Kunst soll Mindener Obermarkt ankurbeln Podiumsdiskussion über Synergien zur Wirtschaft / Bilder in Geschäften ausstellen Carsten Korfesmeyer Minden (cko). Mit der Kunst will die ISG Obermarkt ihr Quartier ankurbeln. Wie das klappen könnte, wird von den Teilnehmern der Podiumsdiskussion durchaus etwas unterschiedlich gesehen. Einig sind sich alle darin, dass die Obermarktstraße mit mehr Leben gefüllt werden muss. Sie sei reizvoll, heißt es – und die Männer und Frauen der gut einstündigen Gesprächsrunde machen auf die bekannten Probleme aufmerksam, mit denen das Quartier nicht erst seit dem Umbaustopp in der Obermarktpassage zu kämpfen habe.„Wir brauchen etwas, was man mit uns sofort verbindet“, sagt ISG-Vorsitzender Andreas Niemann. Er sieht den Schlüssel in der Kunst, um sich von Scharn oder Bäckerstraße imagemäßig abzuheben. In 24 Geschäften werden während der zweiten Kunstmeile wieder Werke heimischer Künstler zu sehen sein, bevorzugt in den Schaufenstern.Es sind vor allem zwei Ansätze, die am Samstagnachmittag in der Simeonskirche diskutiert werden. Einerseits geht es um die Förderung der Kunst, andererseits aber auch darum, inwieweit sie als Mittel zur Konjunkturbelebung geeignet sei.Vor allem Edith von Wrisberg (Mindener Initiative) sieht in dem Vorhaben viele Hürden. „Wir haben in der Stadt ohnehin zu wenig Raum für Kunst“, sagt sie. Galerien seien knapp und es fehlen entsprechende Anlaufstellen für Künstler.Geschäftsinhaberin Bettina Fuhg begrüßt die Idee, vermisst in Minden aber das Miteinander der Künstler. „Es machen hier doch alle nur ihr eigenes Ding“, sagt die Frau, die vor vier Jahren in die Stadt kam.Ihrer Ansicht nach sollte vorrangig daran gearbeitet werden, künftig gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. „Nur dann klappt es.“Der Künstler und Kreisdezernent Hans-Joerg Deichholz sieht das zwar im Grundsatz auch so, stellt die Individualität jedes Kunstschaffenden heraus und spricht von einem einzigartigen Quartier mit einem eigenen Leben. „Wenn man versucht, da etwas zu kopieren, wird das scheitern“, sagt er. Der Obermarkt habe eine Menge Potenzial.In der von MT-Kulturredakteurin Ursula Koch, Pfarrer Andreas Brügmann und Philipp Hausdörffer moderierten Veranstaltung wird immer wieder deutlich, dass Flexibilität und Spontaneität wichtige Tugenden sind. „In Minden dauert immer alles so lange“, sagt beispielsweise Stadtführerin Sonja Weichert. Sie will heraus aus dem Jammertal – und ist wie Prof. Jörg Boström überzeugt, dass die Kunst die Menschen nicht nur in die Geschäfte locken wird, sondern auch miteinander ins Gespräch bringt. „Woanders klappt das ja auch.“Kunst und Kommerz könnten sich ergänzenDeutlich wird immer wieder, dass sich Kunst und Kommerz sehr gut ergänzen könnten. Stefan Schröder (Die Linke), der unter anderem mit dem Projekt der Essbaren Stadt am Obermarkt tätig ist, bringt die bauliche Situation der Straße ins Gespräch.Die Steigung sei störend und es fehle der Rundgang. „Ich gehe auch nicht gerne eine Strecke zweimal“, sagt Edith von Wrisberg – und spielt den Ball zu Andreas Niemann, der dann noch einmal mit einer ewigjungen Forderung der ISG Obermarkt kommt. „Wir brauchen den Durchgang zum ZOB.“

Kunst soll Mindener Obermarkt ankurbeln

Mehr Leben für die Obermarktstraße forderte die Diskussionsrunde: Pfarrer Andreas Brügmann, Philipp Hausdörffer, Jörg Boström, Stefan Schröder, Moderatorin Ursula Koch und Initiator Andreas Niemann (von links). © MT-Foto: Carsten Korfesmeyer

Minden (cko). Mit der Kunst will die ISG Obermarkt ihr Quartier ankurbeln. Wie das klappen könnte, wird von den Teilnehmern der Podiumsdiskussion durchaus etwas unterschiedlich gesehen.

