MT-Serie: Polizeihauptkommissarin Anja Meyer geht mit der Schäferhündin Pia auf Streife Stefan Koch Minden (mt). Ein nettes Haustier, das nach kurzem Besuch der Hundeschule pflegeleicht an der Leine mitläuft, frisst, schläft und sonst nur noch den Einsatz der Kottüte beim Gassigehen erfordert – das ist ein Diensthund der Polizei nicht. Stets muss der Halter oder die Halterin das eigene Verhalten gegenüber dem Tier reflektieren und ständig im Training mit ihm bleiben, um Fähigkeiten für den Einsatz zu erhalten. Polizeihauptkommissarin Anja Meyer hatte sich auf diese Herausforderung eingelassen, als sie vor zwei Jahren Diensthundführerin bei der Kreispolizeibehörde wurde. Seitdem ist Pia da. Pia ist ein Malinois, eine spezielle Ausprägung des Belgischen Schäferhundes. Die Rasse gilt als lern- und arbeitsfreudig und hat sich, ursprünglich als Haushund gezüchtet, als Diensthund etabliert. Zoll, Polizei und andere Organisationen nutzen den Malinois als Schutz- und Fährtenhund. Er sucht in Lawinen und nach Erdbeben Verschüttete. Er kann Leichen und Drogen aufspüren. Er dient zur Suche nach Brandmitteln und Sprengstoffen. Und er ist so beweglich, dass er im Sprung Hindernisse überwinden kann, an denen der Deutsche Schäferhund längst scheitern würde. Pia war vier Jahre alt, als sie zu Anja Meyer kam. Der Alltag der beiden spielt sich im normalen Wach- und Wechseldienst ab. Die Kriminalhauptkommissarin macht mit ihrer Hündin den Streifendienst wie andere Beamte als Zweierteam auch. „Ein weiterer Kollege ist nicht erforderlich, wenn ich mit Pia unterwegs bin", sagt Meyer. In anspruchsvollen Situationen des Polizeialltags könne sich ein Diensthundführer nämlich durchaus auch als einzelne Person ausreichend Respekt verschafften. „Es genügt beispielsweise schon, wenn Pia einfach nur im Wagen ist, während ich es draußen mit Fremden zu tun habe und Vorgänge klären muss." Wenn mal wieder Randale am Mindener Bahnhof ist, weil sich rivalisierende Fußballfans begegnen und die Bundespolizei Unterstützung braucht, müssen auch Kräfte der Mindener Polizeiwache ran. Dann ist mitunter Meyer mit ihrer Pia dabei. „Wenn wir am Bahnsteig sind, ist das eine gute Absicherung für die Kolleginnen und Kollegen", sagt die Polizeihauptkommissarin. „Ein Hund ist ein Garant dafür, dass Randalierer Respekt vor uns haben." Wie sie als Polizeibeamtin auf den Hund beziehungsweise die Hündin gekommen ist? „Es war eine Stelle für einen Diensthundführer frei und ich hatte mich beworben", sagt Meyer. Und weil ihr Interesse am Umgang mit Hunden bekannt war, hatte sie dann die Stelle bekommen. Ein erfahrener Kollege aus der Staffel kannte einen privaten Halter, der die Malinois-Hündin abgeben wollte, und so kam Pia zu Anja Meyer. Zuvor hatte die Polizeihauptkommissarin keine Erfahrung mit Belgischen Schäferhunden. Sie war überrascht wie wissbegierig diese Hunde sind. Pia ist dabei offenbar noch etwas Besonders. „Sie sehr lernfähig und ein bisschen aufgeweckter als der Durchschnitt", so Meyer. „Ich muss sie ständig beschäftigen und sie hat eine hohe Einsatzbereitschaft." Ein wichtiger Teil ihres Dienstes bestehe allein darin, mit der Hündin zu trainieren, damit sie im Einsatz exakt das von ihr gewünschte Verhalten zeige. Die Kommunikation zwischen beiden muss auch bei schwierigen Situationen reibungslos funktionieren. „Ich hatte viel zu lernen und lerne noch täglich dazu", sagt Meyer und fügt hinzu: „Man muss lernen, den Hund zu lesen." Viel Arbeit investiert Meyer in das Training ihrer Hündin. Vor allem auf den Gehorsam kommt es dabei an. Generell ist jeder vierbeinige Polizist ein Schutzhund, der Täter aufspürt und verlorene Beute sucht. Für die Spezialisten unter ihnen gibt es dann noch weitere Lehrgänge bei der Polizeihundschule in Schloss Holte-Stukenbrok. Pia ist dort angemeldet. sie soll ein Rauschgiftspürhund werden. Nach Dienstschluss hört das Zusammenleben zwischen Meyer und ihrer Pia übrigens nicht auf, denn die Hündin lebt bei ihr zuhause. Dort gab es bis noch einen weiterer Hund der im Sommer gestorben war. Wie lange ein Polizeihundführer seinen Begleiter im Dienst mitnehmen kann? „Wenn Pia gesund bleibt, hoffe ich, dass wir die nächsten vier Jahre zusammen sind." Danach werde sie vielleicht einen neuen Diensthund bekommen und Pia kann ihren Lebensabend bei ihr zuhause verbringen. Für Tierarzt und Futterkosten gibt es auch dann noch einen Zuschuss aus der Landeskasse. Denn Pia ist Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen.

