Marihuana im Wert von drei Millionen Euro angebaut und verkauft: Prozess gegen Drogenbande gestartet Malina Reckordt,Patrick Schwemling Bielefeld/Minden. Mit mehr als einer Stunde Verspätung startete am Mittwoch vor der Landgericht Bielefeld der Prozess gegen gleich acht Beschuldigte wegen des Verdachts des bandenmäßigen unerlaubten Handelns mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge – und kam trotz einer eineinhalbstündigen Auftaktverhandlung nicht über die Aufnahme der persönlichen Daten der Angeklagten sowie dem Verlesen der Anklageschrift inklusive albanischer Übersetzung hinaus. Ohnehin bahnt sich ein Mammut-Prozess mit aktuell noch angesetzten 14 Fortsetzungsterminen an, ehe am 28. Januar 2022 die Urteile gefällt werden sollen. Zwei der Angeklagten - Bekim K. (39) und Afrim N. (57) - kommen aus Minden sowie einer - Hashim C. (35) - aus Porta Westfalica. Vier der übrigen Angeklagten haben keinen festen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. (Hinweis: Alle Namen von der Redaktion geändert.) Laut Anklage der Staatsanwaltschaft sollen sich die acht Angeklagten zu einer Bande zusammengeschlossen haben und zwischen März 2019 bis April 2021 insgesamt vier Marihuanaplantagen betrieben haben. Diese befanden sich in einer alten Gaststätte und einem gerade renovierten Wohngebäude in Bad Oeynhausen, in einer alten Gaststätte in Eimen (Landkreis Holzminden) sowie in einer leer stehenden Gewerbeimmobilie in Lehre (Landkreis Helmstedt). "In jeder Plantage soll ein Bandenmitglied als sogenannter 'Gießer' gelebt haben, der die Pflanzen gepflegt, insbesondere gedüngt und bewässert haben", so der Staatsanwalt. Dabei habe Bekim K. aus Minden die Oberaufsicht gehabt und die Aufgaben an die übrigen Bandenmitglieder verteilt. Aufgabe des Angeklagten aus Porta Westfalica soll es gewesen sein, den Betrieb der Plantagen zu überwachen, die "Gießer" mit Dingen, wie Lebensmitteln, Tabak und Prepaid-Guthaben für das Mobiltelefon, versorgt zu haben und die Plantagen mit den benötigten Düngemitteln auszustatten. Nach Anweisungen von Bekim K. soll auch er Teilmengen der geernteten Drogen verkauft haben. Vier Angeklagte sollen als "Gießer" tätig gewesen sein, ein weitere Angeklagter soll die elektrischen Anlagen gewartet haben. Während des Tatzeitraums sollen die Plantagen in Bad Oeynhausen sechs beziehungsweise drei Anbauzyklen, in Eimen ebenfalls drei Anbauzyklen und in Lehre zwei Anbauzyklen durchlaufen haben. Dabei sollen 803 Kilogramm Marihuana geerntet worden sein, wovon auch 618 Kilogramm für 3.090.000 verkauft worden sein sollen. Afrim N., der zweite Mindener Angeklagte, soll Bekim K. beim Abtransport des geernteten Marihuanas in Bad Oeynhausen geholfen haben. Darüber hinaus war Afrim N. offenbar auch noch Kokain-Geschäfte verstrickt. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung Minden sollen dort gut 190 Gramm Kokain - was einem Straßenverkaufswert von fast 15.000 Euro entspricht - gefunden worden sein. Für den Fall eines möglichen Übergriffs schien er sich gewappnet zu haben: Er lagerte den Holzstiel einer Axt griffbereit in der Wohnung.

Marihuana im Wert von drei Millionen Euro angebaut und verkauft: Prozess gegen Drogenbande gestartet

Der Angeklagte Labinot K. (rechts) aus Minden soll der Kopf der Bande gewesen sein, der 57-jährige Behxet N. (links) half bei der Marihuana-Ernte und handelte zudem mit Kokain. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei 190 Gramm der harten Droge mit einem Straßenverkaufswert von knapp 15.000 Euro. MT-Foto: © Patrick Schwemling

Bielefeld/Minden. Mit mehr als einer Stunde Verspätung startete am Mittwoch vor der Landgericht Bielefeld der Prozess gegen gleich acht Beschuldigte wegen des Verdachts des bandenmäßigen unerlaubten Handelns mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge – und kam trotz einer eineinhalbstündigen Auftaktverhandlung nicht über die Aufnahme der persönlichen Daten der Angeklagten sowie dem Verlesen der Anklageschrift inklusive albanischer Übersetzung hinaus. Ohnehin bahnt sich ein Mammut-Prozess mit aktuell noch angesetzten 14 Fortsetzungsterminen an, ehe am 28. Januar 2022 die Urteile gefällt werden sollen.

Zwei der Angeklagten - Bekim K. (39) und Afrim N. (57) - kommen aus Minden sowie einer - Hashim C. (35) - aus Porta Westfalica. Vier der übrigen Angeklagten haben keinen festen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland. (Hinweis: Alle Namen von der Redaktion geändert.)

Laut Anklage der Staatsanwaltschaft sollen sich die acht Angeklagten zu einer Bande zusammengeschlossen haben und zwischen März 2019 bis April 2021 insgesamt vier Marihuanaplantagen betrieben haben. Diese befanden sich in einer alten Gaststätte und einem gerade renovierten Wohngebäude in Bad Oeynhausen, in einer alten Gaststätte in Eimen (Landkreis Holzminden) sowie in einer leer stehenden Gewerbeimmobilie in Lehre (Landkreis Helmstedt).


"In jeder Plantage soll ein Bandenmitglied als sogenannter 'Gießer' gelebt haben, der die Pflanzen gepflegt, insbesondere gedüngt und bewässert haben", so der Staatsanwalt. Dabei habe Bekim K. aus Minden die Oberaufsicht gehabt und die Aufgaben an die übrigen Bandenmitglieder verteilt.

Aufgabe des Angeklagten aus Porta Westfalica soll es gewesen sein, den Betrieb der Plantagen zu überwachen, die "Gießer" mit Dingen, wie Lebensmitteln, Tabak und Prepaid-Guthaben für das Mobiltelefon, versorgt zu haben und die Plantagen mit den benötigten Düngemitteln auszustatten. Nach Anweisungen von Bekim K. soll auch er Teilmengen der geernteten Drogen verkauft haben. Vier Angeklagte sollen als "Gießer" tätig gewesen sein, ein weitere Angeklagter soll die elektrischen Anlagen gewartet haben.

Während des Tatzeitraums sollen die Plantagen in Bad Oeynhausen sechs beziehungsweise drei Anbauzyklen, in Eimen ebenfalls drei Anbauzyklen und in Lehre zwei Anbauzyklen durchlaufen haben. Dabei sollen 803 Kilogramm Marihuana geerntet worden sein, wovon auch 618 Kilogramm für 3.090.000 verkauft worden sein sollen.

Afrim N., der zweite Mindener Angeklagte, soll Bekim K. beim Abtransport des geernteten Marihuanas in Bad Oeynhausen geholfen haben. Darüber hinaus war Afrim N. offenbar auch noch Kokain-Geschäfte verstrickt. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung Minden sollen dort gut 190 Gramm Kokain - was einem Straßenverkaufswert von fast 15.000 Euro entspricht - gefunden worden sein. Für den Fall eines möglichen Übergriffs schien er sich gewappnet zu haben: Er lagerte den Holzstiel einer Axt griffbereit in der Wohnung.

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