Lizenz zum Einleiten? Unternehmen will mehr Kalilauge in Weser und Werra kippen Stefan Koch Minden. Das Bergbauunternehmen K + S muss für die kommenden Jahre die Einleiterlaubnis für seine Abwässer in Werra und Weser beim Regierungspräsidium in Kassel erneuern. Im Rahmen des dazu eingeleiteten Erlaubnisverfahrens durch die Kasseler Bezirksregierung ist eine Auslegung der Antragsunterlagen bei den betroffenen Kommunen und Verbänden in der Zeit vom 4. Juni bis 3. Juli für mögliche Einwände vorgesehen. Im Kreis Minden-Lübbecke sind Minden, Porta Westfalica und Petershagen Auslegungskommunen. Am Beteiligungsverfahren nehmen auch das Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke, die Landwirtschaftskammer sowie die Fischereigenossenschaft Minden teil. Mit dem neuen Antrag will das Bergbauunternehmen mehr Abwässer über die Flüsse entsorgen, als ursprünglich vorgesehen war. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk nämlich berichtet, sollen die Grenzwerte im kommenden Jahr zwar schrittweise sinken. Dies geschieht aber nicht in dem Maß, wie es die Anrainerländer von Werra und Weser im Masterplan Salz vereinbart hatten. Als Grund nannte das Unternehmen hohe Kosten, wenn Produktionsabwässer in stillgelegte Bergwerke nach Sachsen-Anhalt oder Niedersachsen transportiert werden. K + S betreibt das Werk Neuhof-Ellers (Hessen) sowie das Werk Werra. Letzteres ist ein Verbundbergwerk mit den Kalifabriken Hattorf (Hessen), Unterbreizbach (Thüringen) und Wintershall (Hessen). In beiden Werken baut das Unternehmen Kalirohsalze ab, die zur Verwertung als Düngemittel und als Vorprodukte für technische, industrielle und pharmazeutische Erzeugnisse dienen. Zurück bleiben feste Rückstände und salzhaltige Abwässer. Wie die Kasseler Bezirksregierung mitteilt, handelt es sich dabei um Produktionsabwässer und aufgefangene Abwässer aus den Rückstandshalden des Kalibergbaus. Einleitungsorte in die Werra liegen bei Philippsthal und Heringen. Die maximale Salzwassereinleitung soll von den heute zugelassenen Höchstmengen von acht Millionen Kubikmeter jährlich auf 6,7 Millionen Kubikmeter in 2021 sinken. Von 2022 bis 2023 wird die Menge auf sechs Millionen Kubikmeter vermindert. Die derzeit geltenden Grenzwerte für Chlorid, Kalium und Magnesium soll bis Ende 2021 weiterhin gelten und dann ebenfalls abgesenkt werden. Dagegen will das Bergbauunternehmen für Haldenerweiterungen die Genehmigung für zusätzliche Jahreseinleitfrachten beantragen. Unter anderem sind auf diesem Wege im kommenden Jahr maximal 28.500 Tonnen an Mineralien über die Flüsse zu entsorgen. Die Umweltprobleme durch die Produktion sind so alt wie der seit mehr als 100 Jahre betriebene Kalibergbau in Hessen. Unter anderem hatte es vor sechs Jahren in Minden eine Tagung von sechs SPD-Bundestagsabgeordneten der betroffenen Anrainerländer gegeben, wo auch die Schäden an der Schiffmühle und am amphibische Gerät der Pioniere durch die Salzlauge in der Weser Thema waren. Damals wurde in Hessen der Bau einer Pipeline von Philippsthal bis zur Oberweser diskutiert, um wenigstens die Werra salzfrei zu halten. Politiker sprachen sich dagegen dafür aus, dass das Unternehmen vor Ort seine Abwässer filtert und die Rückstände abtransportiert. Das lehnte es aus Kostengründen ab.

