Leiser Neustart: Baumärkte dürfen ihre Gartenbereiche wieder öffnen Stefan Koch,Christine Riechmann,Carsten Korfesmeyer Minden. Als am Rosenmontag vor einer Woche die Verbraucher noch an Schneeschieber und Schlitten dachten, hatte das Gartencenter des Obi-Marktes in Minden wieder geöffnet. Jetzt ist der Frühling da – aber die Kunden bleiben weiterhin weg. Das war im ersten Lockdown des vergangenen Jahres noch anders, als wenigstens die Baumärkte öffnen konnten und viele den Garten als ein Refugium bei der allgemeinen Beschränkung des öffentlichen Lebens entdeckt hatten. Damals kam es zu langen Schlangen vor den Baumärkten, wo vor allem die nicht Berufstätigen viel Zeit mitbrachten, um mit selbstgefertigten Masken im Gesicht auf den Einlass zu warten. Am Montag allerdings brannte die Sonne auf den fast leeren Parkplatz des Obi-Marktes nieder, in dessen hinterem Teil sich große Liefermengen an Blumenerde stapelten. In der Halle hatte das Personal mit Flatterband sämtliche Bereiche abgesperrt, die nichts mit Gärtnereiprodukten oder Tiernahrung zu tun hatten. Wer dennoch nach Ware fragte, deren direkter Verkauf nicht den aktuellen Pandemievorschriften entspricht, wurde mit dem Verweis, dass er dazu einen Gewerbeschein benötige, abgewiesen. Weiterhin steht Kunden auch die Möglichkeit zu, sich ihre Ware auf Bestellung zu besorgen. Fast schien am Montagmittag mehr Personal in der Halle zu sein als Käufer gekommen waren. Auf Presse-Nachfragen verwies die Marktleitung an die Obi-Zentrale in Wermelskirchen. Dort war die Pressestelle aber nicht erreichbar. Auch der Toom in Minden darf seit Freitag sein Gartencenter wieder öffnen. Besonders lang war am Montag allerdings die Schlange an der Abholstation des Baumarktes, wo Kunden online oder telefonisch bestellte Ware abholen können. Vor dem separaten Eingang zum Gartencenter stand niemand, nur vereinzelt traten Kunden in den Bereich, in dem nun wieder Blumen, Übertöpfe, Erde, Dünger, Blumenzwiebeln und Saatgut verkauft werden dürfen. „Ich will nur mal schnell schauen, eigentlich brauche ich nicht wirklich etwas“, sagte eine Frau. „Der große Run ist es noch nicht“, sagte Marktleiter Karsten Osthoff auf MT-Anfrage. Die ersten Kunden würden zwar kommen und sich auch freuen, Blumen kaufen zu können – insgesamt sei der Andrang aber verhalten. Trotzdem ist Osthoff froh, endlich wenigstens wieder einen Teil des Marktes öffnen zu können. „Das ist ein Anfang, auch wenn der Weg mit Sicherheit noch sehr lang ist.“ Um das Gartencenter öffnen zu können, hat der Marktleiter einige Mitarbeiter aus der Kurzarbeit geholt. Die haben dann drei Tage den Markt mit Ware bestückt, bevor am Freitag still eröffnet wurde. Das gute Wetter spiele der Wiederöffnung in die Karten. „Wenn die Sonne scheint, wollen die Leute auch Blumen für den Garten – aber die kauft niemand online“, sagte Karsten Osthoff, der nicht damit rechnet, in zwei Wochen wieder den gesamten Markt öffnen zu dürfen. „Obwohl wir alles dafür getan haben, unser Hygienekonzept steht.“ Im Obi-Markt in Barkhausen herrschte am Montag zwar nicht der ganz große Ansturm. „Aber wir haben heute schon deutlich mehr zu tun als an den anderen Tagen“, sagte Marktleiter Frank Blum am späten Nachmittag gegenüber dem MT. Vor allem Zwiebelpflanzen seien zurzeit der ganz große Hit und der Obi-Filialleiter sprach davon, dass sich die Kunden ganz offensichtlich sehr auf das Frühjahr und die damit verbundene Blütenpracht freuen. „Die Menschen sehnen sich nach mehr Farbe im Alltag“, sagte er. Frank Blum und sein Team haben für das Gartencenter ein Konzept entwickelt, das die aktuellen Coronaregeln berücksichtigt. Die Kunden können somit lediglich den Gartenbereich betreten, der obendrein unter freiem Himmel liegt. „Man spürt, dass die Kunden sich freuen, wieder vor Ort zu sein“, sagte Blum. Diese positive Ausstrahlung übertrage sich auf die Obi-Mitarbeiter im Barkhauser Gewerbegebiet: „Wir sind alle richtig motiviert.“ Dass es am Montag im Gartencenter nicht zu dem ganz großen Ansturm gekommen ist, führte Frank Blum unter anderem darauf zurück, dass die Regelung der Wiedereröffnung noch relativ frisch ist und sich in der Bevölkerung womöglich noch nicht ganz herumgesprochen hat. „Ich gehe davon aus, dass sich das in den nächsten Tagen ändern wird“, sagte der Marktleiter. Die Temperaturen bleiben mild – und damit steige auch die Lust auf Gartenarbeit.

