Lieferprobleme verzögern Eröffnung des neuen Klinikum-Parkhauses Thomas Lieske Minden. Mit Warten hat es begonnen. Und mit Warten wird es nun auch zu Ende gehen: Das neue Parkhaus am Johannes-Wesling-Klinikum in Minden ist fast fertig. Augenscheinlich könnten die Fahrzeuge längst hineinfahren. Doch für den Betrieb der überdachten Stellplätze fehlen entscheidende Details – ein großes Symbol auf der digitalen Anzeige der Kassenautomaten verrät es: Die Klinik wartet auf die passende Software. Genauer gesagt: auf die Datenträger für die Software. „Das Material hängt irgendwo zwischen China und Deutschland“, sagt Pressesprecher Christian Busse. Eigentlich sollten sich die Schranken im neuen Parkhaus schon im September für Besucher öffnen. Daraus ist nichts geworden. „Wir rechnen aber fest damit, dass wir das Parkhaus noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen können“, betont Klinik-Geschäftsführer Mario Bahmann. „Die Lieferketten im internationalen Schiffsverkehr haben deutliche Verzögerungen.“ Bahmann spricht von „einigen Wochen“, um die sich die Eröffnung nach hinten verschiebe. Zu gern hätten sie das Parkhaus schon freigegeben. Und auch gern früher gebaut. „Die Baugenehmigung hat sich sehr lang hingezogen“, sagt Bahmann. Die Idee sei nämlich schon 2016 im Verwaltungsrat durchgewunken worden. Auch Busse und Bahmann ist das bisherige Parkplatzproblem ein Dorn im Auge. „Dass die Besucher und Mitarbeiter mit ihren Autos keinen Platz finden und auf Grünstreifen parken müssen, ist keine Dauerlösung“, betont der Geschäftsführer. Zahlreiche Knöllchen für Mitarbeitende und Gäste waren die Folge. Die Lösung ist nun innerhalb gut eines Jahres entstanden: 923 Stellplätze auf acht Parkebenen bietet das neue Objekt aus Stahl und Beton. Weitere 36 Stellplätze rund um den Neubau sollen für Elektrofahrzeuge reserviert werden. Diese Parkplätze liegen bewusst außerhalb des Gebäudes. „Das hat etwas mit dem Brandschutz zu tun. Falls es beim Laden zu einem Feuer kommt, kann die Feuerwehr besser löschen“, erklärt Christoph Weber, Leiter der Abteilung Technik. Zuletzt hatten mehrere Medien darüber beichtet, dass einzelne Parkhausbetreiber bereits Einfahrverbote für Elektroautos verhängt haben. Im vorderen Bereich auf der untersten Ebene hat das Mindener Klinikum für zahlreiche Frauen- und Familienparkplätze gesorgt. Diese Zielgruppen sollen den kürzesten Weg zur Klinik haben. Auf jeder Parkebene gibt es Notfallschalter, die bei einem Alarm den Wachdienst des Klinikums informieren. Und auf dem obersten Parkdeck sorgen rote Lampen für zusätzliche Sicherheit im Flugverkehr. Denn nur wenige Meter weiter befindet sich der Hubschrauberlandeplatz der Klinik. In der Dämmerung oder bei schlechtem Wetter seien die höchsten Gebäudeteile so besser zu erkennen. Doch bis die Lämpchen ihren Zweck erfüllen können, wird es noch einige Wochen dauern. Bei aller Wartezeit gebe es aber auch Erfreuliches zu berichten, verkündigt Mario Bahmann: „Wir werden am Ende mit aller Wahrscheinlichkeit deutlich unter der veranschlagten Bausumme landen.“ Geplant waren Investitionen von rund acht Millionen Euro. Eine genaue Summe könne er noch nicht nennen, die Differenz werde sich aber im sechsstelligen Bereich bewegen. Der Geschäftsführer führt das auf eine „strenge Kostenüberwachung und eine gute Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer“ zurück. Die Baukosten trägt die Klinik allein. Und weil die Bewirtschaftung des neuen Parkhauses einiges Geld kosten werde, seien die Parkplätze dann auch nicht mehr kostenlos. „Wir müssen das Invest ja irgendwie wieder reinholen“, betont Mario Bahmann. Abhilfe will die Klinik auch für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen. Der jetzige Behelfsparkplatz an der Paul-Ehrlich-Straße soll zu einem Mitarbeiterparkplatz umgebaut werden – mit Beleuchtung. Dieser Bereich hat bei manchem MT-Leser zuletzt für Unmut gesorgt, weil es dort weder einen Geh- noch einen Radweg gibt. Die Klinik werde dort aber auch nichts bauen, bekräftigt Mario Bahmann auf Nachfrage. Aus seiner Sicht werde sich mit der Öffnung des Parkhauses und dem Umbau zum Mitarbeiterparkplatz die Verkehrssituation an der Paul-Ehrlich-Straße ohnehin entschärfen. „Dann wird man dort keinen Geh- und Radweg mehr brauchen“, ist Bahmann sicher. Umso mehr dürften viele darauf hoffen, dass das Parkhaus endlich in Betrieb geht. Einen genauen Zeitpunkt können die Lieferanten aktuell nicht nennen. Da bleibt noch ein wenig Zeit für andere Dinge. Blechverkleidungen sollen hier und da noch montiert werden. Und für die kommende Woche ist geplant, den neuen Schriftzug am Gebäude zu installieren. Damit das lang ersehnte Parkhaus dann auch von Weitem gut zu erkennen ist.

