MT-Serie #200in365: Zeichen der Wärme Benjamin Piel Minden (mt). Anna Laufer kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als ihr Vater an Leukämie erkrankte. Vor sechs Jahren war es, als plötzlich nichts mehr so war wie zuvor. Die 15-Jährige erinnert sich an eine Zeit, von der sie in der Rückschau das Gefühl hat, sie habe ihren Vater ein ganzes Jahr lang nicht gesehen. Ihre Mutter Melanie Laufer sagt, dass es so zwar nicht gewesen ist, aber die Wahrnehmung zeigt, was sehr wohl wahr ist: Was für eine Belastung eine Krebserkrankung nicht nur für den Erkrankten selbst, sondern auch für seine Familie bedeutet. So viel Unsicherheit, so viel Ungewissheit, so viel Unwohlsein. Das alles hat Anna Laufer nie vergessen. Das erklärt, warum sie sich nicht wie viele andere Jugendliche in erster Linie um sich und ihre Probleme dreht, sondern anderen helfen möchte. In den zurückliegenden zwei Jahren hat sie zur Weihnachtszeit Kekse auf der Kinderkrebsstation verteilt. Sie hat ihre Klasse animiert, die Einnahmen aus einem Waffel-Verkauf zugunsten von Krebskranken zu spenden, ebenso den Erlös aus einer Pfandflaschen-Sammelaktion. Zuerst waren die anderen ein wenig skeptisch. „Aber am Ende waren alle überzeugt“, erinnert sich die Schülerin des Besselgymnasiums. Nun hat sie mit ihren Freundinnen Annika Witting und Finja Carstens zum ersten Mal eine richtig große Spendenaktion aus dem Boden gestampft, die demnächst startet. „Ein Licht für Minden“, so heißt das Ganze. Zur beginnenden Weihnachtszeit haben die Mädchen 1.200 Windlichter aus Glas herstellen lassen. Neben dem Slogan ist auch die Empfängerin der Spenden aufgedrückt: die José-Carreras-Leukämie-Stiftung. Zur Weihnachtszeit soll das Licht für Wärme stehen und für die Hoffnung, dass Krebskranke wieder gesunden. Die Windlichter sind gegen eine Spende von mindestens vier Euro unter anderem auf dem Weihnachtsmarkt, in einigen Mindener Geschäften und beim GWD-Heimspiel am 2. Dezember gegen den VfL Gummersbach erhältlich. Die Spendengelder fließen komplett an die Stiftung. Das ist auch möglich, weil jemand, der nicht genannt werden möchte, die Finanzierung der 1.200 Gläser übernommen hat. Hat die Zehnklässlerin keine Angst, auf hunderten Windlichtern sitzenzubleiben? „Nein“, antwortet sie voller Überzeugung, „ich bin sehr optimistisch, dass das zu schaffen ist“. Sie träumt davon, dass eine Firma ihr gleich ein paar Dutzend abkauft und viele Menschen sich an der Aktion beteiligen. Besonders großen Mut hat sie, weil die Windlichter auch vor der José-Carreras-Gala in München am 12. Dezember verkauft werden sollen. Als Zeichen der Hoffnung – und der Wärme.

MT-Serie #200in365: Zeichen der Wärme

Anna Laufer (Mitte) hat die Spendenaktion initiiert. Ihre
Freundinnen Annika Witting (links) und Finja Carstens sind an ihrer Seite. MT-
© Foto: Benjamin Piel

Minden (mt). Anna Laufer kann sich noch gut an die Zeit erinnern, als ihr Vater an Leukämie erkrankte. Vor sechs Jahren war es, als plötzlich nichts mehr so war wie zuvor. Die 15-Jährige erinnert sich an eine Zeit, von der sie in der Rückschau das Gefühl hat, sie habe ihren Vater ein ganzes Jahr lang nicht gesehen.

Ihre Mutter Melanie Laufer sagt, dass es so zwar nicht gewesen ist, aber die Wahrnehmung zeigt, was sehr wohl wahr ist: Was für eine Belastung eine Krebserkrankung nicht nur für den Erkrankten selbst, sondern auch für seine Familie bedeutet. So viel Unsicherheit, so viel Ungewissheit, so viel Unwohlsein.

Das alles hat Anna Laufer nie vergessen. Das erklärt, warum sie sich nicht wie viele andere Jugendliche in erster Linie um sich und ihre Probleme dreht, sondern anderen helfen möchte. In den zurückliegenden zwei Jahren hat sie zur Weihnachtszeit Kekse auf der Kinderkrebsstation verteilt. Sie hat ihre Klasse animiert, die Einnahmen aus einem Waffel-Verkauf zugunsten von Krebskranken zu spenden, ebenso den Erlös aus einer Pfandflaschen-Sammelaktion. Zuerst waren die anderen ein wenig skeptisch. „Aber am Ende waren alle überzeugt“, erinnert sich die Schülerin des Besselgymnasiums.

Nun hat sie mit ihren Freundinnen Annika Witting und Finja Carstens zum ersten Mal eine richtig große Spendenaktion aus dem Boden gestampft, die demnächst startet. „Ein Licht für Minden“, so heißt das Ganze. Zur beginnenden Weihnachtszeit haben die Mädchen 1.200 Windlichter aus Glas herstellen lassen. Neben dem Slogan ist auch die Empfängerin der Spenden aufgedrückt: die José-Carreras-Leukämie-Stiftung. Zur Weihnachtszeit soll das Licht für Wärme stehen und für die Hoffnung, dass Krebskranke wieder gesunden. Die Windlichter sind gegen eine Spende von mindestens vier Euro unter anderem auf dem Weihnachtsmarkt, in einigen Mindener Geschäften und beim GWD-Heimspiel am 2. Dezember gegen den VfL Gummersbach erhältlich. Die Spendengelder fließen komplett an die Stiftung. Das ist auch möglich, weil jemand, der nicht genannt werden möchte, die Finanzierung der 1.200 Gläser übernommen hat.

Hat die Zehnklässlerin keine Angst, auf hunderten Windlichtern sitzenzubleiben? „Nein“, antwortet sie voller Überzeugung, „ich bin sehr optimistisch, dass das zu schaffen ist“. Sie träumt davon, dass eine Firma ihr gleich ein paar Dutzend abkauft und viele Menschen sich an der Aktion beteiligen. Besonders großen Mut hat sie, weil die Windlichter auch vor der José-Carreras-Gala in München am 12. Dezember verkauft werden sollen. Als Zeichen der Hoffnung – und der Wärme.

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