Mahnwache der Mittelalterszene gegen Folgen der Corona-Politik Johannes Pietsch Minden. In mehreren Städten, darunter in Minden, haben Beschäftige der Mittelalterszene mit einem „stillen Protest“ auf ihre Situation in der Corona-Pandemie aufmerksam gemacht. Für eine halbe Stunde stellten sie sich am späten Nachmittag des Ostersonntags zu einer Mahnwache auf, um schweigend ihrem Protest gegen die Folgen der Pandemie und der ihrer Meinung nach völlig unzureichenden staatlichen Unterstützung aufmerksam zu machen. Zu den Teilnehmern der bundesweiten Aktion zählten Veranstaltungstechniker, Künstler, Artisten, Markthändler, Schausteller und Gastronomen, die überwiegend oder ausschließlich auf Veranstaltungen der Mittelalterszene aktiv sind. Aufgerufen zu dem „stillen Protest“ war zuvor über die sozialen Netzwerke. Dabei hielten die Teilnehmer während ihrer Mahnwache jeweils drei Meter Abstand voneinander und trugen zudem medizinische Masken. Nur Angehörige eines Hausstands durften näher zueinander stehen. Damit wolle man nicht nur den geltenden Bestimmungen zum Infektionsschutz Rechnung tragen, sondern sich auch ganz klar von Gruppen wie Corona-Leugnern oder Querdenkern abgrenzen, erklärte Teilnehmerin Jana Turek aus Porta Westfalica. Auch auf Parolen, Transparente oder Sprechchöre wurde bewusst verzichtet. Ein Standort war dabei der Marktplatz in Minden. Bei Passanten stieß die Aktion dabei auf spürbares Interesse. Viele ließen sich mit Handzetteln über das Anliegen der Teilnehmer informieren. Polizei und Ordnungsamt nahmen offenkundig keinerlei Anstoß. Weitere Standorte waren Bremen und Wedel. Auch in Rinteln hatte es Planungen für eine gleichartige Protestaktion gegeben, diese waren jedoch verworfen worden, nachdem das Bundesland Niedersachsen für die Osterfeiertage ein striktes Verbot von Menschenansammlungen jeglicher Art ausgesprochen hatte. In Nordrhein-Westfalen galt ein solches Verbot nicht. Beschäftigte in der Mittelalterszene seien ganz besonders von dem für sie seit praktisch einem Jahr geltenden Lockdown betroffen, erklärten die Teilnehmer im Pressegespräch. Da es seit März vergangenen Jahres keine Veranstaltungen dieser Branche gebe, stünden die meisten von ihnen faktisch ohne Einkommen da. Durch die Corona-Politik der Bundesregierung würden systematisch Existenzen zerstört, da bereits zugesagte staatliche Hilfe entweder gar nicht fließe oder so gering sei, dass damit noch nicht einmal Fixkosten gedeckt würden. Die Folgen seien der Absturz in die Arbeitslosigkeit, Verlust von Gesundheit und finanzieller Absicherung, soziale Isolation, zerbrechende Familien und Verschuldung. Das alles seien keine Einzelschicksale, heißt es in den von den Teilnehmern verteilten Informationen: „Wir sind Steuerzahler und wollen arbeiten! Wir möchten gehört, gesehen, verstanden und berücksichtigt werden. 12 Monate ohne Einkommen sind 12 Monate zu viel. Das System ist nicht relevant, wenn Berufsgruppen ausgegrenzt werden.“ Weitere Mahnwachen dieser Art sollen in Zukunft über die öffentliche Facebook-Gruppe „Stiller Protest“ bekannt gegeben werden.

Mahnwache der Mittelalterszene gegen Folgen der Corona-Politik

Mahnwache: Auch auf dem Mindener Marktplatz protestierten Beschäftigte der Mittelalterszene schweigend gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie und fehlende staatliche Unterstützung. Foto: Johannes Pietsch © Johannes Pietsch

Minden. In mehreren Städten, darunter in Minden, haben Beschäftige der Mittelalterszene mit einem „stillen Protest“ auf ihre Situation in der Corona-Pandemie aufmerksam gemacht. Für eine halbe Stunde stellten sie sich am späten Nachmittag des Ostersonntags zu einer Mahnwache auf, um schweigend ihrem Protest gegen die Folgen der Pandemie und der ihrer Meinung nach völlig unzureichenden staatlichen Unterstützung aufmerksam zu machen. Zu den Teilnehmern der bundesweiten Aktion zählten Veranstaltungstechniker, Künstler, Artisten, Markthändler, Schausteller und Gastronomen, die überwiegend oder ausschließlich auf Veranstaltungen der Mittelalterszene aktiv sind.

Aufgerufen zu dem „stillen Protest“ war zuvor über die sozialen Netzwerke. Dabei hielten die Teilnehmer während ihrer Mahnwache jeweils drei Meter Abstand voneinander und trugen zudem medizinische Masken. Nur Angehörige eines Hausstands durften näher zueinander stehen. Damit wolle man nicht nur den geltenden Bestimmungen zum Infektionsschutz Rechnung tragen, sondern sich auch ganz klar von Gruppen wie Corona-Leugnern oder Querdenkern abgrenzen, erklärte Teilnehmerin Jana Turek aus Porta Westfalica. Auch auf Parolen, Transparente oder Sprechchöre wurde bewusst verzichtet.

Ein Standort war dabei der Marktplatz in Minden. Bei Passanten stieß die Aktion dabei auf spürbares Interesse. Viele ließen sich mit Handzetteln über das Anliegen der Teilnehmer informieren. Polizei und Ordnungsamt nahmen offenkundig keinerlei Anstoß. Weitere Standorte waren Bremen und Wedel. Auch in Rinteln hatte es Planungen für eine gleichartige Protestaktion gegeben, diese waren jedoch verworfen worden, nachdem das Bundesland Niedersachsen für die Osterfeiertage ein striktes Verbot von Menschenansammlungen jeglicher Art ausgesprochen hatte. In Nordrhein-Westfalen galt ein solches Verbot nicht.

Beschäftigte in der Mittelalterszene seien ganz besonders von dem für sie seit praktisch einem Jahr geltenden Lockdown betroffen, erklärten die Teilnehmer im Pressegespräch. Da es seit März vergangenen Jahres keine Veranstaltungen dieser Branche gebe, stünden die meisten von ihnen faktisch ohne Einkommen da.

Durch die Corona-Politik der Bundesregierung würden systematisch Existenzen zerstört, da bereits zugesagte staatliche Hilfe entweder gar nicht fließe oder so gering sei, dass damit noch nicht einmal Fixkosten gedeckt würden. Die Folgen seien der Absturz in die Arbeitslosigkeit, Verlust von Gesundheit und finanzieller Absicherung, soziale Isolation, zerbrechende Familien und Verschuldung.

Das alles seien keine Einzelschicksale, heißt es in den von den Teilnehmern verteilten Informationen: „Wir sind Steuerzahler und wollen arbeiten! Wir möchten gehört, gesehen, verstanden und berücksichtigt werden. 12 Monate ohne Einkommen sind 12 Monate zu viel. Das System ist nicht relevant, wenn Berufsgruppen ausgegrenzt werden.“ Weitere Mahnwachen dieser Art sollen in Zukunft über die öffentliche Facebook-Gruppe „Stiller Protest“ bekannt gegeben werden.

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