Kurze Atempause: Arbeitslosenzahl sinkt unter 10.000er-Marke Jürgen Langenkämper Minden/Herford. Der Arbeitsmarkt hat sich im Oktober saisontypisch positiv entwickelt – und vor den Corona-Beschränkungen eine kurze Atempause eingelegt. Erstmals seit April sank die Arbeitslosenzahl im Kreis Minden-Lübbecke nach fünf Monaten wieder unter die 10.000er-Marke. „Die saisonübliche Herbstbelebung spielt hier eine wesentliche Rolle", stellt Frauke Schwietert, Leiterin der Arbeitsagentur Herford, fest. Dies zeige sich in der guten Entwicklung der Zu- und Abgänge in und aus der Erwerbstätigkeit. Dem Rückgang um 4,2 Prozent – oder 431 Personen – gegenüber dem Vormonat September, als noch 10.170 Menschen arbeitslos gemeldet waren, steht jedoch ein Anstieg um kreisweit 23,4 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Oktober gegenüber. Diese starke Zunahme ist überwiegend pandemiebedingt und zu einem geringeren Teil auch der schon zuvor leicht abgekühlten Konjunktur geschuldet. Denn schon zum Jahresbeginn im Januar hatte es einen merklichen Anstieg gegeben. Vor einem Jahr verzeichnete die Arbeitsagentur für Minden-Lübbecke 7.894 Arbeitslose, im Oktober 2018 sogar nur 7.382 Personen. Jetzt sind 9.739 Menschen ohne Job. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,8 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 4,7 Prozent. „Ob und in welchem Umfang diese Entwicklung sich fortsetzen wird, ist jedoch in der momentanen Situation schwer prognostizierbar", sagt Frauke Schwietert. Im Oktober reichten Unternehmen aus dem Kreisgebiet 39 Anzeigen über Kurzarbeit ein. In diesen Anzeigen sind 382 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt. Erst mit einigen Monaten Verspätung zeigen sich die Effekte der Kurzarbeit. Für den Monat Mai wurden in 1.887 Betriebe abgerechnet, die Kurzarbeit mit 25.046 Kurzarbeitern ausübten. Das waren 290 Betriebe weniger als im April, jedoch 3.659 mehr waren davon betroffen. Für den Agenturbezirk einschließlich des Kreises Herford liegen erste Hochrechnungen zur realisierten Kurzarbeit im Juni vor. Demnach waren in beiden Kreisen 2.747 Betriebe mit 33.030 Mitarbeitern in Kurzarbeit. Das sind 811 weniger Betriebe und 12.931 weniger Kurzarbeiter als im Mai.

Kurze Atempause: Arbeitslosenzahl sinkt unter 10.000er-Marke

Im Oktober 2019 waren im Vergleich zu diesem Jahr fast 25 Prozent weniger arbeitslos.  © dpa

Minden/Herford. Der Arbeitsmarkt hat sich im Oktober saisontypisch positiv entwickelt – und vor den Corona-Beschränkungen eine kurze Atempause eingelegt. Erstmals seit April sank die Arbeitslosenzahl im Kreis Minden-Lübbecke nach fünf Monaten wieder unter die 10.000er-Marke. „Die saisonübliche Herbstbelebung spielt hier eine wesentliche Rolle", stellt Frauke Schwietert, Leiterin der Arbeitsagentur Herford, fest. Dies zeige sich in der guten Entwicklung der Zu- und Abgänge in und aus der Erwerbstätigkeit.

Dem Rückgang um 4,2 Prozent – oder 431 Personen – gegenüber dem Vormonat September, als noch 10.170 Menschen arbeitslos gemeldet waren, steht jedoch ein Anstieg um kreisweit 23,4 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Oktober gegenüber. Diese starke Zunahme ist überwiegend pandemiebedingt und zu einem geringeren Teil auch der schon zuvor leicht abgekühlten Konjunktur geschuldet. Denn schon zum Jahresbeginn im Januar hatte es einen merklichen Anstieg gegeben.

Grafik: MT
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Vor einem Jahr verzeichnete die Arbeitsagentur für Minden-Lübbecke 7.894 Arbeitslose, im Oktober 2018 sogar nur 7.382 Personen. Jetzt sind 9.739 Menschen ohne Job. Die Arbeitslosenquote beträgt 5,8 Prozent, vor einem Jahr lag sie bei 4,7 Prozent.

„Ob und in welchem Umfang diese Entwicklung sich fortsetzen wird, ist jedoch in der momentanen Situation schwer prognostizierbar", sagt Frauke Schwietert.

Im Oktober reichten Unternehmen aus dem Kreisgebiet 39 Anzeigen über Kurzarbeit ein. In diesen Anzeigen sind 382 Personen als potenziell von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter benannt.

Erst mit einigen Monaten Verspätung zeigen sich die Effekte der Kurzarbeit. Für den Monat Mai wurden in 1.887 Betriebe abgerechnet, die Kurzarbeit mit 25.046 Kurzarbeitern ausübten. Das waren 290 Betriebe weniger als im April, jedoch 3.659 mehr waren davon betroffen. Für den Agenturbezirk einschließlich des Kreises Herford liegen erste Hochrechnungen zur realisierten Kurzarbeit im Juni vor. Demnach waren in beiden Kreisen 2.747 Betriebe mit 33.030 Mitarbeitern in Kurzarbeit. Das sind 811 weniger Betriebe und 12.931 weniger Kurzarbeiter als im Mai.

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