MT-Überblick zu Impfterminen: Welche Anlaufstellen für wen zuständig sind Ursula Koch Minden. Wer ist denn nun zuständig? Hausarzt, Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) oder der Kreis? Das fragten sich noch Anfang April Patienten mit schweren Vorerkrankungen. Kurzfristig hatten sie weder bei ihrem Arzt noch im Impfzentrum einen Termin für die ersehnte Corona-Impfung bekommen. Karin (72) und Wolfgang Beer (74) hatten ihre Verzweiflung in einem Leserbrief geschildert. Sie waren an der Hotline für das Impfzentrum ebenso abgewiesen worden, wie von der Stadt, dem Kreis und schließlich auch bei der Krankenkasse. Niemand fühlte sich zuständig. Inzwischen hat die Geschichte aber trotzdem ein glückliches Ende gefunden. Das hatte sich wenige Tage nach dem Leserbrief ergeben, wie Wolfgang Beer auf MT-Nachfrage berichtet. Beide sind Diabetiker, die Frau leidet außerdem an COPD und einer Nierenerkrankung. „Meine Frau hatte einen Termin bei unserem Hausarzt. Da hat sich das Thema Corona-Impfung durch Zufall ergeben", erzählt er. Schon am Nachmittag habe die Praxis angerufen, dass sie zum Impfen kommen können. Sie seien am Dienstag mit dem Vakzin von Biontech geimpft worden und hätten auch den Termin für die zweite Impfung. „Wir sind sehr zufrieden", sagt Wolfgang Beer. Neben der Arztpraxis hat sich bei ihm inzwischen auch die Kreisverwaltung gemeldet. Das Schreiben enthielt allerdings nur die Auskunft, dass aktuell die Jahrgänge 1944/45 für Impfungen an der Reihe sind. Ähnliche Erfahrungen hat auch Barbara Warkalla gemacht. Ihr Mann (69) ist mit Diabetes und Herzerkrankungen ebenfalls ein Risikopatient. „Er ist letzten Mittwoch von seinem Hausarzt geimpft worden", berichtet die Mindenerin. Der habe ihn auf seiner Liste mit priorisierten Patienten gehabt. „Ich bin froh, dass mein Mann geimpft ist", sagt Barbara Warkalla. Für sie selbst hat sie allerdings noch keinen Impftermin bekommen. Als das Impfzentrum Termine für Patienten über 60 vergeben habe, sei sie nicht durchgekommen. Grundsätzlich gilt für das Impfen noch immer die Reihenfolge nach Priorisierungsgruppen. Abgesehen von Sonderaktionen, wie der vom Impfzentrum am Dienstag angebotenen Terminvereinbarungen für über 60-Jährige, gilt folgende Regelung: Die Jahrgänge ab 1943 können einen Impftermin über die Plattform der KVWL unter www.116117.de buchen. Seit gestern werden auch Termine für die Jahrgänge 1948/49 angeboten, für die Jahrgänge 1950 und 51 werden ab Freitag, 23. April, Termine vergeben. Für Ehe- und Lebenspartner sind Partnerbuchungen möglich, teilt die Kreisverwaltung mit. Diese Imfpungen werden in Hille-Unterlübbe, Schulstraße 18, vorgenommen. Zum Termin müssen ein Personalausweis oder Reisepass, die elektronische Gesundheitskarte (falls vorhanden) und der Impfausweis (falls vorhanden) mitgebracht werden. Priorisierte Berufsgruppen können Termine über die Kreisverwaltung buchen über impftermine.minden-luebbecke.de. Über diese Adresse können auch Kontaktpersonen von Schwangeren, Menschen mit Vorerkrankungen und höchstens zwei Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen, die nicht in einer Einrichtung leben, einen Termin buchen. Die Pressestelle des Kreises weist darauf hin, dass jeweils ein Nachweis über die Berechtigung vorgelegt werden muss. Bei den Hausärzten werden aktuell Patienten mit Vorerkrankungen geimpft. Sie werden von den Praxen benachrichtigt. Aus der Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung sollten künftig möglichst alle Bürger in den Hausarztpraxen geimpft werden. Wann das der Fall sein könne, lasse sich allerdings noch nicht sagen. Grundsätzlich verteile das NRW-Gesundheitsministerium den Impfstoff an die Impfzentren. Die Arztpraxen dagegen bestellen bei ihren Apotheken und werden von denen auch beliefert. Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, dass sich höchstens zwei Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen, die in einer Einrichtung leben, impfen lassen können. Das ist nicht richtig. Zwei Angehörige von Pflegebedürftigen, die nicht in einer Einrichtung leben, sind impfberechtigt. 