MT-Serie: Polizeihauptkommissarin Anja Meyer geht mit der Schäferhündin Pia auf Streife

Seit zwei Jahren versehen Pia und Anja Meyer gemeinsam den Dienst bei der Polizei. Dabei müssen sie sich aufeinander verlassen können. MT- © Foto: Stefan Koch

Minden (mt). Ein nettes Haustier, das nach kurzem Besuch der Hundeschule pflegeleicht an der Leine mitläuft, frisst, schläft und sonst nur noch den Einsatz der Kottüte beim Gassigehen erfordert – das ist ein Diensthund der Polizei nicht. Stets muss der Halter oder die Halterin das eigene Verhalten gegenüber dem Tier reflektieren und ständig im Training mit ihm bleiben, um Fähigkeiten für den Einsatz zu erhalten. Polizeihauptkommissarin Anja Meyer hatte sich auf diese Herausforderung eingelassen, als sie vor zwei Jahren Diensthundführerin bei der Kreispolizeibehörde wurde. Seitdem ist Pia da.

Pia ist ein Malinois, eine spezielle Ausprägung des Belgischen Schäferhundes. Die Rasse gilt als lern- und arbeitsfreudig und hat sich, ursprünglich als Haushund gezüchtet, als Diensthund etabliert. Zoll, Polizei und andere Organisationen nutzen den Malinois als Schutz- und Fährtenhund. Er sucht in Lawinen und nach Erdbeben Verschüttete. Er kann Leichen und Drogen aufspüren. Er dient zur Suche nach Brandmitteln und Sprengstoffen. Und er ist so beweglich, dass er im Sprung Hindernisse überwinden kann, an denen der Deutsche Schäferhund längst scheitern würde.

Pia war vier Jahre alt, als sie zu Anja Meyer kam. Der Alltag der beiden spielt sich im normalen Wach- und Wechseldienst ab. Die Kriminalhauptkommissarin macht mit ihrer Hündin den Streifendienst wie andere Beamte als Zweierteam auch. „Ein weiterer Kollege ist nicht erforderlich, wenn ich mit Pia unterwegs bin", sagt Meyer. In anspruchsvollen Situationen des Polizeialltags könne sich ein Diensthundführer nämlich durchaus auch als einzelne Person ausreichend Respekt verschafften. „Es genügt beispielsweise schon, wenn Pia einfach nur im Wagen ist, während ich es draußen mit Fremden zu tun habe und Vorgänge klären muss."

Wenn mal wieder Randale am Mindener Bahnhof ist, weil sich rivalisierende Fußballfans begegnen und die Bundespolizei Unterstützung braucht, müssen auch Kräfte der Mindener Polizeiwache ran. Dann ist mitunter Meyer mit ihrer Pia dabei. „Wenn wir am Bahnsteig sind, ist das eine gute Absicherung für die Kolleginnen und Kollegen", sagt die Polizeihauptkommissarin. „Ein Hund ist ein Garant dafür, dass Randalierer Respekt vor uns haben."

Wie sie als Polizeibeamtin auf den Hund beziehungsweise die Hündin gekommen ist? „Es war eine Stelle für einen Diensthundführer frei und ich hatte mich beworben", sagt Meyer. Und weil ihr Interesse am Umgang mit Hunden bekannt war, hatte sie dann die Stelle bekommen. Ein erfahrener Kollege aus der Staffel kannte einen privaten Halter, der die Malinois-Hündin abgeben wollte, und so kam Pia zu Anja Meyer.

Zuvor hatte die Polizeihauptkommissarin keine Erfahrung mit Belgischen Schäferhunden. Sie war überrascht wie wissbegierig diese Hunde sind. Pia ist dabei offenbar noch etwas Besonders. „Sie sehr lernfähig und ein bisschen aufgeweckter als der Durchschnitt", so Meyer. „Ich muss sie ständig beschäftigen und sie hat eine hohe Einsatzbereitschaft." Ein wichtiger Teil ihres Dienstes bestehe allein darin, mit der Hündin zu trainieren, damit sie im Einsatz exakt das von ihr gewünschte Verhalten zeige. Die Kommunikation zwischen beiden muss auch bei schwierigen Situationen reibungslos funktionieren. „Ich hatte viel zu lernen und lerne noch täglich dazu", sagt Meyer und fügt hinzu: „Man muss lernen, den Hund zu lesen."

Viel Arbeit investiert Meyer in das Training ihrer Hündin. Vor allem auf den Gehorsam kommt es dabei an. Generell ist jeder vierbeinige Polizist ein Schutzhund, der Täter aufspürt und verlorene Beute sucht. Für die Spezialisten unter ihnen gibt es dann noch weitere Lehrgänge bei der Polizeihundschule in Schloss Holte-Stukenbrok. Pia ist dort angemeldet. sie soll ein Rauschgiftspürhund werden.

Nach Dienstschluss hört das Zusammenleben zwischen Meyer und ihrer Pia übrigens nicht auf, denn die Hündin lebt bei ihr zuhause. Dort gab es bis noch einen weiterer Hund der im Sommer gestorben war.

Wie lange ein Polizeihundführer seinen Begleiter im Dienst mitnehmen kann? „Wenn Pia gesund bleibt, hoffe ich, dass wir die nächsten vier Jahre zusammen sind." Danach werde sie vielleicht einen neuen Diensthund bekommen und Pia kann ihren Lebensabend bei ihr zuhause verbringen. Für Tierarzt und Futterkosten gibt es auch dann noch einen Zuschuss aus der Landeskasse. Denn Pia ist Eigentum des Landes Nordrhein-Westfalen.

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