Kurzzeitpflege für Corona-Patienten eingerichtet Anja Peper Minden.Mal abgesehen von der Angst vor dem Virus selbst: Überfordert zu sein vom privaten Krisenmanagement und schlicht nicht weiter zu wissen, ist für die Angehörigen von Kranken schwer. Letzten Endes wurde in dem hier geschilderten Fall ein Anruf bei der Polizei nötig, die die Tochter für zwei Tage von der häuslichen Quarantänepflicht befreite, um sich um den kranken Vater in dessen Wohnung zu kümmern. Zwar handelt es sich um einen Einzelfall, der sich aber angesichts steigender Infektionszahlen jederzeit so oder so ähnlich wiederholen kann. „Die Situation entwickelt sich gerade nicht gut“, sagt Christian Busse, der Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken (MKK). „Wir müssen in jedem Einzelfall genau schauen, ob eine stationäre Behandlung notwendig ist oder nicht.“ Hinzu kommt: Nicht immer ist klar, ob und wie der betreffende Patient nach der Entlassung versorgt werden kann. Dazu schreibt Sabine Ohnesorge, Pressesprecherin des Kreises Minden-Lübbecke: „Wird bei der Ermittlung im Gesundheitsamt bekannt, dass die Versorgung nicht gewährleistet ist, übernimmt das DRK.“ Bei Entlassungen aus dem Krankenhaus wird eine Versorgung in der Regel über den Sozialdienst geregelt. Jedoch: „Es kommt immer wieder vor, dass besonders ältere Menschen angeben, ihre Versorgung sei sichergestellt – und es stellt sich im Nachhinein heraus, dass dieses im Einzelfall nicht zutrifft.“ Auch die Diakonie Stifung Salem ist eingesprungen. Eine der gerade fertiggestellten ambulant betreuten Wohngemeinschaften in Dützen wird seit dem 19. November anders genutzt als ursprünglich vorgesehen. Temporär werden Personen aus Krankenhäusern des Kreises Minden-Lübbecke aufgenommen. Diese Menschen sind pflegebedürftig, könnten allerdings aus medizinischen Gründen – weil beispielsweise eine Operation gut überstanden wurde – aus einem Krankenhaus entlassen werden. Aufgrund eines noch positiven Covid-19-Testergebnisses ist es diesen Personen laut RKI-Empfehlung nicht gestattet in ihr Zuhause zurückzukehren, wenn dort noch eine professionelle pflegerische Unterstützung notwendig ist.

Kurzzeitpflege für Corona-Patienten eingerichtet

In Dützen hat die Diakonie Stiftung Salem eine Überleitung vom Krankenhaus in die Kurzzeitpflege in Betrieb genommen. Foto: pr © pr

Minden.Mal abgesehen von der Angst vor dem Virus selbst: Überfordert zu sein vom privaten Krisenmanagement und schlicht nicht weiter zu wissen, ist für die Angehörigen von Kranken schwer. Letzten Endes wurde in dem hier geschilderten Fall ein Anruf bei der Polizei nötig, die die Tochter für zwei Tage von der häuslichen Quarantänepflicht befreite, um sich um den kranken Vater in dessen Wohnung zu kümmern.

Zwar handelt es sich um einen Einzelfall, der sich aber angesichts steigender Infektionszahlen jederzeit so oder so ähnlich wiederholen kann. „Die Situation entwickelt sich gerade nicht gut“, sagt Christian Busse, der Pressesprecher der Mühlenkreiskliniken (MKK). „Wir müssen in jedem Einzelfall genau schauen, ob eine stationäre Behandlung notwendig ist oder nicht.“

Hinzu kommt: Nicht immer ist klar, ob und wie der betreffende Patient nach der Entlassung versorgt werden kann. Dazu schreibt Sabine Ohnesorge, Pressesprecherin des Kreises Minden-Lübbecke: „Wird bei der Ermittlung im Gesundheitsamt bekannt, dass die Versorgung nicht gewährleistet ist, übernimmt das DRK.“ Bei Entlassungen aus dem Krankenhaus wird eine Versorgung in der Regel über den Sozialdienst geregelt. Jedoch: „Es kommt immer wieder vor, dass besonders ältere Menschen angeben, ihre Versorgung sei sichergestellt – und es stellt sich im Nachhinein heraus, dass dieses im Einzelfall nicht zutrifft.“

Auch die Diakonie Stifung Salem ist eingesprungen. Eine der gerade fertiggestellten ambulant betreuten Wohngemeinschaften in Dützen wird seit dem 19. November anders genutzt als ursprünglich vorgesehen.

Temporär werden Personen aus Krankenhäusern des Kreises Minden-Lübbecke aufgenommen. Diese Menschen sind pflegebedürftig, könnten allerdings aus medizinischen Gründen – weil beispielsweise eine Operation gut überstanden wurde – aus einem Krankenhaus entlassen werden. Aufgrund eines noch positiven Covid-19-Testergebnisses ist es diesen Personen laut RKI-Empfehlung nicht gestattet in ihr Zuhause zurückzukehren, wenn dort noch eine professionelle pflegerische Unterstützung notwendig ist.

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