Kulturgesellen: So helfen Künstler jungen Menschen bei der Berufswahl Kerstin Rickert Minden. Das Projekt „Kulturgesellen“ geht in die dritte Runde. Zwölf Tage lang, vom 4. bis 16. Oktober, haben an Kunst und Kultur interessierte Jugendliche die Möglichkeit, sich und ihre Talente mit Unterstützung professioneller Künstler auszuprobieren. 30 Plätze stehen in diesem Jahr zur Verfügung. Bewerben können sich junge Kreative zwischen 14 und 21 Jahren bis einschließlich Samstag, 2. Oktober mit einem kurzen Selfie-Video, in dem sie sich und ihre Motivation vorstellen. Der Name „Kulturgesellen“ ist Programm: „Das Projekt ist beides: Kulturelle Bildung und Berufswahlorientierung“, sagt Manfred Webel, einer der Initiatoren vom Verein Paderborner Kreaturen. Gemeinsam mit dem Kulturbüro der Stadt Minden hat er für die dritte Ausgabe in Minden ein vielfältiges Angebot auf die Beine gestellt. Fünf Künstlerinnen und Künstler werden jeweils mit bis zu sechs Teilnehmern arbeiten, sie darin unterstützen, sich und ihre Talente auszuprobieren und zu entwickeln und ihnen Einblicke in kreative Berufe geben. Die Fotokünstlerin Katrin Sandmann-Henkel ist neu dabei. Architekturfotografie ist ihre große Leidenschaft. „Lost Places“ faszinieren sie, und sie setzt Wahrzeichen großer Städte mit Mehrfachbelichtungen in Szene und bringt so Gebäude in Bewegung und in Korrespondenz miteinander – bis hin zur Abstraktion. Mit ihr können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Minden auf Motivsuche gehen. Nachdem er das Projekt schon einmal in Bielefeld begleitet hat, ist August Klar in Minden zum ersten Mal Teil des Künstler-Teams. Wer Lust auf Poetry-Slam oder Beatboxen hat, singt oder Gitarre spielt, ist bei ihm an der richtigen Adresse. Der 31-Jährige aus Porta Westfalica ist künstlerisch breit aufgestellt. Nach eigenem Bekunden ist er auch Comedian, Loop-Station-Beherrscher und Klang-Fetischist. Während seines Studiums trat er nebenbei als Künstler auf. Später merkte er, dass ihm das mehr liegt als die Arbeit in einer Werbeagentur und machte sei Hobby zum Beruf. Seine Erfahrungen, wie man sich als Künstler vernetzt und an Auftritte gelangt, möchte er gerne weitergeben. Wie finde ich einen künstlerischen Beruf, der zu meinen Interessen passt? Wie stehen die Chancen, davon zu leben? Welche Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten habe ich? All das sind Fragen, die bei der Entscheidungsfindung eine Rolle spielen. Die weiteren Künstler sind Bettina Fuhg (Goldschmiedearbeiten), Jessica Koppe (Malerei, Zeichnung, Trickfilm) und Manfred Webel (Bildhauerei und Objektgestaltung). Alle drei waren bereits in den beiden vergangenen Jahren dabei. „Es macht unheimlich viel Spaß, mit den jungen Leuten zu arbeiten“, sagt Bettina Fuhg. Die Gold- und Silberschmiedin setzt bei der Gestaltung ihrer Schmuckstücke auch Naturmaterialien und gebrochene Steine ein und arbeitet viel mit Strukturen. Jessica Koppe erforscht in ihren Zeichnungen, was Menschen bewegt, welche Geschichten sie sich erzählen und „wie man das in eine zeichnerische Geste übersetzt, die der Flüchtigkeit der menschlichen Zustände gerecht wird“. Manfred Webel ist Mitbegründer des Projekts „Kulturgesellen“. Er versteht sich als „partizipativer Künstler“, der den Dialog mit Menschen liebt und sie ermuntert, selbst kreativ zu sein und sich einzumischen. Er baut Bewegungs-Skulpturen für den Öffentlichen Raum. Das Projekt „Kulturgesellen“ sei eine tolle Möglichkeit für junge Menschen, sich mit der eigenen Kreativität auseinanderzusetzen und darüber nachzudenken, ob sie ihr beruflicher Weg vielleicht in diese Richtung führen könne, sagt Petra Brinkmann vom Kulturbüro der Stadt. „Für uns als Kulturbüro ist diese Form der Berufswahlorientierung eine optimale Ergänzung zu unserer Arbeit im Bereich Kulturelle Bildung“, so Brinkmann. Finanziert wird das Projekt zur Hälfte vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW sowie mit Unterstützung von Sponsoren, darunter die Dr. Strothmann Stiftung und die Stadt Minden. Für die Teilnehmer ist das Angebot kostenlos. Bewerbungen sind bis zum 2. Oktober möglich unter https://paderborner-kreaturen.de/kulturgeselle-in/.