Einig sind sich alle darin, dass die Obermarktstraße mit mehr Leben gefüllt werden muss. Sie sei reizvoll, heißt es – und die Männer und Frauen der gut einstündigen Gesprächsrunde machen auf die bekannten Probleme aufmerksam, mit denen das Quartier nicht erst seit dem Umbaustopp in der Obermarktpassage zu kämpfen habe.

„Wir brauchen etwas, was man mit uns sofort verbindet“, sagt ISG-Vorsitzender Andreas Niemann. Er sieht den Schlüssel in der Kunst, um sich von Scharn oder Bäckerstraße imagemäßig abzuheben. In 24 Geschäften werden während der zweiten Kunstmeile wieder Werke heimischer Künstler zu sehen sein, bevorzugt in den Schaufenstern.

Es sind vor allem zwei Ansätze, die am Samstagnachmittag in der Simeonskirche diskutiert werden. Einerseits geht es um die Förderung der Kunst, andererseits aber auch darum, inwieweit sie als Mittel zur Konjunkturbelebung geeignet sei.

Vor allem Edith von Wrisberg (Mindener Initiative) sieht in dem Vorhaben viele Hürden. „Wir haben in der Stadt ohnehin zu wenig Raum für Kunst“, sagt sie. Galerien seien knapp und es fehlen entsprechende Anlaufstellen für Künstler.

Geschäftsinhaberin Bettina Fuhg begrüßt die Idee, vermisst in Minden aber das Miteinander der Künstler. „Es machen hier doch alle nur ihr eigenes Ding“, sagt die Frau, die vor vier Jahren in die Stadt kam.

Ihrer Ansicht nach sollte vorrangig daran gearbeitet werden, künftig gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen. „Nur dann klappt es.“

Der Künstler und Kreisdezernent Hans-Joerg Deichholz sieht das zwar im Grundsatz auch so, stellt die Individualität jedes Kunstschaffenden heraus und spricht von einem einzigartigen Quartier mit einem eigenen Leben. „Wenn man versucht, da etwas zu kopieren, wird das scheitern“, sagt er. Der Obermarkt habe eine Menge Potenzial.

In der von MT-Kulturredakteurin Ursula Koch, Pfarrer Andreas Brügmann und Philipp Hausdörffer moderierten Veranstaltung wird immer wieder deutlich, dass Flexibilität und Spontaneität wichtige Tugenden sind. „In Minden dauert immer alles so lange“, sagt beispielsweise Stadtführerin Sonja Weichert. Sie will heraus aus dem Jammertal – und ist wie Prof. Jörg Boström überzeugt, dass die Kunst die Menschen nicht nur in die Geschäfte locken wird, sondern auch miteinander ins Gespräch bringt. „Woanders klappt das ja auch.“

Kunst und Kommerz könnten sich ergänzen

Deutlich wird immer wieder, dass sich Kunst und Kommerz sehr gut ergänzen könnten. Stefan Schröder (Die Linke), der unter anderem mit dem Projekt der Essbaren Stadt am Obermarkt tätig ist, bringt die bauliche Situation der Straße ins Gespräch.

Die Steigung sei störend und es fehle der Rundgang. „Ich gehe auch nicht gerne eine Strecke zweimal“, sagt Edith von Wrisberg – und spielt den Ball zu Andreas Niemann, der dann noch einmal mit einer ewigjungen Forderung der ISG Obermarkt kommt. „Wir brauchen den Durchgang zum ZOB.“

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