Marco Düsterwald will als neuer Leiter der VHS Minden-Bad Oeynhausen einiges verändern Christine Riechmann Minden (mt). Marco Düsterwald ist gerne unterwegs. So stören ihn die knapp hundert Kilometer, die er jeden Morgen zu seinem neuen Arbeitsplatz unterwegs ist überhaupt nicht. „Ich kenne es eigentlich nur weiter“, sagt der neue Leiter der Volkshochschule Minden-Bad Oeynhausen. Seit Anfang September ist der Ahlener im Amt und freut sich täglich über die „landschaftlich reizvolle Gegend“, die er mit dem Zug und dann vom Bahnhof zur VHS mit dem Fahrrad durchquert. Sein vorheriger Job hat ihn von Ahlen aus – geografisch gesehen – in die andere Richtung geführt. Inhaltlich ist Düsterwald im Thema geblieben: In Düsseldorf war er beim VHS-Landesverband NRW als Referent für politische Bildung, erweiterte Lernwelten und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Zuvor hat er in der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Sozialer Bildungswerke als Mitglied des Vorstands gearbeitet und in der Bildungseinrichtung Akademie Klausenhof jahrelang im Bereich der Politischen Bildung. Angefangen hat aber alles in der Kirche. Im Elternhaus katholisch sozialisiert, war er Messdiener und hat als Teamer bei Jugendfreizeiten geholfen. „Dort habe ich erfahren, dass ich unglaublich gern mit Menschen arbeite.“ Sein Studium der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik hat ihn nicht zum klassischen Streetworker gemacht – „das passte nicht so zu mir“, – sondern in den Bereich der Politischen Bildung gebracht. Für Düsterwald ein ganz wichtiger Baustein im konstruktiven und wertschätzenden Miteinander der Menschen. Das Zitat Rudolf Amelunxens (erster Ministerpräsident von Nordrhein Westfalen) „Die Aufgabe der politischen Bildung ist es, für Demokratie zu begeistern“ ist so etwas wie sein Grundsatz geworden. Marco Düsterwald ist nicht nur gerne unterwegs, sondern auch inhaltlich immer auf der Suche nach neuem Input. Selbst beschreibt er sich so: „Ich will gestalten, ich habe Ideen im Kopf, ich habe Spaß daran, Verantwortung zu übernehmen.“ In seinem neuen Job als Leiter der VHS sieht er die Möglichkeit, all seine persönlichen und beruflichen Erfahrungen einzubringen. Genau danach habe er gesucht, nach einer Aufgabe, die ihn voll fordere, die jeden Tag anders ist, ihn mit vielen Menschen zusammen bringt und bei der er jeden Tag etwas Neues lernen kann. Da ihm „das Herz aufgeht, wenn er mit einer Gruppe arbeitet“, will er es sich auch als VHS-Direktor nicht nehmen lassen, hin und wieder ein Seminar zu geben oder eine Moderation zu übernehmen. Schon früher hat Düsterwald als freiberuflicher Referent Seminare zu Themen wie Konfliktkommunikation, Gesprächsführung und interkulturelle Kommunikation für Lehrende gegeben. Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Unterbringung von unbegleiteten männlichen Asylsuchenden“ hat Marco Düsterwald bereits im Jahr 2016 nach Minden gebracht. Daran, dass er einmal in der Stadt an der Weser die Volkshochschule leiten wird, hat er damals keinen Gedanken verschwendet. Heute ist er froh hier zu sein. Ihm gefällt nicht nur die gemütlich wirkende verwinkelte Stadt mit dem Panorama von der Weserbrücke aus, sondern auch die Volkshochschule selbst, „dieses Gebäude, das alt ist aber lebt, in dem man Geschichten erfahren kann.“ Düsterwald sieht die VHS in Minden gut aufgestellt. Toll findet er die Verknüpfung mit dem Bereich Offener Ganztag an Grundschulen. Das sei spannend, dass Volkshochschule so etwas kann und so etwas macht. Überhaupt sieht Düsterwald das VHS-Feld in Sachen Kooperation mit Schulen gut bestellt. Es gehe darum, einen außerschulischen Lernort zu schaffen, die VHS soll erster Ansprechpartner sein, wenn es ums lebenslange Lernen geht. Da Stillstand aber nicht nur bei ihm persönlich ein No-Go ist, sondern auch eine Volkshochschule seiner Meinung nach nicht stehen bleiben kann und täglich neu gedacht werden muss, will er auch an anderen Themen dranbleiben: Vorantreiben will er die Digitalisierung, die Verknüpfung von Bildung und sozialer Arbeit und die Vernetzung der unterschiedlichen Standorte im Kreis Minden-Lübbecke mit ihren rund 200 Mitarbeitenden. Düsterwald wünscht sich, dass die VHS noch mehr in die Mitte der Gesellschaft geht und die Menschen sich in ihr wohl fühlen. „Das alles werden wir nie erreichen, das ist ein stetiger Prozess“, meint der VHS-Leiter – und somit ganz nach seinem Geschmack. Den ersten Monat als Direktor hat der 41-Jährige aber vor allem mit Netzwerken verbracht. Er habe unglaublich viele Menschen kennengelernt, die für und in Minden arbeiten. „Das hat großen Spaß gemacht.“ Abends, wenn er mit seiner Arbeit fertig ist, setzt er sich in den Zug und fährt zurück nach Ahlen. Dort warten seine Ehefrau und zwei Kinder auf ihn. Mit dem räumlichen Abstand zum Job sei er dann ganz für seine Familie da. „Das schätze ich sehr“. Oder er spielt auf seiner E-Gitarre. Damit hat er erst mit 36 Jahren angefangen. „Man lernt schließlich nie aus.“ Lesen Sie zu diesem Thema auch "Dietmar Lehmann verabschiedet sich nach 34 Jahren von der VHS"

