Kunst aus der Sprühdose: Ehemaliges Pumpenhaus wird bunt Kerstin Rickert Minden. Farbenfroh und einladend statt trist und unpersönlich: Für die Fassadengestaltung eines ehemaligen Pumpenhauses durften Jugendliche am vergangenen Wochenende aus dem Vollen schöpfen. Unter Anleitung und mit Hilfe des Graffiti-Künstlers Jason Holloway verwandelten die Hobby-Sprayer das schlichte Gebäude in der Wohnanlage „Am Lohkamp" in einen Hingucker. Eine Wiese in satten Grüntönen und riesige weiße Blüten vor einem Himmel in leuchtendem Orange-Rot: Das Motiv für ihr Graffiti hatten die Jugendlichen zusammen mit Jason Holloway im Vorfeld entwickelt. Dabei spielte der Hintergrund der Aktion eine wesentliche Rolle. 2017 hatte die Genossenschaft für Siedlungsbau und Wohnen (GSW) mit der Umgestaltung ihrer Wohnanlage in der kleinen Sackgasse „Am Lohkamp" in Meißen begonnen. Nach und nach erhielten die 16 Häuser aus den 1950er Jahren eine optische Auffrischung und die Außenanlagen mehr Aufenthaltsqualität. Dabei habe man sich an einem Farbkonzept orientiert, das auf die symmetrische Anordnung der Gebäude abgestimmt worden sei und zum Ziel hatte, diese zu öffnen, wie Oliver Matecki vom GSW-Vorstand vor Ort erläutere. Zum Einsatz kamen kräftige Farben, die einen Verlauf bilden von hellem Gelb über Orange bis zu Rot bei den hinteren Gebäuden. Mit der Neugestaltung der Freiflächen sei zudem eine Verbesserung des Wohnumfeldes erreicht worden. Vor den Mehrfamilien-Häusern stehen nun Bänke, die von den Bewohnern offenbar gerne genutzt werden. Auffallend viele Nachbarn saßen hier am Freitagnachmittag zusammen, um zu plaudern und einen der letzten schönen Sommertage zu genießen. Einen Spielplatz gibt es in der Wohnanlage neuerdings auch – neben dem ehemaligen Pumpenhaus, das längst ausgedient hat und den Mietern nun als zusätzliche Abstellmöglichkeit zur Verfügung steht. „Kinderwagen, Spielzeug oder Grillutensilien können hier untergebracht werden", so Matecki. Um das Gebäude ansprechend zu gestalten, sei die Idee aufgekommen, einen Künstler zu beauftragen. Nach Kontaktaufnahme zum Förderverein des Jugendhauses Alte Schmiede sei daraus die noch viel bessere Idee für ein Projekt mit Jugendlichen und Jason Holloway entstanden. Der Mindener Graffiti-Künstler hat schon häufig mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Ihnen Graffiti als Kunst nahezubringen, ist ihm ein besonderes Anliegen. Kistenweise Sprühdosen mit einer großen Farbauswahl hat er für die Umsetzung des Fassaden-Graffitos mitgebracht – „Werkzeug, kein Spielzeug", wie Jason Holloway betont. Anschaulich erklärt er einem Mädchen, wie es eine Sprühdose einsatzbereit macht: „Den Sprühkopf am besten vorsichtig draufdrehen und immer darauf achten, dass du von dir weg sprühst." Einer der Jugendlichen versucht sich bereits zum zweiten Mal in der Graffiti-Kunst. „Es macht Spaß, aber es ist auch anstrengend und geht ganz schön in die Arme", sagt der 17-Jährige. Geduld ist auch gefragt. Es dauert, bis unterschiedliche Grüntöne so auf die Fassade gesprüht sind, dass eine Wiese erkennbar wird. Immerhin: Das trockene und sonnige Wetter spielt den Künstlern in die Hände, und so nimmt das Werk relativ schnell Gestalt an. Jason Holloway ist zuversichtlich. „Morgen Abend sind wir fertig", sagt er, nimmt die nächste Dose in die Hand und lässt auf einer Hauswand eine Riesenblüte wachsen.

