MT-Wahlgespräch: Zuschauerfragen drehen sich um Schulentwicklung, Digitalisierung und Wirtschaft Carsten Korfesmeyer Minden. Als Bürgermeister Michael Jäcke in der Schlussrunde innerhalb von 30 Sekunden „das eine wichtige Thema“ für eine mögliche kommende Amtszeit formulieren soll, gibt sich der SPD-Kandidat ganz diplomatisch. Sein Motto laute „Miteinander Minden“. Alle gesellschaftlichen Gruppen müssen in der Stadt zusammenhalten – sonst funktioniere es nicht. Herausforderer Dr. Konrad Winckler (CDU) legt sich ebenfalls nicht fest und gibt sich möglichst moderat. Und auch Claudia Herziger-Möhlmann vom Bürger-Bündnis-Minden (BBM) spricht allgemein. Sie will die Stadtfinanzen sinnvoll anlegen. Einzig AfD-Mann Sebastian Landwehr kündigt konkret an, einen Familienausschuss einrichten zu wollen. Die gesamten 75 Minuten zuvor geht es wesentlich konkreter und auch kämpferischer zur Sache. Die Bewerber auf der Bühne im BZA-Innenhof zeigen Kante und stellen ihre Positionen durchaus kämpferisch vor. Das ist besonders dann der Fall, wenn die online gestellten zahlreichen Zuschauerfragen auf der Bühne auflaufen. Hinsichtlich der Digitalisierung befinde sich Minden in der Steinzeit, schreibt beispielsweise ein Mann. Wie könne die Stadt diesbezüglich in der Gegenwart ankommen? Digitalisierung schaffe es, die starren Fronten zwischen den Dezernaten zu brechen, erklärt Winckler. Es sei allerdings nur ein Mittel, um die Verwaltung ein Stück weiter zur Dienstleisterin zu machen. Herziger-Möhlmann sieht unter anderem in der Digitalisierung der Schulen eine große Herausforderung. Sie fordert „Endgeräte für alle Schüler“ – vor allem, um digitales Lernen im Falle eines Lockdowns möglich zu machen. Jäcke kündigt an, die hinsichtlich des Glasfaserausbaus noch unterentwickelten Gewerbegebiete schnellstens anzuschließen sowie die Schulen auszustatten. Auch er sei dafür, jedem Schüler ein Endgerät zu ermöglichen. Man müsse aber auch die Finanzierung im Blick behalten. Herziger-Möhlmanns Vorstoß nennt Jäcke „unrealistisch“. Förderschulen sowie die Schließung der Hauptschule Todtenhausen haben die Zuschauer ebenfalls bewegt. Landwehr befürwortet die Förderschule und nennt den Beschluss zum Ende der Hauptschule „einen katastrophalen Fehler“. Jäcke spricht sich ganz klar für die Förderschule aus, rechtfertigt die Entscheidung zu Todtenhausen allerdings. „Das war kein Fehler, wenn wir jetzt die Sekundarschule eröffnen“, erklärt der Verwaltungschef. Dem schließt sich Winckler an dieser Stelle ohne größeren Kommentar an, was Herziger-Möhlmann ausdrücklich nicht tut. Sie hätte sich gewünscht, die Hauptschule zu erhalten, denn nun müsse für 20,3 Millionen eine Sekundarschule gebaut werden. „Die haben gute Arbeit gemacht“, sagt sie. Außerdem müssen nun auch Fördergelder zurückgezahlt werden, die es für den Hauptschulstandort gegeben habe. Lesen Sie auch Schlagabtausch im Innenhof: So lief MT-Wahlgespräch mit den Mindener Bürgermeister-Kandidaten

MT-Wahlgespräch: Zuschauerfragen drehen sich um Schulentwicklung, Digitalisierung und Wirtschaft

Beim MT-Wahlgespräch mussten sich die vier Kandidaten den Fragen von MT-Chefredakteur Benjamin Piel und Henning Wandel, stellvertretender Lokalchef, stellen. © Foto: Kai Senf

Minden. Als Bürgermeister Michael Jäcke in der Schlussrunde innerhalb von 30 Sekunden „das eine wichtige Thema“ für eine mögliche kommende Amtszeit formulieren soll, gibt sich der SPD-Kandidat ganz diplomatisch. Sein Motto laute „Miteinander Minden“. Alle gesellschaftlichen Gruppen müssen in der Stadt zusammenhalten – sonst funktioniere es nicht.

Herausforderer Dr. Konrad Winckler (CDU) legt sich ebenfalls nicht fest und gibt sich möglichst moderat. Und auch Claudia Herziger-Möhlmann vom Bürger-Bündnis-Minden (BBM) spricht allgemein. Sie will die Stadtfinanzen sinnvoll anlegen. Einzig AfD-Mann Sebastian Landwehr kündigt konkret an, einen Familienausschuss einrichten zu wollen.

Die gesamten 75 Minuten zuvor geht es wesentlich konkreter und auch kämpferischer zur Sache. Die Bewerber auf der Bühne im BZA-Innenhof zeigen Kante und stellen ihre Positionen durchaus kämpferisch vor. Das ist besonders dann der Fall, wenn die online gestellten zahlreichen Zuschauerfragen auf der Bühne auflaufen.

Hinsichtlich der Digitalisierung befinde sich Minden in der Steinzeit, schreibt beispielsweise ein Mann. Wie könne die Stadt diesbezüglich in der Gegenwart ankommen? Digitalisierung schaffe es, die starren Fronten zwischen den Dezernaten zu brechen, erklärt Winckler. Es sei allerdings nur ein Mittel, um die Verwaltung ein Stück weiter zur Dienstleisterin zu machen. Herziger-Möhlmann sieht unter anderem in der Digitalisierung der Schulen eine große Herausforderung. Sie fordert „Endgeräte für alle Schüler“ – vor allem, um digitales Lernen im Falle eines Lockdowns möglich zu machen. Jäcke kündigt an, die hinsichtlich des Glasfaserausbaus noch unterentwickelten Gewerbegebiete schnellstens anzuschließen sowie die Schulen auszustatten. Auch er sei dafür, jedem Schüler ein Endgerät zu ermöglichen. Man müsse aber auch die Finanzierung im Blick behalten. Herziger-Möhlmanns Vorstoß nennt Jäcke „unrealistisch“.

Förderschulen sowie die Schließung der Hauptschule Todtenhausen haben die Zuschauer ebenfalls bewegt. Landwehr befürwortet die Förderschule und nennt den Beschluss zum Ende der Hauptschule „einen katastrophalen Fehler“. Jäcke spricht sich ganz klar für die Förderschule aus, rechtfertigt die Entscheidung zu Todtenhausen allerdings. „Das war kein Fehler, wenn wir jetzt die Sekundarschule eröffnen“, erklärt der Verwaltungschef. Dem schließt sich Winckler an dieser Stelle ohne größeren Kommentar an, was Herziger-Möhlmann ausdrücklich nicht tut. Sie hätte sich gewünscht, die Hauptschule zu erhalten, denn nun müsse für 20,3 Millionen eine Sekundarschule gebaut werden. „Die haben gute Arbeit gemacht“, sagt sie. Außerdem müssen nun auch Fördergelder zurückgezahlt werden, die es für den Hauptschulstandort gegeben habe.

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