinen Keyboards entlockt, versprüht er eine unbändige Lust auf dieses Open-Air-Konzert – für ihn und seine Band das zweite seit Beginn der Corona-Pandemie. Die Sounds, die er zusammen mit Bernhard Ullrich an Bariton- und Tenorsaxofon und Drummer André Seidel kreiert, wirken auch auf das Publikum ansteckend. Satt, voller Wärme und unterlegt mit einem permanenten Groove gehen sie direkt in die Beine. Tanzen ist in Zeiten von Corona zwar nicht erlaubt, aber Bewegung klappt auch im Sitzen. Matti Klein macht es vor: Keine Sekunde hält es ihn ruhig auf seinem Hocker, während er mit beiden Händen die Tasten seiner Vintage-Keyboards bearbeitet. Mit der rechten Hand spielt der 36-Jährige ein Wurlitzer-Electric-Piano, mit der linken sorgt er auf einem Fender-Rhodes-Piano auch gleich noch für eine ordentliche Portion Bass. André Seidel treibt schlagkräftig aus dem Hintergrund an, und Bernhard Ullrich bereichert den mitreißenden Groove-Cocktail mit seinem vollen und energiegeladenen Saxofon-Ton. Selten gespielte 11/8-Takte oder ein Blues im 11/4-Takt bahnen sich ihren Weg in die Gehörgänge – brillant, wie das groovt. Mit Leidenschaft servieren die drei Musiker hochprozentige Eigenkreationen mit Reminiszenzen an die Soul-Jazz-Ära der 1960er Jahre und dampfenden Vintage-Sounds der Siebziger. Sie zeigen mit dem atmosphärischen Ausflug in das urbane Berlin namens „Windy Move“, dass sie auch sanfte Töne anschlagen können. Sie nehmen das Publikum mit auf einen „African Taxi Trip“ und auf eine „River Journey“ voller musikalischer Überraschungen nach Finnland. Perfekt gesellen sich die schneidenden Trompeten- und warmen Flügelhorn-Klänge von Christoph Titz in einigen Stücken dazu. Sie gehören zu den besonderen Momenten und machen Lust auf mehr. Geradezu euphorisch reagiert das Publikum auf die Höhenflüge, in denen sich Titz und Klein gegenseitig anfeuern. Und mit gebührendem Beifall fordert es am Ende eine Zugabe ein. Am Freitag, 28. August, veranstaltet der Jazz Club Minden in Zusammenarbeit mit Minden Marketing ein weiteres Konzert in der Sommer-Reihe „Kultur im Hof“. Zu Gast ist dann die preisgekrönte Electro-Jazz-Band Nighthawks um den Trompeter Reiner Winterschladen und den Bassisten Dal Martino. Karten im Vorverkauf sind erhältlich bei Express-Ticketservice, Obermarktstraße 26-30.

Matti Klein Soul Trio begeistert 200 Zuhörer bei „Kultur im Hof“

Das Matti Klein Soul Trio begeisterte die Zuschauer im Innenhof der sogenannten Neuen Regierung in Minden. Mittanzen war wegen Corona verboten. Doch alle hatten ihren Spaß. Foto: Kerstin Rickert © Kerstin Rickert

Minden (kr). Wie sehr er sich freut, ist Matthias Niemann deutlich anzusehen. Und der Jazz-Club-Vorsitzende sagt es auch, als er zum ersten Mal nach fast fünf Monaten wieder auf einer Bühne steht und ein Publikum begrüßt: „Was soll ich sagen? Dieses Konzert ist für mich ein ganz besonderes und ich bin begeistert, dass ihr alle hier seid.“

Hier, das ist der Innenhof der Neuen Regierung. Alle, das sind fast 200 Menschen, die „Kultur im Hof“ die erste ausverkaufte Veranstaltung bescheren. Und das sind das Matti Klein Soul Trio und der Trompeter Christoph Titz, die Niemann kurzfristig engagiert hatte.