Kunst aus der Sprühdose: Ehemaliges Pumpenhaus wird bunt

Geduld ist auch gefragt. Es dauert, bis unterschiedliche Grüntöne so auf die Fassade gesprüht sind, dass eine Wiese erkennbar wird. Foto: Kerstin Rickert © Kerstin Rickert

Minden. Farbenfroh und einladend statt trist und unpersönlich: Für die Fassadengestaltung eines ehemaligen Pumpenhauses durften Jugendliche am vergangenen Wochenende aus dem Vollen schöpfen. Unter Anleitung und mit Hilfe des Graffiti-Künstlers Jason Holloway verwandelten die Hobby-Sprayer das schlichte Gebäude in der Wohnanlage „Am Lohkamp" in einen Hingucker.

Eine Wiese in satten Grüntönen und riesige weiße Blüten vor einem Himmel in leuchtendem Orange-Rot: Das Motiv für ihr Graffiti hatten die Jugendlichen zusammen mit Jason Holloway im Vorfeld entwickelt. Dabei spielte der Hintergrund der Aktion eine wesentliche Rolle. 2017 hatte die Genossenschaft für Siedlungsbau und Wohnen (GSW) mit der Umgestaltung ihrer Wohnanlage in der kleinen Sackgasse „Am Lohkamp" in Meißen begonnen. Nach und nach erhielten die 16 Häuser aus den 1950er Jahren eine optische Auffrischung und die Außenanlagen mehr Aufenthaltsqualität.

Dabei habe man sich an einem Farbkonzept orientiert, das auf die symmetrische Anordnung der Gebäude abgestimmt worden sei und zum Ziel hatte, diese zu öffnen, wie Oliver Matecki vom GSW-Vorstand vor Ort erläutere.


Zum Einsatz kamen kräftige Farben, die einen Verlauf bilden von hellem Gelb über Orange bis zu Rot bei den hinteren Gebäuden. Mit der Neugestaltung der Freiflächen sei zudem eine Verbesserung des Wohnumfeldes erreicht worden. Vor den Mehrfamilien-Häusern stehen nun Bänke, die von den Bewohnern offenbar gerne genutzt werden. Auffallend viele Nachbarn saßen hier am Freitagnachmittag zusammen, um zu plaudern und einen der letzten schönen Sommertage zu genießen. Einen Spielplatz gibt es in der Wohnanlage neuerdings auch – neben dem ehemaligen Pumpenhaus, das längst ausgedient hat und den Mietern nun als zusätzliche Abstellmöglichkeit zur Verfügung steht. „Kinderwagen, Spielzeug oder Grillutensilien können hier untergebracht werden", so Matecki. Um das Gebäude ansprechend zu gestalten, sei die Idee aufgekommen, einen Künstler zu beauftragen. Nach Kontaktaufnahme zum Förderverein des Jugendhauses Alte Schmiede sei daraus die noch viel bessere Idee für ein Projekt mit Jugendlichen und Jason Holloway entstanden.

Der Mindener Graffiti-Künstler hat schon häufig mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Ihnen Graffiti als Kunst nahezubringen, ist ihm ein besonderes Anliegen. Kistenweise Sprühdosen mit einer großen Farbauswahl hat er für die Umsetzung des Fassaden-Graffitos mitgebracht – „Werkzeug, kein Spielzeug", wie Jason Holloway betont. Anschaulich erklärt er einem Mädchen, wie es eine Sprühdose einsatzbereit macht: „Den Sprühkopf am besten vorsichtig draufdrehen und immer darauf achten, dass du von dir weg sprühst." Einer der Jugendlichen versucht sich bereits zum zweiten Mal in der Graffiti-Kunst. „Es macht Spaß, aber es ist auch anstrengend und geht ganz schön in die Arme", sagt der 17-Jährige.

Geduld ist auch gefragt. Es dauert, bis unterschiedliche Grüntöne so auf die Fassade gesprüht sind, dass eine Wiese erkennbar wird. Immerhin: Das trockene und sonnige Wetter spielt den Künstlern in die Hände, und so nimmt das Werk relativ schnell Gestalt an. Jason Holloway ist zuversichtlich. „Morgen Abend sind wir fertig", sagt er, nimmt die nächste Dose in die Hand und lässt auf einer Hauswand eine Riesenblüte wachsen.

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