Leiser Neustart: Baumärkte dürfen ihre Gartenbereiche wieder öffnen

Die Blumenerde stapelt sich bei Obi in Minden. Im Vergleich zum Käuferverhalten im vergangenen Lockdown war das Interesse von Kunden an Gartenprodukten am Montag noch gering. MT-Foto: Stefan Koch © Stefan Koch

Minden. Als am Rosenmontag vor einer Woche die Verbraucher noch an Schneeschieber und Schlitten dachten, hatte das Gartencenter des Obi-Marktes in Minden wieder geöffnet. Jetzt ist der Frühling da – aber die Kunden bleiben weiterhin weg. Das war im ersten Lockdown des vergangenen Jahres noch anders, als wenigstens die Baumärkte öffnen konnten und viele den Garten als ein Refugium bei der allgemeinen Beschränkung des öffentlichen Lebens entdeckt hatten. Damals kam es zu langen Schlangen vor den Baumärkten, wo vor allem die nicht Berufstätigen viel Zeit mitbrachten, um mit selbstgefertigten Masken im Gesicht auf den Einlass zu warten.

Am Montag allerdings brannte die Sonne auf den fast leeren Parkplatz des Obi-Marktes nieder, in dessen hinterem Teil sich große Liefermengen an Blumenerde stapelten. In der Halle hatte das Personal mit Flatterband sämtliche Bereiche abgesperrt, die nichts mit Gärtnereiprodukten oder Tiernahrung zu tun hatten. Wer dennoch nach Ware fragte, deren direkter Verkauf nicht den aktuellen Pandemievorschriften entspricht, wurde mit dem Verweis, dass er dazu einen Gewerbeschein benötige, abgewiesen. Weiterhin steht Kunden auch die Möglichkeit zu, sich ihre Ware auf Bestellung zu besorgen. Fast schien am Montagmittag mehr Personal in der Halle zu sein als Käufer gekommen waren. Auf Presse-Nachfragen verwies die Marktleitung an die Obi-Zentrale in Wermelskirchen. Dort war die Pressestelle aber nicht erreichbar.

Auch der Toom in Minden darf seit Freitag sein Gartencenter wieder öffnen. Besonders lang war am Montag allerdings die Schlange an der Abholstation des Baumarktes, wo Kunden online oder telefonisch bestellte Ware abholen können. Vor dem separaten Eingang zum Gartencenter stand niemand, nur vereinzelt traten Kunden in den Bereich, in dem nun wieder Blumen, Übertöpfe, Erde, Dünger, Blumenzwiebeln und Saatgut verkauft werden dürfen. „Ich will nur mal schnell schauen, eigentlich brauche ich nicht wirklich etwas“, sagte eine Frau.

„Der große Run ist es noch nicht“, sagte Marktleiter Karsten Osthoff auf MT-Anfrage. Die ersten Kunden würden zwar kommen und sich auch freuen, Blumen kaufen zu können – insgesamt sei der Andrang aber verhalten. Trotzdem ist Osthoff froh, endlich wenigstens wieder einen Teil des Marktes öffnen zu können. „Das ist ein Anfang, auch wenn der Weg mit Sicherheit noch sehr lang ist.“

Um das Gartencenter öffnen zu können, hat der Marktleiter einige Mitarbeiter aus der Kurzarbeit geholt. Die haben dann drei Tage den Markt mit Ware bestückt, bevor am Freitag still eröffnet wurde.

Das gute Wetter spiele der Wiederöffnung in die Karten. „Wenn die Sonne scheint, wollen die Leute auch Blumen für den Garten – aber die kauft niemand online“, sagte Karsten Osthoff, der nicht damit rechnet, in zwei Wochen wieder den gesamten Markt öffnen zu dürfen. „Obwohl wir alles dafür getan haben, unser Hygienekonzept steht.“

Im Obi-Markt in Barkhausen herrschte am Montag zwar nicht der ganz große Ansturm. „Aber wir haben heute schon deutlich mehr zu tun als an den anderen Tagen“, sagte Marktleiter Frank Blum am späten Nachmittag gegenüber dem MT. Vor allem Zwiebelpflanzen seien zurzeit der ganz große Hit und der Obi-Filialleiter sprach davon, dass sich die Kunden ganz offensichtlich sehr auf das Frühjahr und die damit verbundene Blütenpracht freuen. „Die Menschen sehnen sich nach mehr Farbe im Alltag“, sagte er.

Frank Blum und sein Team haben für das Gartencenter ein Konzept entwickelt, das die aktuellen Coronaregeln berücksichtigt. Die Kunden können somit lediglich den Gartenbereich betreten, der obendrein unter freiem Himmel liegt. „Man spürt, dass die Kunden sich freuen, wieder vor Ort zu sein“, sagte Blum. Diese positive Ausstrahlung übertrage sich auf die Obi-Mitarbeiter im Barkhauser Gewerbegebiet: „Wir sind alle richtig motiviert.“

Dass es am Montag im Gartencenter nicht zu dem ganz großen Ansturm gekommen ist, führte Frank Blum unter anderem darauf zurück, dass die Regelung der Wiedereröffnung noch relativ frisch ist und sich in der Bevölkerung womöglich noch nicht ganz herumgesprochen hat. „Ich gehe davon aus, dass sich das in den nächsten Tagen ändern wird“, sagte der Marktleiter. Die Temperaturen bleiben mild – und damit steige auch die Lust auf Gartenarbeit.

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