Marco Düsterwald will als neuer Leiter der VHS Minden-Bad Oeynhausen einiges verändern

Das Kleine Theater ist einer seiner Lieblingsorte im VHS-Gebäude: „Ein toller Ort für Seminare und Vorträge“, sagt Marco Düsterwald. MT-Foto: Alex Lehn © Alex Lehn

Minden (mt). Marco Düsterwald ist gerne unterwegs. So stören ihn die knapp hundert Kilometer, die er jeden Morgen zu seinem neuen Arbeitsplatz unterwegs ist überhaupt nicht. „Ich kenne es eigentlich nur weiter“, sagt der neue Leiter der Volkshochschule Minden-Bad Oeynhausen. Seit Anfang September ist der Ahlener im Amt und freut sich täglich über die „landschaftlich reizvolle Gegend“, die er mit dem Zug und dann vom Bahnhof zur VHS mit dem Fahrrad durchquert.

Sein vorheriger Job hat ihn von Ahlen aus – geografisch gesehen – in die andere Richtung geführt. Inhaltlich ist Düsterwald im Thema geblieben: In Düsseldorf war er beim VHS-Landesverband NRW als Referent für politische Bildung, erweiterte Lernwelten und Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Zuvor hat er in der Arbeitsgemeinschaft Katholisch-Sozialer Bildungswerke als Mitglied des Vorstands gearbeitet und in der Bildungseinrichtung Akademie Klausenhof jahrelang im Bereich der Politischen Bildung.

Angefangen hat aber alles in der Kirche. Im Elternhaus katholisch sozialisiert, war er Messdiener und hat als Teamer bei Jugendfreizeiten geholfen. „Dort habe ich erfahren, dass ich unglaublich gern mit Menschen arbeite.“ Sein Studium der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik hat ihn nicht zum klassischen Streetworker gemacht – „das passte nicht so zu mir“, – sondern in den Bereich der Politischen Bildung gebracht. Für Düsterwald ein ganz wichtiger Baustein im konstruktiven und wertschätzenden Miteinander der Menschen. Das Zitat Rudolf Amelunxens (erster Ministerpräsident von Nordrhein Westfalen) „Die Aufgabe der politischen Bildung ist es, für Demokratie zu begeistern“ ist so etwas wie sein Grundsatz geworden.