„Das war schon sportlich“, sagt Matthias Niemann. Überraschend und erst vor drei Wochen kam das Angebot von der Minden Marketing an ihn als Vertreter des Jazz Club Minden, zwei Abende in Rahmen der Veranstaltungs-Reihe „Kultur im Hof“ zu gestalten. „Ich habe sofort gesagt, das machen wir und mich mit meinen Vorstandskollegen abgestimmt“, so Niemann gegenüber dem MT.

Der kleine Haken an der Sache: Das Programm musste innerhalb von drei Tagen stehen. Niemann machte sich an die Arbeit, telefonierte sich die Finger wund – und bekam Absagen, weil irgendein Musiker doch nicht konnte. Mit Matti Klein ging alles ganz schnell. Der Musiker aus Berlin klärte den Termin mit seinen Bandkollegen, fragte bei Christoph Titz als Gastmusiker an und sagte zu.

Nach den Worten des Bandleaders verbindet ihn mit dem ebenfalls in Berlin lebenden Trompeter ein langjährige Freundschaft. Auf dessen neuem Album ist Matti Klein als Gastmusiker vertreten. Zusammen für ein Konzert auf einer Bühne gestanden hätten sie allerdings noch nie. „Das ist heute also eine Weltpremiere“, ruft Klein in die Menge.

Schon mit den ersten Tönen, die er seinen Keyboards entlockt, versprüht er eine unbändige Lust auf dieses Open-Air-Konzert – für ihn und seine Band das zweite seit Beginn der Corona-Pandemie. Die Sounds, die er zusammen mit Bernhard Ullrich an Bariton- und Tenorsaxofon und Drummer André Seidel kreiert, wirken auch auf das Publikum ansteckend. Satt, voller Wärme und unterlegt mit einem permanenten Groove gehen sie direkt in die Beine. Tanzen ist in Zeiten von Corona zwar nicht erlaubt, aber Bewegung klappt auch im Sitzen. Matti Klein macht es vor: Keine Sekunde hält es ihn ruhig auf seinem Hocker, während er mit beiden Händen die Tasten seiner Vintage-Keyboards bearbeitet. Mit der rechten Hand spielt der 36-Jährige ein Wurlitzer-Electric-Piano, mit der linken sorgt er auf einem Fender-Rhodes-Piano auch gleich noch für eine ordentliche Portion Bass. André Seidel treibt schlagkräftig aus dem Hintergrund an, und Bernhard Ullrich bereichert den mitreißenden Groove-Cocktail mit seinem vollen und energiegeladenen Saxofon-Ton. Selten gespielte 11/8-Takte oder ein Blues im 11/4-Takt bahnen sich ihren Weg in die Gehörgänge – brillant, wie das groovt. Mit Leidenschaft servieren die drei Musiker hochprozentige Eigenkreationen mit Reminiszenzen an die Soul-Jazz-Ära der 1960er Jahre und dampfenden Vintage-Sounds der Siebziger. Sie zeigen mit dem atmosphärischen Ausflug in das urbane Berlin namens „Windy Move“, dass sie auch sanfte Töne anschlagen können. Sie nehmen das Publikum mit auf einen „African Taxi Trip“ und auf eine „River Journey“ voller musikalischer Überraschungen nach Finnland. Perfekt gesellen sich die schneidenden Trompeten- und warmen Flügelhorn-Klänge von Christoph Titz in einigen Stücken dazu. Sie gehören zu den besonderen Momenten und machen Lust auf mehr. Geradezu euphorisch reagiert das Publikum auf die Höhenflüge, in denen sich Titz und Klein gegenseitig anfeuern. Und mit gebührendem Beifall fordert es am Ende eine Zugabe ein.

Am Freitag, 28. August, veranstaltet der Jazz Club Minden in Zusammenarbeit mit Minden Marketing ein weiteres Konzert in der Sommer-Reihe „Kultur im Hof“. Zu Gast ist dann die preisgekrönte Electro-Jazz-Band Nighthawks um den Trompeter Reiner Winterschladen und den Bassisten Dal Martino. Karten im Vorverkauf sind erhältlich bei Express-Ticketservice, Obermarktstraße 26-30.

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