MT-Überblick zu Impfterminen: Welche Anlaufstellen für wen zuständig sind

Melle, Deutschland 15. April 2021: Auf einem Tisch liegt ein Anamnese Fragebogen zur Schutzimpfung gegen Covid-19, mit mRNA-Impfstoffen vom Impfstoff Comirnaty, BNT162b2, Biontech / Pfizer, und dem Impfstoff von Moderna , mRNA-1273, Moderna Biotech. Niedersachsen *** Melle, Germany 15 April 2021 On a table is a history questionnaire for vaccination against Covid 19, with mRNA vaccines from the vaccine Comirnaty, BNT162b2, Biontech Pfizer, and the vaccine from Moderna , mRNA 1273, Moderna Biotech Niedersachsen Copyright: xFotostandx/xGelhotx Foto: Fotostand / Gelhot via www.imago-images.de © imago images/Fotostand

Minden. Wer ist denn nun zuständig? Hausarzt, Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) oder der Kreis? Das fragten sich noch Anfang April Patienten mit schweren Vorerkrankungen. Kurzfristig hatten sie weder bei ihrem Arzt noch im Impfzentrum einen Termin für die ersehnte Corona-Impfung bekommen. Karin (72) und Wolfgang Beer (74) hatten ihre Verzweiflung in einem Leserbrief geschildert. Sie waren an der Hotline für das Impfzentrum ebenso abgewiesen worden, wie von der Stadt, dem Kreis und schließlich auch bei der Krankenkasse. Niemand fühlte sich zuständig. Inzwischen hat die Geschichte aber trotzdem ein glückliches Ende gefunden.

Das hatte sich wenige Tage nach dem Leserbrief ergeben, wie Wolfgang Beer auf MT-Nachfrage berichtet. Beide sind Diabetiker, die Frau leidet außerdem an COPD und einer Nierenerkrankung. „Meine Frau hatte einen Termin bei unserem Hausarzt. Da hat sich das Thema Corona-Impfung durch Zufall ergeben", erzählt er. Schon am Nachmittag habe die Praxis angerufen, dass sie zum Impfen kommen können. Sie seien am Dienstag mit dem Vakzin von Biontech geimpft worden und hätten auch den Termin für die zweite Impfung. „Wir sind sehr zufrieden", sagt Wolfgang Beer. Neben der Arztpraxis hat sich bei ihm inzwischen auch die Kreisverwaltung gemeldet. Das Schreiben enthielt allerdings nur die Auskunft, dass aktuell die Jahrgänge 1944/45 für Impfungen an der Reihe sind.

Ähnliche Erfahrungen hat auch Barbara Warkalla gemacht. Ihr Mann (69) ist mit Diabetes und Herzerkrankungen ebenfalls ein Risikopatient. „Er ist letzten Mittwoch von seinem Hausarzt geimpft worden", berichtet die Mindenerin. Der habe ihn auf seiner Liste mit priorisierten Patienten gehabt. „Ich bin froh, dass mein Mann geimpft ist", sagt Barbara Warkalla. Für sie selbst hat sie allerdings noch keinen Impftermin bekommen. Als das Impfzentrum Termine für Patienten über 60 vergeben habe, sei sie nicht durchgekommen.

Grundsätzlich gilt für das Impfen noch immer die Reihenfolge nach Priorisierungsgruppen. Abgesehen von Sonderaktionen, wie der vom Impfzentrum am Dienstag angebotenen Terminvereinbarungen für über 60-Jährige, gilt folgende Regelung:

Die Jahrgänge ab 1943 können einen Impftermin über die Plattform der KVWL unter www.116117.de buchen. Seit gestern werden auch Termine für die Jahrgänge 1948/49 angeboten, für die Jahrgänge 1950 und 51 werden ab Freitag, 23. April, Termine vergeben. Für Ehe- und Lebenspartner sind Partnerbuchungen möglich, teilt die Kreisverwaltung mit.

Diese Imfpungen werden in Hille-Unterlübbe, Schulstraße 18, vorgenommen. Zum Termin müssen ein Personalausweis oder Reisepass, die elektronische Gesundheitskarte (falls vorhanden) und der Impfausweis (falls vorhanden) mitgebracht werden.

Priorisierte Berufsgruppen können Termine über die Kreisverwaltung buchen über impftermine.minden-luebbecke.de. Über diese Adresse können auch Kontaktpersonen von Schwangeren, Menschen mit Vorerkrankungen und höchstens zwei Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen, die nicht in einer Einrichtung leben, einen Termin buchen. Die Pressestelle des Kreises weist darauf hin, dass jeweils ein Nachweis über die Berechtigung vorgelegt werden muss.

Bei den Hausärzten werden aktuell Patienten mit Vorerkrankungen geimpft. Sie werden von den Praxen benachrichtigt. Aus der Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung sollten künftig möglichst alle Bürger in den Hausarztpraxen geimpft werden. Wann das der Fall sein könne, lasse sich allerdings noch nicht sagen. Grundsätzlich verteile das NRW-Gesundheitsministerium den Impfstoff an die Impfzentren. Die Arztpraxen dagegen bestellen bei ihren Apotheken und werden von denen auch beliefert.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Textes hieß es, dass sich höchstens zwei Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen, die in einer Einrichtung leben, impfen lassen können. Das ist nicht richtig. Zwei Angehörige von Pflegebedürftigen, die nicht in einer Einrichtung leben, sind impfberechtigt. 

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