MTV plant auf seinem Gelände im Glacis einen Street-Workout-Park Doris Christoph Minden (mt). Pumpen unter Palmen: Die durchtrainierten Fitness-Freunde, die im zungenbrechenden „Calisthenics Beach Park Street Workout“ an Geräten ihre Muskeln stählen, gehören zu Miami Beach wie Sonne oder weißer Sandstrand. Und bald vielleicht auch zu Minden, denn so ein Park soll auf dem Gelände des MTV 1860 Minden entstehen, die Vorbereitungen laufen bereits.Der Anstoß dazu kam von Johannes Bähr. Der 23-Jährige aus Porta Westfalica ist begeistert vom Freiluftsport Street-Workout oder auch Calisthenics. Dabei wird an Geräten trainiert, die in kleinerer Ausführung auch auf Schulhöfen oder Kinderspielplätzen stehen. Auf Facebook stieß der Maschinenbau-Student auf die Gruppe „Street-Workout Park für Minden“ und bot an, sich um die Realisierung zu kümmern.„Der Sport Calisthenics wächst. In Russland und den USA gibt es viele solcher Parks. Es ist ein Gegenstück zum Fitness-Studio, nur halt draußen“, erklärt Bähr. Dabei baue man Muskeln auf und Ausdauer aus. „In Minden gibt es mehrere Gruppen, die unabhängig von einander trainieren.“ In einem Park könnten sie alle zusammenfinden.Mit dem MTV hat Bähr jetzt einen Partner gefunden, der Platz zur Verfügung stellt und bei der Realisierung hilft. Von der Sportart hatte der Vorsitzende Herbert Beuge vor dem ersten Treffen mit Bähr allerdings noch nicht gehört. In amerikanischen Filmen und von Gruppen, die ihn auf dem Hof der Domschule betreiben, erkannte er den Sport dann aber wieder. Neu sei daran eigentlich nur der Name. „Das sind ganz viele alte Turnelemente, nur alles halt viel frischer.“Auf zehn Mal zehn Metern sollen auf dem Gelände im Weserglacis Klimmstangen, Parallelbarren, eine Monkeybar - also eine Hängeleiter - sowie eine Sprossenwand aufgebaut werden. Der Park soll auch für Nichtmitglieder offen sein, die Nutzung der Umkleide, Duschen und des Kraftraums ist aber MTVlern vorbehalten. „So wie wir den Sport auf Kanzlers Weide für alle geöffnet haben, machen wir das auch hier“, erklärt Beuge. Gemeint ist damit die Disc-Golf- und Beachvolleyball-Anlage auf dem rechten Weserufer.Erstmal muss jetzt aber Geld her: Nach dem Entwurf einer Firma aus Willebadessen rechnen die Planer mit Kosten in Höhe von 35 000 Euro. Der Aufbau der Geräte liegt bei 18 000 Euro, dann muss noch der Boden ausgehoben werden, und allein die Kosten für den Untergrund summieren sich auf 12 500 Euro, rechnet Herbert Beuge vor. „Ein EPDM-Belag ist das Beste, was es gibt. Aber er ist teuer“, sagt Johannes Bähr. Holzhackschnipsel wären eine günstigere Alternative. Aber: „Alle paar Jahre steht hier das Grundstück unter Hochwasser. Der Belag muss das aushalten“, so der MTV-Vorsitzende. Ein weiteres Angebot soll von einer tschechischen Firma eingeholt werden. „Die bietet auch Elemente für Menschen mit Behinderung an“, nennt der 23-Jährige einen Vorteil.Aus Vereinsbeiträgen kann das Projekt nicht realisiert werden. Der MTV hat deshalb bei der Stadt Mittel aus der Sportpauschale beantragt. Mehr als die Hälfte der Kosten könnten bei einer Zusage abgedeckt werden. Der Rest muss durch Sponsorengelder zusammenkommen. „Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass Sponsoring schwierig ist“, sagt Beuge. Darum will er zum Beispiel bei Stiftungen um Unterstützung werben.Im Sportausschuss wurde das Projekt bereits vorgestellt (das MT berichtete). „Es gab nur Zustimmung. Die Resonanz war sehr, sehr positiv“, sagt Herbert Beuge. Abgestimmt wurde in der Sitzung aber noch nicht, der MTV-Vorsitzende hofft nun auf eine Entscheidung im Frühjahr 2016. Wenn die Sportpauschale bewilligt werde, könnte der Park schnell aufgebaut werden, ist er sicher.Ein weiterer Weg, um an Geld zu kommen, ist Crowdfunding. Bähr hofft auf viele Gleichgesinnte, die den Street-Workout-Park unterstützen. Für eine Mitgliedschaft im MTV hat er auch schon Freunde mobilisiert. Früher habe er im Fitness-Studio trainiert. „Das war auf Dauer sehr monoton.“ Er findet, an den Geräten im geplanten Park könne man mehr machen.Und was die Fitness-Freunde da tun, das können Zuschauer beim Spaziergang durchs Glacis dann auch beobachten: Denn im Zuge der Renaturierungsarbeiten der Bastau sollen auf dem MTV-Gelände tote und kranke Bäume gefällt werden. „Das passt uns ganz gut, dadurch öffnet sich das Grundstück und ist von außen einsehbar“, meint Beuge. Den Sportlern kann dann beim Training zugeschaut werden - wie am Miami Beach.Wer den Street-Workout-Park unterstützen möchte, kann Johannes Bähr per Mail kontaktieren unter johannesbaehr3@gmail.com oder per Nachricht über die Facebook-Gruppe „Street-Workout Park für Minden“.

