Marihuana vom Friseur: Mutmaßliche Dealerbande schweigt vor dem Bielefelder Landgericht Nils Middelhauve Bad Oeynhausen/Minden/Bielefeld. Spätestens im Oktober des vergangenen Jahrs – so sieht es zumindest die Bielefelder Staatsanwaltschaft – sollen sich die Angeklagten zu einer Bande zusammengeschlossen haben, um einen „schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln“ zu betreiben. Nun müssen sich die sechs Männer aus Bad Oeynhausen und Minden wegen des Verdachts, im großen Stil vor allem mit Marihuana gedealt zu haben, vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft geht dabei von folgendem Geschehen aus: Die sechs Männer im Alter von 19 bis 28 Jahren kennen sich schon seit längerer Zeit. Im vergangenen Herbst schließlich fassten sie den Plan, gemeinsam in den Drogenhandel einzusteigen. Initiator und Spiritus Rector hinter dem illegalen Treiben war demnach der 28 Jahre alte Safet E. (Namen aller Betroffenen geändert). Der aus Bad Oeynhausen stammende Mann war laut Ermittlern vor allem für die Beschaffung der Drogen zuständig. Darüber hinaus legte er fest, zu welchen Preisen diese an die verschiedenen Abnehmer weiterverkauft werden sollten, und kümmerte sich um Kuriere für die Auslieferung und den Ankauf der Ware. Die Bestellungen nahm unter anderem der Bruder des Bandenkopfs, der 26-jährige Eren E., in dem von ihm betriebenen Friseursalon entgegen und leitete die Wünsche der Kundschaft, die über die üblicherweise in einem Friseursalon zu verrichtenden Tätigkeiten hinaus gingen, an Safet E. weiter. Die weiteren Angeklagten sollen als Bunkerhalter Drogen in ihren Wohnungen deponiert, Betäubungsmittel ausgeliefert oder zuvor angekauft haben. Am 26. Januar dieses Jahres durchsuchten die Ermittler die Wohnung des nun ebenfalls angeklagten Phekda N. (19) in Minden. Die Beamten fanden dort neben einem zum Verkauf bestimmten knappen Kilogramm der Partydroge MDMA sowie gut 177 Gramm des Narkosemittels Ketamin auch ein griffbereit aufbewahrtes Einhandmesser sowie, in einem Küchenschrank, ein Butterflymesser. Seither sitzt Phekda N., ebenso wie Sefat E. und der aus Bad Oeynhausen stammende Ihsan B. (28), in Untersuchungshaft. Zum Prozessauftakt vor der XX. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts unter dem Vorsitz von Richterin Verena Willeke teilten die Verteidiger der angeklagten Männer mit, dass sich ihre Mandanten derzeit weder zu den Tatvorwürfen, noch zu ihrem Werdegang äußern würden. Rechtsanwalt Vyacheslav Varavin, der den aus Bad Oeynhausen stammenden Qodrat O. (20) vertritt, sagte, dass dieser die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestreite. Weitere Angaben würden jedoch derzeit nicht erfolgen. Der Prozess wird am 24. Juni fortgesetzt.

Marihuana vom Friseur: Mutmaßliche Dealerbande schweigt vor dem Bielefelder Landgericht

Der Kopf der mutmaßlichen Dealerbande steht in Verdacht, in seinem Friseursalon Bestellungen für Drogen entgegengenommen zu haben. Symbolfoto: K. Schmitt via www.imago-images.de © imago images/Fotostand

Bad Oeynhausen/Minden/Bielefeld. Spätestens im Oktober des vergangenen Jahrs – so sieht es zumindest die Bielefelder Staatsanwaltschaft – sollen sich die Angeklagten zu einer Bande zusammengeschlossen haben, um einen „schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln“ zu betreiben. Nun müssen sich die sechs Männer aus Bad Oeynhausen und Minden wegen des Verdachts, im großen Stil vor allem mit Marihuana gedealt zu haben, vor dem Bielefelder Landgericht verantworten.

Die Staatsanwaltschaft geht dabei von folgendem Geschehen aus: Die sechs Männer im Alter von 19 bis 28 Jahren kennen sich schon seit längerer Zeit. Im vergangenen Herbst schließlich fassten sie den Plan, gemeinsam in den Drogenhandel einzusteigen. Initiator und Spiritus Rector hinter dem illegalen Treiben war demnach der 28 Jahre alte Safet E. (Namen aller Betroffenen geändert). Der aus Bad Oeynhausen stammende Mann war laut Ermittlern vor allem für die Beschaffung der Drogen zuständig.

Darüber hinaus legte er fest, zu welchen Preisen diese an die verschiedenen Abnehmer weiterverkauft werden sollten, und kümmerte sich um Kuriere für die Auslieferung und den Ankauf der Ware.


Die Bestellungen nahm unter anderem der Bruder des Bandenkopfs, der 26-jährige Eren E., in dem von ihm betriebenen Friseursalon entgegen und leitete die Wünsche der Kundschaft, die über die üblicherweise in einem Friseursalon zu verrichtenden Tätigkeiten hinaus gingen, an Safet E. weiter. Die weiteren Angeklagten sollen als Bunkerhalter Drogen in ihren Wohnungen deponiert, Betäubungsmittel ausgeliefert oder zuvor angekauft haben.

Am 26. Januar dieses Jahres durchsuchten die Ermittler die Wohnung des nun ebenfalls angeklagten Phekda N. (19) in Minden. Die Beamten fanden dort neben einem zum Verkauf bestimmten knappen Kilogramm der Partydroge MDMA sowie gut 177 Gramm des Narkosemittels Ketamin auch ein griffbereit aufbewahrtes Einhandmesser sowie, in einem Küchenschrank, ein Butterflymesser. Seither sitzt Phekda N., ebenso wie Sefat E. und der aus Bad Oeynhausen stammende Ihsan B. (28), in Untersuchungshaft.

Zum Prozessauftakt vor der XX. Großen Strafkammer des Bielefelder Landgerichts unter dem Vorsitz von Richterin Verena Willeke teilten die Verteidiger der angeklagten Männer mit, dass sich ihre Mandanten derzeit weder zu den Tatvorwürfen, noch zu ihrem Werdegang äußern würden.

Rechtsanwalt Vyacheslav Varavin, der den aus Bad Oeynhausen stammenden Qodrat O. (20) vertritt, sagte, dass dieser die gegen ihn erhobenen Vorwürfe bestreite. Weitere Angaben würden jedoch derzeit nicht erfolgen.

Der Prozess wird am 24. Juni fortgesetzt.

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