Lautstarke Unterstützung: Benefizkonzert fürs BÜZ Michael Grundmeier Minden. Das Abschiedsgeschenk eines Bundesfreiwilligen hat dem Kulturzentrum BÜZ wichtige Einnahmen beschert. Beim Benefizfestival im Innenhof der „Neuen Regierung“ rockten gleich drei Bands ohne Gage. Die Pandemie hat auch das BÜZ schwer getroffen. Keine Eintrittsgelder, kein Café – ein weiteres Corona-Jahr würden sie nicht überstehen, waren sich die Verantwortlichen vor einigen Monaten sicher. Viele meinten deshalb, dass eine Kulturförderung vonnöten sei, die letzten Endes auch dem BÜZ zugute kommen würde. Im Fall der Veranstaltung am Samstag kamen gleich zwei Hilfsangebote zusammen: ein staatliches in Gestalt des Kultursommers 2021 und ein privates, ausgetüftelt vom ehemaligen „Bufdi“ Thomas Kehnen. Er hatte nicht nur die Idee gehabt, für das BÜZ ein Benefizfestival zu organisieren, sondern auch drei Bands davon überzeugt, ohne Gage zu spielen. Lediglich ein Mittagessen hatten sich die Musiker ausbedungen. Dass Kehnen selbst mitspielte und als Bassist von „Logpod Mangartom“ richtig Gas gab – Ehrensache. Unterm Strich ein wirklich tolles Konzert mit lediglich einem kleinen Wermutstropfen in Sachen Ticketverkauf. Mehr Zuschauer hätten es – trotz des unbeständigen schwül-regnerischen Wetters – schon sein dürfen. Den Auftakt eines absolut hörenswerten Programms machten die aus Porta und Hiddenhausen stammenden „Lunauten“. Überzeugen konnten die „Mondfahrer“ mit einer dichten Schallkulisse, irgendwo zwischen Rock, Alternative und Punk. Richtig Spaß machte beispielsweise der Song „Wölfe“, der „Bad Religion“-artige Gesänge und druckvolles Gitarrenspiel zusammenbrachte. Leiser und fast schon poetisch: „Ich lieg auf Eis“, bei dem die Band ihre sanfte, akustische Seite zeigen konnte. Große Spielfreude auch bei „Jabba’s Cortex“, die für ihre teils minutenlangen Gitarrensoli bekannt sind. Handgemachter Rock, der in interessante und abwechslungsreiche Songstrukturen gegossen wird. Dass die Bühnenshow ausbaufähig ist, weiß niemand besser als die Musiker selbst: „Wir hatten eigentlich eine besondere Bühnenshow geplant, weil ihr euch aber nicht bewegen dürft, machen wir das auch nicht“, flachste Sänger Julius Becker zu Beginn des Sets über die mangelnde Mobilität. Und tatsächlich ist „Jabba’s Cortex“ eine „Shoegazer-Band“, wie sie im Buche steht. Höhepunkt ganz sicher: das genial interpretierte „Be my Friend“ der englischen 70er-Jahre Rockband „Free“. Noch einen Schuss derber ging es dann zum Finale mit „Logpod Mangartom“ zur Sache. Treibende Riffs, groovende Rhythmen und reichlich Gitarrensoli sorgten für ein zufrieden mitwippendes Publikum. Die zwischen „Stoner“ und „Jane’s Addiction“ angesiedelte Band machte richtig Dampf – ein würdiger Abschluss eines rundum gelungenen kleinen Festivals.

Lautstarke Unterstützung: Benefizkonzert fürs BÜZ

Die „Lunauten“ (Foto) standen beim Benefizkonzert als erste Band auf der Bühne. Danach folgte „Jabba’s Cortex“, bevor „Logpod Mangartom“ zum Finale richtig Dampf machte. Foto: Michael Grundmeier © grundmeier

Minden. Das Abschiedsgeschenk eines Bundesfreiwilligen hat dem Kulturzentrum BÜZ wichtige Einnahmen beschert. Beim Benefizfestival im Innenhof der „Neuen Regierung“ rockten gleich drei Bands ohne Gage.

Die Pandemie hat auch das BÜZ schwer getroffen. Keine Eintrittsgelder, kein Café – ein weiteres Corona-Jahr würden sie nicht überstehen, waren sich die Verantwortlichen vor einigen Monaten sicher. Viele meinten deshalb, dass eine Kulturförderung vonnöten sei, die letzten Endes auch dem BÜZ zugute kommen würde. Im Fall der Veranstaltung am Samstag kamen gleich zwei Hilfsangebote zusammen: ein staatliches in Gestalt des Kultursommers 2021 und ein privates, ausgetüftelt vom ehemaligen „Bufdi“ Thomas Kehnen. Er hatte nicht nur die Idee gehabt, für das BÜZ ein Benefizfestival zu organisieren, sondern auch drei Bands davon überzeugt, ohne Gage zu spielen. Lediglich ein Mittagessen hatten sich die Musiker ausbedungen. Dass Kehnen selbst mitspielte und als Bassist von „Logpod Mangartom“ richtig Gas gab – Ehrensache. Unterm Strich ein wirklich tolles Konzert mit lediglich einem kleinen Wermutstropfen in Sachen Ticketverkauf. Mehr Zuschauer hätten es – trotz des unbeständigen schwül-regnerischen Wetters – schon sein dürfen.

Den Auftakt eines absolut hörenswerten Programms machten die aus Porta und Hiddenhausen stammenden „Lunauten“. Überzeugen konnten die „Mondfahrer“ mit einer dichten Schallkulisse, irgendwo zwischen Rock, Alternative und Punk. Richtig Spaß machte beispielsweise der Song „Wölfe“, der „Bad Religion“-artige Gesänge und druckvolles Gitarrenspiel zusammenbrachte. Leiser und fast schon poetisch: „Ich lieg auf Eis“, bei dem die Band ihre sanfte, akustische Seite zeigen konnte.


Große Spielfreude auch bei „Jabba’s Cortex“, die für ihre teils minutenlangen Gitarrensoli bekannt sind. Handgemachter Rock, der in interessante und abwechslungsreiche Songstrukturen gegossen wird. Dass die Bühnenshow ausbaufähig ist, weiß niemand besser als die Musiker selbst: „Wir hatten eigentlich eine besondere Bühnenshow geplant, weil ihr euch aber nicht bewegen dürft, machen wir das auch nicht“, flachste Sänger Julius Becker zu Beginn des Sets über die mangelnde Mobilität. Und tatsächlich ist „Jabbas Cortex“ eine „Shoegazer-Band“, wie sie im Buche steht. Höhepunkt ganz sicher: das genial interpretierte „Be my Friend“ der englischen 70er-Jahre Rockband „Free“.

Noch einen Schuss derber ging es dann zum Finale mit „Logpod Mangartom“ zur Sache. Treibende Riffs, groovende Rhythmen und reichlich Gitarrensoli sorgten für ein zufrieden mitwippendes Publikum. Die zwischen „Stoner“ und „Janes Addiction“ angesiedelte Band machte richtig Dampf – ein würdiger Abschluss eines rundum gelungenen kleinen Festivals.

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