Machtlose Vermieter: Graffiti im Eingangsbereich können vom Mieter als Mangel gemeldet werden Lea Oetjen Minden. Für die einen ist es Straßenkunst, die anderen ärgern sich darüber. Bunte Graffitis gehören heutzutage ins moderne Stadtbild fast schon dazu – auch in Minden. Dabei ist ein Graffiti, das ohne Einwilligung angebracht worden ist, juristisch gesehen Sachbeschädigung. Hausbesitzern bereiten illegal angebrachte Graffitis in den meisten Fällen nur Ärger. Denn problemlos wegwischen lassen sie sich nicht. Die Entfernung ist kostspielig, aufwendig und in den meisten Fällen unumgänglich – vor allen an vermieteten Häusern. Denn: Graffiti-Schmierereien sind Mängel der Mietsache. Wie ein Fachanwalt auf MT-Anfrage mitteilt hat jeder Mieter einen juristischen Anspruch darauf, dass der Vermieter die Graffiti beseitigen lässt und die betroffenen Bereiche instand gesetzt werden. Das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg hatte 2007 ein entsprechendes Urteil gefällt. Danach muss der Vermieter den vertragsgemäßen Zustand der Wohnung und des Hauses aufrechterhalten, inklusive der Grundstücks- und Gebäudeteile, die zur gemeinschaftlichen Benutzung durch die Mieter und zum Zugang der Mietsache gehören. Übrigens: Ein Mietmangel liegt unabhängig von der Schuld des Vermieters vor, wenn der tatsächliche Zustand der Mietsache vom vertraglich vorausgesetzten Zustand abweicht. Der Deutsche Mieterbund hat jüngst in einer Pressemitteilung noch einmal betont, dass auch eine verhältnismäßig günstige Miete den Vermieter in solchen Fällen nicht entlastet. Die Entfernung der Schmierereien ist aufwendig und kostet bis zu 100 Euro pro Quadratmeter. Privatpersonen wird empfohlen, sich Hilfe bei einer Fachfirma zu holen. Denn: Bei falscher Handhabung mancher Mittel an der Fassade kann selbst mehr Schaden angerichtet werden als bereits vorhanden. Auch die Umwelt spielt eine entscheidende Rolle. Das Abwasser der Reinigung darf nämlich nicht einfach in den Abfluss oder ins Blumenbeet nebenan gekippt werden. Es gelten ganz konkrete Auflagen für eine umweltkonforme Entsorgung. Auf ihrer Internetseite liefert die Landespolizei übrigens hilfreiche Tipps, wie Hausbesitzer etwaigen Graffiti-Schmierereien vorbeugen können. Besonders effektiv sei laut den Beamten grelles Licht, da kaum ein Mensch bei einer Straftat gerne im direkten Rampenlicht stehe. Hilfreich sei in diesem Zusammenhang ein Bewegungsmelder, der den oder die Täter überrasche. Laut der Landespolizei könnten sich Hausbesitzer auch mit Kletterpflanzen helfen – begrünte Wände seien deutlich komplizierter zu besprühen.

Machtlose Vermieter: Graffiti im Eingangsbereich können vom Mieter als Mangel gemeldet werden

Hausbesitzern bereiten Graffitis nur Ärger und Kosten. Einfach wegwischen lassen sie sich nicht. MT-Foto: Alex Lehn

Minden. Für die einen ist es Straßenkunst, die anderen ärgern sich darüber. Bunte Graffitis gehören heutzutage ins moderne Stadtbild fast schon dazu – auch in Minden. Dabei ist ein Graffiti, das ohne Einwilligung angebracht worden ist, juristisch gesehen Sachbeschädigung. Hausbesitzern bereiten illegal angebrachte Graffitis in den meisten Fällen nur Ärger. Denn problemlos wegwischen lassen sie sich nicht.

Die Entfernung ist kostspielig, aufwendig und in den meisten Fällen unumgänglich – vor allen an vermieteten Häusern. Denn: Graffiti-Schmierereien sind Mängel der Mietsache. Wie ein Fachanwalt auf MT-Anfrage mitteilt hat jeder Mieter einen juristischen Anspruch darauf, dass der Vermieter die Graffiti beseitigen lässt und die betroffenen Bereiche instand gesetzt werden. Das Amtsgericht Tempelhof-Kreuzberg hatte 2007 ein entsprechendes Urteil gefällt. Danach muss der Vermieter den vertragsgemäßen Zustand der Wohnung und des Hauses aufrechterhalten, inklusive der Grundstücks- und Gebäudeteile, die zur gemeinschaftlichen Benutzung durch die Mieter und zum Zugang der Mietsache gehören.

Übrigens: Ein Mietmangel liegt unabhängig von der Schuld des Vermieters vor, wenn der tatsächliche Zustand der Mietsache vom vertraglich vorausgesetzten Zustand abweicht. Der Deutsche Mieterbund hat jüngst in einer Pressemitteilung noch einmal betont, dass auch eine verhältnismäßig günstige Miete den Vermieter in solchen Fällen nicht entlastet.

Malina Reckordt

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Die Entfernung der Schmierereien ist aufwendig und kostet bis zu 100 Euro pro Quadratmeter. Privatpersonen wird empfohlen, sich Hilfe bei einer Fachfirma zu holen. Denn: Bei falscher Handhabung mancher Mittel an der Fassade kann selbst mehr Schaden angerichtet werden als bereits vorhanden. Auch die Umwelt spielt eine entscheidende Rolle. Das Abwasser der Reinigung darf nämlich nicht einfach in den Abfluss oder ins Blumenbeet nebenan gekippt werden. Es gelten ganz konkrete Auflagen für eine umweltkonforme Entsorgung.

Auf ihrer Internetseite liefert die Landespolizei übrigens hilfreiche Tipps, wie Hausbesitzer etwaigen Graffiti-Schmierereien vorbeugen können. Besonders effektiv sei laut den Beamten grelles Licht, da kaum ein Mensch bei einer Straftat gerne im direkten Rampenlicht stehe. Hilfreich sei in diesem Zusammenhang ein Bewegungsmelder, der den oder die Täter überrasche. Laut der Landespolizei könnten sich Hausbesitzer auch mit Kletterpflanzen helfen – begrünte Wände seien deutlich komplizierter zu besprühen.

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