Lebensretter mit dem Wischmob: Petra Colaci sorgt seit 43 Jahren für Hygiene im Krankenhaus Thomas Lieske Minden. Geändert hat sich für Petra Colaci durch die Corona-Pandemie nur ein kleines Detail: Sie trägt nun einen Mundschutz während der Arbeit. Ansonsten bleibt für die Reinigungskraft und ihre 133 Kolleginnen und Kollegen bei den Mühlenkreiskliniken alles beim Alten. Denn auf besondere Hygiene muss Petra Colaci auch ohne Corona achten. „Hier will sich ja auch keiner einen anderen Keim einfangen“, sagt sie. Während die Ärzte das Leben von Patienten im OP retten, retten auch Petra Colaci und das Team der Reinigung Leben – vorbeugend, sozusagen. Ihr Job ist es, das Krankenhaus steril zu halten – in Zeiten von Corona mit noch größerer Verantwortung. Damit das klappt, hat das Team einen strengen Putzplan: Bis zu 14 Patientenzimmer pro Schicht macht Colaci sauber – inklusive Bad, Schränken und Geräten. „Pro Zimmer verwenden wir vier verschiedene Putzlappen, dazu jeweils ein Nass- und ein Trocken-Wischmob“, verrät die 63-Jährige, die eigentlich längst in Rente sein könnte. „Ich habe freiwillig verlängert“, erzählt sie. Weil ihr der Job Spaß bereite und sie die Verantwortung gern übernehme. Verantwortung mit Putzlappen, Wischmob und vor allem einer Menge Desinfektionsmittel. „Wir arbeiten ohne Reiniger.“ Das war übrigens schon immer so, auch im September 1977, als die 63-Jährige ihren Job begann. „Damals noch in der Hautklinik in der Portastraße“, erinnert sich Colaci. Das waren andere Zeiten, „da wurde noch in der Klinik geraucht, bis an den OP-Tisch heran“, weiß Petra Colaci. Das wäre heute undenkbar. Seitdem habe sich der Arbeitsaufwand verdoppelt. Weniger Personal, mehr Vorschriften. „Aber extrem gründlich mussten wir schon immer sein, das ist ja selbstverständlich“, sagt Colaci. Besonders große Verantwortung kommt der Reinigungskraft und ihren Kolleginnen und Kollegen etwa in der Kinderonkologie zu. „Das Immunsystem dieser jungen Patienten ist besonders schwach“, weiß Colaci. Doch neben dem Saubermachen ist es der 63-Jährigen wichtig, den Kontakt zu den Patienten zu halten. „Und wenn es nur mal drei Worte sind, die gewechselt werden“, sagt sie. Auch das mache ihren Job aus. Und es mache die schwere körperliche Arbeit erträglicher und abwechslungsreicher. Auch heute wieder. Mit Mundschutz und Handschuhen ausgerüstet, schiebt Petra Colaci den Reinigungswagen von Zimmer zu Zimmer. Weil sie weiß: Ein Krankenhaus funktioniert ebenso wenig ohne Ärzte wie ohne Reinigungskräfte. Helden des Alltags - Verkäuferinnen, Pfleger, Postbotinnen, Müllwerker: Sie sorgen in diesen Tagen für Normalität im Ausnahmezustand. Während viele andere im Home Office sitzen und Fremde problemlos meiden können, müssen die Angehörigen dieser und anderer Berufsgruppen ständig draußen sein. - Das Mindener Tageblatt widmet ihnen darum seine aktuelle Serie und stellt einzelne Männer und Frauen vor, die den Alltag am Laufen halten.

Lebensretter mit dem Wischmob: Petra Colaci sorgt seit 43 Jahren für Hygiene im Krankenhaus

Minden. Geändert hat sich für Petra Colaci durch die Corona-Pandemie nur ein kleines Detail: Sie trägt nun einen Mundschutz während der Arbeit. Ansonsten bleibt für die Reinigungskraft und ihre 133 Kolleginnen und Kollegen bei den Mühlenkreiskliniken alles beim Alten. Denn auf besondere Hygiene muss Petra Colaci auch ohne Corona achten. „Hier will sich ja auch keiner einen anderen Keim einfangen“, sagt sie.

Petra Colaci ist seit 43 Jahren als Reinigungskraft im Krankenhaus beschäftigt. Corona hat den Arbeitsalltag nicht wirklich verändert. MT- - © Foto: Thomas Lieske
Petra Colaci ist seit 43 Jahren als Reinigungskraft im Krankenhaus beschäftigt. Corona hat den Arbeitsalltag nicht wirklich verändert. MT- - © Foto: Thomas Lieske

Während die Ärzte das Leben von Patienten im OP retten, retten auch Petra Colaci und das Team der Reinigung Leben – vorbeugend, sozusagen. Ihr Job ist es, das Krankenhaus steril zu halten – in Zeiten von Corona mit noch größerer Verantwortung. Damit das klappt, hat das Team einen strengen Putzplan: Bis zu 14 Patientenzimmer pro Schicht macht Colaci sauber – inklusive Bad, Schränken und Geräten. „Pro Zimmer verwenden wir vier verschiedene Putzlappen, dazu jeweils ein Nass- und ein Trocken-Wischmob“, verrät die 63-Jährige, die eigentlich längst in Rente sein könnte. „Ich habe freiwillig verlängert“, erzählt sie. Weil ihr der Job Spaß bereite und sie die Verantwortung gern übernehme. Verantwortung mit Putzlappen, Wischmob und vor allem einer Menge Desinfektionsmittel. „Wir arbeiten ohne Reiniger.“

Das war übrigens schon immer so, auch im September 1977, als die 63-Jährige ihren Job begann. „Damals noch in der Hautklinik in der Portastraße“, erinnert sich Colaci. Das waren andere Zeiten, „da wurde noch in der Klinik geraucht, bis an den OP-Tisch heran“, weiß Petra Colaci. Das wäre heute undenkbar. Seitdem habe sich der Arbeitsaufwand verdoppelt. Weniger Personal, mehr Vorschriften. „Aber extrem gründlich mussten wir schon immer sein, das ist ja selbstverständlich“, sagt Colaci.

Besonders große Verantwortung kommt der Reinigungskraft und ihren Kolleginnen und Kollegen etwa in der Kinderonkologie zu. „Das Immunsystem dieser jungen Patienten ist besonders schwach“, weiß Colaci. Doch neben dem Saubermachen ist es der 63-Jährigen wichtig, den Kontakt zu den Patienten zu halten. „Und wenn es nur mal drei Worte sind, die gewechselt werden“, sagt sie. Auch das mache ihren Job aus. Und es mache die schwere körperliche Arbeit erträglicher und abwechslungsreicher.

Auch heute wieder. Mit Mundschutz und Handschuhen ausgerüstet, schiebt Petra Colaci den Reinigungswagen von Zimmer zu Zimmer. Weil sie weiß: Ein Krankenhaus funktioniert ebenso wenig ohne Ärzte wie ohne Reinigungskräfte.

Helden des Alltags

- Verkäuferinnen, Pfleger, Postbotinnen, Müllwerker: Sie sorgen in diesen Tagen für Normalität im Ausnahmezustand. Während viele andere im Home Office sitzen und Fremde problemlos meiden können, müssen die Angehörigen dieser und anderer Berufsgruppen ständig draußen sein.

- Das Mindener Tageblatt widmet ihnen darum seine aktuelle Serie und stellt einzelne Männer und Frauen vor, die den Alltag am Laufen halten.

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