MT-Serie "Garten-Zeit": Gegen den Vogelknöterich hilft nur das Ausgraben Stefan Koch Minden. Der Vogelknöterich, eine krautige Pflanze, die innerhalb eines Jahres aus ihrem Samenkorn sprießt, wächst, blüht, neue Samen verstreut und stirbt, die ihre Pfahlwurzeln bis zu 80 Zentimeter in die Tiefe treiben kann, gern Ausläufer bildet und das in der Ebene sowie im Gebirge gleichermaßen tut, die den Stickstoff im Boden liebt und sich selbst zwischen Gehwegplatten hartnäckig verbreitet, die gewöhnlich Brachflächen, Gräben aber auch Gärten als Lebensraum nutzt, ist Waltraud Metsaas aus Todtenhausen ein Graus. Der Gärtnerin ist jedes Mittel recht, um dem Vogelknöterich Herr zu werden – nur Gift kommt nicht infrage. Sie fragt, was es wohl an Möglichkeiten gebe, um den Kulturbegleiter mit Stumpf und Stängel los zu werden. Dabei hat sie schon selbst einiges unternommen, um sich der ungeliebten Polygonaceae zu entledigen. Waltraut Metsaas kümmert sich seit 1979 um ihren Garten. Er besteht aus Rasen mit Apfelbäumen, einem blühenden Zierstreifen zur Straße hin und einem kleinen Nutzgarten, in dem sie alles von der Tomate bis zur Schwarzwurzel selbst anbaut. „Wir sind Selbstversorger“, meint sie.Und für den Vogelknöterich ist da kein Platz. „Ungehindert breitet er sich auch über den ganzen Rasen aus und der stirbt dann ab“, sagt Metsaas. „Wer will das schon haben.“ Andere lästige Pflanzen, wie beispielsweise das durch Gärtnereipflanzen eingeschleppte Lebermoos, habe sie einfach durch Abtragen entfernen können. Anders sieht das beim Vogelknöterich aus, der sich jedes Jahr erneut ausdehnen will. „Das lässt sich nicht einfach wie Unkraut ausziehen“, sagt Matsaas. Denn der Knöterich hat bekanntlich tiefe Wurzeln. Einzelne Exemplare zerrt sie mit dem Büschel aus der Erde. Bei ganzen Gruppen muss sie dem Bodendecker mit Schippe und Maurerkelle einen Platzverweis erteilen. Neben dem Giftverzicht, kommen für die Gärtnerin auch Hausmittel wie das Aufbringen von Salz und Essig nicht infrage. Zudem hält sie auch nichts vom Abflämmen. Doch sie ist immer noch auf der Suche nach dem idealen Mittel gegen den Vogelknöterich. Die Ratgeberliteratur mit Tipps zur Bekämpfung ist so groß, wie die Ohnmacht des Gärtners. Zunächst soll es wichtig sein, den Selbstbestäuber vor seiner Blüte – die beginnt in der Regel im Mai – auszujäten, damit er nicht noch mehr Samen im Garten verbreiten kann. Das Anpflanzen anderer Bodendecker wie Efeu oder der kriechende Günsel soll dafür sorgen, dass diese Konkurrenz den Vogelknöterich zurück drängt. Vertikutieren im Rasen hilft dagegen nicht weiter, da sich das Unkraut schnell regeneriert. Ein stabiler Unkrautstecher erscheint da schon hilfreicher, weil er die tiefen Pfahlwurzeln mitnimmt. Und wem die Kraft für Grabungen an allzu stark befallen Stellen fehlt, dem bleibt noch das Abdecken mit schwarzen Planen, um der Pflanze das Licht zu entziehen. Am Ende aber gibt es keinen wirklichen Tipp, um den Vogelknöterich nachhaltig los zu werden. Immerhin: Waltraut Metsaas hat festgestellt, dass sich bei der diesjährigen Trockenperiode der Vogelknöterich nicht so stark verbreitet hat, wie in den Jahren zuvor. Doch darüber können Gärtner sich dann auch nicht so richtig freuen. Garten-Zeit Ein eigener Garten ist gerade in Zeiten von Corona und Kontaktsperre ein wertvoller Rückzugsraum. Und während viele Freizeitbeschäftigungen derzeit nicht möglich sind, rückt der Garten zunehmend in den Blick. Das MT beschäftigt sich in einer Serie mit Fragen, die Hobby-Gärtner derzeit beschäftigen.