Lieferprobleme verzögern Eröffnung des neuen Klinikum-Parkhauses

Eine neue Aussicht vom obersten Parkdeck des neuen Parkhauses auf die Klinik genießen der Technische Leiter Christoph Weber (von links), Klinik-Geschäftsführer Mario Bahmann und Architekt Ulf Bütow. MT-Foto: Alex Lehn

Minden. Mit Warten hat es begonnen. Und mit Warten wird es nun auch zu Ende gehen: Das neue Parkhaus am Johannes-Wesling-Klinikum in Minden ist fast fertig. Augenscheinlich könnten die Fahrzeuge längst hineinfahren. Doch für den Betrieb der überdachten Stellplätze fehlen entscheidende Details – ein großes Symbol auf der digitalen Anzeige der Kassenautomaten verrät es: Die Klinik wartet auf die passende Software. Genauer gesagt: auf die Datenträger für die Software.

„Das Material hängt irgendwo zwischen China und Deutschland“, sagt Pressesprecher Christian Busse. Eigentlich sollten sich die Schranken im neuen Parkhaus schon im September für Besucher öffnen. Daraus ist nichts geworden. „Wir rechnen aber fest damit, dass wir das Parkhaus noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen können“, betont Klinik-Geschäftsführer Mario Bahmann. „Die Lieferketten im internationalen Schiffsverkehr haben deutliche Verzögerungen.“ Bahmann spricht von „einigen Wochen“, um die sich die Eröffnung nach hinten verschiebe.

Zu gern hätten sie das Parkhaus schon freigegeben. Und auch gern früher gebaut. „Die Baugenehmigung hat sich sehr lang hingezogen“, sagt Bahmann. Die Idee sei nämlich schon 2016 im Verwaltungsrat durchgewunken worden. Auch Busse und Bahmann ist das bisherige Parkplatzproblem ein Dorn im Auge. „Dass die Besucher und Mitarbeiter mit ihren Autos keinen Platz finden und auf Grünstreifen parken müssen, ist keine Dauerlösung“, betont der Geschäftsführer. Zahlreiche Knöllchen für Mitarbeitende und Gäste waren die Folge.

Malina Reckordt

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Die Lösung ist nun innerhalb gut eines Jahres entstanden: 923 Stellplätze auf acht Parkebenen bietet das neue Objekt aus Stahl und Beton. Weitere 36 Stellplätze rund um den Neubau sollen für Elektrofahrzeuge reserviert werden. Diese Parkplätze liegen bewusst außerhalb des Gebäudes. „Das hat etwas mit dem Brandschutz zu tun. Falls es beim Laden zu einem Feuer kommt, kann die Feuerwehr besser löschen“, erklärt Christoph Weber, Leiter der Abteilung Technik. Zuletzt hatten mehrere Medien darüber beichtet, dass einzelne Parkhausbetreiber bereits Einfahrverbote für Elektroautos verhängt haben.

Im vorderen Bereich auf der untersten Ebene hat das Mindener Klinikum für zahlreiche Frauen- und Familienparkplätze gesorgt. Diese Zielgruppen sollen den kürzesten Weg zur Klinik haben. Auf jeder Parkebene gibt es Notfallschalter, die bei einem Alarm den Wachdienst des Klinikums informieren. Und auf dem obersten Parkdeck sorgen rote Lampen für zusätzliche Sicherheit im Flugverkehr. Denn nur wenige Meter weiter befindet sich der Hubschrauberlandeplatz der Klinik. In der Dämmerung oder bei schlechtem Wetter seien die höchsten Gebäudeteile so besser zu erkennen. Doch bis die Lämpchen ihren Zweck erfüllen können, wird es noch einige Wochen dauern.

Bei aller Wartezeit gebe es aber auch Erfreuliches zu berichten, verkündigt Mario Bahmann: „Wir werden am Ende mit aller Wahrscheinlichkeit deutlich unter der veranschlagten Bausumme landen.“ Geplant waren Investitionen von rund acht Millionen Euro. Eine genaue Summe könne er noch nicht nennen, die Differenz werde sich aber im sechsstelligen Bereich bewegen. Der Geschäftsführer führt das auf eine „strenge Kostenüberwachung und eine gute Zusammenarbeit mit dem Generalunternehmer“ zurück. Die Baukosten trägt die Klinik allein. Und weil die Bewirtschaftung des neuen Parkhauses einiges Geld kosten werde, seien die Parkplätze dann auch nicht mehr kostenlos. „Wir müssen das Invest ja irgendwie wieder reinholen“, betont Mario Bahmann.

Abhilfe will die Klinik auch für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen. Der jetzige Behelfsparkplatz an der Paul-Ehrlich-Straße soll zu einem Mitarbeiterparkplatz umgebaut werden – mit Beleuchtung. Dieser Bereich hat bei manchem MT-Leser zuletzt für Unmut gesorgt, weil es dort weder einen Geh- noch einen Radweg gibt. Die Klinik werde dort aber auch nichts bauen, bekräftigt Mario Bahmann auf Nachfrage. Aus seiner Sicht werde sich mit der Öffnung des Parkhauses und dem Umbau zum Mitarbeiterparkplatz die Verkehrssituation an der Paul-Ehrlich-Straße ohnehin entschärfen. „Dann wird man dort keinen Geh- und Radweg mehr brauchen“, ist Bahmann sicher.

Umso mehr dürften viele darauf hoffen, dass das Parkhaus endlich in Betrieb geht. Einen genauen Zeitpunkt können die Lieferanten aktuell nicht nennen. Da bleibt noch ein wenig Zeit für andere Dinge. Blechverkleidungen sollen hier und da noch montiert werden. Und für die kommende Woche ist geplant, den neuen Schriftzug am Gebäude zu installieren. Damit das lang ersehnte Parkhaus dann auch von Weitem gut zu erkennen ist.

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