LWL-Kulturausschuss berät erneut über Zukunft des Preußen-Museums „Nicht in Warteschleife parken“ Von Ursula Koch Minden (mt). Mit dem Grundsatzbeschluss des LWL-Kulturausschusses im Dezember war nur das Grundsätzliche für das Preußen-Museum Minden geklärt. Darum muss das Gremium heute zum x-ten Mal beraten und aus Mindener Sicht hoffentlich auch beschließen. Die Chancen dafür stehen nicht günstig. An das grundsätzliche Ja zur Übernahme der Trägerschaft für das Museum hatten die Kulturpolitiker beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) im Dezember eine Bedingung geknüpft: Das Land NRW sollte rund 870?000 Euro für die Modernisierung der Ausstellung zur Verfügung stellen.Das bislang von einer Stiftung getragene Museum mit den Standorten Minden und Wesel ist seit Jahren defizitär, weil die Kapitalerträge mit der Finanzkrise eingebrochen sind. Seit mittlerweile drei Jahren verhandeln Stiftung und Politik über eine neue Trägerschaft. Der Landschaftsverband Rheinland hat der Übernahme des Preußen-Museums Wesel zugestimmt. Für das Preußen-Museum Minden hatte der LWL im Dezember den Grundsatzbeschluss gefasst. In der Hoffnung, dass das Land einlenkt, sollte der LWL-Landschaftsausschuss in diesem Monat endgültig die Übernahme absegnen. Doch ganz offensichtlich will das Land die 870?000 Euro nicht aufbringen. Darum liegt dem Kulturausschuss jetzt ein neuer Beschlussvorschlag vor.Wie so häufig steckt der Teufel im Detail und versteckt sich im letzten von acht Punkten. Die hälftige Aufteilung des Stiftungskapitals oder die Übernahme des Personals und mehr waren schon im Dezember geklärt. Damals wollte der LWL den Betrieb des Museums mit maximal jährlich 250?000 Euro bezuschussen.Nun heißt es in Punkt acht, dass der LWL den Regelbetrieb ab 2018 mit jährlich 425?000 Euro bezuschusst. Für die Jahre 2015 bis 2017 fielen für die Modernisierung der Ausstellung und den Aufbau des Netzwerks „Preußen in Westfalen“ rund 500?000 bis 520?000 Euro pro Jahr an. Das ist eine Kröte für Politiker, die sparen sollen.?„Es würde dem LWL gut anstehen, dieses Museum zu betreiben“, sagt Birgit Härtel (SPD), die den Kreis Minden-Lübbecke beim LWL vertritt. In diesem Punkt würden sicherlich auch die Koalitionspartner zustimmen. „Der Knackpunkt ist die Finanzierung“, meint Härtel. Diese Einschätzung teilt auch Friedrich Klanke (CDU). Seine Partei werde für die Übernahme stimmen. Unsicher sei das Votum der Ampelkoalition. Karl Dittmer, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, erwarte, dass SPD, Grüne und FDP den Beschluss erneut vertagen. Das allerdings wäre fatal für das Museum, weil mit den Kommunalwahlen auch das LWL-Parlament neu zusammengesetzt wird. „Das Museum darf nicht in einer Warteschleife geparkt werden“, fordert Klanke darum.In dieser brisanten Situation trifft sich heute um 18.30 Uhr die Fördergesellschaft des Preußen-Museums. Sie will sich und Besucher von Härtel und Klanke sowie Hans-Christian Otto, Ministerialrat im Verkehrsministerium und Vorsitzender des Stiftungsrates Preußen-Museum, über die Lage informieren lassen. Der Verein ruft dazu auf, an diesem Abend Flagge für das Museum zu zeigen.

LWL-Kulturausschuss berät erneut über Zukunft des Preußen-Museums

Sinkendes Schiff? Der LWL-Kulturausschuss berät heute erneut über die Zukunft des Preußen-Museums. © Foto: Alex Lehn

Minden (mt). Mit dem Grundsatzbeschluss des LWL-Kulturausschusses im Dezember war nur das Grundsätzliche für das Preußen-Museum Minden geklärt. Darum muss das Gremium heute zum x-ten Mal beraten und aus Mindener Sicht hoffentlich auch beschließen. Die Chancen dafür stehen nicht günstig.

An das grundsätzliche Ja zur Übernahme der Trägerschaft für das Museum hatten die Kulturpolitiker beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) im Dezember eine Bedingung geknüpft: Das Land NRW sollte rund 870?000 Euro für die Modernisierung der Ausstellung zur Verfügung stellen.

Das bislang von einer Stiftung getragene Museum mit den Standorten Minden und Wesel ist seit Jahren defizitär, weil die Kapitalerträge mit der Finanzkrise eingebrochen sind. Seit mittlerweile drei Jahren verhandeln Stiftung und Politik über eine neue Trägerschaft. Der Landschaftsverband Rheinland hat der Übernahme des Preußen-Museums Wesel zugestimmt. Für das Preußen-Museum Minden hatte der LWL im Dezember den Grundsatzbeschluss gefasst. In der Hoffnung, dass das Land einlenkt, sollte der LWL-Landschaftsausschuss in diesem Monat endgültig die Übernahme absegnen. Doch ganz offensichtlich will das Land die 870?000 Euro nicht aufbringen. Darum liegt dem Kulturausschuss jetzt ein neuer Beschlussvorschlag vor.

Wie so häufig steckt der Teufel im Detail und versteckt sich im letzten von acht Punkten. Die hälftige Aufteilung des Stiftungskapitals oder die Übernahme des Personals und mehr waren schon im Dezember geklärt. Damals wollte der LWL den Betrieb des Museums mit maximal jährlich 250?000 Euro bezuschussen.

Nun heißt es in Punkt acht, dass der LWL den Regelbetrieb ab 2018 mit jährlich 425?000 Euro bezuschusst. Für die Jahre 2015 bis 2017 fielen für die Modernisierung der Ausstellung und den Aufbau des Netzwerks „Preußen in Westfalen“ rund 500?000 bis 520?000 Euro pro Jahr an. Das ist eine Kröte für Politiker, die sparen sollen.

?„Es würde dem LWL gut anstehen, dieses Museum zu betreiben“, sagt Birgit Härtel (SPD), die den Kreis Minden-Lübbecke beim LWL vertritt. In diesem Punkt würden sicherlich auch die Koalitionspartner zustimmen. „Der Knackpunkt ist die Finanzierung“, meint Härtel. Diese Einschätzung teilt auch Friedrich Klanke (CDU). Seine Partei werde für die Übernahme stimmen. Unsicher sei das Votum der Ampelkoalition. Karl Dittmer, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, erwarte, dass SPD, Grüne und FDP den Beschluss erneut vertagen. Das allerdings wäre fatal für das Museum, weil mit den Kommunalwahlen auch das LWL-Parlament neu zusammengesetzt wird. „Das Museum darf nicht in einer Warteschleife geparkt werden“, fordert Klanke darum.

In dieser brisanten Situation trifft sich heute um 18.30 Uhr die Fördergesellschaft des Preußen-Museums. Sie will sich und Besucher von Härtel und Klanke sowie Hans-Christian Otto, Ministerialrat im Verkehrsministerium und Vorsitzender des Stiftungsrates Preußen-Museum, über die Lage informieren lassen. Der Verein ruft dazu auf, an diesem Abend Flagge für das Museum zu zeigen.

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