MT-Serie "Garten-Zeit": Gegen den Vogelknöterich hilft nur das Ausgraben

Der Vogelknöterich ist eine Pionierpflanze und breitet sich selbst unter ungünstigen Bedingungen aus. In Gärten wird er zum Problem. MT- © Foto: Stefan Koch

Minden. Der Vogelknöterich, eine krautige Pflanze, die innerhalb eines Jahres aus ihrem Samenkorn sprießt, wächst, blüht, neue Samen verstreut und stirbt, die ihre Pfahlwurzeln bis zu 80 Zentimeter in die Tiefe treiben kann, gern Ausläufer bildet und das in der Ebene sowie im Gebirge gleichermaßen tut, die den Stickstoff im Boden liebt und sich selbst zwischen Gehwegplatten hartnäckig verbreitet, die gewöhnlich Brachflächen, Gräben aber auch Gärten als Lebensraum nutzt, ist Waltraud Metsaas aus Todtenhausen ein Graus. Der Gärtnerin ist jedes Mittel recht, um dem Vogelknöterich Herr zu werden – nur Gift kommt nicht infrage. Sie fragt, was es wohl an Möglichkeiten gebe, um den Kulturbegleiter mit Stumpf und Stängel los zu werden. Dabei hat sie schon selbst einiges unternommen, um sich der ungeliebten Polygonaceae zu entledigen.

Waltraut Metsaas kümmert sich seit 1979 um ihren Garten. Er besteht aus Rasen mit Apfelbäumen, einem blühenden Zierstreifen zur Straße hin und einem kleinen Nutzgarten, in dem sie alles von der Tomate bis zur Schwarzwurzel selbst anbaut. „Wir sind Selbstversorger“, meint sie.Und für den Vogelknöterich ist da kein Platz. „Ungehindert breitet er sich auch über den ganzen Rasen aus und der stirbt dann ab“, sagt Metsaas. „Wer will das schon haben.“

Andere lästige Pflanzen, wie beispielsweise das durch Gärtnereipflanzen eingeschleppte Lebermoos, habe sie einfach durch Abtragen entfernen können. Anders sieht das beim Vogelknöterich aus, der sich jedes Jahr erneut ausdehnen will. „Das lässt sich nicht einfach wie Unkraut ausziehen“, sagt Matsaas. Denn der Knöterich hat bekanntlich tiefe Wurzeln. Einzelne Exemplare zerrt sie mit dem Büschel aus der Erde. Bei ganzen Gruppen muss sie dem Bodendecker mit Schippe und Maurerkelle einen Platzverweis erteilen. Neben dem Giftverzicht, kommen für die Gärtnerin auch Hausmittel wie das Aufbringen von Salz und Essig nicht infrage. Zudem hält sie auch nichts vom Abflämmen. Doch sie ist immer noch auf der Suche nach dem idealen Mittel gegen den Vogelknöterich.

Die Ratgeberliteratur mit Tipps zur Bekämpfung ist so groß, wie die Ohnmacht des Gärtners. Zunächst soll es wichtig sein, den Selbstbestäuber vor seiner Blüte – die beginnt in der Regel im Mai – auszujäten, damit er nicht noch mehr Samen im Garten verbreiten kann. Das Anpflanzen anderer Bodendecker wie Efeu oder der kriechende Günsel soll dafür sorgen, dass diese Konkurrenz den Vogelknöterich zurück drängt. Vertikutieren im Rasen hilft dagegen nicht weiter, da sich das Unkraut schnell regeneriert. Ein stabiler Unkrautstecher erscheint da schon hilfreicher, weil er die tiefen Pfahlwurzeln mitnimmt. Und wem die Kraft für Grabungen an allzu stark befallen Stellen fehlt, dem bleibt noch das Abdecken mit schwarzen Planen, um der Pflanze das Licht zu entziehen. Am Ende aber gibt es keinen wirklichen Tipp, um den Vogelknöterich nachhaltig los zu werden.

Immerhin: Waltraut Metsaas hat festgestellt, dass sich bei der diesjährigen Trockenperiode der Vogelknöterich nicht so stark verbreitet hat, wie in den Jahren zuvor. Doch darüber können Gärtner sich dann auch nicht so richtig freuen.

Garten-Zeit

Ein eigener Garten ist gerade in Zeiten von Corona und Kontaktsperre ein wertvoller Rückzugsraum. Und während viele Freizeitbeschäftigungen derzeit nicht möglich sind, rückt der Garten zunehmend in den Blick. Das MT beschäftigt sich in einer Serie mit Fragen, die Hobby-Gärtner derzeit beschäftigen.

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