Kulturgesellen: So helfen Künstler jungen Menschen bei der Berufswahl

Werben für die „Kulturgesellen“: (von links) Manfred Webel (Verein Paderborner Kreaturen), Bettina Fuhg (Goldschmiedearbeiten), Petra Brinkmann (Kulturbüro), August Klar (Poetry-Slam, Beatboxen, Gesang) Foto: Kerstin Rickert © x

Minden. Das Projekt „Kulturgesellen“ geht in die dritte Runde. Zwölf Tage lang, vom 4. bis 16. Oktober, haben an Kunst und Kultur interessierte Jugendliche die Möglichkeit, sich und ihre Talente mit Unterstützung professioneller Künstler auszuprobieren. 30 Plätze stehen in diesem Jahr zur Verfügung. Bewerben können sich junge Kreative zwischen 14 und 21 Jahren bis einschließlich Samstag, 2. Oktober mit einem kurzen Selfie-Video, in dem sie sich und ihre Motivation vorstellen.

Der Name „Kulturgesellen“ ist Programm: „Das Projekt ist beides: Kulturelle Bildung und Berufswahlorientierung“, sagt Manfred Webel, einer der Initiatoren vom Verein Paderborner Kreaturen. Gemeinsam mit dem Kulturbüro der Stadt Minden hat er für die dritte Ausgabe in Minden ein vielfältiges Angebot auf die Beine gestellt. Fünf Künstlerinnen und Künstler werden jeweils mit bis zu sechs Teilnehmern arbeiten, sie darin unterstützen, sich und ihre Talente auszuprobieren und zu entwickeln und ihnen Einblicke in kreative Berufe geben.

Die Fotokünstlerin Katrin Sandmann-Henkel ist neu dabei. Architekturfotografie ist ihre große Leidenschaft. „Lost Places“ faszinieren sie, und sie setzt Wahrzeichen großer Städte mit Mehrfachbelichtungen in Szene und bringt so Gebäude in Bewegung und in Korrespondenz miteinander – bis hin zur Abstraktion. Mit ihr können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Minden auf Motivsuche gehen.


Nachdem er das Projekt schon einmal in Bielefeld begleitet hat, ist August Klar in Minden zum ersten Mal Teil des Künstler-Teams. Wer Lust auf Poetry-Slam oder Beatboxen hat, singt oder Gitarre spielt, ist bei ihm an der richtigen Adresse. Der 31-Jährige aus Porta Westfalica ist künstlerisch breit aufgestellt. Nach eigenem Bekunden ist er auch Comedian, Loop-Station-Beherrscher und Klang-Fetischist. Während seines Studiums trat er nebenbei als Künstler auf. Später merkte er, dass ihm das mehr liegt als die Arbeit in einer Werbeagentur und machte sei Hobby zum Beruf. Seine Erfahrungen, wie man sich als Künstler vernetzt und an Auftritte gelangt, möchte er gerne weitergeben. Wie finde ich einen künstlerischen Beruf, der zu meinen Interessen passt? Wie stehen die Chancen, davon zu leben? Welche Ausbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten habe ich? All das sind Fragen, die bei der Entscheidungsfindung eine Rolle spielen.

Die weiteren Künstler sind Bettina Fuhg (Goldschmiedearbeiten), Jessica Koppe (Malerei, Zeichnung, Trickfilm) und Manfred Webel (Bildhauerei und Objektgestaltung). Alle drei waren bereits in den beiden vergangenen Jahren dabei. „Es macht unheimlich viel Spaß, mit den jungen Leuten zu arbeiten“, sagt Bettina Fuhg. Die Gold- und Silberschmiedin setzt bei der Gestaltung ihrer Schmuckstücke auch Naturmaterialien und gebrochene Steine ein und arbeitet viel mit Strukturen. Jessica Koppe erforscht in ihren Zeichnungen, was Menschen bewegt, welche Geschichten sie sich erzählen und „wie man das in eine zeichnerische Geste übersetzt, die der Flüchtigkeit der menschlichen Zustände gerecht wird“. Manfred Webel ist Mitbegründer des Projekts „Kulturgesellen“. Er versteht sich als „partizipativer Künstler“, der den Dialog mit Menschen liebt und sie ermuntert, selbst kreativ zu sein und sich einzumischen. Er baut Bewegungs-Skulpturen für den Öffentlichen Raum.

Das Projekt „Kulturgesellen“ sei eine tolle Möglichkeit für junge Menschen, sich mit der eigenen Kreativität auseinanderzusetzen und darüber nachzudenken, ob sie ihr beruflicher Weg vielleicht in diese Richtung führen könne, sagt Petra Brinkmann vom Kulturbüro der Stadt. „Für uns als Kulturbüro ist diese Form der Berufswahlorientierung eine optimale Ergänzung zu unserer Arbeit im Bereich Kulturelle Bildung“, so Brinkmann.

Finanziert wird das Projekt zur Hälfte vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW sowie mit Unterstützung von Sponsoren, darunter die Dr. Strothmann Stiftung und die Stadt Minden. Für die Teilnehmer ist das Angebot kostenlos. Bewerbungen sind bis zum 2. Oktober möglich unter https://paderborner-kreaturen.de/kulturgeselle-in/.

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