Marco Düsterwald ist nicht nur gerne unterwegs, sondern auch inhaltlich immer auf der Suche nach neuem Input. Selbst beschreibt er sich so: „Ich will gestalten, ich habe Ideen im Kopf, ich habe Spaß daran, Verantwortung zu übernehmen.“ In seinem neuen Job als Leiter der VHS sieht er die Möglichkeit, all seine persönlichen und beruflichen Erfahrungen einzubringen. Genau danach habe er gesucht, nach einer Aufgabe, die ihn voll fordere, die jeden Tag anders ist, ihn mit vielen Menschen zusammen bringt und bei der er jeden Tag etwas Neues lernen kann. Da ihm „das Herz aufgeht, wenn er mit einer Gruppe arbeitet“, will er es sich auch als VHS-Direktor nicht nehmen lassen, hin und wieder ein Seminar zu geben oder eine Moderation zu übernehmen. Schon früher hat Düsterwald als freiberuflicher Referent Seminare zu Themen wie Konfliktkommunikation, Gesprächsführung und interkulturelle Kommunikation für Lehrende gegeben.

Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Unterbringung von unbegleiteten männlichen Asylsuchenden“ hat Marco Düsterwald bereits im Jahr 2016 nach Minden gebracht. Daran, dass er einmal in der Stadt an der Weser die Volkshochschule leiten wird, hat er damals keinen Gedanken verschwendet. Heute ist er froh hier zu sein. Ihm gefällt nicht nur die gemütlich wirkende verwinkelte Stadt mit dem Panorama von der Weserbrücke aus, sondern auch die Volkshochschule selbst, „dieses Gebäude, das alt ist aber lebt, in dem man Geschichten erfahren kann.“

Düsterwald sieht die VHS in Minden gut aufgestellt. Toll findet er die Verknüpfung mit dem Bereich Offener Ganztag an Grundschulen. Das sei spannend, dass Volkshochschule so etwas kann und so etwas macht. Überhaupt sieht Düsterwald das VHS-Feld in Sachen Kooperation mit Schulen gut bestellt. Es gehe darum, einen außerschulischen Lernort zu schaffen, die VHS soll erster Ansprechpartner sein, wenn es ums lebenslange Lernen geht.

Da Stillstand aber nicht nur bei ihm persönlich ein No-Go ist, sondern auch eine Volkshochschule seiner Meinung nach nicht stehen bleiben kann und täglich neu gedacht werden muss, will er auch an anderen Themen dranbleiben: Vorantreiben will er die Digitalisierung, die Verknüpfung von Bildung und sozialer Arbeit und die Vernetzung der unterschiedlichen Standorte im Kreis Minden-Lübbecke mit ihren rund 200 Mitarbeitenden. Düsterwald wünscht sich, dass die VHS noch mehr in die Mitte der Gesellschaft geht und die Menschen sich in ihr wohl fühlen. „Das alles werden wir nie erreichen, das ist ein stetiger Prozess“, meint der VHS-Leiter – und somit ganz nach seinem Geschmack.

Den ersten Monat als Direktor hat der 41-Jährige aber vor allem mit Netzwerken verbracht. Er habe unglaublich viele Menschen kennengelernt, die für und in Minden arbeiten. „Das hat großen Spaß gemacht.“

Abends, wenn er mit seiner Arbeit fertig ist, setzt er sich in den Zug und fährt zurück nach Ahlen. Dort warten seine Ehefrau und zwei Kinder auf ihn. Mit dem räumlichen Abstand zum Job sei er dann ganz für seine Familie da. „Das schätze ich sehr“. Oder er spielt auf seiner E-Gitarre. Damit hat er erst mit 36 Jahren angefangen. „Man lernt schließlich nie aus.“

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