MTV plant auf seinem Gelände im Glacis einen Street-Workout-Park

Sportlich: Johannes Bähr und Herbert Beuge vom MTV wollen das Projekt „Street-Workout-Park Minden“ stemmen. MT- © Foto: Doris Christoph

Minden (mt). Pumpen unter Palmen: Die durchtrainierten Fitness-Freunde, die im zungenbrechenden „Calisthenics Beach Park Street Workout“ an Geräten ihre Muskeln stählen, gehören zu Miami Beach wie Sonne oder weißer Sandstrand. Und bald vielleicht auch zu Minden, denn so ein Park soll auf dem Gelände des MTV 1860 Minden entstehen, die Vorbereitungen laufen bereits.

Der Anstoß dazu kam von Johannes Bähr. Der 23-Jährige aus Porta Westfalica ist begeistert vom Freiluftsport Street-Workout oder auch Calisthenics. Dabei wird an Geräten trainiert, die in kleinerer Ausführung auch auf Schulhöfen oder Kinderspielplätzen stehen. Auf Facebook stieß der Maschinenbau-Student auf die Gruppe „Street-Workout Park für Minden“ und bot an, sich um die Realisierung zu kümmern.

Zu einem Street-Workout-Park gehören Klimmstangen, Parallelbarren oder Sprossenleiter. Grafik: Playparc/pr
Zu einem Street-Workout-Park gehören Klimmstangen, Parallelbarren oder Sprossenleiter. Grafik: Playparc/pr

„Der Sport Calisthenics wächst. In Russland und den USA gibt es viele solcher Parks. Es ist ein Gegenstück zum Fitness-Studio, nur halt draußen“, erklärt Bähr. Dabei baue man Muskeln auf und Ausdauer aus. „In Minden gibt es mehrere Gruppen, die unabhängig von einander trainieren.“ In einem Park könnten sie alle zusammenfinden.