Lizenz zum Einleiten? Unternehmen will mehr Kalilauge in Weser und Werra kippen

Beim K+S-Verbundwerk Werra am Standort Hattorf in Philippsthal (Hessen) läuft das Wasser in den Fluss. Foto: Uwe Zucchi/dpa © Uwe Zucchi

Minden. Das Bergbauunternehmen K + S muss für die kommenden Jahre die Einleiterlaubnis für seine Abwässer in Werra und Weser beim Regierungspräsidium in Kassel erneuern. Im Rahmen des dazu eingeleiteten Erlaubnisverfahrens durch die Kasseler Bezirksregierung ist eine Auslegung der Antragsunterlagen bei den betroffenen Kommunen und Verbänden in der Zeit vom 4. Juni bis 3. Juli für mögliche Einwände vorgesehen. Im Kreis Minden-Lübbecke sind Minden, Porta Westfalica und Petershagen Auslegungskommunen. Am Beteiligungsverfahren nehmen auch das Umweltamt des Kreises Minden-Lübbecke, die Landwirtschaftskammer sowie die Fischereigenossenschaft Minden teil.

Mit dem neuen Antrag will das Bergbauunternehmen mehr Abwässer über die Flüsse entsorgen, als ursprünglich vorgesehen war. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk nämlich berichtet, sollen die Grenzwerte im kommenden Jahr zwar schrittweise sinken. Dies geschieht aber nicht in dem Maß, wie es die Anrainerländer von Werra und Weser im Masterplan Salz vereinbart hatten. Als Grund nannte das Unternehmen hohe Kosten, wenn Produktionsabwässer in stillgelegte Bergwerke nach Sachsen-Anhalt oder Niedersachsen transportiert werden.

K + S betreibt das Werk Neuhof-Ellers (Hessen) sowie das Werk Werra. Letzteres ist ein Verbundbergwerk mit den Kalifabriken Hattorf (Hessen), Unterbreizbach (Thüringen) und Wintershall (Hessen). In beiden Werken baut das Unternehmen Kalirohsalze ab, die zur Verwertung als Düngemittel und als Vorprodukte für technische, industrielle und pharmazeutische Erzeugnisse dienen. Zurück bleiben feste Rückstände und salzhaltige Abwässer.

Wie die Kasseler Bezirksregierung mitteilt, handelt es sich dabei um Produktionsabwässer und aufgefangene Abwässer aus den Rückstandshalden des Kalibergbaus. Einleitungsorte in die Werra liegen bei Philippsthal und Heringen. Die maximale Salzwassereinleitung soll von den heute zugelassenen Höchstmengen von acht Millionen Kubikmeter jährlich auf 6,7 Millionen Kubikmeter in 2021 sinken. Von 2022 bis 2023 wird die Menge auf sechs Millionen Kubikmeter vermindert. Die derzeit geltenden Grenzwerte für Chlorid, Kalium und Magnesium soll bis Ende 2021 weiterhin gelten und dann ebenfalls abgesenkt werden. Dagegen will das Bergbauunternehmen für Haldenerweiterungen die Genehmigung für zusätzliche Jahreseinleitfrachten beantragen. Unter anderem sind auf diesem Wege im kommenden Jahr maximal 28.500 Tonnen an Mineralien über die Flüsse zu entsorgen.

Die Umweltprobleme durch die Produktion sind so alt wie der seit mehr als 100 Jahre betriebene Kalibergbau in Hessen. Unter anderem hatte es vor sechs Jahren in Minden eine Tagung von sechs SPD-Bundestagsabgeordneten der betroffenen Anrainerländer gegeben, wo auch die Schäden an der Schiffmühle und am amphibische Gerät der Pioniere durch die Salzlauge in der Weser Thema waren. Damals wurde in Hessen der Bau einer Pipeline von Philippsthal bis zur Oberweser diskutiert, um wenigstens die Werra salzfrei zu halten. Politiker sprachen sich dagegen dafür aus, dass das Unternehmen vor Ort seine Abwässer filtert und die Rückstände abtransportiert. Das lehnte es aus Kostengründen ab.

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