Mit dem MTV hat Bähr jetzt einen Partner gefunden, der Platz zur Verfügung stellt und bei der Realisierung hilft. Von der Sportart hatte der Vorsitzende Herbert Beuge vor dem ersten Treffen mit Bähr allerdings noch nicht gehört. In amerikanischen Filmen und von Gruppen, die ihn auf dem Hof der Domschule betreiben, erkannte er den Sport dann aber wieder. Neu sei daran eigentlich nur der Name. „Das sind ganz viele alte Turnelemente, nur alles halt viel frischer.“

Auf zehn Mal zehn Metern sollen auf dem Gelände im Weserglacis Klimmstangen, Parallelbarren, eine Monkeybar - also eine Hängeleiter - sowie eine Sprossenwand aufgebaut werden. Der Park soll auch für Nichtmitglieder offen sein, die Nutzung der Umkleide, Duschen und des Kraftraums ist aber MTVlern vorbehalten. „So wie wir den Sport auf Kanzlers Weide für alle geöffnet haben, machen wir das auch hier“, erklärt Beuge. Gemeint ist damit die Disc-Golf- und Beachvolleyball-Anlage auf dem rechten Weserufer.

Erstmal muss jetzt aber Geld her: Nach dem Entwurf einer Firma aus Willebadessen rechnen die Planer mit Kosten in Höhe von 35 000 Euro. Der Aufbau der Geräte liegt bei 18 000 Euro, dann muss noch der Boden ausgehoben werden, und allein die Kosten für den Untergrund summieren sich auf 12 500 Euro, rechnet Herbert Beuge vor. „Ein EPDM-Belag ist das Beste, was es gibt. Aber er ist teuer“, sagt Johannes Bähr. Holzhackschnipsel wären eine günstigere Alternative. Aber: „Alle paar Jahre steht hier das Grundstück unter Hochwasser. Der Belag muss das aushalten“, so der MTV-Vorsitzende. Ein weiteres Angebot soll von einer tschechischen Firma eingeholt werden. „Die bietet auch Elemente für Menschen mit Behinderung an“, nennt der 23-Jährige einen Vorteil.

Aus Vereinsbeiträgen kann das Projekt nicht realisiert werden. Der MTV hat deshalb bei der Stadt Mittel aus der Sportpauschale beantragt. Mehr als die Hälfte der Kosten könnten bei einer Zusage abgedeckt werden. Der Rest muss durch Sponsorengelder zusammenkommen. „Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass Sponsoring schwierig ist“, sagt Beuge. Darum will er zum Beispiel bei Stiftungen um Unterstützung werben.

Im Sportausschuss wurde das Projekt bereits vorgestellt (das MT berichtete). „Es gab nur Zustimmung. Die Resonanz war sehr, sehr positiv“, sagt Herbert Beuge. Abgestimmt wurde in der Sitzung aber noch nicht, der MTV-Vorsitzende hofft nun auf eine Entscheidung im Frühjahr 2016. Wenn die Sportpauschale bewilligt werde, könnte der Park schnell aufgebaut werden, ist er sicher.

Ein weiterer Weg, um an Geld zu kommen, ist Crowdfunding. Bähr hofft auf viele Gleichgesinnte, die den Street-Workout-Park unterstützen. Für eine Mitgliedschaft im MTV hat er auch schon Freunde mobilisiert. Früher habe er im Fitness-Studio trainiert. „Das war auf Dauer sehr monoton.“ Er findet, an den Geräten im geplanten Park könne man mehr machen.

Und was die Fitness-Freunde da tun, das können Zuschauer beim Spaziergang durchs Glacis dann auch beobachten: Denn im Zuge der Renaturierungsarbeiten der Bastau sollen auf dem MTV-Gelände tote und kranke Bäume gefällt werden. „Das passt uns ganz gut, dadurch öffnet sich das Grundstück und ist von außen einsehbar“, meint Beuge. Den Sportlern kann dann beim Training zugeschaut werden - wie am Miami Beach.

Wer den Street-Workout-Park unterstützen möchte, kann Johannes Bähr per Mail kontaktieren unter johannesbaehr3@gmail.com oder per Nachricht über die Facebook-Gruppe „Street-Workout Park für Minden“.

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